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Der Israelit · 1902-05-22 · Heft 41 (22.5.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 41 (22.5.1902)
Date
1902-05-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1 863.; .. . nicht durch die von den Provinzialbehörden zu entrichtenden Pflege- und Ausstattungsgelder gedeckt wird. Königsberg i. P., 14. Mai. Ein schwerer Verlust hat nicht allein die Gemeinde Tauroggen (Rußland), sondern das gelammte Judenthum betroffen. Der berühmte Gaon, Herr Rabbiner Mendel Siew s. A., v: p bpnv wm am o»am pp* pten ist Dienstag Abend, d. 13. d. Mts., im Alter von 97 Jahren von dem Schauplatz seiner reichen Thätigkeit abbe- . rufen worden. Aus Süddcutschland. In der Absicht, einen geeigneten Sommeraufenthalt für meine Familie während der kommenden Sommerschulferien auszukundschaften, habe ich eine mehrtägige Tour durch den Taunus gemacht. Unter all den idyllisch gelegenen Ortschaften, die ich berührte, hat mich der Platz Eppstein, der so lieblich zwischen gewaltigen, mit Burgruinen bekrönten Höhenzügen daliegt, am meisten angemuthet und angezogen. Diesen Ort möchte ich gerne wählen. Aber wie ist es mit dem Essen bestellt? Hieran allerdings müßte mein Projekt scheitern; ich möchte indeß die Hoffnung nicht so rasch aufgeben und deßhalb in Ihrem geschätzten Blatte die Frage anregen, ob nicht eine größere Anzahl gesetzestreuer Erholungsbedürftiger ihren Sommerausenthalt in Eppstein nehmen möchte. Und ferner möchte ich einen tüchtigen Restaurateur darauf Hinweisen, daß für ihn vielleicht in Eppstein während der Sommerferien ein gutes Feld ist. Abgesehen von den landschaftlichen Schönheiten Eppsteins spricht die Nähe Frankfurts doch gerade für uns gesetzestreue Juden ganz besonders für die Wahl dieser Sommerfrische. München, im Mai. (J.Lbischer Jugendbund.) Jüdische junge Kaufleute und Studenten in München empfanden das Bedürfniß, sich zu vereinigen, um in ihrer Mitte die Anhänglichkeit an das Judenthum zu fördern, ideale und humane Bestrebungen, sowie edle Geselligkeit zu pflegen. Zu diesem Zwecke hat sich Hierselbst ein „Jüdischer Jugendbund" gebildet, und schon bei seinem Entstehen bewies er, welch einem dringenden Bedürfnisse er entsprach. Aehnlich den Jüdischen Jugendvereinen in anderen Gemeinden, wie Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg, Halberstadt u. s. w. hat sich unser Verein die Aufgabe gestellt, seine Mitglieder mit jüdischer und allgemeiner Litteratur bekannt zu machen, Sprachkurse einzurichten, Geselligkeit zu pflegen, sowie im Falle von Armuth oder Krankheit helfend einzugreifen, eventuell ihnen Stellen zu vermitteln. Er will seinen Mitgliedern in der mannigfachsten. Beziehung förderlich sein, ihr sittliches und religiöses Bewußtsein festigen und ihnen ihre Jugendzeit verschönen. Dank der Fürsorge unseres Rabbiners, Sr. Hochw. Herrn Dr. Werne r, sowie vieler hervorragender Mitglieder der hiesigen Eultusgemeinde verfügt der Verein trotz seiner erst LU kurzen Bestehens über eine, stattliche Anzahl von Mitgliedern. Um aber den idealen Anforderungen zu ge- ' nügen, welche der Verein sich gestellt hat, bedarf er noch weiterer materieller Unterstützung. Dos Hauptziel ist „Gründung eines Heimes für jüdische junge Leute," worunter man vorläufig das Miethen einiger .' Zimmer versteht. Die Beitrage der Mitglieder, welche/. zum größeren Theile angestellte, junge Kauflente sind, genügen nicht, um diesen Zielen gerecht zu werden./ . Laut Statut hat der Verein das Recht, passive Mit? , glieder zu werben, die den Verein mit einem jährlichen ' Beitrage von mindestens 6 Mk. unterstützen. . Marktbreit, Jjar 5662. Die hiesige jüdische Gemeinde hat einen schweren Verlust zu. beklagen, das . Judenthum einen seiner besten Männer. Am Mittwoch,. / 30. Nissan, starb nach kurzem Kranksein dahier-der in / _ weiten Kreisen Bayerns bestens bekannte pu "i *>annt bi pxr* Derselbe entsprößte einer besonders in Unter-/.. ftanken rühmlichst bekannten Familie in Schweins- . - haupten bei Haßsurt. Sein Vater war nw n mno bl pm, ein in seiner Zeit durch seltene Kenntniß inpn wurfln, wie auf dem Gebiete des Profanen hervorragender Mann, zugleich geschätzter Mohel. Und doch / war dieser Mann seinem Berufe nach— Landwirth. All seine Söhne — wvb v"ri ja bnanb bekleide- - ten angesehene Kultusstellen "W bba xbfxb, und be- , finden sich zum Theil heute noch in Wirksamkeit. Der. •fun pnx wirkte mehr als 20 Jahre in der s. Z. blühenden jüdischen Gemeinde Deggingen, Hierauf fast , ebenso lange am hiesigen Platze als Chasan, Schochet' und Mohel; es genügt die Aufzählung der drei Aemter, um all' das Verantwortungsvolle, Schwere und ideal. - Heilige zu bezeichnen, das ein wahrer Jehudi, wie der / Verblichene s. A. einer war, sich zur Aufgabe gemacht. Mit Recht hob daher bei der am O'BHp stattgefundenen nibn der Schwiegersohn des Lehrer' . Mannheimer aus Dettelbach, diesen Punkt her- .. vor in Anlehnung an die Bibelverse pnx mn wai. und rm w^asa pns. Vor zehn Jahren legte der Beklagte sein Amt gesundheitshalber nieder. Nur MO . . ' iibn übte er noch, selbstredend virv tivb. Seitdem . blieb das p'nn liob seine Lieblings- und Hauptbe- .. schäftigung. Zahlreiche Freunde, aller Konfessionen, die an ihm sein Wissen, sein freundliches schlichtes. .. Wesen geschätzt, seine Hilfsbereitschaft und den Wohl- ' thätigkeitssinn bewundert, folgten der. nibn, die nach -> dem altbekannten Rödelsee führte. Dort fand der in; unserer Zeit seltene Mann und Jehudi seine letzte Ruhestätte. Wir aber fühlen die große Lücke noch gar zu - sehr. War doch der nym p'“tt durch Rath und That < einer der Ersten der jüdischen Gemeindedahier,. ein . J r'a.nab cwd selbst im hohen Alter und bei der grimmigsten Kälte, eine Stütze und Säule aller edlen Be-. , strebungen des wahren unverfälschten JudenthumS.. Möge die Nachwelt ihm es gleichzuthun versuchen, Mgr

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