Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-05-22 · Heft 41 (22.5.1902) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 41 (22.5.1902)
Date
1902-05-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449832--55941-3521572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

sein Beispiel lehrend und anregend wirlen für alle, die l ihn gekannt, für seine Familie, seine Gemeinde, seine Freunde in der Nahe und der Ferne. Dann erst ist dem schönen Worte p'-tf .-oi der schönste Inhalt gegeben. _ n*2x:n. Kitzingen, im Mai. Der Bericht vom „Verein zur Pflege der jüdischen Lebensanschauung" in Kitzingen bedarf einiger Ergänzungen. Es sprach.Herr Rabbiner Adler dahier, außer am Eröffnungsabend,' noch über . und verschiedenes Andere, Herr Lehrer Bamberger hier über riVL ,mna und die Fasttage. Herr Grünebaum-Nürnberg über jüdische Wohlthätigkeit, Herr Ad. Stiebel hier über nprun ,nasvn Hauptlehrer Eschwege-Höchberg über Rabbi Elosor Ottensoser s. Ä., Herr Lehrer Goldstein-Heidingsfeld über Raschi. Außerdem wurde durch Herrn Wolff- Dettelbach und Herrn Jakobsohn-Kitzingen Mehreres aus Hirsch's Choreb und Ehrmann's „Durchs Jahr" behandelt. Herr Kahn—Mainstockheim behandelte ausführlich die nirrr^v. wb. ferner Chanuka, Purim und die Hagada. Herr Lehrer Mannheimer-Dettelbach die T'filloh bis N2NV' und den jüdischen Kalender. Letztere Herren sprachen wöchentlich. Möge das edle Unternehmen weiter blühen und gedeihen. vaw. .Hammelb,»rg a. S., 20. Mai. Ich ersuche verehrliche Redaktion freundlichst, folgenden Fall, der in dem Herzen aller. Jehudim Freude Hervorrufen wird, in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlichen zu wollen: Herr Willy Stern. Sohn des verlebten.Jnsp. M. Stern dahier, lebte längere Zeit in Amerika, ging dann nach Afrika und heirathete vor ca. IV2 Jahren eine Amerikanerin, die er früher dort kennen gelernt hatte. Vor sechs Monaten wurde ihm ein Sohn geboren. Wegen des dort herrschenden Krieges konnte kein Mohel gefunden werden, der ntzw naö ausübte. Die Frau kam nun am vergangenen Donnerstag mit ihrem Kinde zu ihrer Schwiegermutter hierher, ließ sofort Herrn M. A. Marx, Mohel für die hiesige Gegend, benachrichtigen, daß er ntz'v irara an ihrem Kinde n*po sein. möge. Heute wurde nun dieser Akt von Herrn M. A. Marx, der überhaupt als ein tüchtiger Mohel bekannt ist, mit der möglichsten Schnelligkeit und Genauigkeit, vorgenommen. Möge auch der nun als Bundesgenosse Aufgenommene heranwachsen vrr d'Säd onwAi nemtzi rhrb. ÄuS Mittclbaden, 16. Mai. Herr Bezirksrabbiner Schlesinger in Breiten erhielt, aus dem Großh. Geheim. Kabinet folgendes Schreiben, datirt vom 13. Mai 1902: „Sr. Hochwiirden, dem Herrn Vezirksrabbiner Schlesinger in Breiten beehrt sich das Großh. Geheime Kabinet.im Höchsten Auftrag den verbindlichsten Daw' Seiner Königl. Hohheit. des Großherzogs für die mit Schreiben vom 4. d. M. vorgelegte Jubiläumsfestrede, sowie. Höchst dessen herzliche. Dheilnahme an ^hrem schweren Verluste auszusprechen. I. V.: S e y b." Darmstadt, 19. Mai. Von einem traurigen - Gange, auf welchem wir die sterbliche'Hülle einer edlen' Frau zur Ruhe geleitet haben, zurückkehrend, drängt e» mich,' in kurzen Strichen nochmals das Bit ihres geegneten und reich thätigen Lebens festzuho"' n. Frau Caroline B 0 denheimer ist ihrem, v zwei Jahren verstorbenen Gatten, unserem unvergc: wichen Vorlaube und Mitgründer der Jsr. Religion' leftllschaft, > Herz Bodenheimer s. A., in die Ewigkeit nach^folgt. Wer in wehmuthsvoller Erinnerung an diesen seltenen Mann sich dessen herrliches Wirken nochmals vor die Seele führte, dem war von selbst in leuchtenden Zügen auch das Bild seiner würdigen Gattin vorgezeichnet. Denn, wie der Schwiegersohn der Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. Marx, an der Bahre treffend aussührte, r6»2 N2 NL2 an allen hohen Leistungen ihres Gatten, in seinem Streben nach der geschäftlichen Seite, in der Erziehung der Kinder, in seinem philantropischen Wirken und seinem musterhaft gesetzestreuen Leben, war ihm die Hingeschiedene die stete wackere Gefährtin und Mitarbeiterin. Ihr gebührt deßhalb auch mit der Preis für die, wenn auch der Oeffentlichkeit unsichtbar, so doch nicht minder nachhaltig geleistete Erfüllung seiner zahlreichen Ideale. Dies erkannte man so recht an der unentwegten Fortsetzung des edlen Wirkens in ihrem Hause seit dem Hinscheiden des theuren Gatten. Von seltener Willensenergie ausgezeichnet, konnte man auch ihr mit Recht die Gedenkworte einer edlen Fürstin nachrühmen: „Dem Geschlechte nach ein Weib, dem Geilte nach ein Mann!" Durch Sparsamkeit und verständige Förderung der Thätigkeit ihres Gatten hatte die edle Verblichene redlichen Antheil an dem Aufblühen des Hauses. Inmitten des Glückes einer zahlreichen Familie, sowie der allgemeinsten Hochachtung und des Getriebes der Stadt bewahrte sie dennoch eine seltene Bescheidenheit und Zurückgezogenheit. Gleichwohl ergab sie sich nicht der Weltflucht und die Resultate ihrer Erziehung, das Ansehen des Hauses, sowie die vielseitigen, hochachtbaren Stellungen ihrer Kinder, Schwiegersöhne und Enkel, bekunden auf's deutlichste, daß ideales Streben, Kunst und Wissenschaft jeder Art in ihrem Hause eine verständige Pflege fanden. Eine erstaunliche Geistesfrische, sowie ein auf die kleinste Einzelheit in der Familie und Gemeinde sich erstreckendes reges Interesse zeichneten die wackere Frau bis zum, letzten Mhemzuge aus.. Wie jedes Glied der Familie ihr in seiner geheimsten Eigenart bekannt war. ebenso hing sie mit allen Fasern ihres reichen Herzens an der theuren Gemeinde. Obgleich in den letzten Jahren durch Unwohlsein an's Haus gefesselt, erkundigte-sie sich stets mit hingebender Theilnahme nach dem Wohlergehen derselben, förderte sie in reich betbatigter Fürsorge deren Institutionen, allezeit bewährten Rath ertheilend und Anregung gebend.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.