Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 96 (5.12.1904)
- Date
- 1904-12-05
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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krafttretcn der Kasse zur Erledigung bezw. zur Be- , rücksichtigung gebracht werden sollen. J 2. Das Kuratorium der Kasse wünscht bczügl. j der eingereichten ostpreußischen Anträge, daß die! Einzelvereine sich zunächst darüber voräußern, über-! weist diese Anträge deshalb den Vereinen zur Vorprüfung, unterbricht dann diese Vorberathungen wieder, indem es vorzeitig die Eröffnung der Kasse 1 beschließt und veranlaßt nun. daß die ostpreußischen Anträge der nächsten Delegirten-Versammlung zu Hamburg zur Entscheidung übertragen werden. 3. Auf der Hamburger D. V. bestreitet dann aber das Kuratorium den Verbandsvertretern das Recht, Beschlüsse über eine Veränderung der Organisation der Kasse zu fassen, sucht dem Bestreben nach einer Verbesserung der Wirksamkeit der Kasse zum Ruhen der Gesammtheit prinzipielle Hindernisse in den Weg zu legen und lehnt auch später die in einer Resolution enthaltene Forderung der Delegirten- Versammlung bezüglich der Kasse ab. Das moralische und sachliche Urtheil über ein solches Verhalten des Kuratoriums möge jeder zunächst selbst sprechen. Die kommende Delegirten-Versammlung wird hoffentlich die Kraft und das moralische Gewissen haben, solchen Zuständen in der Verwaltung von Berbandsangelegenheiten ein Ende zu machen. A«s dm ZmA über die Migkeit de« in den fairen Zwei weitere Vereine haben sich dem Verbände angeschlossen: der „Verein israelitischer Lehrer und Vorsänger Württembergs" mit 60 Mitgliedern und die etwa seit Jahresfrist bestehende „Vereinigung israelitischer Religionslehrer und -Lehrerinnen" zu Frankfurt a. M. mit 40 Mitgliedern. Der Verband ist damit auf 20 Vereine mit über 1100 Mitgliedern angewachsen. Nachdem unsere Petition, die Berechtigung der jüdischen Lehrer zum einjährig-freiwillen Militärdienste betreffend, vom deutschen Reichstage zur Berücksichtigung überwiesen worden war, ist im Laufe des letzten Jahres der jüdischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin diese Berechtigung verliehen worden. Wenn auch somit die vier übrigen Seminare in Preußen vorläufig noch von diesem Privilegium ausgeschlossen bleiben, so dürfen wir uns doch auch dieses Theilerfolges schon freuen. Wir dürfen hoffen, daß auch die erwähnten Seminare, wenn auch vielleicht noch nicht in nächster Zeit, die Berechtigung erhalten; es muß jetzt Aufgabe der Anstalten sein, sich zur geeigneten Zeit um Verleihung derselben zu bemühen. Die preußische Schulverwaltung wird dem Landtage in seiner gegenwärtigen Tagung den Entwurf eines Schulunterhaltungsgesetzes vorlegen, dessen Verabschiedung nach dem unter den maßgebenden Parteien des Abgeordnetenhauses abgeschlossenen Kompromiß gesichert erscheint. Da dieses Gesetz auch für die jüdische Schule — nicht allein für die Volksschule — sehr bedeutungsvoll werden wird, so haben Gemeinden und Lehrer alle Ursache, der Angelegenheit ihre volle Auf- MntelM ii. Lchermme 1902—18M. . I . merksamkeit znzuwenden. Es wird daher eine der vornehmsten Aufgaben des diesjährigen VerbandstageS sein, zu dem am 13. Mai 1904 dem Abgeordnetenhause vorgelegten Schulantrag Stellung zu nehmen. Die vom zweiten Verbandstage eingesetzte Lehrerbildungs-Kommission hat ihre Vorarbeiten zu einem vorläufigen Abschluß gebracht. Auf Grund des dem bevorstehenden Verbandstage zu erstattenden Kommissionsberichtes haben die Delegirten in dieser Angelegenheit ihre Entscheidung zu treffen, die hoffentlich alle Kreise befriedigen wird. Die Jugendschriften-Kommission wird voraussichtlich noch vor Ablauf der Verichtsperiode ein zweite- Verzcichniß der für die israelitische Jugend zu empfehlenden Jugendschriften veröffentlichen. Der Frage der Inspektion des Religionsunterrichtes ist seit einigen Jahren in einer Anzahl unserer Vereine besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden.. Ihre Bedeutung für eine gedeihliche Wirksamkeit und Entwickelung der jüdischen Schule ist nicht zu verkennen. Wir haben deshalb beschlossen, sie ebenfalls auf die Tagesordnung des Verbandstages zu setzen. Am 27. und 28. Dezember d. I. findet in Cassel der dritte Derbandstag statt. Der Vorstand har sich entschlossen, den Delegirten einen neuen Entwurf der Verbandssatzungen vorzulegen, der insbesondere eine Vertretung sämmtlicher Vereine im Verbandsvorstande erstrebt. Einer Anregung des Herrn Bezirksrabbiners Dr, D o c t o r in Bruchsal Folge gebend, beschloß der Verbandsvorstand die Einsetzung einer Kommission, welche