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Jüdische Korrespondenz · 1918-06-13 · 20 (13.6.1918) · page 7

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
4 (1918)
Issue
20 (13.6.1918)
Date
1918-06-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20 und zwar zwei Christen, zwei Mohammedaner und obgenannte zwei Juden, also auch darin die Proportionellen Bevölkernngsverhältnisse nicht berücksichtigt. Rundschau. (Adelserhebung.) Der.Kaiser hat den Großindustriellen Leopold Pollai Edlen von Parnegg in den österreichischen Freiherrnstand erhoben. (Vom galizischen Rabbinerverband.) Die Statuten des Verbandes orthodoxer Rabbiner Galiziens und der Bukowina sind in Druck erschienen und beim Präsidium, Wien, II., Kaiser Josefstraße 13, erhältlich. (Eine Kundmachung des Magistrates der Stadt Wieliczka.) Der Magistrat der Stadt Wicliczka erließ eine Kundmachung in Angelegenheit der letzten Exzesse gegen die dortigen Juden, in welcher u. a. gesagt wird: „Die Exzesse vom 14. Mai, an denen sich zumeist Auswärtige und zum Teil auch die städtische Bevölkerung beteiligten, und welche sich durch Zerschlagen der Fensterscheiben, Plünderung von Geschäften, tätliche Verletzungen von Menschen gegen die Juden gerichtet haben, sind eine Schande für die polnische Gesellschaft. Der Magistrat brandmarkt diese Handlungen als strafbare Taten, die mit der Würde und dem Kulturgrade der Stadtbewohner unvereinbar sind. — Diese traurigen Ereignisse schaffen eine Erregung und führen zur Spaltung der Bewohner der Stadt, die für die ganze Stadt von großem Schaden sein kann." Nach eindringlicher Mahnung zur Ruhe und Androhung schwerer Strafen im Falle neuer Ausschreitungen schließt der Aufruf: „Wir durchleben jetzt infolge der Lebensmittelknappheit schwere Zeiten, aber daran leidet die gesamte Bevölkerung in gleichem Maße. (Großer Brand im Judenviertel von Tomaszow.) Die Lubliner Blätter berichten über einen großen Brand in der Kreisstadt Tomaszow im Lubliner Lande. Das Feuer brach nachts in einer Spiritusbrennerei nächst der Synagoge aus und verbreitete sich rasch über das ganze Viertel. Es griff auf die innere Stadt über und vernichtete an 200 Wohnhäuser, meist Holzbauten. Mehrere tausend, fast ausschließlich jüdische Einwohner, sind obdachlos. (Stiftung fiir die Heranbildung von Musterlandwirten.) Der Großgrundbesitzer Benjamin Friedmann in Großwardein hat zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Urbeiterschule mehr als eine Million Kronen lctztwillig vermacht. In der Schule sollen jährlich zehn jüdische und zehn christliche Schüler zu Musterlandwirten ausgebildet werden. Außer diesem Legat hat der Verstorbene zur Förderung der Schule durch zwanzig Jahre hindurch zehn Prozent der Einkünfte seiner ganzen Hinterlassenschaft vermacht. (Der Rabbiner von Brest-Litowsk in Warschau.) Seitdem Brest-Litowsk von den Deutschen besetzt und die gesamte jüdische Bevölkerung auf russischen Befehl die Stadt verlassen mußte, war man in weiten jüdischen Kreisen über das Schicksal des Rabbiners von Brest-Litotvsk, des berühmten Gaon Rabbi Chaim Soloweitschik, beunruhigt. Als Minsk Jüdische Korrespondenz. von den Deutschen besetzt tvurde, wurde bekannt, daß er sich dort aufhielt. Dieser Tage nun ist er mit seiner Familie nach Warschau übergcsiedelt, wo ihm ein ehrenvoller Empfang seitens der weitesten Kreise der jüdischen Bevölkerung zuteil lourde. Bekanntlich zählt Rabbi Chaim Soloweitschik zu den bedeutendsten jüdischen Talmudisten und religiösen Autoritäten der Gegenwart. (Die Juden in Saloniki.) Nachrichten von der mazedonischen Front zufolge ist zwischen den in Saloniki lebenden Juden, deren Zahl etwa 100.000 betrügt, und der venezelistischen Regierung ein Konflikt entstanden infolge der Unterdrückungen, denen das jüdische Element seitens des Pvlizeichefs von Saloniki ausgesetzt ist. Zahlreiche Juden, die sich weigerten, ihrem Einrückungsbefehl Folge zu leisten, wurden zwangsweise an die Front geschickt. Ihre Familien wurden von Hans und Hof vertrieben, ihre'Gitter konfisziert. (Zangwill als Retter der Orthodoxie.) In einem Sendschreiben an die „Menorah Association“ in New -?)ork, zu deren Meeting er eingeladen worden war, aber nicht erscheinen konnte, schlug der Zionistenführer Zangwill zur Rettung der jüdischen Orthodoxie vor, den Schabbos aus den Sonntag zu verlegen. . . (Das Berbot der jiddischen und hebräischen Korrespondenz in England.) Das Jüdische Prcßburean in Stockholm meldet: „Aus eine telegraphische Anfrage erhielten wir aus zuverlässiger Londoner Quelle die drahtliche Auskunft, die die Nachricht, die Korrespondenz in jiddischer und hebräischer Sprache sei in England verboten, bestätigt. Die Gründe dieses Verbotes konnte unser Gewährsmann nicht angeben, er teilt aber mit, daß bei der Regierung Schritte für die Aufhebung des Verbotes unternommen worden seien und daß die Frage gegenwärtig an den zuständigen Stellen wieder geprüft werde." Den neuesten Nachrichten zufolge soll das Verbot angeblich aufgehoben worden sein. (Jüdische Gemeinden in Holländisch-Jndien.) Seit einiger Zeit werden Schritte zur Gründung von jüdischen Gemeinden indenholländisch-indischen Besitzungen, vor allem in Batavia, Java unternommen. (Privatistenpriisungen.) Der Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde Wien gibt hiemit bekannt, daß die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler an Mittelschulen im II. Semester des Schuljahres 1917/18, Dienstag, den 18. Juni 191*, von 4 bis 6 Uhr nachmittags, I-, Seiten* stettengasse 2, II. Stock, durch Herrn Professor Dr. Heinrich Pollak stattfinden. Personalnachricht. (Bar-Mizwah-Feier.) Samstag, den 15. d. M., 9 Uhr früh, findet im Bethause, VI. Slumpergasse 42, die Bar-Mizwah-Feier des Fritz Deuts ch, Sohnes des Herrn Eduard Deutsch, Vizepräsidenten des „Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums", Vorstandsmitgliedes der „Adaß Jisroel" k. statt. Empfang und Bar-Mizwah- Vortrag: Nachmittag 5 Uhr, VII., Neubaugasse 10. Seite' 7 Volkswirtschaft. Der Verwaltnngsrat der „Schodnica" Acticn - Gesellschaft für Petroleum - Industrie hat beschlossen, der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1917/1S die Verteilung einer Dividende von I< 60-- - (12%) gegen K 65- (13%) im Vorjahre vorznschlagcn. Neue Sucher. „Kriege in biblischen Landen." Non Rudolf Kittel. Mit hh Bildern. Verlag F. A. Penbes A.-G-, Gotha, 191m. — Der Autor, eine bekannte Autorität auf dem Gebiete der Bibelfarschung, schildert in dieser kleinen Schrift die Kriege in den biblische» Ländern, wie sie aus Grund der Angaben in der heiligen Schrift verlaufen sind, vom Beginn der Feindseligkeiten bis zum endgültigen Friedensschlüsse. Zahlreiche historische Illustrationen ergänzen die auch sonst plastische Schilderung. Die Schrift dürfte besonders in unserer Zeit großes Interesse sinden. „Ein kurzer Gang durch die Geschichte der jüdischen Literatur." Bon Prof. Dr. M. Brann. Zweite, verbesserte Auflage. Wien, R. Lowit Verlag. 19t*. — Die vorliegende Schrift ist das erste Heft der „Jüdischen Handbücher", die der Verlag Lowit ericheinen läßt. Sie enthält eine wohl knappe, aber übersichtlich gehaltene Schilderung der jüdischen Literatur von der älteste» Zeit bis zur jüngsten Gegenwart. Das Büchlein dürfte besonders jenen Kreisen großes Interesse bieten, die sonst keine Gelegenheit hatte», die reichen Schätze der jüdischen Literatur kennen zu lernen. „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde." Herausgeber Rabb. Dr. M. Grunwald. 2o. Jahrgang. 8. und 4. Heft, 191*. Inhalt: Vajda, Bela, Dr. Menora, Davtdschild und Salomos Siegel. M. Grunwald: Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte. Derselbe: Altjüdlsches Gemcindelcbcn. Briefkasten. Rumänische Judenfrage. Tic Angrisfc der »I- Z" gegen unseren Herausgeber - ohne persönliche Anrempelungen geht es nun einmal in dcr Zirkusgassc nicht — lassen uns kalt. Es wäre wohl verlockend, bei gar manchen Artikeln des Wiener Zionistenblattes nach den speziellen Beweggründen zu forschen. Aber wir billigen auch einem politischen Gegner immer den guten Glauben zu und wollen ihm -> priori keine unlauteren Motive unterschieben. Tie Ttribler der Zirkusgasso scheinen es gar nicht annehmen zu können, daß jemand ohne spezielle Hintergedanken etwas schreibt. Nun >a, wie der Schelm ist, so denkt er. . . Zur Sache selbst verweisen wir darauf, daß wir keineswegs die Bedenken verschwiegen haben, die bezüglich der Lösung der Judenfrage in Rumänien vorhanden find. Aber wir haben gleichzeitig die vositiven Seiten der Lösung hervorgehoben. Wir stehen dabei nicht vereinzelt da. Auch die „Lciterr. Wochensch." und mehrere reichsdentschc jüdische Blätter haben ähnlich die Sache gewürdigt. Ja, selbst ein neutrales Blatt, das keineswegs niittelmächtcfrcundlich ist, wie das „Jir. Wochenblatt" in Zürich, hat die positive Seite der Losung sehr anerkennend hervorgehoben. Wenn man schon Zcitniigsstimmen zitieren will, soll man nicht einseitig sein, da man sonst erst recht Gefahr lauft, besliniiiirer Motive bezüchtig! zu werden. Es kommt übrigens bei derartigen Dingen nicht auf den Tcri, sondern auf die Durchtüdrung an. Die maßgebenden Stellen in Wien und Berlin — siehe iit unserer heutigen 'Jiummer unter „Streiflichter" — erklären, für die reelle Turchtührung der Verpflichtungen Sorge tragen zu wollen. Da muß zugewartet werden. Die gleichzeitige Anrempelung der Orthodorie beweist nur noch einmal, wie unbequem den Herren von der Zirkusgasse das kraftvolle Auftreten der glaubenstreuen Judenheit in letzterer Zeit in. Run in unser Blatt wohl ein orthodoxes, aber keineswegs irgend ein Partei-Organ, Die Orthodorie ist ebensowenig für alles, was in der „Jüd. Korrespondenz" geschrieben wird, verantwortlich zn machen, wie wir keineswegs für alles, was im Lager der Orthodorie geschieht, die Verantwortung übernehmen. Unser Herausgeber ist Mann genug, um persönlich die Verantwortung tür alles, was er schreibt, zu tragen.

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