Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 6 (November 1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3497353-3497367-3497373--691-3521943- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
erzogen werden soll. Eine gemeinsame kulturelle und ideologische Arbeit sei nur in den Ortsgruppen des Hechaluz izu (betreiben. Dem entgegen sahen die Ghawerim der Arbeiterpartei und die ihr Nahestehenden (besonders soll hier die Rede von Berl Kaznelson hervorgehoben werden) eine Gefahr in dem, daß das Grundlegende unserer Bewegung — die Beziehung znr Arbeit, zur hebräischen Kultur, wir Histadruth, zu den gemeinsamen ikulturellen und sozialen Werten der Arbeiterbewegung — 'vernachlässigt wird. Es sei nicht nur überflüssig, sondern sogar (schädlich, wenn man hei der Erziehung der Jugend in der Diaspora aktuelle politische Probleme, bei denen innerhalb der Arbeiterschaft Meinungsverschiedenheiten bestehen, in den Vordergrund stellt. Berl Kaznelson und «andere Chawerim haben es vielfach betont, daß aus dem Bedürfnis, sich von der Mehrheit der Arbeiterschaft au distanzieren und eine besondere Existenz zu rechtfertigen, ideologische Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten aufgebauscht werden, die garnkht in der Wirklichkeit existieren oder die auch innerhalb' der Arbeiterpartei bestehen können. Als Beispiel brachte Kaznelson einen Resolutionswrschlag des Kibbuz Arzi auf dem Kongreß für das arbeitende Palästina, der eine «besondere Definition des zionistischen Ideals zu haben glaubte, in dem »eine binationale sozialistische Gesellschaft in Palästina und in den angrenzenden Ländern« gefordert wurde. Die Vertreter «der Histadruth betonten das Recht und die Pflicht der Histadruth, auf alle Teile der chaluzischen Jugendbewegung direkt erzieherisch zu wirken. Die Histadruth hat das Recht, in die verschiedenen Länder auch solche Delegierte zu entsenden, die nicht zu den dort vertretenen Jugendbünden gehören. In der Diskussion wurde (hervorgehoben, daß die Kwuzah, die das Ziel der gesamten chaluzitschen Jugendbewegung ist, durch die neuen Ansiedlungsmethoden der Agency- Kreise stark bedroht wird. In der Ansiedlung der »Tausend« haben die Geldgeber die Forderang gestellt, und in gewissem Maße auch durchgesetzt, daß die Gebäude für die Kwuzah so errichtet werden, daß sienachher auch für einen Mosehaw in Frage kämen. Wenn diese Forderung winklich durchgesetzt wird, wird sie eine Erdrosselung der Kwuzahansiedlung in Palästina herbeiführen. Daß diese Forderung' keine ötoonomi&chen Gründe, sondern nur den Klassenstandpunkt von gewissen, bürgerlichen Kreisen als Basis hat, bezeugt am besten die Tatsache, daß sich gerade jetzt die Kwuzoth in einem wirtschaftlichen Aufschwung befinden. Es wurden in einer Nachtsitzung Beschlüsse über die Lage im Lande, in der Histadruth und im Heohaluz gefaßt.1) Wir möchten schon jetzt den Beschluß hervorheben, der gegen die Drosselung der Alijah von Ghaweroth protestiert und der die Ghaluzorganisationen aufifordert, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Zahl der Chaweroth in der Alijah zu 'vergrößern. Bei der Abstimmung kamen drei Meinungs verschiedenheit en zum Ausdruck : 1. In der Frage der Autonomie forderte der Kibbuz Arzi Haschomer Hazair eine Neuregelung, die den Jugendbünden eine weitgehendere Autonomie in der Erziehung, Hachseharah und Alijah sichert, als die, die bis jetzt vorhanden war. Die Delegierten der Arbeiterpartei (Poale- Zion) und der »Gordoniah« stimmten dagegen und der Antrag wurde abgelehnt. Der (»Gordoniah« wurde dieselbe Autonomie wie dem »H. H.« zngesiohert. 2. Es waren Meinungsverschiedenheilen in der Frage, ob der Wraad Ilatpoel der Histadruth in dem Merkas Olami des Heohaluz vertretene sein soll. Es wurde angenommen, daß Chawerim des Waad Hanoel sich mit Stimmrecht an den Sitzungen des Merhas Olami beteiligen können. 3. Mit einer Mehrheit des Kibbuz Arzi Haschomer Hazair und der »Gordoniah« wurde ein Beschluß gefaßt, der die organisatorischen Bindungen, die zwischen dem Hechaluz und dem Hechaluz Hazair in Polen bestehen, aufhebt. Es wurde ein neuer Merkas Olami gewählt, dem die Chawerim BendorL *) Die wichtigsten von ihnen werden im nächsten Heft des „J.J." gebracht. 205