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Der junge Jude · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Date
1929-08-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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M. A. Beigel berichtet in einem Aufsatz über das ,,Erziehungshausa der Kulturkommission der Histadruth in Tel Awiw. Es bestehen gegenwärtig sieben Abteilungen mit 145 Kindern im Alter von 8 bis 17 Jahren, die 2wei Mahlzeiten innerhalb der Schule einnehmen (Frühstück und Mittagessen). Man lernt und arbeitet da in Unterrichts- und Arbeitsräumen, die provisorisch in einer Baracke untergebracht sind. Es wird dann ausführlich berichtet über die in eine Aelteren- und Jüngerengemeinde zerfallene Kinder- Gemeinde und ihre Autonomie, ferner über die körperliche Arbeit, den Unterricht und seine Fächer, die künstlerische Erziehung, Sport und Spiele. In diesem Jahre beendet zum ersten Mal ein Jahrgang seine Erziehung in dieser Anstalt. m. s. JÜDISCHE KUNST Die „Galerie Junge Kunst", bringt eine Ausstellung von Holzschnitten der letzten 10 Jahre. Die Fülle hochklassiger Namen MasereeJ, Kollwitz, Nolde, Barlach, zeugt für das hohe Niveau der Ausstellung. Die Ueberraschung dieser Holzschnittschau bieten drei jüdische Künstler: Moissey Kogan, Jacob Steinhardt und Miron S i a. K o g a n ist unter ihnen die stärkste Begabung. Er stammt aus Bessarabien. Alle seine Produkte atmon klassisches Formempfinden. Um die kleinste Nuance kämpft er mit unermüdlicher Geduld. Gelegentlich schneidet er etwas in Holz oder greift zu Nadel und Faden und stickt entzückende Bilder. Seine Plastiken packen durch Tiefe der Anschauung. Jacob Steinhardt, Berlin, leidet unter „Komplexen". Wohin er geht, trägt er .,Galuth" mit sich. Seine Bilder jüdischer Motive wirken maniriert, vergleicht man sie mit seinen anderen Schöpfungen. Dennoch bewältigt Steinhardt wunderbar die Atmosphäre des Ghettos. Er ist berufen, die Sehnsucht der Golusjuden auszusprechen. Unsere Zeit jedoch fördert neue Ziele, denn im modeinen Palästina bildet sich ein neuer, gesunder Kern jüdischer Wesentlichkeit und Wirklichkeit. — Miron Sima, der im Osten entscheid-nde Eindrücke erhielt, kam in jun.:8n Jahren nach Deutschland. Seine Holzschnitte „Vor dem Angesicht des Herrn" und „Die Verurteilten" seltsam vibrierend durch gewaltige Erlebniskraft, lassen jene seelische Harmonie vermissen, die das Signum großer Kunst ist. Sima schritt durch Blut und Nebel der Progrome Petijuras in der Ukraine, deren Schrecken immer noch in ihm lebendig sind* Durch allzu starke Steigerung der Affekte verfängt sich Sima in Uebertreibung und Verzerrung, die das Gewollte herabschwächen. — Das Positive dieser Sammlung moderner Holzschnitte erblicke ich in der Freude über die Berührung mit jüdischen Künstlern, die in unserer Seele heimisch sind und starkes Echo wecken. M. M, St. Berichtigung. Zu dem in der vorigen Nummer veröffentlichten Artikel „Die neue deutsche Alijah in Palästina" ergeht uns folgende Zuschrift von CheTverim der Plugah Rechoboth, die vor einigen Wochen zu Besuch nach Deutschland eintrafen: In Heft 2 des „Jungen Juden" sind dem Verfasser des Artikels „Die neue deutsche Alijah in Palästina" einige Irrtümer unterlaufen. Wir sehen uns veranlaßt, dieselben richtig zu stellen 1. Er schreibt dort, daß auf Grund von Gegensätzen zwischen Leichewsky und der Plugah, ersterer in dem von ihm verwalteten Orangengarten der Plugah zuerst keine und dann 3 Arbeiter der Plugah beschäftigte, Das entspricht nicht ganz den Tatsachen. Mit Uebernahme der Verwaltung des Orangengartens bat Leichewsky zuerst 3 Arbeiter und mit Aufnahme der neuen Alijah 6 Arbeiter beschäftigt. Außerdem fanden dort beim Brunnen- und Häuserbau einige Arbeiter der Plugah vorübergehend Arbeit. 2. In dem Artikel wird behauptet, daß einige Chaweroth der Kwuzah Chuljah, die in der Kwuzah Schiller in Kechoboth Aufnahme gefunden hat, in den Meschek Hapoaloth gegangen sind. Wenn das vielleicht auch am Anfang beabsichtigt gewesen sein mag, so hat bis zum heutigen Tage noch kein Chaweroth die Kwuzah verlassen. 91

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