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Der Israelit · 1903-03-19 · Heft 22 (19.3.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 22 (19.3.1903)
Date
1903-03-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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471 Berlin, 17. März. Die erste ordentliche Mitgliederversammlung, des „Vereins jüdischer Ärbeiterkolonie und Asyl" (in Weißensee bei Berlin) hat am Sonntag, den 15. März, Vormittags 11 Uhr, unter dem Vorsitz des Herrn Maurermeister Adler, im Bureau des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes", . Steglitzcrstraße 83, stattgefunden. Der Vorsitzende widmete zunächst den um die Schöpfung des sich so segensreich entwickelnden Instituts wohlverdienten Heimgegangenen Herren: Eugen R o s e n st i e l und Oberkantor Ludwig Meyer, warme Gedächtnißworte. Auf die Verlesung des im Druck vorliegenden eingehenden Rechenschaftsberichtes wurde verzichtet. Zur Genugihuung der Anwesenden konnte festgestellt werden, daß die anfänglich sehr beträchtlichen Schwierigkeiten der Arbeitsbeschaffung überwunden sind, - und daß die Kolonisten sich über Erwarten anstellig, arbeitssreudig, und auch, hinsichtlich der Disziplin mit verschwindenden Ausnahmen musterhaft bewiesen. Diesem Umstande ist wohl auch die. von der Polizeibehörde bewiesene Rücksichtnahme zu verdanken. Aus der Debatte, an der sich die Herren Blumenfeld, Ver- Fernbach, Lustig und Berget betheiligten, sind besonders die Ausführungen des Letzte genannten hervorzuheben, der darauf hinwies, daß die Glaubensgenossen in Rußland, Oesterreich und England weit schwerer unter der wirtschaftlichen Last eines einheimischen oder zugewanderten, glaubensgenössischen Proletariats zu leiden haben, als wir Deutsche, und daß wir daher mit der durch Unterstützung der „I. C. A." gelungenen Schaffung der Ärbeiterkolonie nur eine Pflicht erfüllt haben, die wir schon unserer historischen Stellung und unserem Ansehen schulden: Auf schriftl. Antrag der Hrn. Subdirekt. Leszynsky, Rotholz und Hirschberg, die am 11. März die satzungsmäßige Revision der Kasse vorgenommen haben, wurde dem Schatzmeister des Vereins, Herrn Handelsrichter Lustig, unter dem lebhaften Dank für seine und seiner Mitarbeiter im Bureau des „D.-J. G.-V." aufgewandten Bemühungen Entlastung ertheilt. Eine Neuwahl des Vorstandes war nicht erforderlich, zum stellvertretenden Schatzmeister wurde das Vorstandsmitglied Herr Jlia Bcr, zu Revisoren wurden die Herren Blumenfeld, Hirschberg und Leszynsky, zu ihrem Stellvertreter Herr Fernbach gewählt. Als Illustration des nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in ethischer Beziehung' erziehlich wirkenden Anstaltsaufenthalts wurden' 'Zu-, schristen früherer Insassen an den-. Arbeitsinspcktor Herrn Behrendt verlesen, die ein rührendes Zeugnis; von. Anhänglichkeit und' Dankbarkeit ablegen, und' rn denen - das Verständnis; für die sozialen Intentionen des'Vor- * 'standes'einen überraschenden Ausdrück findet. Ein Kor lonist schreibt von Mris ans,' dqß.er.hofft,. dort bie in;,' der Anstalt erlangte technische Fertigkeit für sich 'UnV. seine . früheren 'Leidensgenossen.bertvanden -zu können. Mit Recht erblickt er eine Hauptaufgabe der i feer Anstalt darin, das, bei unseren GlaübMsgenossen zu wenig verbreitete Verständniß für technische ^Herstellung der von ihnen.meist nur händlerisch behandelten Fabrikate zu Wecken und zu üben; / Wenn die Anstalt, wie zu hoffen stehfm^insDen Sinne weiterhin ihre Erfolge sinden.wird,.dann'-ly.ftd sie sich nicht nur als ein wesentl. Fortschritt..Huf. deiy' (ss^- biete der jüdischen Wohlthätigkeitspflege därstellen/ sondern auch Resultate erzielen,' . die -, ihren. üSchÄtzlnkg^n zum Segen, der deutschen Judenheit^ur- Ehre'gereichen. Dafür, daß das Institut schon jetzt güM:Mfs^n Änicßt, liegen wichtige Anzeichen-vor.- In ten sind 10,238 Verpflegungstage; dafür.- sin ^372^.83 Mark ausgeqeben. Es sind einmalig^ ZuiVendMgen 20,276.73 Mk., Mitgliederbeiträge .10,609,M Mt,, Arbeitslöhne 4094.60 Mk. vereinnahint, und 1^732.M Mark verausgabt, worden.; Der innere -Betritt Verpflegung, Löhnen Feuerung. Wasserverbrauch,^rfvrbsrte nur 12,000 Mk.; Die Zahl der Jn'sassen.befrüg" IM, von denen bis 31. Dezember 1902128 entlassen wurden, so daß am 1. Januar 1903 60 sich iy. der Anstalt , befanden. Nur e i n einziger wurde wegewArbeitZscheü', .purdrei ...wegen. Ueäertretnng der Hausordnung-eM lassen; 62 hüben. Stellung erhalten, ssechs habewM.in der Heimat in dem erlernten Handwerk etnhlW^Hvn den anwesenden Kolonisten sind 20 'Galiziän«ch.-" l2 Deutsche, 8 Ungarn. 3 Böhmen, je.4.Rüssen.unhH.üM winaer, 2 Oesterreicher,. je,1Slavonler,Mähve,-Türke, Vulgare und Rumäne. -i' ";;,. Schließlich ivnrde dringend gebeten, der Anstatt-zu Wcißensee, Wörthstr: 20, ' Telephön-Amt Äeißerrfte 192, getragene Wäsche und Kleidnngssttzcke.7<zu,j.; überweisen.-l: ‘'' .- rt i'l l v (szarliikatt, 10. März. Gestern AbendchKlt Herr Rabbiner Dr. R i ch t e r aus Fi lehne im '.LVe.tt.knMr jüdische Geschichte.und Litteratür" einen-allseits mit großem. Beifall aufgenommenen Vortrag.';üE das Thema: „Die Wissenschaft des Judenthuws zehnten Jahrhundert in ihrer alten- und neuen MiHjlt." — Die langjährigen SchrllvorsstsndDliigliede^ nj^ Herren .Kaufmann Josef H i r sch be'.rgarnd'prükt. Arzt -Dr. Oscar M iche (f o.h n'..stn^;.N!M^uÄgst stattgefundenen Schulvorstandswahl;..; Iiedergelvghlt fvotden: - . tt; ’ Y Beüthen (Oöer-.Schl.) # UrM'^dE'^D^etAen Pchalscha von Ehrenfeld jn Äels»;WLch»k^Ä wr^wir in NL .sMraelii" oo.m .lr."Febr..1902 berichtete den Geschäftsführer Salv'BrlNrtzer'M'tzMkjME» ' ConVaV'Dack'L? Cn'kNn Beuthey -in.-Db^t-AcksA.Ä>ie^erhoft a u säez ei chnet ha.t,. er fahren., -wir -von -ÄnÄu-Gla u - : TVr: " -- .i' . > «• r. . _ » M Nr. 8, in Oels in Schlesien, Oberst Georg Schalscha

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