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Der junge Jude · 1930-11-01 · Heft 6 (November 1930) · page 25

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 6 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Er nahm den Rock wie ein Kind ein Spielzeug empfängt, steckte ihn unter den Arm, dankte mit stramm stehen, und beide zogen ab. Nach einigen Schritten untersuchten sie den Schatz mit stiller Freude und Genuß, mit Genugtuung. Und plötzlich sieht einer den anderen an und wieder seine Sachen, und wieder den anderen. Mein Bursche erklärte mir nachher das Verhalten der beiden. Beide erbaten die Sachen von dem zu Tode Verurteilten, den Rock und die Stiefel; der Unglückliche teilte sie unter «sie. Deshalb war einer auf den anderen wütend. Und einer beschuldigte den anderen, daß er ihm die Sachen verdorben, obwohl keiner das laut gesagt hätte. Und jetzt war mir klar, daß sie ihrer Gemeinheit noch die Krone aufgesetzt hatten; sowohl der Rock als auch die Stiefel waren von je einer Kugel durchlöchert. (Deutsch von Hacohen.) JAAKOW OPPENHEIM : GIWATH BRENNER. Als nach den schweren Jahren der Krise und der Alijabsperre die Tore des Landes sich wieder öffneten, entwickelte /sich in Deutschland der Kibuz Cheruth, der bis dahin als Hachscharah-Kibuz bestanden hatte^ zu einem Alijah-Kibuz. Wofür wir uns alle noch in der Galuith eindeutig entschieden hatten, war, die Aufgabe einer Nachwuchsbewegung zu erfüllen und uns als organisches Glied der (palästinensischen Arbeiterbewegung im Lande einzuordnen. Die Form der Einordnung sollte erst im Lande gefunden werden. Es wurden zwar Meinungen laut, — selbständige Kwuzah, Anschluß an eine Gruppe, und sogar für oder wider den Anschluß an eine bestimmte Gruppe, — aber wir1 alle wollten diesen Schritit nicht vorwegnehmen. Palästina brachte die Entscheidung. Der Wille zur (Selbständigkeit, zur eigenen Schöpfung, der im Grunde genommen weniger der Sache wegen bestand, sondern mehr Ausdruck der starken persönlichen Verbundenheit der Menschen des Kibuz Cheruth war, — fand seine Korrektur in verschiedenen Wirklichkeitsgegebenheiten. Wir verstanden, daß es mitunter weniger darauf ankommt, seine Selbständigkeit zu wahren und ein abgesondertes Leben zu führen, als bereit zu sein, fsich an den Plaitz zu stellen, an dem man gebraucht wird. Diese innere Entscheidung war richtig. Sie bewies, daß wir als Gruppe das Gefühl für das Wesentliche besassen. Dadurch haben wir uns innerlich den Anschluß an die palästinensische Arbeiterschaft gesichert. Wir hielten es für nötig, die verschiedenen Versuche der deutschen Alijoth vor uns zu resümieren und deren Ergebnisse bei Klärung der Frage unserer Einordnung in Betracht zu ziehen. Die überragende Bedeutung der hebräischen Sprache und die Gefahr der Isolierung, ließ uns von vornherein die Notwendigkeit eotkennen, uns die Sprache anzueignen. Die Tatsache, daß neue Gruppen nur unter großen Schwierigkeiten in die Arbeit in den Moschawoth eindringen konnten, beeinflußte unsere Stellungnahme zur Frage der Einordnung. Wir beschlossen, uns einer schon bestehenden Gruppe anzuschließen. Wir sahen in dem Kibuz Hameuchad die Körperschaft innerhalb der Arbeiterschaft, die in sich die weitesten Möglichkeiten zur Verwirklichung 'sozialistischer Gesinnung trägt. Aoiah glau'bten wir, daß er die größte Möglichkeit und Fähigkeit besäße, die bei Aufnahme neuer Gruppen sich ergebenden Erfordernisse zu berücksichtigen und zu befriedigen. Lange Erwägungen der Richtigkeit einer Vereinigung einer deutschen Gruppe mit einer schon bestehenden, Erkenntnis der Besonderheit des deutschen Menschenmaterialis, die Frage, bei welcher bestehenden Gruppe die besten Voraussetzungen einer Vereinigung gegeben seien, jedoch auch die Notwendigkeit neuer, — frischer Menschen schlechthin — ergaben den 199

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