Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 35 (29.11.1917)
- Date
- 1917-11-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Korrespondenz. Allgemeine Jüdische Arankenhaus „Schaare-Zedek" zu Jerusalem bittet für feine Kranken. Geschäftslettung: Frankfurt a. M. :: Postscheckkonto llr.;s6.osö Men.:: Organisation rein europäisch Isolierhäuser sür Ansteckende Aufnahme unterschiedslos für Alle höchste Anerkennung aller Behörden hält sich für gewissenhafte Uebernahme von Stiftungen empfohlen! Betten — Zimmer — Iahrzeit — Gedenktafel — Mstungm. Man fordere die Bedingungen ein. Briefe zu richten nach Röderbergweg 63. kann man die jüdischen Mädchen keineswegs beschuldigen. Dafür verantwortlich vor dem jüdischen Volke sind diejenigen bemittelten und reichen Juden, die sich weigern, genügende Mittel zur Verfügung zu stellen, um die elenden armen Menschen vor dem Hungertode zu retten. So steht die ganze jüdische Bevölkerung m Polen vor einem völligen physischen und geistigen Untergang. Die Okkilpationsbehörden tun alles, um die Lage zu bessern, aber diesem Elend gegenüber reichen die Kräfte nicht aus. Die Juden aller Länder müssen ihr Aeußerstes tun, um die unglücklichsten ihrer Brüder vom gänzlichen Untergange zu retten. Chronik. (Ein Jude — Prefiches in Ungarn.) Ministerpräsident Wekerle hat den Chefredakteur der „Ungarischen Korrespondenz", Dr. Heinrich Gands, zum Chef des Preßbureaus des Ministerpräsidiums ernannt. Dr. Gands, der erst 38 Jahrs alt ist, gehört zu den tüchtigsten Advokaten und angesehensten Publizisten Budapests. Vor einiger Zeit wurde er als Kriegsberichterstatter mit dem Offizierskreuz des Franz Josess-Ordens ausgezeichnet- Dr. Gands ist ein überzeugungstreuer Jude und hat einen ständigen Sitz in der orthodoxen Synagoge. (Gegen de« Antisemitismus unter de« Studenten.) In Kischinew wurde ein besonderer Inspektor für höher« Schulen eingesetzt, der darüber zu wachen hat, daß die Schüler keine Propaganda gegen die Juden treiben. (Jüdische Gymnasien in Rußland.) Aus Petersburg wird berichtet: Nach den Mitteilungen der Jüdischen Bildungsgesellschaft wurden im Laufe des letzten Schuljahres fast in allen Städten, die eine größere jüdische Bevölkerung zählen, jüdische Gymnasien eröffnet. Gegenwärtig ist die Gesellschaft mit der Herstellung eines einheitlichen Programms der jüdischen Lehrgegenstände für diese Gymnasien beschäftigt. (Die Juden in Saloniki.) Aus Saloniki hat der Chief-Rabbi von England, Dr. Herz, vom Oberrabbiner R. Jacob Meir folgendes Telegramm erhalten: „In Beantwortung Ihres Telegrammes vom 14. September teile ich Ihnen mit, daß die Zahl der hier lebenden Juden insgesamt etwa 78.448 beträgt. Bon diesen leben 2138 Familien in Baracken, 688 Familien in Ställen oder unter freiem Felde. 10.600 Familien find vollständig ruiniert, ohne Heim und ^istenz. Die erhaltenen 70.000 Sterling sind schon ausgegeben. Es ist unbedingt nötig, 1000 Wohnungen zu errichten. Material für 'Arbeitswerkstätten zu beschatfen, Vorschüsse für die kleinen Krämer, Kleider und Wäsche, Mittel für erste und medizinische Hilfe und die dazugehörigen Personen zur Verfügung zu stellen. Ich appelliere an Ihre Bruderliebe und erwarte Ihr« rasche Hilfe." (Rabbiner Dr. Frank, Köln.) Die Gemeinde Köln a. Rh. beklagt daS Hinscheiden ihres verehrten Rabbiners. Herr Dr. A. S. Frank ist am 11. d. M. infolge einer Lungenentzündung nach achttägigem Krankenlager im 79. Lebensfahre seines arbeits- und segensreichen Lebens entschlafen. (Englische Geschichtsklitterung.) Nach der hierher gelangenden englischen, insbesondere Londoner Presse, tragen an der neuen Revolution in Rußland die dortigen Juden die Hauptschuld, die immer schon auf eine Verständigung mit Deutschland hingearbeitet hätten. Die „Morning Post" erklärt beispielsweise: „Die spanischen Juden seien aus Spanien ausgewiefen worden, da sie den Mauren die Tore öffneten. Es wäre ein Unglück für die jüdische Welt, wenn jetzt gesagt werden könnte, daß die russischen Juden den Deutschen die Tore öffneten. Die Anhänger Lenins seien erklärte Feinde der Entente und offene Freunde Deutschlands." Die Engländer sollten die Sorge um die „jüdische Welt" den Juden in den verschiedenen Ländern selber überlasten. Der Begriff jüdische Welt in obigem Zusammendange ist irreführend. National haben die Juden gedacht und gehandelt in Spanien wie jetzt in den verschiedene» Ländern. Daß sie in Spanien den Mauren die Tore geöffnet haben und deshalb ausgewiesen sein sollen, ist eine tendenziöse englische Geschichtslüge. National denken die Juden jetzt in Rußland genau so wie in England oder anderswo. Was die russischen Juden abschüttem wollten und mußten, war nur der Zarismus. (Jüdische Offiziere in Rnßland.) Eineigenartige, für Rußland gänzlich neue Feier fand vor kurzem in Odessa statt. 180 lunge Juden, die die Offiziersschule absolviert halten und zu Offizieren — den ersten jüdischen Offizieren in Rußland — ernannt worden waren, versammelten sich in der Hauptfynagoge, um den Revolutionseid zu leisten. Eine vieltausendköpfige Menge begleitete unter Hurra- und Hedad-Rufen diese Erstlinge des jüdischen Offiziersstandes, die gleichsam die Emanzrpation der Juden in sich verkörpern. (Bom amerikanisch-jüdische« Kongreß.) Das Kopenhagener Bureau der Zionistischen Organisation erhielt ein vom 14. November datiertes Kabeltelegramm des PEC, wonach der amerikanisch-jüdische Kongreß wegen der allgemeinen Lage verschoben ,st. (Israelitischer Gottesdienst t« Barcelona.) In Spanien bestehen seit 1482 keine jüdischen Gemeinden. Es wohnen Juden in einigen Städten, sie sind aber nicht als Kultusgemeinden organisiert. Die hohen Feiertage sind nun trotzdem auch dieses Jahr in Barcelona nicht vorbeigegangen, ohne daß unsere Glaubensgenoffen sich zu feierlichem Gottesdienst zusammengefunden hätten. Dank der Initiative der Herren Edmundo und Jose Metzger war in elfter Stunde ein Minjan zustande gekommen, das die im Laufe des Jahres etwas locker gewordenen Bande der jüdischen Gemeinschaft wiederum fester geknüpft hat. Im geräumigen Saale der Calle Mercaders Rr. 38 wurde am Rvsch Haschonoh und Jom Kippur bei äußerst zahlreicher Beteiligung Gottesdienst nach sephardischem Ritus abgehalten; die drei Thora- Rollen waren schon seit letztem Jahr in dankenswerter Weise vom Pariser Consistorium und von der Gemeinde in Lissabon zur Verfügung gestellt. Spendenausweis für die Schule« der„Kg«das Iifroek", Wie«, II., Große Wfarrgaffe Mr. 23, für den Monat Kl«l 5677 und ßifchri 5678. Je K 2*—: Charpatin, Stanislan; Sammler, Nadwürna; Jager, Pamarzany; Hecht, Dinöw; Himmlreich, Koztow; Sammet, Ntlitszyk; Lebet, Kreindler; Salzmann, Kolomea; Apysdorf, Grüdek; Haber. Kolomea; Fischer, Kurz, Czernowitz; Berger, Czernowitz; Franzos, Tarno- S'; Schleidrr, Böbrka; Tritt, Sadagüra; Feld, Brzezany; eundlich, Brzezany; Pitczanik, Dolina; Ettniger, hatyn; Obstfcld, Przemy-uany; Scheier, Kolomea; Heilpern, Kolomea; Sammler, Przemyslany: Weiß, Knenitsch; Fried, Kuty; Weingarten, Borislöw; Himmeldank, Jarostüw; Schwarz, Zboww; Tapfer, Brody; Edelstein, Dolina; Wilder, Lopatyn; Melzer, Kolomea; Groß, Tarnopol; Schänfeld, Przemy-l; Beer, Uhnöw; Hillik. Stanislau; Mader, Czeszanow; Remhold; Glücksmann, PrzemySl; Wilder, Wien; Diller, Lemberg; Krauthammer, Kolomea; Scheier, Ottynia; Schenker, Bukaczowce; Bardfeld; Sicher, Lemberg; Klughaupt, Brody; Stiftel, Stanislau; Wechsler, Komarno; Feld, Brzezany; Thumim, PrzemyK; Horn, Brody; Strerfler, Koropiec; Moskowicz, Suczawa; Weinstein, Brzezany; Harlik, Czortkow; Schapira, Gliny; Schächter, Kozowa; Grüner, Podheice; Goldberg, Cholojöw; Blech, Stanislau; Mekler, Stanislau; Schleien, Stanislau; Berger, Bolaszowce; Weißstein, Przemyslany; Traum, Rzeszüw; Edelstein, Delatyn: Heilpern, Nadwörna; Piczanik. Dolina; Karl, Wien;Jhr, Lemberg ^Tabak,Burzacz;Wiesentahl,Buczacz; Salpeter, Kolomea; Wiesentahl, Buczacz; Horoivitz, Brody; Groß, Tarnopol: Nestel, Boryslöw; Tauber, Krystynopol; Sorowitz, Stryj; Natansohn, Krystynopol; Hecht, Dynüw; Schächter, Zborüw; Goldberg, Rohatyn; Gelbtuch, OleSk; Kestenbaum, Kolomea; Wallach, Wien; Goldberg.WekSler; Kazenitz, Joloszwedgrad; Hauser, Przemy«; Meiseis, BuSk; Ostersetzer, PrzcmySlany; Fingerhut, Brody; Sicher, Lemberg; Bethaus, Boikertplatz, X l°86; Heilpern K 1 SO. Je K 1*20: Fisch; Steren, Kalusz; Altmann, Waschkautz; Lindenberg, Gwozolzic; Hochberg, Zaleszczyk,; Karpf, Horodenka; Ingber, Gwozdzic; Schir, Haticz; Katz; Weiß, Stanislau; Allmann, Waschkautz; Wilder; Streit, Radautz. Je K 1*—-: Sturim, Kolomea; Badner, Kamionka; N. N.; Rosenblum, Zablotüw; Lustig; Kami!, Sokal; Hauser, PrzemyK; Lustig, Podwolouqsk. Durch Rabbiner I. Rappapor, Czortkow, Sammlung des H. Josef Schächter für Flüchtlinge aus Palästina: H. M. Blonde, 8 20--; Baruch Klüger, K 18 —; M. Krummer, X 10-—; I. Linial, K I0-; E. Fijchbach, K 10—; G. Kohn, K 5-; W. Rinder, X S-—; S. Teierberg, X 10—; R- Hitzinger, X 10 -; I. Frenkel, X 10-; S- Linial, X 10--; I. Kornblau, X 10-—; S. Fieder, X I0-—; H. Feierberg, X IO-—; Schloma Linial, X 10°—: Israel Steiger, X 10-—; Ungenannt, X 31-—; S. Weißglas, X 6 —; I. Hausner, X 5 -; zusammen X 210-—. Neue Löcher. „Kriegskalender." Hickls Wiener jüdischer Volkskalender für das Jahr 8678. Eigentum und Verlag: Jüdischer Buch- und Kunstverlag Max Hickl, Brünn- Wien, VIII., Lerchengaffe 6». Preis X 8-50. — Wie die bisherigen Jahrgänge dieses Kalenders zeichnet sich auch der vorliegende XV.—XVI. Jahrgang mit einem gediegenen Inhalt aus. Neben einigen aktuellen Aussätzen, die den Titel „Kriegskalender" einigermaßen rechtfertigen, enthält derselbe auch einige wissenschaftliche und literarische Arbeiten, darunter den Artikel „Rabbi Israel Ball» Schem", von Professor Dr. Adolf Kurrein, der eine ausführliche Charakteristik des Chassidismus bringt, sowie der Aussatz „Die Philosophie des Rabbi Beer von Meseritsch", die trotz mancher Ungenauigkeiten von Interesse sind. „Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz". 5678. Verlag des „Jüdischen Jahrbuches", Luzern-Leipzig. — Es war eine gute Hdee eines rührigen Komitees in der Schweiz, voriges Jahr die Herausgabe eines speziellen jüdischen Jahrbuches für die Schweiz in Angriff zu nehmen, das außer einem gut redigierten lirerariichen Teil auch wertvolle Informationen über Juden und Judentum in der Schweiz brachte. Nunmehr liegt der zweite Jahrgang dieses Jahrbuches vor. der sich würdig feinem Vorgänger anroiht. Auch diesmal ist der Inhalt sehr gediegen, sowohl was die Aufsätze über die Juden in der Schweiz betrifft, als auch hinsichtlich der anderen Artikel, von welchen wir einen („Die Neutralität in der Bibel") in unserem Blatte reproduzieren. „A«S dem Osten." Von Scholem-Alechem. Deutsch von Stefania Goldenring. München und Berlin, Georg Müllers Verlag. — Einige der besten Skizzen Scholem- Alechems werden hier in vorzüglicher Uebersetzung dem deutschlesenden Publikum dargebrachi, darunter die besonders ergreifende Serie „Das Tagebuch eines Knaben", die die Schilderungen des Waisenknaben Mattel, Sohn des Kantors Pesche (soll wohl heißen Peissi — Pesche ist ein Frauennamen) enthält. Wie alle anderen Ausgaben des rührigen Berlages Müller ist auch da die Ausstattung eine überaus würdige. „Jüdischer Almauach." (Almanach Zydowski.) Ein überaus reichhaltiges, unter der Redaktion Z. F. Finkelstein vornehm ausgestattetes Sammelbuch erscheint demnächst in polnischer Sprache mit folgendem Inhalte: Otto Abeles: „Tagebuchblätter aus der Flüchtlingszelt", Dr. W. Berkelhammer: „Der Kongreßzionismus im Lichte unserer Gegenwart", Dr. Max Grunwald: „Oesterreich- Ungarns Friedenspolitik in Palästina", M. Ehmielnicki: „Jüdische Lyrik", Z. F. Finkelstein: „Herzl als Feuilletonist", N. M. Gelber: „Verbrüderungsakte von Polen und Juden in den Jahren 1863/4", Z. Grünbaum: „Polnischfüdische Konflikte", S. Hirschhorn: „Die ökonomische Bedeutung der Juden in Polen", Michael Jahrblum: „Das neue Rußland und die Gleichberechtigung der Juden", Prof. Dr. Heinr. Loewe: „Das Volk und die Sprache", Dr. S. Poznanski: „Die Zukunft jüdischer Wissenschaft in Polen", Dr. Noah Prilucki: „Der Baseler Zionismus vor 80 Jahren", Dr. Max Rosenfeld: „Der Schutz nationaler Minoritäten", Dr. Leo Rosenberg: „Der Handel der Ostjnden", N. Schwalbe: „Die ökonomische Zukunft polnischer Juden", Dr. Jg. Schipper: „Die Anfänge jüdischer Siedlungen in Polen", Prof. Dr. Stok: „Jüdische Kriegswaisen". Dr. I. Tennenbaum: „Die jüdilche Bevölkerung Galiziens", Davis Trietich: „Die neue Kolonisation Palästinas" und andere Aufsätze literarischen und wissenschaftlichen Inhaltes. Preis des Buches X 4-—, Mk. 3zu beziehen durch den Verlag „Moriah", Wien, I-, Ebendorserstraße 3/13. Durch die Isr. Subsidiarseelsorge des Roten Kreuzes ist es uns möglich Kriegsgefangenen im feindlichen Auslände MT zu befördern. -HW Verein zur Wahrung 6er Interessen des orthodoxen Judentums in Wien und Niederisterreich. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppet. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Alserstraße Nr. 71.