Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 96 (5.12.1904)
- Date
- 1904-12-05
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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2088 kaffe zur Erfüllung zu bringen. Ein Antrag auf Aenderung der Kassensatzungen, durch welche die Rechte des Verbandes an der Kaffe statutenmäßig festgelegt würden, habe zudem dem Kuratorium f. Z. in den ostpr. Allträgen Vorgelegen, wäre aber von ihm nicht berücksichtigt worden. So fei es allein die Schuld des Kuratoriums. daß man noch heute ein so unkorrektes und mangklbastes Statut habe, und ihm komme es darum am wenigsten zu. heute sich auf diesen Mangel dem Verbände gegenüber stützen zu wollen. Zu der Bebauptung bezüglich der Abmachung mit den Lachmann'schen Erben, für welche von dem betr. Kaffenvertrcter Herr Direktor Adler als Gewährsmann genannt worden, verlas der Schreiber dieses eine schriftliche Darstellung des Sachverhalts, aus der Zeit kur; nach jenen Verhandlungen — von demselben Herrn Direktor Adler, die alle jene Behauptungen widerlegt.' Die wesentlichsten Stellen dieses inzwischen schon einmal vollständig veröffentlichten Briefes-des Herrn Direktor Adler lauten: „Auf die Satzungen, wie sie provisorisch Vorlagen, ist mir das Geld gezahlt worden, und es wird, sollen wir nicht das Geld zurückzahlen, sich zeigen müffen, ob die Kaffe in der von mir den betreffenden Donatoren übermittelten Form, lebensfähig ist. Der Versuch muß jedenfalls gemacht werden, mißlingt er. dann haben wir das Recht,**) eine andere Organisation zu treffen .... Es muß sich ja bald, jedenfalls bis zum nächsten Verbandstage (Hamburg), ^tigen, ob der von uns eingeschlagene Weg gangbar ist; ist er es nicht, dann wird die von Ihnen gezeigte Weise oder eine noch bessere, die wohl auch noch zu finden sein wird, in Kraft treten können. . . . Vertrauen wir den Mitgliedern des Kuratoriums, daß sie auch den Weg finden werden, einem etwa anders gearteten Wunsche der jüd. Lehrerschaft eventuell gebührende Durchführung zu verschaffen... Der Vorstand des Kuratoriums hat . . . Ihren (ostpreußischen) Antrag den Vereinsvorständen zur Prüfung überwiesen und wird ihn, falls die Majorität der Vereine sich für denselben erklärt hat, zweifellos zur Verwirklichung bringen und eine dem entsprechende veränderte Gestaltung der Kasse vornehmen. Indem er die Kasse in's Leben treten läßt, kommt er den den Donatoren gegenüber geleisteten Verpflichtungen nach; für weitere Maßnahmen hat er völlig freie Hand ***). ••) Die Sperrungen im Druck sind genau nach Dr. AdlerS igenem Schreiben» *••) NochZprLgnanter' svricht^Herr Direktor Adler dasselbe , einem Schreiben vom Jabre I8UÖ nu8r „DaS Kuratorium wird weike^S iedem derartigen Ersuchen der Delegierten-Dersommlunc n,forschen und die Anstich tsbekwrde kann gegen «ne solche legal ü* Stande gekommene Aenderung ebebso «eilig Einspruch erheben, ole die Stifter". Dagegen wußten selbst die Herren vom Kuratorium nichts mehr einzuwenden. Um allem Streite bezüglich der Kasse aber einen möglichst friedlichen Ausgleich zu sichern, empfahl der Schreiber dieses, unter ren gegebenen Umständen von einer diktatorischen Bechließung abzusehen und dem Kuratorium den Willen der D. D.^nur in einer dringkichen Resolution zum Ansdrucke "zu bringen. In diesem Sinne faßte dann die D. V. folgenden Beschluß: „Der Verbandstag beschließt, dem Kuratorium der Verbandskasse in dringlicher Weise zur Erwägung zu geben, daß aus Mitteln der Verbandskasse, die zur Zeit noch keine rechtlich bindende Verwendung gefunden haben,*) ein Theil auch jährlich zur Untertützung der Pensionäre aller provinzialen Hilfskaffen zur Verwendung komme.* Das Kuratorium hat für die in dieser Beschluß- 'orm liegende friedliche Absicht kein Verständniß gehabt. Es hat in seiner auf »den Hamburger Delegirtentag folgenden Sitzung nur dem von seinem Vorsitzenden Herrn Hanfs, vertretenen „Rechtsstandpunkt* Leigepflichtet, und schließlich in feiner Sitzung vom 28. Dez. 1902 beschlossen, die Forderung der D. V. abzulehnen, weil die'zur Zeit noch frei verfügbaren Mittel der Kaffe angeblich für den geforderten Zweck zu gering sind. —1 Zur Beleuchtung dieses Beschlusses braucht nur angeführt zu werden, daß die Mittel' der Kaffe, die damals noch keine rechtlich bindende Verwendung gefunden batten, nach dem Kassenbericht über 5000 Mk. betrugen. — Herr Direktor Adler hat später im speziellen das Bedürfniß emvfunden. der Forderung der D. V. bezgl. der Kaffe, seine Rücksicht zu zeigen, und beim Kuratorium den Antrag gestellt, 100 Mk. vom Grundfonds — zur Begründung einer Darlehenskasse, abzuzweigen. Ein anderer Antrag des Herrn Steinhardt, der der Forderung der D. V. ernsthafter entgegen zu kommen suchte, sich aber inhaltlich für den beabsichtigten Zweck zu schwach erweist, wurde gleich dem Adler'- schen Antrag von dem Kuratorium abgelehnt. Für alles war ein guter Grund gefunden, wie man ja nur den reckten Willen zu haben braucht, um mit Gründen über alles leicht hinweg zu kommen. Die weitere Erörterung des ablehnenden Bescheides, den das Kuratorium der D. V. gegeben, dürfen wir uns für die nächste Delegirten-ZusammenlunU Vorbehalten. Wir resumiren hier nur noch unsere Ausführung über den geschichtlichen Gang der Kaffenfache und speciell über das Verhalten des Kuratoriums, wie folgt: 1. Die D. V. zu Berlin bestimmte, daß alle zu dem en dlo «angenommenen Kassensiatut rechtzeitig eingereichien Abändernngsaniräge noch vor dem Jnb. die''nickt zur Aufrechterdaltuna der für die Mitglieder der.Persicherungsabtheilung" bereits aufgenoaunenea Rückversicherungen erforderlich sind.