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Der junge Jude · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Date
1929-08-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Aufgabe Deutschlands, die es im Verein mit den Jungen, heute zum Teil unterdrückten Völkern leisten müsse, indem es über den alten Nationalstaatsbegriff hinausweisende neue zwischenstaatliche Formen für die Ordnung des Kontinents finde, leitete er auch seine wirtschaftspolitischen Forderungen und seine Stellungnahme zur inneren Verwaltung des deutschen Staates ab. Zur Erfüllung der deutschen Aufgabe wollte ihm die Frage des staatlichen Systems neben der Frage nach den Persönlichkeiten zweitrangig erscheinen. Diese Frage des Systems mußte dem Sozialisten Westphal von seinem Standpunkt naturgemäß ungleich wichtiger sein; er bekannte sich mit Nachdruck zur demokratischen Republik a's bestem Kampfboden für die Durchsetzung sozialistischer Forderungen Ein gleiches Bekenntnis zu Form und Symbolen heutigen Staates legte die Zentrumsjugend ab Ähnliche Meinungsverschiedenheiten mußten sich auf vielen anderen Gebieten, etwa in der Wehrfrage, ergeben Doch war nicht zu verkennen, daß neben der skizzierten Grundhaltung auch sachliche Gemeinsamkeiten, wie die Anerkennung der Bedeutung des aufsteigenden Arbeitertums und die hohe Bewertung der berufsständischen Organisationen überhaupt, sich zum mindesten andeuteten. Aus der Zeitschrift des HASCHOMER HAZAIR Nummer 6/7 des Haschomer Hazair (Warschau) ist ganz Erziehungsfragen und im besonderen den Fragen der „ Kindergesellschaft" gewidmet. Im Leitartikel setzt S. S. (Zwi Sohar*4) auseinander, worin sich die jüdische Jugen dbewegung von der deutschen unterscheidet. Er stellt fest, daß die deutsche bürgerliche Jugendbewegungtrotz ihres außergewöhnlichen Pathos und der Kraft einer Jugendgeneration, die mit dem mächtigsten Willen einer Erneuerung des Lebens zustrebte, im deutschen gesellschaftlichen Leben kaum bemerkbare Spuren hinterlassen hat, wenn man die Einzelnen außer Betracht läßt, in deren Wirken innerhalb der neuen pädagogischen Bewegung oder der Politik sich die Weite der Jugendbewegung ausprägen. Das Ende dieser großen und eindrucksstarken Bewegung hat seinen Grund darin, daß sie keine Verbindung mit der Gesellschaft suchte, von allen Lebensaufgaben sich abschließend hingegeben dem trügerischen Traum ihrer eigenen Schönheit, der Idylle als Selbstzweck. Nichts hat auf die Entwicklung unserer eigenen Bewegnng so sehr eingewiikt wie diese deutsche Jagendbewegung. Ihre Werte haben uns aus einer Zeit kleinlicher Organisiererei herausgeführt und auf die Stufe der Jugendbewegung erhoben Indem wir die Werte der deutschen Jugendbewegung übernommen haben, sind wir doch ihrem Schicksal entgangen, durch die Entwicklung, welche sich bemühte, einen Weg des gesunden „EntWachsens" zu finden. Damit ist nicht gesagt, daß wir den Werten der Jugendbewegung untreu geworden sind. Martin Buber's Wort von der Jugend als der ewigen Glückschance der Menschheit gilt uns nach wie vor, und der Geist der Jugendbewegung bestimmte uns auch in der Bewältigung unserer gesellschaftlichen Aufgabe. Daß wir uns der gesellschaftlichen Aufgabe der Generation mit allen Anstrengungen, Kämpfen und Unternehmungen, die damit verbunden sind, in Uebereinstimmung mit der bestehenden Gesellschaft oder gegen sie, unterwoifen haben, das bat unserer Bewegung als regulierende Kraft gedient und uns vor dem Schicksal der deutschen bewahrt. Aus den Werten einer Epoche, die erfüllt war mit dem Gedanken des nationalen Erwachens, des Muskeljudentums, der nationalen Renaissance im Land der Väter, der Wiederbelebung der hebräischen Sprache und davon weiter mit den Gedanken der Produktivierung der jüdischen Massen, der freien Arbeit auf freiem Boden, der sozialen Gerechtigkeit — gestaltete sich unsere Bewegung ihre Aufgabe, die Aufgabe der Generation. Körper- 87

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