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Der Israelit · 1903-03-23 · Heft 23 (23.3.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 23 (23.3.1903)
Date
1903-03-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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zug auf die Einigung des Ungarthums zu leisten. Daß es bei uns kein geeigneteres Element hierzu gibt, habe ich schon damals gesagt, als ich noch nicht einmal wußte, daß dieses Kasino existirt.... Es ist ein Unsinn, im Lande das säg. Raffenungarnthum zu suchen. Wer mit uns ist, i st wir s e l b st." Stampfen (Ungarn). Der „Talmud - Thora- Schulderem" der isr. Kultusgemeinde zu Stampfen versendet soeben seinen Jahresbericht von 1902. Wir entnehmen demselben: Wie alljährlich, so können wir es, trotz des finanziell schwachen Standes unseres Talmud-Thora-Vereins, auch Heuer nicht unterlassen, unsere geehrten Mitglieder, Förderer und Freunde unseres Vereines, auf diesem Wege auszusuchen, um ihnen unseren tiefgefühlten Dank für ihre bisherige Unterstützung zu übermitteln, und sie um ihr ferneres, gütiges Wohlwollen dringend zu bitten. Besonders muffen wir aber die Munifizenz der wackeren Mitglieder unserer isr. Kultusgemeinde hervorheben, mit welcher diese die bisher votirte Jahr'es-Subvention an unseren Verein weit über das Doppelte erhöheten, wodurch es uns gelungen, trotz der alljährlich leider abnehmenden Zahl unserer Vereinsmiiglieder und trotz der gesteigerten Bedürfnisse ein Nennenswertstes Defizit von unserem Vereins- Haushalte fernzuhalten. Wir folgen daher einem Herzensdrange, wenn wir an dieser Stelle die vielen in allen Richtungen der Windrose lebenden Söhne und Töchter unserer alkehrwürdigen, isr. Gemeinde an den seltenen, denkwürdigen Wendepunkt erinnern, daß es in der Geschichte des hiesigen, alten, jüdischen Gemeindelebens am 12. August 1903 gerade hundert Jahre werden, seitdem unser schönes, monumentales Gotteshaus, diese Sehenswürdigkeit unseres Ortes, in welchem unsere Urahnen ihr Herz für das Wohl ihrer Kinder so oft ausschiitteten, weihevoll seiner heiligen Bestimmung übergeben wurde. Mögen daher die in der Ferne lebenden, wohlhabenden „Stampfener" sich unseres hundertjährigen Heiligthumes durch öfteres Vedachtsein unserer verschiedenen humanen, edlen Vereine erinnern, um so mit unserer altehrwürdigen isr. Gemeinde in steter Fühlung zu bleiben? Die Einnahmen betrugen Kr. 2206; es ist ein kleines Defizit vorhanden. Karezag (Ungarn). Am 6. Adar feierte die hiesige Gemeinde ihr 50jähriges Bestehen. Vis zum Jahre 1860 durfte in dieser Stadt und im Bezirke Kunczag kein Jude wohnen. Nach vielen Bemühungen und-rastlosem Streben ist es gelungen, eine Synagoge, Schule und Mikwe herzustellen. Zu dieser Feier sind Deputationen von den Bezirksgemeinden erschienen, ebenso auch der Philantrop Herr Landtatzsabgeordneter Sandor Pol aus Budapest, als Ehrenmitglied der hiesigen Chewra-Kadischa. Die Festrede in der Landessprache hielt Herr Dr. Schuck,' Aushilfsprediger, auch Herr Sandor P o i hat als Gast zur Gemeinde gesprochen. Diese Stunden, die tief ergreifenden Momente/, welche dieses Fest in so reichem Matze aufzuiveisen/ hatte, werden den Anwesenden ewig unvergeßlich und tief in's Herz eingegraben bleiben, denn jedes Wort, das gesprochen wurde, war belehrend, erhebend. und erbauend. Es war ein feierlicher, unbeschreiblich rührender Moment, als der Herr Bez.°-Rabbiner in seiner Festrede gerührt ausrief: bn-V'tz mnvvn *p2. R u m ä n i e n. ' Bukarest. Die zwischen' den Regierungen Ungarns und Rumäniens geführten Verhandlungen,' betr. die Auswanderung von Juden aus Rumänien, haben zu folgendem Ergebniß geführt: Die rumänischen Behörden machen dem österreichisch-ungarischen Generalkonsulat zu Bukarest von jedem an jüdische Auswanderer verabfolgten Auslandspaß Mittheilung, ' sofern die Auswanderer ihren Weg über ungarisches Gebiet nehmen wollen. Die ungarischen Behörden werden diese Auswanderer genau überwachen und haben das Recht, jeden derselben, der binnen acht Tagen innerhalb Ungarns wegen Mittellosigkeit angehalten wird, nach Rumänien zurückzubefördern. Ist . diese Frist verstrichen, so braucht Rumänien etwaige Zwangs-Rückwanderer nur dann aufzunehmen, wenn dieselben rumänische Staatsbürger waren. Während der Verhandlungen wurde übrigens festgestellt, daß sich im Lause des Jahres 1902 nur 21 jüdische Familien aus Rumänien in Ungarn ansässig gemacht haben. Und um dieser 21 Familien willen ist Ungarn in Nothi Jassy, 19. März. (Gemeinde-Bericht aus Jassy.) Die E m i g r a t i o n dauert fort. Hunderte belagern täglich die „Samoil-Loge Vnei- Brith", in der Herr A. S. Gold.cnthal als Vertrauensmann der „I. C. A." die geregelte und öffentliche Emigration leitet. Da kommen .Persoden, welche von ihren Verwandten nach Amerika gerufen, andere, die mit Frs. 160 befördert werden» Frauen, für die die Männer noch nicht sorgen können, und die deßhakb in Rabbiner Dr. Niemrower drängen, daß er für sie bei amerikanischen Rabbinern intervenire. Es erscheinen Handwerker, die in Folge der Arbeitslosigkeit und des sie bedrohenden Handwerkergesehes zum Wanderstab greifen, aber über gar keine Mittel verfügen. Für diese sorgt ein Hülfsverein, welcher die Summe von Frs. 20,000 gesammelt hat. welchen Betrag der ehemalige Kaufmännische Verein, die Chewra Kadischa und woblthätige Privatleute aufgebracht haben. . Trotz dieser anhaltenden Austvanderung wurde für die Bildungs-Institute gesorbt. Für ' diegegen 600 Schüler umfassende Eulturä-Schülen wurde eine Theater-Vorstellung gegeben, welche Frs. 1600 erbracht hat. Die seit mehr als einem Viertesjahrhundert bestehende Junimea-Schule, hat unter Leitung der Vnei- Brith-Loge' einen mächtigen Aufschwang genommen. Die Armenschule in dem sehr bevölkerten Stadttheil I der rothen Brücke, Junimea II genannt, has die größere

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