Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 95 (1.12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2041 Nicht die Phantasiegebilde des Schönen sollen im Chanutalirhte in uns angeregt werden, sondern die Fundamentalsähe ded Wahrheit. Nicht sentimental und künstlerisch feinsinnig will uns dieser 25.ta mit feinerer Weihe preisen machen, sondern stark im Wollen und ausdauernd im Thun nach Gottes heiligem Gebote. Darum geben wir uns nicht der Täuschung hin, als ob die Malkabaerflammen jetzt noch brennen und als ob einer jener iodesmuthigen cro uns die Hand führen würde ran u p,!rrj^, sondern wir bestreben uns mit unserem Sinnen, Denken, Wollen und Thun hinan- Znreichen an jene glorreiche Zeit und ihr in unserem Haule ein Heiligthum, in unserer Person einen Träger und Verkünder zu schaffen, würdig, ihr Gedächtnis uns und unseren Kindern lebendig zu erhalten. NM JCT3 CTT o*nu — lautet die 2L Berochoh eis' sind einzelne, wenn auch hervorragende, so doch auseinanderfallende Tage.. Erst der Geschichtsgeist, den der Allmächtige dem Inhalt der Zeiten eingetauscht. durchzieht die Tage mit dem einheitlichen Faden der Zusammengehörigkeit. Da wird durch vorbereitende und ergänzende Geschehnisse der Tag der frühen Vergangenheit mit dem Tag der späteren Zukunft nicht nur äußerlich, sondern durch die innere Macht der Thatsachen verknüpft. Dieses stete Vorbereiten in der Werkstätte der Geschichte, dieses Kreisen in der Tiefe der Gründe, die die Geburt einer großen Folgethat anzeiqen, dieses Drängen und Treiben, diese Vorarbeit der Geschichte nennt der Hebräer lD. . und die nach solcher Vorarbeit sich formende bildende Zeit «??. M. Fr.! Es hat in jener blutig aufgeregten Zeit, in der das Heldenthum und das Judenthum auf einanderstießen. an der tiefgreifenden Vorarbeit nicht ge» fehlt, nicht im Leben der Syrer und ihrer Könige und nicht im Lager Israels und seiner, der Zeitrichtuna, d. h. der griechischen künstlerhaften Leichtlebigkeit und Abgötterei ergebenen Abtrünnigen. Wissen wir es ja, daß ein jüdischer Hobepriester Menelaus seinen Ver» .treter mit einem großen Huldigungsgeschenk nach dem Abgänge hinsandle zum heidnischen Feste des Herakles. Wissen wir es ja. daß ursprünglich die Griechlinge in Israel, deren Höchstes der von den Völkern zu erringende Beifall gewesen, um die Erlaubniß eingekommen — anstatt der veralteten jüdischen Sitten und Bräuche helenische Sitten, und somit heidnisches Leben annehmen zu dürfen. Das war die Vorarbeit zum 25. fe d. I. 167, da Antiochus im Vorhof unseres heiligrn Tempels das Bild des Zeus zur gottesdienstlichen Verehrung aufstellen ließ. ... (Schluß in der zweiten Beilage.) i t ■ Daneue israelitische Waisenhaus in Wir«. Wien. Am Dienstag, den 15. d. Mts., fand in Döbling in der Gebhardgaffe die Schlußsteinlegung und Einweihung in dem neuen Waisenhause fir israelitische Mädchen statt. Die im Jahre 1896 verstorbene Frau Charlotte Lea Merores-Jtzeles vermachte einen Betrag in der Höhe von fast zwei Millionen Kronen zur Errichtung und Fundirung eines ihren Namen tragenden Heimes, das nunmehr seinem philanthropischen Zwecke zugeführt werden soll. Aus einem Theile des Kapitals wurde daS Stiftungshaus im IX. Bezirk, Währingerstraße 24, erbaut und für den Rest das eben vollendete Gebäude. In einem Gartengrunde von 7600 Metern erhebt sich das neue, monumentale Gebäude. Das prachtvolle Gebäude , das nunmehr den ärmsten der. armen Wesen, den Waisenkindern, unh zwar fünfzig, zum Aufenthalte dienen soll und sowohl für die Winterszeit mit aller Vorsorge eingerichtet ist, als es auch während der Frühlings- und Sommerszeit, durch eine große Gartenanlage den Kindern Gelegen-' heit zum angenehmen Aufenthalt in frischer Luft gewähren wird, ist nach den Plänen des k. k. Baurathes Wilhelm S t i a tz n Y erbaut, der mit demselben wieder ein Meisterwerk geschaffen hat. Marianenkongretz und Jude«. Lemberg. Ein Marianenkongretz fand hier statt. Eine eminent katholische Feier. Man dürfte annehmen, daß Juden dabei nichts zu thun hätten. Weit gefehlt! „Unfere Repräsentanten" waren anderer Meinung. Ter Lemberger Knltusvorstand hat es für nothwendig erachtet, sich an den Bürgermeister mit der Anfrage zu wenden, welchen Standpunkt die Jüdenzu den Feierlichkeiten einnehmen sollen. Und er mußte aus dem Munde des Katholiken die Versicherung entgegen^ nehmen, daß er die Theilnahme der Juden als Entweihung der allen Katholiken heiligen Feier betrachten würde. So tief sind „wir" gesunken! Von den Kän-. zeln berab wurde die Abstinenz der Juden von der Feier verkündet! llnd das Fazit? Der Hauptredner der Feier, ein Universitätsprofessor und Präses einer Akademie der Wissenschaften, verkündete am Kongreß, folgende Weisheit: „Die Konfessionsfreiheit ist m einem modernen (!) Staate die. größte Entehrung der katholischen Kirche." Sind da noch Kommentare nöthig? Nur unsere Repräsentanten wollen oder könnet es nicht einseheii. - Die Jude« i« Rußland. Warschau. Die Russische Telegraphenagentur> sah sich am 3. d. Mts. wieder einmal genöthigt, t>en, ausländischen Lesern dir „Berechtigung" der AuS«