Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-12-01 · Heft 95 (1.12.1904) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 95 (1.12.1904)
Date
1904-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450072--61909-3521745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Befehl des Zaren. Petersburg. Während der Inspizierung der Truppen durch den Zar in Odessa hat Kaiser Nikolaus II. den Befehl ertheilt, Reservisten der aktiven Armee, welche mehr als drei Kinder haben, von der Einberufung zum aktiven Dienst in der Mandschurei zu befreien. Wie die russischen Blätter nun mittheilen, wird der Befehl des Zaren nur Nichtjudcn gegenüber eingehalten, jüdische Reservisten aber, wenn sie auch fünf und mehr Kinder haben, werden von der Wohlthat des kaiserlichen Befehles ausgeschlossen. Die Petersburger. „Buduschtschnostj" widmet dieser traurigen Erscheinung einen längeren Artikel, in welchem über die Ausschließung der jüdischen Reservisten.aus der Gnade des Zaren bittere Klage geführt und gleichzeitig die Mittheilung gemacht wird, daß 15 Frauen jüdischer Reservisten, welch' letztere trotz ihrer zahlreichen Kinder dennoch nach der Mandschurei geschickt wurden, dem Kricgsminister eine Beschwerde überreicht haben, in welcher sse die Befreiung ihrer Männer auf Grund des Befehles des Zaren verlangen. Die Ent scheidung des Kriegsministers ist jedoch noch nicht herabgelangt. Personalien. Gelsenkirchen, im Nov. Am 22. d. M. verschied nach langem, schmerzlichen Leiden Herr Louis Meyer in noch nicht vollendetem fünfzigsten Lebensjahre. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der gezeigt hat, daß es auch in unserer Gegend möglich ist, streng nach den Vorschriften unserer Religion zu leben. Er war der einzige Kaufmann der Stadt, dessen Geschäft am Sabbat und an den Festtagen geschlossen war. Als die hiesige Gemeinde vor 20 Jahren die Orgel einführte, richtete er unter großen Opfern in seinem Hause Gottesdienst ein, der heute noch besteht und immer gut besucht wird. Er gehörte zum Vorstand der über 100 Mitglieder zählenden Chewroh, bei dessen Gründung es ihm gelang, die Statuten getreu nach den Vorschriften unserer Religion zu gestalten. Wegen seiner steten Hilfsbereitschaft war er bei Alt und Jung beliebt; selbst große materielle Opfer scheute er nicht, wo es galt, einem in Noth gerathenen Mitmenschen die stützende Hand zu reichen. Der allgemeinen Trauer um den Heimgang eines so seltenen Mannes gab Herr Dr. Marx aus Recklinghausen in der Haussynagoge ergreifenden Ausdruck. Im Anschluß an den Traum Jakobs und den Kampf des Erzvaters schilderte er, wie der Verstorbene es verstanden habe, geistige und materielle Interessen in einen harmonischen Zusammenklang zu bringen. Es war ein Mann von festem Charakter, ein orthodoxer Jude, Auch Herr Lehrer Kaufmann, der auf dem Friedhof sprach, würdigte die edlen Eigenschaften des Verklärten, indem er seiner Rede die Worte Gottes an Abraham nana nn zu Grunde legte. Sprechsaar. Wiesbaden, den 25. November. Wir erhalten folgende Zuschrift, die wir, obgleich preßgesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch wörtlich zum Abdruck bringen: 1. Es ist nicht wahr, daß meine Vorwürfe über die Verwendung der Chalukahgelder ausschließlich gegen das Komitee -zu Amsterdam gerichtet waren.' Wahr ist, daß ich meine Vorwürfe gegen die Gesammtheit aller Komitee's erhoben habe. 2. Es ist nicht wahr, wie die Pekidim und Amarlalim behaupten, daß das Ergebniß ihrer Sammlungen allen Armen des heiligen Landes zu Gute kommt. Wahr ist vielmehr, daß die Aermsten (Jemeniten, Marokkaner) überhaupt nicht bedacht werden, ebenso wenig Diejenigen, die ihren Kindern europäisches Wissen zu Theil werden lassen, z. B. sie in eine Alliancefchule senden. 3. Es ist nicht wahr, daß aus der Amsterdamer Chalukah nur Bedürftige unterstützt werden. Wahr ist, daß ein großer Theil der Unterstützten diese Unterstützung keineswegs verdient. 4. Es ist wahr, daß' die Firma Blau in Safed (Vater und drei Söhne nebst Familie) 6000 — sechstausend — Franken Chalukah erhält. Es ist nicht wahr, daß ich für diesen Unfug das Amsterdamer Komitee verantwortlich gemacht hätte. Die Gelder werden, soweit mir bekannt, aus der ungarischen Chalukah ausgezahlt. Blau hat mir selbst die Thatsache des Geldempfangs in Sedjerah in Gegenwart der Herren: 1. Kalvaryski-Nazareth. 2. Kraus-Sedjerah. 3. Herrmann Struck-Berlin berichtet und diese Bekundung schriftlich wiederholt. Dr. Friede mann. Wir müssen es dem Herrn Einsender des betreffenden Berichts, sowie der Pekidim und Amarkalim überlassen, sich hierzu zu äußern. Red. d. „Jsr." Pittlieilunsen ui» Den ifi). ArmniierelM Md für dirselde«. . (SäunnHiche jüd. Wanderbettelvereiur und Kaffe» für Durchreisende sind gebeten. «uS Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thatigkeit machen, zukomme» zu laffea.) - Schifferstadt, 29. Nov. Bezugnehmend auf Ihren Artikel in der Nummer vom 21. ds. Mts., Seite 1978, aus Nidda, möchte auch ich Ihnen ähnliche Mittheilüng zur weiteren Beförderung zugehen lassen. — Der betr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.