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Der Israelit · 1902-05-22 · Heft 41 (22.5.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 41 (22.5.1902)
Date
1902-05-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Krtegsminister Josef Ottolenghi. spätere italienische Gesandte in Kopenhagen und Karlsruhe, Jsaac Artom, den Visconti Venosta später als Generalsekretär in die Consulta berief. Auch der gegenwärtige Inhaber dieses Postens, der Senator Malvano, seit Jahrzehnten die eigentliche Seele des Auswärtigen Amtes, ist jüdischen Glaubens. lieber die militärische Laufbahn des Kriegsministers ist folgendes zu berichten: General Josef Ottolenghi wurde' geboren am 26. Dezember 1838 zu Sabbionetta in Mantua; am 12. April 1839 trat er in die Kgl. Militär-Akademie ein; am 27. Juli 1839 wurde er Unterleutnant im 17. Regiment; am 17. November 1860 Leutnant; am 12. März 1863 Hauptmann; am 19. August 1871 Professor der Geschichte an der Militär-Schule; am 9. November 1872 Major im 62. Regiment; am 11. Dezember 1873 Major beim Stabe; am 13. Juli 1877 Oberst; am 12. Juli 1881 Commandant des 27. Regiments; am 8. April 1888 wurde er Brigade-Commandant; am 14. April 1889 General-Major; am 13. Januar 1893 Divistons-Conynandant in Turin; am 8. Juli 1899 Commandant des XII. Armeecorps; am 3. März 1902 Commandant des IV. Armeecorps. Er machte die Kriege von 1859, 60^—61 und 66 mit und wurde mit der stlbernen Verdienst-Medaille ausgezeichnet. ' (Siehe auch Erste Beilage, Korrespondenz Rom.)» Fra«? reich. . Paris, 18. Mai. Die Katastropbe i n Saint-Pierre auf'der Insel Martinique.) Der Ausbruch des Vulkans Pelee auf der Insel Martinique, welcher am 8. Mai die Stadt Saint- Pierre in Asche legte und fast, allen Einwohnern — vielen Tausenden — das Leben kostete, hat in der ganzen zivilistrten Welt ein Gefühl des Schreckens, gemischt mit einer tiefen Bewegung, hervorgerufen. Die Zerstörung einer der französischen Perlen der Antillen ist eine der Katastrophen, vor welchen der Mensch bestürzt vor Schrecken bleibt. „Wir wissen . nicht," so schreibt A. Kore in den „Arch. isr.",' „ob in der vernichteten Stadt Saint-Pierre Glaubensgenoffen wohnten. Man meldet unter den Wenigen, die sich flüchten konnten, einen Herrn Meyer." Aber man weiß, daß isr. Handelshäuser von Bordeaux, Handelbeziehungen mit der Insel Martinique pflegten; so die Häuser Raoul Gradis und David Gradis & Cie., welche schon vor fast zwei Jahrhunderten Etablissements auf Martinique errichtet hatten. Außerdem existirte eine bedeutende isr. Kolonie, geleitet von den Holländern, den ersten europäischen Besitzern der Insel, als dieselbe 1633 unter Louis X III. unter französische Herrschaft kam. 1630 führte ein französischer Jude Namens Benjamin d'Acosta auf der Insel die Kultur des Zuckerrohrs ein. Qberrabbiner Ab. Cahen hatte 1881 eine sehr interessante Arbeit über dieses Etablissement der Israeliten nach der französischen Eroberung veröffentlicht. Darnach war die Stellung der Israeliten sehr precär. Die Jesuiten, forderten 1683, nach dem Tode Colberts. welcher unsere industriellen Glaubensgenossen stets protegirt hatte, ihre Austreibung. Die . meisten Funktionäre dieser isr. Kolonie machten ihrer Handelstätigkeit Ehre; allein die Jesuiten konnten den Anblick der Juden, die ihren Kultus ausübten, nicht ertragen, und so wurden sie verjagt, und ihre Güter konfiszirt. Unter der Regierung Louis XV.- knüpfte das Haus Gradis von Bordeaux neue Verbindungen mit der Insel Martinique an. 1779 erhielt, dasselbe von Louis XVI. die Erlaubniß, Grundeigenthum zu erwerben, mit welcher das „schwarze Gesetz" von 1683 aufgehoben wurde. 9 r tt i 11 e t * tt» VgSgT* Vf* Mer Mlndlrng. Kvzäh5ung von. Babette Fried, r<tg. A . - Nach gesprochenem Tischgebete wollte sich der Hausherr "zurückziehen, um den Brief zu lesen, doch Frau Esther sagte: „Wenn Se. Ehrwürden es gestatten, könntest Du den Brief in seiner Gegenwart laut vorlefen, ich denke, er wird uns seinen Rath nicht versagen, da es sich uni

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