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Der junge Jude · 1928-11-01 · Heft 6 (November 1928) · p. Seite 202

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 202 (sequence 28)
Language
German
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nicht den Krieg bekämpfen könnte. Das Gebot der Stunde sei vielmehr: Krieg dem Kriege!, und wenn es eben not tue, mit Gewalt. Denn nur durch Gewalt kann man Gewalt überwinden. Was haben bisher alle Mächte erreicht, die beanspruchten, den Weg zum Frieden weisen zu können? Die Religionen: sie haben sich immer auf die Seite der Macht gestellt; und (so wird in der sehr beachtlichen Stellungnahme der Kommunistischen Jugendinteirnationale zu allen Fragen, die aufgerollt werden sollten, vor Beginn gefras" was sagten die Stifter der Religion über den Krieg aus? Die Religion der Liebe ist durch die Kreuzzüae gerichtet, und besteht nicht das alte Testament aus lauter Erzählungen der verschiedenen Kriege und Eroberungen? Völkerbund, Kirche, alle haben versagt! Als Beweis dieser Stellungnahme seien einige Sätze aus dem „Vorschlag für die kommenden Aufgaben ..erwähnt, auf den sich die kommunistische Jugendinternationale im Bericht der sozialwirtschaftlichen Kommission (aus dem die obenstehenden Sätze der Gegenpartei genommen sind) bezieht: „Die Bereitschaft zur Bekämpfung des imperialistischen Krieges darf nicht nur durch allgemeine Heden beteuert, sondern muß durch konkrete Aktionen bewiesen werden. In diesem Sinne sehen wir als unsere Aufgabe an: (a) Organisierung der Jugend in allen Ländern gegen alle imperialistischen Kriegsrüstungen und Kriegsvorbereitungen usw. (b) Bekämpfung aller Interrventionsabsichten der imperialistischen Staaten gegen die Sowjetunion. Appell an die Soldaten aller kapitalistischen Länder, ihre Waffen nicht gegen die Sowjetunion zu erheben/' „Alle Kämpfe der Arbeiter und werktätigen Bauern und der unterdrückten Völker gegen kapita1 istische Ausbeutung und Unterdrükkung sind als wirksame Kämpfe gegen den Krieg zu werten und zu fördern." „Pazifistische Friedensreden sind nur dazu geeignet, die bestehenden Kriegsvorbereitungen zu verschleiern und die Massen in ihrem Kampfe gegen den Krieg zu lähmen. Der Kampf gegen pazifistische Illusionen ist deshalb Voraussetzung für einen wirklicnen Kampf gegen den Krieg." Es fehlte nun nicht an Versuchen, die Gegensätze zwischen diesen beiden Gruppen, die natürlich nicht immer so kraß zu Tage kamen, zu überbrücken. Ich führe als Beispiel die Haltung der Sozialisten in der sozial-wirtschaftlichen Kommission an: „Die Sozialdemokraten stimmen mit den Kommunisten hinsichtlich der Notwendigkeit des Aufstieges der Arbeiterklasse zur Macht überein» mißbilligen aber die Methoden der Gewalt und vertrauen allen Versuchen, die sozialistische Ordnung mit friedlichen Mitteln aufzurichten, z. B. der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit, dem Generalstreik, der internationalen Arbeiterorganisation usw." Es glückte sogar, in einigen Hauptpunkten die Ansichten zur Uebereinstimmung zu bringen. Es war nämlich beschlossen worden, alle in den Kommissionen einstimmig angenommenen Beschlüsse der Plenarversammlung zur Kenntnisnahme und Abstimmung vorzulegen, um klare Stellungnahme des Kongresses herbeizuführen. Einstimmig wurde vom Kongreß der Beschluß der Rassenkommission angenommen: „Der Kongreß unterstützt ohne Vorbehalt das Grundprinzip der Gleichheit aller Rassen." Damit ist die antikoloniale und antiimperialistische Tendenz klargestellt. Sehr starke Mehrheiten, d. h. Annahmen gegen einige Gegenstimmen oder Enthaltungen, fanden die folgenden Thesen: „Der dauernde Weltfrieden hängt von der Beseitigung des Imperialismus in allen seinen Formen ab. Nur durch die Beseitigung der ökonomischen Ausbeutung der Massen, welche dem Arbeiter die Früchte seiner Mühe raubt, kann die gegenwärtige imperialistische Ordnung verschwinden. Daher müssen wir uns die Aufgabe setzen, eine neue 202

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