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Der junge Jude · 1930-11-01 · Heft 6 (November 1930) · page 33

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 6 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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lenmäßige Entwicklung des Bundes. Den meisten Ortsbünden ist es gelungen, im Laufe des letzten Jahres ihre Mitgliederzahl bedeutend zu erhöhen. Die Berliner Kadimah allein ist im letzten Halbjahr von 450 Menschen auf mehr als 600 angewachsen. Dieser Bundestag brachte keine formelle, endgültige Entscheidung über Weg und Ziel der Kadimah. Wer aber tiefer in die Diskussionen und die Menschen blickt, konnte sehen, daß im wesentlichen diese Entscheidung schon gefällt ist. Von der Arbeit der verantwortlichen Menschen wird es abhängen, wie diese Entscheidung sich früher oder später auswirkt. Rafi Meiseis. Aus dein tsohechoslowaiklischan Hechalnz. Am 11. und 12. Oktober 1930 fand in Ostrau die Moazah des Chaluzverbandes statt, mit welcher die Winterarbeit des Verbandes eingeleitet wurde. Am Samisitag abend versammelten sich die Delegierten und viele Gäste aus Ostrau und den benachbarten Chaluzgruppen in der Kedmah! (dem jüd. Lehrlingsheim in Marienberg, in dem die in Ostrau arbeitenden Chaluzim wohnen). Die Moazah wurde durch Berichte über den Kongreß für das arbeitende Erez Israel (von Chajim Hoff mann) und über die Tagung des Weltihechaluz (von Jedbiel Grünberg) eingeleitet. Am Sonntag begann die Tagung mit dem Tätigkeitsberichte des Merk aß und der Gruppen. Aus diesen geht hervor, daß die ganze fSommerarbeit / des Verbandes als gut gelungen bezeichnet werden kann. Der Verband zählt 321 Chawerim und Chaweroth (gegenüber 265 im Vorjjahre), von denen 140 in 1 and wir tß ch af tl i ch er Hach s ch ar ah standen. Anfänglichen Schwierigkeiten unterworfen war die Einordnung des großen Prozentsatzes jüngerer Chawerim in physischer Arbeit, die aber durch Gewöhnung leichter überwunden wurde, wie der Mangel an führenden Kräften, der es sogair verhinderte, neue Gruppen aufzustellen, trotzdem genügend Menschen für solche vorhanden gewesen wären. Dies gilt besonders für die Chawerim aus Karpatho- Rußland, deren Anzahl sich im Verbände von 10 Prozent auf 25 Prozent vergrößerte. Hachscharahgruppen bestanden in Nemeskürt und Nove Mesto n./V., wo der Haschomer- Hazailr konzentriert war, in Dlomnitz und Partschendorf (Kibbuz Techeleth Lawn) im Virbice, Kamenice, Leiipnik, Neutitschein, Ostrau, Komorau, deren Besetzung sich aus Chawerim der jüdisch-sozialistischen Jugend, in überwiegendem Maße aber aus Slowaken und Kairpathorusisen zusammensetzten. In einigen Gruppen waren die Arbeitsbedingungen «ehr schwere, das Verhältnis zum Arbeitsgeber führte manchmal zu Auseinandersetzungen, die in 2 Fällen sogar zur Liquidierung der Gruppen führten. Im allgemeinen aber war die Arbeitserlernung befriedigend. Die Chawerim drangen in alle Arbeitszweige der Landwirtschaft ein und konnten sich an manchen Orten auch theoretisches Wissen aneignen. Die kulturelle Arbeit der Hachscharahgruppen war nicht einheitlich. Die Kibbuzim der Jugendbünde und die Gruppe Leipnik zeigten ein reges, kulturelles Leben, das in der regelmäßigen Abhaltung von systematischen Referatenreihen, in reicher Benützung der guten Gruppenbibliotheken, vor allem aber in wirklich intensiver Hebräisch-Arbeit bestand. Die Gruppen ©ollen nunmehr in Winterhachscharah überführt werden, was durch die gegenwärtige Arbeitslosigkeit umso schwerer fällt und wobei sich der Mangel der Farm, die liquidiert werden muß, unangenehm bemerkbar macht. Es sollen der Kibbuz Techeleth-Lawan, der Kibbuz Ber-Boroehow ihren Konzentrationspunkt in Brünn, letzterer auch in Olmütz, der Kibbuz Haschomer Hazair in Nove Mesto n./V. und Kosice finden. In den Sommermonaten sind 35 Chawerim umd Chaweroth zur Alijah gekommen, die sich alle in den im Land befindlichen ösl. Gruppen (Kibbuz, Razon, Haifa Kibbuz Haschomer Hazair in Merchawiah und andere) einordnen konnten. Die Organisierung dieser Alijah fiel aber sehr schwer, da die Aufbringung der notwendigen Geldmittel mit großen Schwierigkeiten verbunden war. Bloß einige Zionisten und zionistische Vereine haben die schwere Situation richtig erfaßt und haben die Alijahaktion unterstützt; ihnen sei an dieser Stelle der Dank ausgesprochen. 207

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