Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3497353-3497354-3497358--134-3521813- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
„Hameorer" kann scheinbar von Rußland nichts erwarten. Heft 9 kommt in diesen Tagen heraus und ich werde sehen: wenn ich noch mehr herausbringen kann, bringe ich's heraus. — London, 4. Oktober 1906. ---Das Gerücht, daß ich nach Erez Jisrael fahre, um dort eine Wochenschrift zu gründen, ist nicht wahr. Weder die Verhältnisse noch meine Kräfte sind dazu geeignet. Eine Sache in Hebräisch kannst Du mir ohne alle Zweifel noch schicken, denn das eine Jahr wird der „Hameorer" sicherlich durchhalten.---Ueber die übrigen Dinge müßte man viel sprechen und kann nichts sagen. Ich bin völlig herabgestimmt und mein Herz ist wie Stein. An S. Bichowsky. London, 11. Oktober 1906. Ich habe Dir nichts zu schreiben, außer daß es mir eingefallen ist, Dir meine Photographie zu senden. Bis jetzt wollte ich es Dir nicht schicken, weil es nicht gut geworden ist, für meinen Geschmack (zu einfach und ohne jene Aristokratie, die manchmal in mir steckt), aber um Dir eine kleine Freude zu bereiten, habe ich meinen Entschluß umgeworfen. Zeige mir den Empfang an. Du wunderst Dich über---, daß er nicht schreibt. Aber erstens schreibt er nicht, weil die Dinge sich hinschleppen und zweitens, — warum soll er anders sein als alle unsere jungen Maulhelden, die Berge und Hügel versprechen und mit „armen Leichnamen" enden. Vom „Hameorer" kommt in diesen Tagen das 10. Heft heraus. An Menachem Gnessin. London, 13. Oktober 1906. --Und nun zur Hauptsache. Ueber meine Reise nach Erez Jisrael. Ich habe beschlossen, auf jeden Fall zu Euch zu kommen, aber zuvor muß ich das erste Jahr des „Hameorer" hier in London zu Ende bringen, als Ehrenpflicht, und so denke ich, daß ich in den Monaten Januar-Februar zu Euch kommen werde. Für die Reisekosten denke ich das Nötige zu haben, aber wenn nicht, so mußt Du für mich die hundert Francs, von denen Du gesprochen hast, leihen. Vorerst bemühe Dich, mir möglichst bald auf folgende Fragen zu antworten: 1. Gibt es eine anständige Druckerei in Jaffa, in der ich Arbeit finden kann? 2. Sind die Zensurverhältnisse in Erez Jisrael besonders schwer? 3. Sind die Leiden groß, die man von den türkischen Beamten und den arabischen Nachbarn auszustehen hat? (Ueber die Leiden, die man von unseren jüdischen Brüdern zu erdulden hat, bin ich unterrichtet.) 14) Siehe Fußnote n). 119