Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 24 (26.3.1903)
- Date
- 1903-03-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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dient und zu ganz neuer Beurtheilung der Verbrecher geführt hat. - Man könnte höchstens fragen, ob. solche Rechtssätze sich überhaupt durchführen lassen, und in ihrer Milde eine Rechtspflege ermöglichen. Jene Pharisäer haben Uber, wie uns tausend Einzelheiten des Talmuds zeigen, trefflich Recht und Ordnung gewahrt. . (Fortsetzung folgt.) ZeiLungsttücheich it it und CorrespondsKLrn. De u t s ch l a n d. ' Berlin, 24. März. (,,V e r b a a d der V e r'- eine zur Förderung des Handwerks und der Bodenkultur unter den Juden- Deutschlands.") Anr Sonntag, 16. März, fand in den Räumen der Logen Berlin, Wilhelmstraße 118, die Zusammenkunft von Delegirten zahlreicher Vereinigungen statt, welche auf Einladung eines provisorischen Ausschusses zusammengekommen waren, um über die Gründung des „Vdrbandes der Vereine zur Förderung des Handwerkes und der Bodenkultur unter dm Juden Deutschlands" zu berathen. Schon seit längerer Zeit waren Versuche verschiedener Art in dieser Richtung unternommen worden; bereits im Jahre 1894 schlug Rechtsanwalt Dr. Meyer in einem Artikel „Produktive Arbeit und Judenthum" eine Verbindung und Angliederung aller dieser Vereine und Anstalten in ganz Deutschland vor. (Gemeint sind Vereine zur Förderung von Handwerk und Bodenkultur.). Dann wurde auf dem Verbandskage des „D.-J. G.-B." des Jahres 1898 auf Anregung des verstorbenen Begründers des Berliner Arbeitsnachweises, des Herrn EugtzN Rosenstiel, beschlossen, eine „Zentralistrte Organisation für Arbeitsnachweis" einzurichten; der. „D.-J. G.-B." hatte einen Theil der Ausgaben, welche der neue Verband übernehmen soll, selbst in die Hand genommen, so forderte er von Zeit zu Zeit Jahresberichte der Vereine für Förderung von Handwerk und Bodenkultur zur VeröffentlichungnN seinen „Mittheilungen" ein, publizirte Nachfragen und Angebot von Lehrmeistern und Lehrlingen, förderte den Besuch von Fortbildungs- und Fachschulen durch Gewährung von Stipendien u. v. dgl. m. 2lber er konnte naturgemäß, diesen Aufgaben neben den zahlreichen anderen Anforderungen, die an ihn gestellt werden, nicht die volle und ausschließliche Aufmerksamkeit zuwenden, die ihr gebührt. Er begrüßte daher den Vorschlag des Konsuls Simon-Hannover; in Deutschland alle bestehenden Vereine zur Förderung von Handwerk und Bodenkultur - unter den Juden Deutschlands, zu einem Zentralverein zusammenzuschließen, mit Freudm, und versandte im Januar des Jahres 1901 an eine Reihe von Vereinen rin Zirkular, in welchem er sie zur Stellungnahme auffcrderte. Eine ganze Reihe von Vereinen äußerte sich zustimmend zu diesem Projekt. Unabhängig hiervon hatte der. „Verein selbstständiger Handwerker jüdischen Glaubens" im Jahre 1902 verschiedene Veranstaltungen arrangirt, in denen Dr. Julius Moses-Berlin die Nothwendigkeit des . Zusammenschlusses aller Vereine lebhaft empfahl, welche die wirtschaftliche Hebung der deutschen Judenheit erstreben. Nunmehr wurde unter Mitwirkung des „D.-J. G.-B." eine Versammlung einberufen, dir einen Ausschuß wählte, der mit den nothweMgen Vorarbeiten betraut wurde. Dieser arbeitete provisorische Statuten aus und lud die in Betracht kommenden Vereine auf Sonntag, 15. März d. I., zur konstituireNden Versammlung ein. Es waren zahlreiche Vereinigungen durch Delegirte oder brieflich vertreten. Unter den Anwesenden seien hervorgehoben: die Herren Prof. Dr. Philippson (Deutsch-Jsr. Gemeindebund), Marcus Adler (Verein zur Förderung des Handwerks und des Ackerbaues), M. Herz (Verein selbstständiger Handwerker jüdischen Glaubens), Benno Kristeller, E. Loewenstein, Oberamtmann Ludwig Cohn (Vorsitzender des Vereins für Arbeitsnachweis und des Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands). S. Wedell (Humanitätsverein „Linath Hazedek"), Louis Rosenbaum (Vorsitzender der Berliner Ortsgruppe der Jsr. Erz.-Anstalt Ahlem), Dr. Franz Oppenheimer, Jlia Ver, Dr. Ernst Tuch, sämmtlich zu Berlin. Konsul A. M. Simon-Hannover (Verein zur Forderung von Handfertigkeit und Gartenbau an jüdischen Volksschulen), Inspektor Silberberg (Verein ehemaliger Ahlemer), Alphons Jacobson (Israel. Handwerker- Verein-Leipzig). Rabbiner Dr. Porges-Leipzig und die Herren Dr. Auerbach und Dr. Cahen-Köln als Vertreter des'Vereins: ..Lehrlingsheim Köln und Düsseldorf." Schon diese erste Versammlung zeigte, eine wie dringende Nothwendigkeit dieser neue Verband ist. Von verschiedenen Seiten Wurden neue, außerordentlich anregende Vorschläge gemacht, Erfahrungen würden ausgetauscht und mancherlei Jrrthümer aufgeklärt. Konsul Simon-Hannover erstattete ein lurzes Referat, in welchem er besonders auf die Wichtigkeit hinwies, an den Seminarien Unterrichtskurse in Handfertigkeit und Gartenbau einzurichten, um so Jugendlehrer heranzuziehen, welche es verstehen, den Kindern bereits im frühen Alter Liebe zur Natur und zu manueller BethätigUng einzuflößen. An der Diskussion betheiligten sich hauptsächlich die Herren Dr. Auerbach, Oberamtmann Cohn, Marcus Adler, M. Herz, Dr. Franz Oppenheimer- und Dr. Ernst Tuch. Der Verband wurde konstitmrt und eine Reihe von Vereinen meldeten ihren Eintritt an.