Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 4 (Mai 1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 112 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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An denselben. London, 10. Februar 1906. —--Selbstverständlich, wenn ich Kapitalien hätte, wäre es möglich, den Versuch zu machen, eine Erlaubnis zu bekommen. Da ich jedoch keinen Pfennig habe und da obendrein sich mein Lohn in der Druckerei aus verschiedenen Gründen verringert hat und der „Hameorer" mit dem Tode ringt, weiß ich nicht, was man tun soll. Jedenfalls bringe ich das dritte Heft folgendermaßen heraus: Ich drucke den „Hameorer" in 500 Exemplaren, und so werde ich das dritte Heft in 300 Exemplaren wie immer drucken, d. h. für London, die Vereinigten Staaten und die übrigen Länder, auf die 200 für Rußland werde ich den Namen „Hameorer" nicht setzen, und der Umschlag wird lauten: „Massadah", Literarisches Heft, weiter nichts. Diese 200 werde ich via Petersburg schicken, wo das Risiko geringer ist. Was soll man tun? Es sind zwei Abonnenten aus Rußland hinzugekommen.---Ich dachte gestern Euch nochmals eine Sendung zu machen, habe mir es aber dann überlegt. Ich habe es schon satt, stets das Porto zu verlieren.--- An denselben. London, den 12. Februar 1906. —--Vergangenen Sonnabend wandte ich mich an den Zensor in Petersburg und bat ihm um Rat. Warten wir ab. Vorläufig sende ich Euch keine „Hameorer"-Anzeigen, denn möglicherweise muß man andere mit einem anderen Namen drucken. — — — Durch Stybl5) erhielt ich heute noch vier Abonenten mit Geld und sandte allen Heft 1 und 2.-- An denselben. London, 13. Februar 1906. — — — Deine Briefe vom 8. und 9. sind zusammen angekommen. Deine Mitteilung über den Erhalt der zweiten Sendung hat mich erfreut und bestürzt. Die Sache hat also kein Ende und alles hängt vom Zufall ab.---24 Hefte des „Hameorer" in einem eingeschriebenen Paket kosten mich 1 sh 6 d —--Abonnenten aus allen Ländern — gleich Null. —--Die Sache mit der telegraphischen Adresse erschien mir äußerst lächerlich, d. h.: Laßt uns ein bißchen Kaufmann spielen. Oh, oh, wißt Ihr denn noch nicht, daß hebräische Bücher keine Ware sind und diejenigen, die sich damit befassen, keine Kaufleute? Von Heft 1 blieb mir fast kein Exemplar (30 werden Euch von Galizien zugeschickt werden) und darüber weine ich. Denn der Verkauf war zumeist kommissionsweise und ich weiß nicht, womit ich das dritte Heft drucken soll. Aber all dies sage ich nicht etwa, um Dich zu entmutigen. Wenn ich in den Kampf verwickelt bin, um wieviel mehr Du! Möge sich Gnessin meiner erbarmen und mir schicken, was er immer wieder versprochen hat.--- 5) Abraham Josef Stybl, nachmaliger Gründer des bekannten Stybl-Verlags, 112