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Der junge Jude · 1929-08-01 · Heft 3 (August 1929) · page 18

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 3 (August 1929)
Date
1929-08-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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UBER FORM UND INHALT EINER ZIONISTISCHEN JUGENDZEITSCHRIFT. Zum Seginn des 2. Jahrgangs der Zeitschrift Hechawer. Ein Jahrgang der Jugendzeitschrift Hechawer liegt vor uns. Jugend für Jugend hat den Versuch unternommen, sich ein Organ zu schaffen, welches die Probleme und Interessen desjenigen Teils der zionistischen Jugend widerspiegelt, die sich gleichsam als Vorstufe der Chaluzbewegung empfindet, die Dreizehn- bis Fünfzehnjährigen und ihre zwanzigjährigen Führer sprechen hier zueinander und zu uns. Jugend für Jugend. — Es taucht die Frage auf, ob und inwieweit es überhaupt möglich ist, autonome Bezirke jugendlichen Lebens abzugrenzen und aufrecht zu erhalten und sie gar erzieherisch sich auswirken zu lassen. Wir glauben, daß ein derartiger Bereich sinnlos wird, wenn er nach etwas hinstrebt, was man als „Jugendkultur" bezeichnet. Gewiß können junge Menschen von sich aus schöpferisch am kulturellen Leben teilnehmen, nicht aber gibt es die Möglichkeit, Jugendkultur als Gebilde zu konstituieren. Nur durch Anknüpfung an das von den alten Generationen Geschaffene und Einbau in das gemeinsame Werk kann die besondere Note einer jühgen Generation fruchtbar zur Geltung kommen. v Wo hinaus läuft es im Erzieherischen? Selbsterziehung und Selbsttätigkeit? Gewiß, dies sind wertvolle Mittel auf dem erzieherischen Wege! Aber Mittel! Niemals dürfen sie zu einem Selbstzweck erhoben werden« Das Wesen der Erziehung liegt ja gerade in der Verknüpfung der Generationen, Die Ueberlieferung aller Werte macht es nötig, daß alles von neuem erdacht, erfunden, erlebt werden muß. Die Selbständigkeit der Jugend auf diesem Gebiete kann nur bedeuten, daß sie in einem ungeheuer verkürzten Prozesse die einzelnen Werte, die ihr überliefert werden, sich gleichsam erarbeitet und bildet. Sie kann nur bedeuten, daß Jugend nicht mehr gedankenlos Werte hinnimmt, sondern sie stets kritisch zu bewerten trachtet. Selbstzweck der Selbständigkeit würde Zerreißung des erzieherischen Bandes bedeuten, radikal zu Ende gedacht beinahe das kulturelle Nichts. Und im Zionismus? Er ist eine kämpfende Bewegung. Als solche bedarf er der Einheit auf allen Gebieten und insbesondere zwischen den Generationen. Er ist eine revolutionäre Bewegung, die das Gesicht des jüdischen Volkes von Grund auf umgestalten will. Es gibt in ihm daher grundsätzlich nicht die Möglichkeit innerer Revolutionierung, bevor er sein Ziel erreicht hat Er erstrebt die Wiederherstellung der historisch-jüdischen Kontinuität und muß deshalb seine Generationen fest miteinander und mit der jüdischen Volksgeschichte verknüpfen. So gut und notwendig es ist, wenn lebendige Jugend über die Erhaltung der Jnneren Spannung in der zionistischen Bewegung wacht, so verfehlt wäre es, ein Eigenbereich zionistischen Jugenderiebens gegenüber der Gesamtbewegung abzugrenzen; es wäre das Ende der Bewegung und zugleich dieser Jugend. Mit diesen Einschränkungen: Jugend für Jugend! Es scheint uns, daß man mit rechtem Instinkt den einzig gangbaren Weg betreten hat. Jugendliche, Kinder schreiben. Nicht immer ist es gelungen, nicht überall hat die Redaktion scharf genug gesiebt, aber das Ganze ist doch mit Verantwortung zusammengestellt. Es schreiben daneben die Führer die- 80

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