Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1852)
- Date
- 1852-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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im Bunde mit der Vernunft. 7 läßt über Gute und Böse! — So setzt der Mensch oft einen Preis auf die Heuchelei, die sich für Frömmigkeit ausgibt, und brandmarkt den redlichen Mann mit dem Namen eines Frevlers (?08ek6A), sobald er nicht durch den Mantel der Scheinheiligkeit in seinen Augen gerechtfertigt ist! — Bewirkt nicht auch Das die Re ligion? Allerdings! Aber nicht die mit Vernunft, sondern die mit Unvernunft gepaarte! Dort die erwärmende Gluth, hier die zerstörende Flamme!^Dort die himmlische Begeisterung, hier die höllische Wuth des Hasses und der Verfolgungssucht! Darum nicht die Religion klaget an, sie ist und bleibt die Verkünderin der ewigen Liebe, sondern Diejenigen klaget an, die ihr die Palme des Friedens entwinden und ihr das Schwert des Hasses in die Hand drücken! Nicht den Glauben verwerfet, sondern die verwerfliche Weise, womit die Menschen in die Lebensverkümmerung Anderer die Bewährung ihres Glaubenseifers setzen! Denn wo der Glaube schränkt die Liebe ein, Da kann der Glaube nicht der ächte sein! Deßhalb soll Vernunft unser Herz überwachen, daß es in der Religion nicht irregehe, der wohlthuende Strahl nicht zum Blitze werde, welcher die Wohnungen des Friedens einäschert. Vernunft mit Religion gepaart bringt Heil und Segen, denn sie erwärmt unser Herz. 2. Und sie waffnet unfern Geist. — M „Und ein Schild", spricht zum zweiten der heilige Sänger, „ist der Ewige, Gott!" Wie das Schild den Helden waffnet, daß er es nach allen Seiten glücklich wende, um die Angriffe des Gegners abzuwehren und die Sache zu vertheidigen, die er für heilig hält, so ist die Religion , die in Gott ihren Ursprung, und in der sittlichen Vervollkommnung ihren Endzweck hat, eine ebenso nothwendige als siegreiche Waffe gegen das Böse, ist eine vernünftige Erkenntniß in den göttlichen Dingen ein Schild und Rüstzeug gegen Aberglauben und Vorurtheil, wie gegen Unglaube und Gottlosigkeit, die von entgegengesetzten Seiten die heilige Burg der wahren und geläuterten Religion angreifen, welche auf den Höhen des Lichtes erhaben thront. Wenn ihr euere Kinder zu Verstau-