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Der junge Jude · 1928-05-01 · Heft 4 (Mai 1928) · p. Seite 109

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Mai 1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
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Die Periode des ersten Ansturms und der ersten siegreichen Eroberung ist beendet. Es besteht jetzt die Gefahr, daß wir angesichts der großen Bedrängnis, der Arbeitslosigkeit, der Angriffe unserer Gegner, des überhandnehmenden Liquidationsgeistes, der Kraftlosigkeit der Zionistischen Organisation unsere Aufmerksamkeit von dieser großen Eroberungsaufgabe ablenken lassen. Wir müssen, denke ich, jetzt unseren Kampf ändern. Unser Kampf gegen die Arbeitslosigkeit darf nicht nur ein Kampf gegen den Müßiggang Tausender von Arbeitern sein, unser Kampf gegen die zionistische Organisation darf nicht nur gegen diesen oder jenen Führer und Klal-Tuer, unser Kampf für die Wirtschaftsformen nicht nur gegen Attentate auf diese oder jene Kibbuz-Wirtschaft gerichtet sein — wir müssen vielmehr diesen Kampf in einen historischen Kampf für die Aenderung der gesamten Wegrichtung verwandeln. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit muß zum Kampf für Neukolonisation, der Kampf gegen die Zusammensetzung der zionistischen Leitung zum Kampf der Eroberung der jüdischen Massen für den Weg des Arbeiters werden. Aus dem Kuntreß übersetzt von M.M. J. CH. BRENNER UND SEIN „HAMEORER" Vorbemerkung des Uebersetzers: Der folgende Beitrag stellt Auszüge aus den Briefen Josef Chaim Brenners dar, die er im Zusammenhang mit der Herausgabe seiner von ihm in London gegründeten hebräisch-literarischen Zeitschrift: „Hameorer" an seine Freunde und Mitarbeiter im Jahre 1905/06 richtete. Diese Briefe, in denen sich die furchtbare Verzweiflung der jungen hebräischen Schriftstellergeneration jener Tage widerspiegelt, sind erschütternde Dokumente für die hoffnungslose Lage der hebräischen Literatur vor 20 Jahren und werden auch heute auf alle diejenigen ihre Wirkung nicht verfehlen, denen das Schicksal der neuhebräischen Literatur am Herzen liegt. Zum besseren Verständnis sind den Briefstellen selbst ein Stück aus einem Prospekt des „Hameorer" und ein Urteil Jakob Fichmanns über die Bedeutung der Zeitschrift für die damalige junge hebräische Literatur vorangestellt. Am „Hameorer" beteiligten sich als Mitarbeiter die besten unserer zeitgenössischen Dichter und Schriftsteller, u. a.: R. Benjamin, Berditschewsky, Schneuif, Scholmann, Klausner, Bar-Towia, Kleinmann, Steinberg, Schimonowitz, Katznelson, Ben-Elieser, Wilkanski, Dwora Baron, Lachower, Gnessin und Perlmann. Aus Raummangel sehen wir uns leider gezwungen, denjenigen Teil der Briefe, der an Berditschewsky gerichtet ist, wegzulassen, obwohl gerade diese von besonderem Interesse wären. Wir werden sie vielleicht ein anderes Mal nachtragen. Das gesamte Material ist der literarischen Beilage des „Dawar*' vom 5. Schewat 5686 (1926) entnommen, die dem 20jährigen Jubiläum der Gründung des „Hameorer" gewidmet war. Max Mayer. Aus einem Prospekt des „Hameorer" Der „Hameorer" will das Organ jener wenigen jüdischen Menschen sein, die ein vollkommene und absolute Erlösung auf allen Gebieten des Lebens, eine große und mächtige Erneuerung, ein volles und gehobenes Leben für sich selbst und ihre Nation anstreben. 109

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