Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 743 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Wien Freitag, des 11, März 1988. «- Nr. 743. England und der Zionismus; Weizmann über die Lage Palästinas UbA», 10. M»n. UTA.) Bei rinmn Ewp- MJsfordera, mfriedengestalU bat Gw*d# da*. Etwse ähnliches r*cM*fc innerhalb der I“S,{!lr .d- ^ehrner an de: Tsff1^ fet vielleicht wahr. i Granat. Palästina*. Es kt nur recht und Zionistischen Aktions-Komitee* fiel. Präsiden» der Zionistischen Weltorganisation und der Jewssh Agency, Prof. Doktor Ohaim Wtiimtt n, eme politische lleric, die viei Beachtung gefunden hat» Weizmann hieß die Delogierten des A C, willkommen and führte dann an«; Die Tagung des A. C, ist .einberufen d*e, weil di# zionistische Bewegung kritische 7, e i t e Xl durchm-toht, Die gante Welt mach! jetzt eine schwere Zeit durch, wir Juden ab« leiden zusätzlich unter den Rückwirkungen der Ereignisse. Zur besonderen Lage in Palästina sagt# Weizmann; Es ist bekannt, daß während der vergangenen zwei Jahre in Palästina etwas vorgSug, wm man in der Literatur „unterirdi »ehea Kriegt nennt, was aber in Öffentlichem Sinne eine Rebellion gegen Gesetz und Ordnung ist Es wurde zu weit führen, wollte ich die, tieferen Ursachen für diesen Stand der Dinge j^; nnttTsaebeft. Ich kann nnr die von jedem j ne Friedliebenden geteilte Hoffnung ausspre-i eilen, daß da«, Laad bald wieder den ersehn ton Frieden erhalten möge. ZMe Vorschläge der Peel* Kommission Die „spontane Bewegung** der Araber naohgiK, so mehr, kam» we absolut i den destruktiven Kräften mehr wachsen sie Dior um in der Weit allgemein beegucg U ein«? ipouar! de* arabisches! t. Die in Palästina; laben, sea: gut, Aafl der arabische i Sauer der Ereignis*« herzlich über-! d r ü s? i g kt. Er »ahnt ©lob nach Fried«*», j Heute aber ist die Weit sc beschaffen, daß \ es in!!),< Organisatoren „spontaner Bewe-1 jpiDgen“ gibt. Wir haben Beispiele auch1, in Europa, daß spontane Bewegungeni sorgfältig organisier», uryf finanziert ward«». billig, zu sagen, daß es auf der and; Seite Dicht wenige Dinge gibt, die für die Vitalität des Jüdische v * 1 b -!; m s, -eine Elastizität .ieretaudskraft zeugen. Im Verlauf dieser zw.j Jahre sind die “4)0.000 Juden in Palästina v|i llelobt mehr gereift als in zehn Jah-on rnnnalen Lobeni Dr. Weizmann sprach dann Ober die Selbstbeherrschung der Juden in Palästina „trotz umneuschUcber Provokation“, und sagtet Wir tragen unser Teil zur Verteidigung des Landes bei. Würde men uns mehr Möglichkeit geben, könnten wir zur Unterstützung der zur Aufrecbierhaltung von Gesetz und Ordnung beratenen Kräfte Zehntansende janger Männe stellen. Die konstruktive Kraft des Zionismus Die Regierung hat vor vierzehn Monaten eine Kgi. Kommission nach Palästina geschickt, die schwere Arbeit zu verrichten hatte und nach vielen Monaten «einen Bericht veröffentlichte. der zwei Alternativen ▼orseblägfc Entweder Teilung Palästina« ln zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen, oder, falls« der Teilungsplan scheitern sollte — iu dem Falle nämlich, daß eia« der beider) Parteien dieser Lösung Restaurant Rillet im e ««renommierte Küche t: Reichhaltigc Menth von 11*90 auf w. &, fafflnerpttrgstelfyasse 3 (nächst Sä!itorbrü<ke nicht zKstimmen sollte —, Durchführung einer Reihe von uns betreffenden Palliativ maß nah nun, die eine unsere Tätigkeit, sehr , emschnüraxsd« Beschränkung auf dem Gebiete der Einwanderung, des Bodenerwerbs usw, bedeuten würden. Der zweite Vorschlag sollte jedoch nur ln Anwendung kommen, falls der erste unerfüllbar sein seilt & Die Regierung hat aberI noch nicht einmal versucht, den ersten Vorschlag zu erfüllen; sie erfüllt# lediglich, und die» 1c weitem Maße, die Empfehlungen d zweiten Vorschlages mit dem gebnis, daß die Einwanderung stark beentwickeln sich Zelle um Zelle, Baum um Baum :u>ü Han- ,tm Haus •Ja, mau neig* leicht dazu, die konstruktiver» Kräfte zu uütensch.'Hzen und di« destruktiven zu übcrsriutzeii. Das ist ein Fehler. den diejenigen, welche zu enteehfi.ler. haben, was das Beste für Palästina ist. nicht P!! '■if. Erklärungen englischer Politiker Obwohl — wie ich weiß — zahlreiche Versuche offen und geheim unternommen werden, um das jüdische Nationalheim zu „kristallisieren“ und dadurch unsere Gegner Mitriedenzustelleo, so kann doch bereite heute gesagt werden, daß diese Versuche mißlingen werden; dies wird sich schon sehr bald zeigen. Ebenso, wie unsere Gegner die Macht der destruktiven Kräfte au! der anderen Seite grotesk übertrieben habet», ebenso unterschätzen sie die Stärke der konstruktiven Kraftj'/n Ii: l-on!l-u, üat» Abgeordnete aller auf unserer Seite Die kanrtn'htivw»; '' "" 11 '»«««wi«» « « Kräfte manifestieren sich nicht in Born- BLAU - WEISS Zünder fKeren-Kafemethbenaaschlägen, ln Überfällen aus dem Hin- Zunder) erhältlich bei; Viktor Adler«- terbalt oder in Hetzartlkeln ln der Presse. 11> <• rg, Trafik- und R.-mehaitartikel. Wien. Konstruktive Kräfte wirken langsam und l Mi., Zoller;;;!«#« 5, Tel B 33-402. „WezdencU Wdt - eine. PMfoim&wmxf' Vorführung vom Sonntag 13. März. Elite-Kino, wegen Volkrebitlmmt verschob e n politischen Parteien unter den Freunden d»# Zionismus zu finden sind. Ich persönlich würde es verziehen, wenn die Re- Storung ihre Verpflichtungen btaeiobt’icb des «dtecnen Nationalheim« unter dem Mandat erfüllen würde. Wenn aber Teilung unvermeidlich ist, daun muß die Regierung sieh über ihre künftige Politik schlüssig werden und «ich entscheiden, was sie eigentlich will. Die Grenzen de* jüdischen Staates müssen, falis Teilung angenommen wird, in einer vom Standpunkt der Verteidigung und der wirtschaftlichen Em wick Inngsmöglichkeiten geeigneten Weise gezogen wetden und der Größe der jüdisches Not in den Mittel- und Osteuropas agep&St et Abg. Cap England Kilt an der Teilung fest. Erregte Aussprache im Unterhaus London, 10. März. (JTA.) Im englischen Unterhaus entspann sich im Zusammenhang mit der Vorlage de« Zusatzbudgets für di« Verteidigung von Pa!s, , * t i n & und Transjordanien in Höhe von 1423.000 Pfund eine Palästina-Debatte, die! »ehr erregt verlief. wurde. Es ist dies ein sehr ernster Zustand: Das Kriterium für die Einwanderung in Palästina ist heute nicht die im Mandat Stipuiierta wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes, sondern eine rein willkürliche Ziffer, die durch keinerlei wirtschaftliche Tatsachen gerechtfertigt ist. Es ist d es lediglich e'ne politische Ziffer, gleichsam ein Besänl tfgungsmittei für jene, die die vollständige Einstellung der jüdischen Einwanderung in Palästina gefordert halten. De« hat in Palästina eine schwierige ökonomisch« Lage geschaffen. Das Jüdische Wir bitter fBr unsere alten und arbeitennlh:g!>n Blinden um Spenden. Für die blinden Insiklehrer. Klavierstimmer, Korb- und Sesselechter sowie Bürstenmacher bitten wsr um Arbeit. BUfsveretn der ißdisenen Bltaflea Wien, il„ Eembrindtöi-aße 18 Nationalheim kt eine dynamische Sach« Beine Wirtschaft, hängt,. besondere in de ersten Entwick’.ungsstad!?xu von dem Import wen Energie nnd Kapital! ab, loh war überrascht, zu hören, daß die Regierung um die wirtschaftliche Lage in. Palästina 'sehr besorgt ist Wir s.lle sind sehr besorgt Die Ursachen der prekären Wirtschaftslage liegen aber in eben dieser willkürlichen Anwendung einer Verfügung, die — sogar wenn der Bericht der Kgl Kommission voll uni ganz akzeptiert werden würde —, heutzutage nicht angewendet werden dürfte. Ich glaube nicht, daß die ■ Beschränkung der jüdischen Einwanderung! jene, die jetzt die Behörden des Laads* her-i Onnsby-Gor« begründete da« Zusalzbudget. 801.000 Pfuni von den geforderten 428.000 Pfund entfallet auf die Kosten verstärkter militärischer Garnisonen, die;oit September des Vorjahres in Palästina erhalten worden. Gegenwärtig befinden sich dort sechs komplette britische Brigaden an Stelle der normalen Besatzung von zwei Infanteriebataillonec. Weiter g;' der Kolonienminister bekannt, daß die neue Technische Untersuchung» komn.is-sbi» sk.ü im April nach Palästina begeben werde. Kommission ued Mandat Der Labonr-Abgeordnete Morgan J o a e übte eine scharfe Kritik an der Palästiw Politik der Regien: ng, wobei er vor allem die Entsendung der neuen Technischen Kommission verurteilte. Der Kolonlenminteter habe erst im vergangenen August erklärt, zwei Dinge Ständen bezüglich Palästina« absolut fest und seien über allen Zweifel erhaben: 1. daß die Regierung die Balfour-Deklaratkm nach wie vor als verbindlich erachte, und Z daß das Mandat nach wie vor bestehe. Wenn dem so sei, weshalb werde dann überhaupt eine Kommission nach Palästina geschickt? Die Palästina-Politik der Regierung schlinge zu viel Zeit. Es sei nicht abzus« wann ein Erger-ui» uzieU werden würde. Die Arbeit der Techuiteheo Kommission, d die Grenzfeäücgv.rtg für den Teilungspls durchführen soll, werde sehr lange dauern. Sodann werde die Regierung die Empfehlungen der Kommissiou begutachten müssen, and nachdem sie sie gurgeheißen habe, natürlich dem Völkerbund vor legen müssen. Bis der Völkerbund seine Zustimmung gebe und die beiden Parteien — Juden und Araber — sich geeinigt hätten, würden wenigstens noch drei bis vier Jahre ■ergehen. Kein Mensch könne abseben, was sich bis dahin in Pilästina noch alles Zuträger) werde. Der Minister habe sich auf e i n 'Abenteuer eingelassen, das geradewegs auf ein furchtbares Unheil zusteuere. Der liberale Abgeordnete James de Rothschild erklärte, er habe Kenntnis, daß der Mufti in täglicher engster Verbindung mit Palästina gehalten werde. Der Mufti habe sich, wie man sieh in Palfist,ins erzählt, geäußert, „der Terror habe da® Mandat zunichte gemacht und er werde auch der Teilung den Garaus machor-A Oie waffenfähige Jugend. Abg. Colonel Josiah Wedgwood erklärte. Die wirklichen Zuhörer bei dieser1 Debatte sind nicht die Araber, sondern achtzehn Millionen Juden in der ganzen Welt, von denen nur fünf Millionen in ■Sicherheit in England nnd den Vereinigten Staaten leben können. Die einzige Frage, an der diese achtzehn Millionen wirklich intc;- essiert sind, ist nicht die Teilung und rieht dis zukünftige Regierung Palästina«, sondsrn die Frage, ob ihnen irgendwo auf der Erde ein Platz gegeben werden wird, wohin sie geben können. Es gibt in Palästina etwa 50.000 Juden, die fähig sind, Waffen zu tragen. 'Weshalb gibt man Ihneu nicht die Möglichkeit, sich zu verteidigen und ihr Land selbst zu schützen? Hat die Regierung ihre Auffassung bezüglich der Teilung geändert oder nicht? Colonel Wedsrwoeci verlangte eine Unterhausdebatte über die jüdische Einwanderung in Palästina, wandte sich gegen die arabischen Forderungen und trat für die Aufrechtserhait-ung des Mandates ein. Itn Laufe seiner RcJe kam es zwischen ihm und dein Kolonienminfstcr zu mehreren ZuBammenstöc n. V edgwewd schlug hiebei mit der tust auf da® Pub. Kolonienminister Ormsbv-Gore antnrtete auf diesen heftigen Angriff in einer nicht weniger heftigen Form, und es kam einem weiteren lärmenden Zwischenfall,; er Coleoel Wedgwood beschuldigte, er habe zu wB-Ji-.-nolten Malen der Regierung ihre Aufgabe durch derartige Angriffe zu erschweren versucht. „Ich wünsche1", erklärte der Minister, „einfür allemal kiarzustellen, daß die Regierung nach wie vor genau dort steht, wo de in der Debatte im 3ul; v. J. stand: Sie hält nach wie vor an der Teilung Palästina« fest,“ laptain Cazalet sagt«, er eel ein Anhänger des Teiiungsplanee. solange kein besserer Plan auftauc.hi. Wird Teilung durchgeführt, muß em jüdischer Staat geschaffen werden, der die folgenden Bedingungen erfüllen kann: 1 muß er ein wirkhoher Sisar eein, 2 muß er volle S o nv t< r 5 ui t ä i besitzen und 8. muß er ein Staat sein, der auf Selbsthilfe und Selbstverteidigung aufgebaut, iet. Jeder Teilnngsplan, der diese Bedingungen nicht erfüllt, 'wird nicht nur von dem jüdischen Volk, sondern auch von den Freunden des Zionismus im Unterbaue abgelehnt werden. Nicht bitten, sondern fordern! Dr. Stephen S. Wlse führte aus: Ich spreche als amerikanisches Mitglied de« Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation, der ich seit 1898 angeh jre. Damit will ich sagen, daß Ich nicht ein „Hitler-Zionist“ bin. Ais alter Zionist und ais aiter Freund Englands hoffe ich, daß wir, die wir England so lange vertraut bähen, die wir die Juden heit der Welt bewogen halben, auf das Wort England® und auf die englischen Versprechungen zu bauen, vom jüdischen Volke nicht als unwürdig de» Führerschaft geziehen werden, zu der es uns berufen bat Es sind uns in Amerika traurige Nachrichten zuge'toraraen über Plaue, wonach Palästina nicht geteilt, sondern zerstückelt werden soll. Ich glaube, im Namen der zahlenmäßig größten Judersheit in der Weit zu sprechen, wenn ich sage, daß England uns nicht einen Vorschlag machet» darf, dessen Annahme durch die Zioa’-stea «inert Treubruch an der Vergangenheit des Judentums und eia Auf geben der jüdischer Zukunft bedeuten würde. Wir sind in zahlreichen Ländern Mittel- und Osteuropas geschlagen und verstümmelt worden. Aber das Judentum stefcf aoeb immer da. stolz und tatbereit; es Restaurant Stefanie 'V; II., Toborstr. 12 — Tel. R M-k-4* Hugo und Juli« Herlinger, geb. Zöllner hat sich nicht »geben. Die Juden fordern von England nur, was England zu geben verpachtet ist: die Möglichkeit der Errichtung eines Jüdischen Nationalhebns unter Bedingung«, die eine von de» bitteren Notwendigkeiten des jüdischen Lebens in Osteuropa diktierte Einwanderung ermöglichen sollen. Bei all unserer Armut sind wir noch immer zu reich und zu stolz, als daß wir als Bittstell» kommen. Ehe es zu spät Ist, wenden wir — wir Nicht-Engländer, die wir England geliebt haben, ihm vertrauten, die wir von Englands großer Sympathie dem jüdisch*» Volk gegenüber gewußt haben — uns an die englische Regierung und an das englische Volk, und sagen: Ihr habt »ms das Versprachen gegeben, am in dem Aufbau ©Ines jüdischen Nationalhelms zu ermutigen. Wir haben unser Teil voll und ganz getan; ihr dagegen habt «»er Werk nur zum Teil getan. Laßt es eicht zu, daß die Welt, insbesondere die jüdische Welt, sagen könne, daß die 3aifour-Dekiaratioa eise England bequeme Einrichtung Ist, daß das britische Mandat für Palästina ela kluges Ersatzmittel für britische Annexion ist Behandelt un* so, wie wir behandelt werden wollen. Behandelt ms so, wie es Englands In Wahrheit würdig ist.