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Der israelitische Volkslehrer · 1852-01-01 · Heft 1 (Januar 1852) · page 4

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 1 (Januar 1852)
Date
1852-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 Die Religion so haben sie Unrecht! denn gerade aus dem Mißbrauch, welchen die vorbetende Heuchelei und die nachbetende Dummheit mit der Religion getrieben haben, entstand und entsteht noch all Unheil, was die Gegner mit Recht als Vorwurf geltend machen. Wollen aber diese mit ihrer Behauptung alle MhlthWnde, heilsame, ja, naturnothwendige Kraft, welche die Trost und Erhebung bedürftige Menschheit der Religion entschöpft, wegleugnen, dann haben sie Unrecht; denn sie wollten die Menschheit jener reichen himMschen Quells berauben, woraus das Herz eine Stärkung und Belebung zieht, welche die Andern mit Recht als eine Rettung uud Verteidigung der Religion erscheinen lassen. Beweist etwa der Mißbrauch einer heiligen Sache etwas für ihre Schädlichkeit? Nie! Haf man ja auch die Frage aufgeworfen, öö die Aufklärung ^>es menschlichen Geistes das Wohl der Menschheit förbere oder hindere?! Und — sonderbares Zusammentreffen! — die blinden Eiferer für die Religion möchten gerade so die Aufklärung vernichten mit Stumpf und Stiel, wie die Fanatiker der Aufklärung die Religion gründlich ausrotten möchten! MHMWMMgWMHlÄer! Das Streben nach Aufklärung und vernunftgemäßer EntWickelung ist unserem Geiste eben so unverwüstlich eingeprägt, als der Zug der Seele zu Hrem Schöpfer unserem GMMe unzerstörbar eingeboren ist. Beides ist heilig; beides ist menschlich; beides schließt einander nicht nur nicht aus, sondern Eins ist dem Andern heilsam, nothwendig, ergänzend; die Religion hütet die Aufklärung, daß diese uns nicht zum ZMol^des kalten Verstandes führe, wo jede Blume des Gemüthes erfriert^ und die Fülle von Tag nur den Gegensatz der Fülle von Äacht um so schauerlicher hervorruft! Dagegen wieder hütet die Au fklärung die Religion, daß diese uns nicht unter die Linie aMMWMr^SKM wo jede zarte Pflanze der Menschheit verbrennt, und man das Antlitz in die Erde drücken muß, um nicht von dem Samum gluthhauchenden Eifers vernichtet zu werden. Erfrieren oder verbrennen—gleichviel! beides bringt den Tod! — Darum gilt hier gewiß das Wort des weisen Mannes aus der Vorzeit: „es ist gut, daß du Dieses erfassest, doch auch von Jenem deine Hand nicht

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