Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 3 (August 1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Äuch das Qaluthprogramm der Hitachduth hat diesen Vorstellungen stets Rechnung getragen. — Die Poale Zion-Partei dagegen hat sich bisher, jedenfalls programmatisch, an Verhältnissen der Diaspora orientiert. Dem Ruf der Vereinigung aus Palästina zu folgen, bedeutet für sie in mancher Hinsicht eine programmatische Umstellung. Natürlicherweise liegen daher auch die wesentlichen Schwierigkeiten der Vereinigung der Weltverbände in den Differenzen, die allmählich zwischen ihnen in gewissen Fragen der zionistischen Galuthpolitik entstanden sind, man denke an den Sprachenstreit Jiddisch—Hebräisch, an die Landespolitik, besonders in Polen. Und fraglos treten auch Personen und Prestigefragen erschwerend in Erscheinung. Deutschland gehört wohl zu den Ländern, in denen solche Momente noch am wenigsten eine Rolle spielen dürften. Die persönlichen Beziehungen sind gut; die Stärkeverhältnisse der Parteien ziemlich gleich; die programmatischen Differenzen treten in der tagtäglichen Praxis kaum in Erscheinung. Im Folgenden will ich auf die Punkte hinweisen, die bei den Aussprachen, welche bisher im Kreise des Hapoal Hazair über diese Fragen stattgefunden haben, von einigen Chawerim als der vorherigen Klärung bedürftig hervorgehoben worden sind. Der Grundgedanke der Vereinigung soll sein, eine starke zionistische Linke zu schaffen. Dies wird die Linke arbeitsfähiger und die Zionistische Organisation stärker und geschlossener machen. Daher müssen beide Parteien sich korporativ zusammenschließen und die neue Partei soll alle Anstrengungen machen, die bisher nicht organisierten sozialistischen Zionisten bei sich zu organisieren. Die neue Partei soll geschlossen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland angehören und sich an allen Arbeiten der Zionistischen Organisation mitverantwortlich beteiligen. Wenn ich nicht irre, sind die Meinungsverschiedenheiten, die bisher zwischen dem einen solchen Zustand fordernden Hapoel Hazair und den ihn ablehnenden Poale Zion bestanden, heute nicht mehr so groß, Diese verantwortliche Mitwirkung an den Arbeiten der Z. V. f. D. soll jedoch nicht verhindern, daß die neue Partei in der Gemeindepolitik ihre Selbstständigkeit bewahrt. Eine der wichtigsten Folgen der Vereinigung der Parteien und ihrer gemeinsamen Arbeit innerhalb der Zionistischen Landesorganisation wird eine Neuorientierung in der Jugend- und Hechaluzarbeit sein. Der Hapoel Hazair hält den gegenwärtigen Zustand, in dem z. B. der J. j. W. B. sich außerhalb der Landesorganisation befindet und keineswegs als der Nachwuchs dieser Organisation gelten kann, für unerfreulich. Nichts anderes gilt für den Hechaluz. Dieser Zustand hat schon bisher zu zahlreichen Reibungen geführt und eine günstige Entwicklung auf beiden Seiten gehemmt, der überwunden werden muß. Es handelt sich hierbei um das Wesen der zionistischen Erziehung überhaupt. Allerdings geben wir uns keiner Täuschung darüber hin, daß gerade über Charakter und Ziel der Jugendarbeit bisher 68