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Der junge Jude · 1930-11-01 · Heft 6 (November 1930) · page 32

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 6 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Dobkin, Oalili, Levite, Scbapiro, Tabetakin (Arbeiterpartei), Obasan, Gurewitz, Zwi Lurje, Psrai (Kibbuz Arzi Haschomer Hazair), Grabowski, Lubianiker und Tartakower (Gordondob und Hitacbdutb) angeboren. _ L. AUS PER B E W E G U N G Bundestag der Kadimah 1930. Der Bundestag der „Kadimah", der vom 31. Juli bis 3. August in Schieder (Lippe) stattfand, wurde von zwei Momenten bestimmt. Erstens von dem Weggang der Führergeneration, die bis jetzt dem Bund sein Aussehen und seinen ideologischen Inhalt gegeben hatte, und dem Aufstieg einer neuen jüngeren Führergeneration. Zweitens von dem Versuch, die ideologischen Grundlagen des Bundes neu zu durchzudenken und neue Wege zu ihrer Verwirklichung zu suchen. Die Führer, die in diesem Jahre aus der Führung geschieden sind, hatten den Zusammenbruch des Blau-Weiß als seine führenden Menschen erlebt und aus dieser Katastrophe nicht die Konsequenz der Resignation gezogen, sondern die des Suchens und Tastens nach neuen Wegen; sie hatten ihre zionistischen Ansichten umdenken müssen, um noch einmal den Versuch wagen zu können, jüdische Jugend zu einer Teilnahme an dem Prozeß der Renaissance des Volkes zu erziehen. Sie waren zu dem Ergebnis gekommen, daß zwei Faktoren einen besonders unheilvollen Einfluß auf die Entwicklung des Blau-Weiß und seiner Menschen ausgeübt hatten: Einmal die Überspitzung des Führergedankens, wie sie in dem Prunner Gesetz ihren Ausdruck fand, die zu einer Unfähigkeit der Menschen führte, in eigener Verantwortung und Entscheidung Handlungen und Gedankengänge nachzuprüfen; ferner die mangelnde jüdische Bindung, die dem Blau-Weiß den Zugang zu den Grundkräften des Zionismus verschloß. „Jüdische Erziehung", ^Erziehung zur Eigenentscheidung" waren die Parolen, die von der Gründung des „Kadimah" an bis heute seinen Weg bestimmten. Das Verdienst dieser Führer ist es gewesen, eine neue Generation erzogen zu haben, die bei aller abweichenden Meinung über die Grenzen und Möglichkeiten dieser Erziehungsprinzipen diese als die Grundlagen ihrer Arbeit anerkannt und die auch die Fähigkeit hat, für die verworrene Problematik der westjüdischen Jugend neue Losungen zu suchen. Ein großer Teil der jetzt zur Führung gekommenen Generation ist der Meinung, daß diese Erziehungsprinzipien in ihrer allzu weiten Fassung nicht die Gewähr bieten, junge Menschen zu einer jugendgemäßen Anteilnahme an dem Regenerationsprozeß des jüdischen Volkes zu erziehen. Die „freie Entscheidung" ist kein Selbstzweck mehr, sondern hat der Sache zu dienen. Man muß eine Mitte zwischen Zwang und Freiheit finden, die den Menschen in fundierter Form zum Dienst an der Sache bringt. Die Sache, die den Menschen fordert, und die Menschen, verschieden nach Anlage und Entwicklung, müssen eine Verbindung finden, die beiden Teilen zugutekommt: Die der Sache dient und den Menschen fördert. Schlagwortmäßig ausgedrückt bedeutet dies eine Tendenz zur Abwendung von der neutralen Erziehung und eine Hinwendung zum Zionismus. Daß diese Anschauungen nur zum Teil in der Bundestagsdiskussion zum Ausdruck kamen und nicht ausdrücklich zu einer Resolution geformt wurden, lag wohl daran, daß allgemein das Bedürfnis vorherrschte, endlich aus den langen und ernsthaften Diskussionen der vergangenen Jahre nicht mit Diskussionen, sondern mit praktischer Arbeit das Fazit zu ziehen. Nicht eine Mehrheitsentscheidung, sondern die Resultate der praktischen Arbeit in den Formationen werden zeigen, welchen Wert die Diskussion der letzten Jahre gehabt hat. Auf der Grundlage der praktischen Arbeit will auch die neue Bundesleitung, die ausschließlich zur „neuen" Generation gehört, (Nehemiah Ginsburg, Walter Mecklenburg, Jack Mendelsohn, Saul Syman) ihre Aufgaben erfüllen. Als eine der wichtigsten Ergebnisse des Bundestages ist die Gründung des „Gdud Kadimah", der Formation der Chaluzim des Kadimah, anzusehen. Diese Formation hat die Aufgabe, die Chaluzim aus dem Kadimah, denen die west jüdische Herkunft und die Entwicklung im Kadimah eine bestimmte Eigenart gegeben hat, in der Hachscharah und vor dem Beginn der Hachscharah zusammenzufassen, sowie die Entwicklung zur Chaluziuth im Kadimah selbst zu beeinflussen. Der Gdud, der zahlenmäßig noch relativ klein ist, will in diesem Winter eine intensive Arbeit durchführen. Der Bundestag, der von mehr als 500 Chawerim besucht war, zeigte auch die zah- 206

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