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Der junge Jude · 1928-11-01 · Heft 6 (November 1928) · p. Seite 189

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 189 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 3 des „Jungen Juden" dargelegt hat, war die: das Problem der jüdischen Bildung, das so brennend ist, weil der jüdische Jugendliche die jüdische Kultur nicht mit seiner allgemeinen Bildung aufnimmt und sie weder durch sein Milieu, noch durch den kargen jüdischen Unterricht übermittelt erhält, bleibt auch innerhalb der Jugendbewegung fast unlösbar. Denn gerade in diesem Punkte haben die Führenden recht wenig und häufig nichts vor denen voraus, die zu führen sie berufen sind. Dieses Problem ist den Jugendbünden und Organisationen aller jüdischen Richtungen gemeinsam. Die Gemeinsamkeit des Bedürfnisses gibt die Möglichkeit einer auf Zusammenwirkung gegründeten Lösung. Es ist daher eine zentrale Schule zu schaffen, in der die Führer der Jugendbünde eine zuverlässige jüdische Bildung erhalten können, um diese dann in ihren Bünden weiter zu vermitteln. Seine weitere Entwicklung. Die Lebensechtheit dieses Gedankens konnte durch nichts besser erwiesen werden als dadurch, daß er bloß ausgesprochen zu werden brauchte, um allenthalben Energien auszulösen, die seiner Verwirklichung freudig zustrebten. Und nichts ist überzeugender für seine Kraft, als daß er, in die Wirklichkeit hineingedacht und ihr allmählich genähert, an Größe beständig zunahm, ohne dabei ins Phantastische zu entwachsen. Bald nach der Publikation des Vortrages fanden sich fast hundert Vertreter der Jugend aller jüdischen Lager zusammen und bestätigten ihr Interesse an dem Plan der Schule durch die Wahl einer Kommission, die um seine Verwirklichung Sorge tragen sollte. Diese Kommission wurde aus Vertretern aller Richtungen gebildet. Nach manchen Ergänzungen gehören ihr heute an: Priv.-Doz. Dr. David Baumgardt. Dr. Friedrich Brodnitz. Heinz Cohn (D. J. J. G.). Hermann Geirson (Kameraden). Dr. Martin Goldner (Ä. B. Kameraden). Miki Katz (Zophim). Heinrich Kuhn (Bar Kochba). Erwin Loewenson. Alice Jacob Loewenson. Dr. Georg Lubinski (J. J. W. B.). Kurt Loewenstein (J. J. W. B.). Dr. Eilen Littmann (Iii). Walter Mecklenburg (Kadimah). Dr. Max Mayei\ Dr. Joachim Prinz. Werner Rosenstock (D. J. J. G.) Dr. Ernst Heinrich Selis'sohn (Ä. B. Kameraden). Martin Sobotker (D. J. J. G.). Ernst Sulmann (K. J. V.). Dr. Moritz Spitzer. Dr. Ludwig Tiez (D. J. J. G.). Zu Anfang konnte man noch manche Zurückhaltung bemerKen. Mit Fortschreiten der Arbeiten der gewählten Kommission wurde die Anteilnahme der Bünde immer lebhafter; denn in dem Maße, wie die mit der Verwirklichung verbundenen Ueberlegungen konkreter wurden, zeigte sich immer deutlicher, wie sehr diese Gründung den Schwierigkeiten der jüdischen Bildungsarbeit innerhalb der Jugendbünde Abhilfe leisten könnte. Die Zielsetzung. Man war sich von allem Anfang an darüber klar,, daß diese Schule ihren Zweck verfehlen würde, wenn sie eine Wiederholung und selbst eine verbesserte Wiederholung einer Art von Religionsschule oder Volkshochschule werden würde. Von der Jugend selbst ge- 189

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