Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 743 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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WIR BEJAHEN ÖSTERREICH! ALLES AN DIE URNEN! Freitag-Aus gab e 9k Dieses Blatt Ist ab 4 Ubr nachmittags bei den Kolporteuren erhältlich ^Stimme 15 | JÜDISCHE ZEITUNG Wen, Freitag, U. MXrz t«|8 e 8. AtolL f*98 U. Jahrgang zwischen Halifax und Ribbentrop eine Rolle gespielt und sie tritt auch in den neuen römischen Konferenzen hervor. Wenn man Sonntag nachts die Endziffern hören wird, wird die Sache des Friedens weiter gebracht sein. D.felder im Negew, bei Jerusalem und bei Safed? Jerusalem, 10. März. (JTAA „Paleetine and Middle Eaet“ meldet, daß nach bisherigen eingehenden Untersuchungen große Öl-Vorkommen Im Negew (SüdpaUb stlna), in der Umgebung von Jerusaleiji and bei Safed festgestellt wurden; es seil sich um bedeutende Felder handeln. Elf* bekannter Experte hat geäußert, daß sich eine Ausnutzung dieser Ölvorkommen sehr KrnnKenfatirstühlß R Selbstfahrer, Tragsessel, neu und eebr. HL von S 60.—. Auch leih weis« Teilzahlung u. Gelegenheitskäufe EUJiiWIHlliolp.th ’ÄTSSÄ “ Aufruf des Bundeskanzlers Oer Bundeskanzler hat den folgenden Aufruf erlassen: gut rentierw würde. Die „Iraq Petroleum Company“, die von der Palästinaregierung die Konzession erhalten bat, Arbeiten in den erwähnten Gebieten durchzuführen, beginnt schon in kurzem mit den Vorbereitungen. Es liegt ferner im Plan, in Haifa eine große Ölraffinerie zu errichten. Die Volksbefragung Am Sonntag wird Österreich über Österreich abstimmen. Jeder Bürger ist aufgerufen, um die Frage deutlich zu beantworten, ob Österreich frei und unabhängig bleiben soll. Jeder Bürger weiß, in welchem Sinn die Frage gestellt ist, und wenn er aufgerufen wird, so muß er sich an alle Ereignisse erinnern, die nicht erst mit dem 12. Februar dieses Jahres begonnen haben, sondern sich in der Folge der Machtergreifung im Deutschen Reich eigeben haben. Wiederholt hat es -jäfift Acscbeiirgehab.^ als ohdiesetJt leine Donaustaat dem Überstarken Druck erliegen müsse, der mit schlechtweg allen Mitteln ausgeübt worden ist. Aber dieser Staat hat doch genug innere Festigkeit ttnd Kraft aufgebracht, er hat sich tapfer gewehrt und sein Schicksal selbst bestimmen können. Und das ist der Sinn des Ja, das aBe österreichischen Bürger am Sonntag auszusprechen haben: Diesen Willen, sich zu behaupten, so energisch und unzweideutig zu bekräftigen, daß für niemanden in der weiten Welt ein Zweifel übrig bleibt, nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft, nicht in den demokratischen Weststaaten. Volksbefragung ist eine urdemokratische Einrichtung. Der Bürger selbst, der tn Wirtschaft und Gesellschaft eingegliedert ist, der an seiner Stelle redliche Arbeit leistet, spricht seine Meinung und sein Urteil aus, und dieses Urteil ist dann mitbestimmend für den Weg, den die Staatsführung zu gehen hat. Und gerade darum müssen der jüdische Bürger und die jüdische Bürgerin die Teilnahme an der Volksabstimmung als eine Ehrenpflicht ausüben. Sie wissen alle, um was es gebt ln den Straßen Wiens sind ih den letzten Tagen von „unverantwortlichen jugendlichen Elementen“ in Rufen und Spfbcbchören alle die Hoffnungen kundgegeben worden, die sich an den Tag von Berchtesgaden knüpfen. In Graz und in Linz und an vielin anderen Ortin ist das gleiche geschehen und ein großer Teil der Intellektuellen hat diese Demonstrationen organisiert und mit*. ferdacht. Dagegen hat der Kanzler seine «Sicherungen über das gleiche Recht aller* die er im Bundestag ausgesprochen hat, in Innsbruck nochmals wiederl rit. Seine mufäge* und männliche Haltung hat Viel 'tfejüttmbeseitigt, viele Zaghafte gefvstigt und viele, die schon auf dem Weg zum anderen Ufer waren, zur Umkehr veranlaßt. Je mehr Bürger am Sonntag : für die. Parole Schuschnigg stimmen, djwto. at|rWi v^rd die Wirkung in der ■v Wtiit draroöli-TOÜ) die wirkM* i® diesen Tagen voll Spannung auf Österreich J laÄ' DCe^r’Äjibtag wird nicht nur-für „ Österreich, sondern für die ganze Welt Volk von Oesterreich! Zum ersten Male ln der Geschichte unseres Vaterlandes verlangt die Führung des Staates ein offenes Bekenntnis zur Heimat Sonntag, der 13. März 1938 Ist der Tag der Volksbefragung. Ihr alle, welchem Berufsstand, welcher Volksschichte Ihr angehört Männer und Frauen Im freien Österreich, Ihr seid aulgeruteo, Euch vor der ganzen Welt zu bekennen; Ihr sollt sagen, ob Ihr den Weg, den wir gehen, der sich die soziale Eintracht und Gleichberechtigung, die endgültige Überwindung der Parteienzerklttftung, den deutschen Frieden nach innen und außen, die Politik der Arbeit zum Ziele setzt — ob Ihr diesen Weg mitzugehen gewillt seid! Die Parole lautet: „Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Österreich! für Friede und Arbeit und die Gleichbemcütlgitug aller, die «ich zu Volk und Vaterland he* Das ist das Ziel meiner Politik. Dieses Ziel zu erreichen, Ist die Aufgabe, die uns gestellt ist und das geschichtliche Gebot der Stunde. Kein Wort der Parole, die Euch ah Frage gestellt Ist, darf fehlen. Wer sie bejaht, dient dem Interesse aller und vor allem dem Frieden! Darum, Volksgenossen, zeigt, daß es Euch ernst IM mit dem Willen, eine neue Zeit der Eintracht im Interesse der Heimat zu beginnen; die Welt soll unseren Lebenswillen sehen; darum, Volk von Österreich, stehe au! wie ein Mann und stimme mit Ja! Front-Heil! Österreich! Schuschnigg. Der Entschluß des Bundeskanzler«, das Volk Österreichs zu einem Votum für die Freiheit und Unabhängigkeit des Staates aufzurufen, hat die Nationalsozialisten in eine fast besinnungslose Erregung versetzt Die Abstimmung wird ihre wahre Anzahl zeigen und auch die Parole der Stimmenenthaltung wird daran nicht« ändern können, da man die Vergleichsziffem von früheren Wahlen her kennt und auch an der Hand der Volkszählungsstatistik die’ Anzahl der auf die Jahrgänge 21 bis 24 Entfallenden feststellen kann. Die Erklärungen der Bauernschaft und der Arbeiter, sich dem Bundeskanzler anzuschließen, lassen das Endergebnis als nicht zweifelhaft erscheinen. In einzelnen Provinzstädten ist es zu argen Vorfällen gekommen. Aber auch Wien ist seit Mittwoch Abend der Schauplatz von Demonstrationen, in denen die antisemitische Note immer stärker angeschlagen wird. Daß dies» Kundgebungen, an denen sich nur Halbwüchsige zwischen 10 uftd 16 Jahren beteiligen, während die Erwachsenen vom schützenden Hintergrund aus operieren, für die Masse sieh unheilvoll auswirken müssen, stört keinen der Befrieder, paßt sogar in ihr Konzept. Sie fürchten sich vor der Abstimmung und ihre Erklärungen über Verfassungswidrigkeit und überstttrztheit sind leeres Gerede. Die Abstimmung entspricht der Verfassung und eine Organisation, die sich ihrer Disziplin rühmt, braucht doch nur auf einen Knopf zu drücken... Es wird aber eine freie Abstimmung sein und das erzeugt diese Demonstrationen. Die aus dem Ausland vorliegenden Stimmen zeigen, daß man dort die weltpolitische Bedeutung des Plebiszits erkennt. Die Angelegenheit hat auch bereits in den Londoner Besprechungen von richtunggebender Bedeutung sein. Alle Bürger, und insbesondere alle jüdischen, müssen sich darüber klar sein, daß ihr Votum aüeh über Krieg oder Frieden mitentscheidet Was! wir vom Staat zu verlangen haben, die Wiedergutmachung erlittenen Unrechts, die Ausmerzung von Bescb'mpfungen und Besudelungen, das muß jetzt auf ein anderes Blatt geschrieben werden». Jetzt haben wir nichts anderes zu tun, als dem Bundeskanzler und der von ihm »aufdie Fahne gesehriebetoen Idee zu folgen und dies durch Ja ktmdzatun. Wir halten uns an das Wort des Bundeskanzlers, und er hat ein Anrecht auf Vertrauen. Es hat sich gezeigt, daß die Gegner der Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs trotz ihres Lärms und ihrer Propaganda nur eine Minderheit sind. Der Sonntag soll ües noch stärker sichtbar machen. Mit allen, die Österreich lieben, die für Arbeit und Bhot sind, die für den Frieden in de* Welt eintreten, werden alle jüdischen Bürger und Bürgerinnen am Sonntag für .Schuschnigg und für Österreich« Freiheit mit Ja stimmen, SO.OOO'PEund-Anleihe für Tel*Avlv Tel-Aviv, 10. März. (JTA.) Im Stadtrat von Tel-Aviv gab Bürgermeister Israel Rokach bekannt, daß Kolonienminister Ormsby-Gore nur die Anleihe in Höhe von S0.000 Pfund für die Tel-Aviver Stadtverwaltung bestätigt hat: dagegen habe er den Plan der Stadtverwaltung, eine Zusatzanleihe von weiteren 50.000 Pfund für öffentliche Arbeiten zur Linderung der Arbeitslosigkeit in der Stadt aufzunehmen, a b g e 1 e h n t» Abordnung der Jewlsh Agency bet MacMiehael Jtrusal««, sioner Harold MacMichael empfing am Montag, 7. d., eine Abordnung der Jerusalemer Exekutive der Jewisb Agency, bestehend aus dem Leiter des Politischen Departments der Exekutive Mosdhe Shertok sowie den Exekutiv-Mitgliedefn Dr. Maurice B. Hexter und Dr, Werner 'Sen atof. Der abgewehrte überfall auf Tirat Zwt Wir erhalten Einsicht in eine Karte, di« ein Mitglied der Kolonie Tirat Zwi an eitlen Freund in Wien gerichtet hat. In der Mitteilung heißt es unter anderem: „Sicher liest du In der Zeitung viele Sensationen. TMe Wahrheit ist: Montag, den 28. Februar, bei Nacht, 11 Uhr, überfielen sie uns mit vfej«*. Schüssen. Resultat: Ein Chawer laicht, ver. letzt, zwei Maulesel getötet, einer der -An* greif« tot (man glaubt, daß sie außerdem noch drei Tote weggeschleppt haben), «feige Verletzte bei ihnen. Wir befinden uns alle hier wohlauf, alles ist in bester Ordnung.“ Abfahrt von Olim nacb Erez Israel Das Paläetinaamt Wien teilt mit; Dienstag, den 15. d., 21 Uhr 25, fährt eine Gruppe von 80 Personen von hier ab Süd, bahnhof (über Triest) nach Erez Israel. Die nächste Abfahrt von Olim, deren Zertifikate aus dem laufenden Schedule bie 31, März 1938 gültig sind, erfolgt Dienstag, den 22. d„ um dieselbe 7eit, Nr. 5) sind soeben Prospekte in hebräisc! Sprache f*r jüdische Studenten, welche , Hebräischen Technikum ln Haifa Studie: wollen, einselangt. Die Prospekte sind dasei während des Parteienverkehrs (zwischen und 12 Uhr vormittags) kostenlos ei häjtlich Massenverhafiungen von Zionisten in Rußland Jerusalem, 10. März. (JTA.) In Palästina stad soeben Nachrichten über neue Mtusenverhaftungen von Zionisten fc der Sowjet, unlon eingetroffen. Gleichzeitig erfährt man* daß die BehajadjUtag der bereife seit längerer Zeit to den Gefängnissen in* der Sowjetunion untergehrachtw» Zionisten >' verschärft