Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 193 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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her ferner das Eindringen in die Antworten, welche auf die damit gestellten Probleme gegeben werden. Hierher gehört auch die Behandlung des Sozialismus und seiner spezifisch jüdischen Formen. Bevorstehender Beginn. Die Vorbereitungsarbeiten sind so weit gediehen, daß mit einem Beginn des Schulbetriebes demnächst gerechnet werden kann. Wir sind dabei, die geeigneten Räume vorzubereiten und das Lehrprogramm für den ersten Zeitraum sicherzustellen. Im Laufe dieser 10 Wochen werden schon folgende Kurse stattfinden: Hebräisch: 1. Einführungskurs: Dauer 10 Wochen, zweimal wöchentlich IV2 Stunden. 2. vierwöchentliche Kurse für Fortgeschrittenere, zwei Doppelstunden in der Woche. 3. Arbeitsgemeinschaften für Fortgeschrittene. Nach den bereits vorliegenden Anmeldungen werden zu diesen Kursen Parallelkurse eingerichtet werden müssen. Als Dozenten sind in Aussicht genommen: Carl Frankenstain, Alice Jacob-Loewenson, Ellen Littmann, Max Mayer, Walter Mecklenburg, Moritz Spitzer, Werner v. d. ZyL Geschichte: 1. Üb er Sichtskurs, 6mal 2 Stunden. 2. 2 Sonderkurse zu 4 Doppelstunden. 3. Arbeitsgemeinschaften. Auch hier werden Parallelveranstaltungen notwendig sein. Als Dozent hat sich Joachim Prinz zur Verfügung gestellt. Mit anderen in Aussicht genommenen Dozenten stehen wir in Unterhandlung. Jüdische Musik: 1. Ein zehnwöchentlichar Kurs einmal wöchentlich 2 Stunden. 2. Ein zehnwöchentlicher Ergänzungskurs, 1 Stunde wöchentlich. 3. Musikalische Sonderveranstaltungen. Leiterin: Frau Alice Jacob- Loewenson. Für die Stoffgebiete Bibel, Talmud und Midrasch, Philosophie und Geselischaftsleben steht der genaue Lehrplan noch nicht fest. Er wird zugliech mit dem endgültigen Titel der bereits aufgeführten Kurse unter Benennung der Dozenten in kurzer Zeit bekanntgemacht werden. ifc * Die jüdische Jugend Berlins macht den Versuch, sich eine Stätte zu errichten, die Jugendlichen Gelegenheit bieten soll, ihre Kenntnis um das Judentum und um alle damit zusammenhängenden Fragen zu erwerben und zu vertiefen, Die Schule will im Prinzip allen Ansprüchen, die Jugendliche an sie stellen, gleichgültig welcher politischen oder weltanschaulichen Einstellung sie sind, gerecht werden. Sie wird dies nur können, wenn sie Gleichgesinnten die ihnen adaequaten Mittler des Wissens gibt. Von vorneherein muß Mar sein, daß Jugendliche, soweit sie sich bereits für eine bestimmte Auffassung über den Sinn ihres jüdischen Daseins entschieden haben, eine dieser Auffassung entsprechende Vertiefung und Stütze ihres jüdischen Bewußtseins erhalten sollen. Die Schule wird also keine Verwischung weltanschaulicher und politischer Gegensätze anstreben. Sie darf nicht einem falschen Frieden dienen, der in Wahrheit nur eine Verkleisterung der Gegensätze bedeuten würde. Daher kann es in dieser Schule der Jugend auch keinldealneutraler Darstellung jüdischer Tatsachen geben. Im Gegenteil: die Persönlichkeit des Dozenten und Führers und der leidenschaftliche Einsatz seiner innersten U eher Zeugungen sollen auf die Charakterbildung des Jugendlichen mitbestimmend einwirken. Die Schule der 193