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Der Israelit · 1903-03-23 · Heft 23 (23.3.1903) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 23 (23.3.1903)
Date
1903-03-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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507 Fe ui l l e t o n. . Von Wobest KÄnkein. v. 127 Abraham wollte . etivas entgegnen, . aber Pater Firmian fuhr.fort: -- ... >Jch wollte Ihnen noch ohnedies eine Ordre für Ihre Hochzeitsreise mitgeben, die mit der letztwilligen Bitte res seligen Herrn Baron und mit meiner plötzlich unterbrochenen Reise zusammenhängt. Als Ihr Telegramm mich 'in Brüssel traf, wollte ich getade nach Paris reisen, woselbst eine Familie.von Wartenberg , vor einigen Jahren aus Oesterreich eingewandert sein , soll. Sie werden doch jedenfalls Paris auf Ihrer Reise berühren, benützen Sie'Ihren dortigen Aufenthalt, um vielleicht etwas über Frl. von Wartenberg in Erfahrung zu bringen.. Ich verspreche mir zwar wenig davon, und jedenfalls wird es leichter sein,'Feiwel Schick'aufzufinden,, als Frl. von Wartenberg. Letztere hat jedenfalls, mit Absicht, alle Maßregeln getroffen, um ihren Aufenthalt zu verheimlichen, während Ihr Pflegevater, durch seine gedrückte, ökonomische Lege auf die öffentliche Wohlthätigkeit angewiesen. sein wird und dadurch auch ohne Zweifel leichter zu ermitteln sein wird." Einige Minuten' schwiegen beide Männer und hingen ihren Gedanken nach?.:Abraham dachte an das Schicksal seiner unglücklichen/ jüdischen Pflegeeltern., und.den.Pater, beschäftigte die Frage, ob wohl sein Schüler vor seiner Hochzeit Zwischen dem Jüdenthum -und Chiistenthum für:seine'.Person eine Entscheidung' treffen werde. Er selbst war viel zn. ta.ktvoll. um eine solche Frage'zu stellen, oder'auch nur anzuregen. Abraham aber sprach noch von allem Möglichen. - von seiner Braut, der künftigen Verwaltung der Güter, wie ihm dazu doch noch diepraktische Erfahrung abgehe/ aber den Punkt, den Pater Firmian erwartet . hatte, umging sein Schüler mich zwar, tpicr es. schien,' mit Bedacht. . - ll; /^ . v „Jedenfalls werden : wir doch in acht Tagen zu-, sammen nach Petersburg reisen, dann haben wir ja. noch, viel Zeit tzum Plaudern," meinte Abraham von' .. - .iJch weiß nicht, ob'ich<mitrojsen werde. Herr Ba^ 'rön," entgegnete'der Pater, '.',;Warum" sollten Sie a'üch wij^schen.rdaß /rch' Sielfraüen. soll?. Sie. .sind., der- Ein-. 7-M^.,wescher weiß, vaß/ich^eiw Jude bin. -^Warum soll ^Ebrisi^n'.. wie Sie' und'Jhre zukünftige Frau Gekliahlni es sind^rMch. .Nw,aineur.solche^enMegeg^tze;Me. empfangen/ 'Wohlverstanden^MLmSegen'Äeibt Ihnen, ' auch wenn ich ihn in diesem Zimmer in ' TalliS und Tefillin für Sie erflehe. Ich meine, der Erzbischof von St. Petersburg eignet sich zur Bornahme?Jhrer. Trauung viel besser, als ein bloßer Hauskaplam MeinenSie nicht auch?" - . . . -.' . 'j‘V Abraham schlug die Augen, nieder; er^ blieb?d!e Antwort schuldig , /.? ,' ■//.;•/ „Jch denke, wir machen'? so," sstrach' Väter Firmian, indem er sich erhob. „Hier kann jch. Jhn'en.wenn alles fort ist, viel mehr dienen, als in dem bunten Petersburger Hochzeitsgedränge. Aber. es istschonspat, wir können noch einmal darüber schlgfen,.-vnd fvenn Sie erlauben, ziehe ich mich zurück.^/ ^. Pater Firmian wußte jetzt, dass sich' sein, Zögling endgültig für das Christenthum entschieden hatte. /'/. - •' . ■'/; xrx> v:Ä:r^'SÄ.v-t Die Hochzeitsfeier hatte in St.. Petersburg / ihren prunkvollen Verlaus genommen. . Sie',lag '• schön /.fünf Tage zurück U'nd das junge Paar' war' äm'vie'rte'n.Tage Abends - in Lemberg angekommen, - und'im' Hotel'Ä' Russie abgestiecren. Von dy sollte-die Reises-nach Wien, Berlin. 5töln und Paris führen. In Paris''wollten die jungen Leute 8—14 Tage bleiben,' und dann über Hamburg, Danzig, Riga die Rückreise äntreten. / Der junge Ehemann hatte seines junge Flau in das Geheimnis; eingeweiht, welches ihm betreffs der Zsuffindung von Frl. Luise von Wartenberg als lehtwillige Bestimmung seines Vachrs. anvertraut worden war/Er hielt .sich .dazm nicht nur. berechtigt, sondern'sogar 'verpflichtet, wenn er. die. gemeinschaftliche Reise'dazu' benützen sollte, diesem/ - letztwilligen Wunsche - zuentsprechen. Von Feiwel Schick erwähnte er'dagegen nichts, obwohl ihm die Auffindung diese? seihe? Wöhlthäters . noch mehr am/Herzen lüg. ' v *5‘ Abraham hatte keinen Augenblick an das Schicksal seines ersten Pflegevaters vergessen, seit der Stunde,'in welcher er es durch Graf Dundukoff: erfahren chatte. Jedes jüdische Gesicht, .das ihm bchegnete, 'musterte er auf eine etwaige Aehnsichkeit mit den Familienmitgliedern seiner Wohlthätech aber ör fänh' hichts;-öbwphl /cs speziell in. Lembetg Hicht?ün jüdischenGesichtern - fehlte.; Herr Baron von Korff schlenberke. eben.. mit. der Frau, Baronin durch eine der Hauptstraßen Lembergs, -und das hochgewachfene Paarmit/den -schönem, edlen Gesichtszügen v und dem heiteren, ' unge.trub'ten' Lebensglück;/oäs aus-ihren Zlügen teui^fei^r$pcfn* . fachen Reiseänrüge die Aufmessfcntrlerti ällev PMüVen ÜUs'sichr .:>Z 's ,.Pr'Käthinka'm K0rff. ließ,ihre .Vlicke über,bie.'MeM, In die reichlich 'geschm'ückt^La^m/'Md'/wiebEjurüa-;glei.ten,"jh^'Mckßä' a^r'nrachte/MW''seine/'phyWüTmische.Studien. dirFra11 B'aronin/nicht/so/tief WdieMzMrung.ihrer^ganzen.UmgeÄngversunken wesen, so hätte sie unmöglich, das Zucken ignoriren

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