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Die Stimme · 1938-03-04 · Heft 740 (4.3.1938) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 740 (4.3.1938)
Date
1938-03-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 740 —Wien, Freitag, den 4. Mari 1938. DIC STIMM1 Seit« 3 k/oeauf feeui sick die BeuötkecuHfy? Auf die bestUUohhUh wM^cUmtkendeh, SCHMIDL-mazzothi di* endlich wieder zu haben und stets frisch sind. Verlangen Sie C f h 1 In Ihrem eigenen Interesse JUl III IUI ” Mazzoth -Grieß nur in plombierten Sädcen. Ein Versuch überzeugt Sie. Garantiert (rische Erzeugnisse der heurigen Saison Bestellungen Zentrale: l!.f Leopoldsgasse 43 Telephon A 40 0-90, A 60-2-63, R 41-0-58, A 48-4-48 und In allen besseren elnschliglgen Geschütten Der Ugoda-Grabski gestorben Der Orsanisator des Wirtschaftspogroms verhängnisvoll auswirkte. Jüdische Handwerker und Kaufleute wurden sehr oit mit einer Jahressteuersumme belegt, die den Wert des besteuerten Unternehmens tun ein Vielfaches überstieg. Zu Hunderten und Tausenden gingen jüdische Existenten zugrunde. Ehedem wohlhabende jüdische Volksschichten wurden binnen kürzester Zeit an den Bettelstab gebracht. Die Steueremtreümng wurde mit beispielloser R ü c ks i c h te! oe igk e i t durchgefiihrt, Wohnungseinrichtungen und Warenbestände wurden bei nicht pünktlicher Steuerzahlung überfallartig gepfändet und mitgenommen, das „Grabski-Wägelchen“ wurde der Schrecken der Bewohnerschaft der jüdischen Stadtteile. Es setzte unter den Juden eine Art Panik-Emigration ein, man versuchte zu rotten, was noch zu retten war. Ein großer Teil der Emigranten ging nach Palästina, und diese überstürzte Emigration trug die Schuld an dem teilweisen wirtschaftlichen Zusammenbruch der Dritten Alija- Den sehr ungünstigen Eindruck, den diese Politik im Ausland hervorrief, versuchte die Regierung Grabski dadurch wettzumachen, daß sie im Jahre 1925 mit dem jüdischen Sejm-Klub eine „Verständigung“, die sogenannte „U g o d a“, vereinbarte, in weicher wirtschaftliche Erleichterung für die Juden vorgesehen war. Die Vereinbarung wurde aber von den Regienmgsorganen nicht eingehalten, die Politik der wirtschaftlichen Depossedierung der Juden wurde fortge- Ein Artikel des „Israel“: Italien und die Judenstaatsfrage In Warschau ist dieser Tage Ladislav Grabeki gestorben, ein Führer der polnischen Nationaldemokratie, 1923 bis 1925 polnischer Ministerpräsident. An den Namen Grabski knüpft sich die Erinnerung an eine tragische Epoche im Warner Bros bringen: ERR0L FLYNH .JOAN BL0NDELL la Ein Mann, wie man ihn wünscht Rotenturm-Kino, I. Votivpark-Kino, IX. polnischen Judentum, die sogenannte „Grabski-Epoche“. Er war der Initiator der Methoden zur wirtschat tlichen Vernichtung der Juden in Polen. Nach der ersten Stabilisierung der polnischen Währung im Jahre 1924 schuf Grabski ein Steuersystem, welches sich nicht allein gegen Handel und Handwerk, an dem die Juden stark beteiligt sind, über baupt, sondern mit voller Absicht gegen Jüdische Kaufleute und Handwerker Renn, 3. März. (JTA.) Die einzige in Italien erscheinende jüdische Wochenschrift, ,J s r a c 1“, befaßt sich im Leitartikel mit der offiziellen italienischen Note zur Judenfrage in Italien, die von deT „I n f o r m azione Diplomatie a“ verbreitet wurde. Die Note, schreibt „Israel“, muß wegen der bedeutsamen positiven Elemente, die sie enthält, mit Genugtuung aufgenommen werden. Sie zerstreut die in verschiedenen ausländischen Kreisen herrschende Ansicht, daß die faschistische Regierung beabsichtigt hätte, diese oder jene antisemitische Maßnahmen zu ergreifen. Die Zeitung äußert Zufriedenheit darüber, daß in der Note die Bedeutung des Gesetzes betreffend die jüdischen Gemeinden in Italien unterstrichen und erklärt wird, daß dieses auch in Zukunft respektiert werden wird. Hinsichtlich der in der Note unterstrichenen Notwendigkeit der Schaffung eines jüdischen Staates als Lösung des „universellen jüdischen Problems“ führt „Israel“ aus: „Die Notwendigkeit einer Lösung des jüdischen Problems, des Problems der Millionen Juden in den Galuth-Ländem, hat in Theodor H e r z I die Idee entstehen lassen, eine solche Lösung in der Schaffung eines jüdischen Staates In irgend einem Teile der Weit zu suchen. Wenn das Schicksal der Juden in den osteuropäischen Landern Herzl bewogen hat, seine Blicke nach Palästina zu lenken, und wenn diese Juden auch heute noch mit Sehnsucht dahin blicken, so geschieht dies wegen des Glaubens, den sie seit vielen Generationen in ihren Herzen tragen, und weil die Erde Palästinas die Erde ihrer Vorfahren ist, das Land, das laut der Bibel den Vätern und Kindern zugesagt und zugeschworen wurde. Diese geistige Sehnsucht hat die jüdischen Massen dazu getrieben, für das wüste Land so schwere Opfer zu bringen.“ Das Blatt schließt mit der Versicherung, daß nur Palästina dag geistige jüdische Problem werde lösen können. Jüdischer Getneindekongreß Ende März Wie die JTA. aus Rom meidet, hat dag Innenministerium den Termin für den zweiten Kongreß des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens, der auf den 21. und 22. März festgesetzt wurde, bestätigt Die Wahl der De legierten zum Kon-1 EISEN Selchwaren (J VERTRAUENSMARKE \Ww3y OER KENNE RI >s*«—o*' groß erfolgt entsprechend der Anzahl der Steuerzahler in den einzelnen Gemeinden. Die nunmehr erfolgte Bestätigung dt» Termins das Kongreeses, der die Wahl dee neuen Verbandsanssehueeee vorzunebmen haben wird, macht den verschiedenen Gerüchten ein Endo, die wiesen wollten, daß die Regierung einen Kommissär mit der Leitung des Verbandes betrauen werde. Seit dem Ableben des Vorsitzenden dee Verbandes, Adv. Feiioe Ravenna, im März 1937 führte der angesehene jüdische industrielle und Politiker Federiga J a r a c h aus Mailand die Geschäfte des Verbandes. Dramaturg Sabatino Lopez 70 Jahre alt Die italienische Judenheit, hat den 70. Geburtstag des hervorragenden jüdischen Dramaturgen Sabatino Lopez, der sich auch auf sozialem und kulturellem Gebiet verdient gemacht hat, festlich begangen. Sabatino Lopez ist. seit 20 Jahren Vorsitzender der zionistischen Gruppe in Mailand. Auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett wurde sein Wirken von dem Vorsitzenden der Mailänder Jüdischen Gemeinde, Federigo Jarach, vom Oberrabbiner von Mailand, Dr. Casteibolognesi, und von der Vorsitzenden des Verbandes jüdischer Frauen in Italien, Frau Vittoria Pisa, gewürdigt. Prof. Julius Ebenstem dirigiert am Sonntag, den fi März, KS Uhr abends,Tm Kleinen Musikvcreinssaal in Beinern Chor- und Orchesterkonzert das Oratorium von Händel „Juda Makkabä u s“ sowie Israel Brandmanng In Beruf und Sport währten, in landenden Familien Haria Franzbranntwein mit Menthol •mJttet Wie Satan in die Welt kam Von Prof. Harry Torcryner, Jerusalem Dieser Artikel stammt aus den Mit-(Hiob. Im Buch Hiob, Kap. I, Vers 6—12, teilungsblättern (Nr. 4) der Hebräischen j heißt es (vergl. auch Kap. II, Vers 1—7): Universität, die eine Reibe trägen von Professoren und Dozenten der Universität sowie eine Fülle informativer Mitteilungen über die Entwicklung dieser Anstalt enthalten. Zunächst: Nichts vom Teufel, wie ihn die spätere Sage bei Juden und Nichtjuden ausgestaltet hat: Dem Teufel mit Hörnern und Hufen, dem Satan, der in der Hölle die Verdammten peinigt. All das ist spätere Ausgestaltung einer Figur, die die Bibel in dieser Form nicht kennt. Auch das Gehinnom der Bibel ist ja keineswegs die spätere Dschehenna, in der die Sünder braten, sondern das nach Ben-binnom, dem Sohn des Hinnom, benannte irdische Tal bei Jerusalem. Der biblische Satan ist anderer Art. An mehreren Steilen der Schrift erscheint „Da war nun der Tag, da die Gotteswesen kamen, um sich vor den Ewigen zu stellen, und es kam auch der Satan unter ihnen. Da sprach der Ewige zum Satan: ,Wo kommst du her?' Da entgegnete der Satan dem Ewigen nnd sprach: .Vom Streifen auf der Erde (miechechut ba-arez) Und vom Sohlendem drauf (umehithallech ba).‘ Da sprach der Ewige zum Satan: Hast du auf Ijob acht gehabt, auf meinen Knecht? Wie er ist keiner ja auf Erden, Ein Mann, so schlicht und recht, Gott fürchtend and das Böse meidend.' unheiistiftend, anklagend oder hindernd. Die j Da entgegnete der Satan dem Ewigen und sprach: ,fet Ijob denn umsonst so gottesfflrehtig? Umheget du ihn nicht und sein Haus Und alles, was er hat ringsum? Hast seiner Hände Werk gesegnet, Und sein Besitz geht weit ins Land. Reck aber einmal deine Hand Griechen haben das hebräische Wort Satan mit „Diabolos“ (Verleumder) übersetzt und auß diesem Wort kt dann in den verechiedensten lebenden Sprachen die Bezeichnung für den Teufel entstanden. Etwas allgemeiner habe ich in der von mir bearbeiteten Bibelübersetzung das Wort durch „Widerreist“ wiederzugeben versucht. Er ist, wie Und trig( was immer ihm gehört, - Goethe etwa empfunden hat, der Geist, der j Qb w;ns Antlitz dir nicht flucht!1 stets verneint. Aber über den Ursprung des, pa gpraoh der Ewige zum Satan: Begriffs und des Wortes ist damit nichts i g-16ü. alle seine Habe sei in deiner Hand, gesagt- , I Nur gegen üm sollst du die Hand nicht 6 Mehr läßt sich jedoch aus der Prüfung der richten!' ÄSfwfÄfcMWÄ*IM. gta,te H. » n*- *»*■ Dieser ganze Auftritt vor Gott stellt sich im Bild einer Hofszene dar. Ate König sitzt Gott auf seinem Thron und seine Höflinge erscheinen, um vor ihm ihre Aufwartung zu machen. Ate König auf dem Thron sehen ja auch die Propheten Gott in der Vision. So Jeschaia in seineT Berufnngssohau, Kap. VI, und so vor ihm Michajehu, der Sohn Jimlas, I, Könige XXII, 19: „Gesehen habe ich den Ewigen^ auf seinem Thron sitzend, und alles Heer des Himmels stand um ihn zur Rechten und zur Linken.“ Aber dieselbe Vorstellung von der Hofhaltung Gottes liegt auch der Vision Secharjas, Kap. IV, zugrunde. Der Sinn dieses Kapitels wird klar, wenn wir zunächst mit anderen Forschern das Stück Vers 6 b bis 10 b („Dies ist das Wort des Ewigen an Serubabel... in Serubabete Hand'*), das andersartige Aussprüche Gottes enthält, ausschalten. Der Aufbau der Vision ist dann einheitlich: „Da kam der Bote, der mit mir redete, zurück und weckte mich wie einen, der aus seinem Schlaf geweckt wird, und sprach zu mir: .Was siebst du?‘ Und ich sprach: ich schaute, und sieh, ein Leuchter, ganz aus Gold, und eine Schale oben darauf, und seine sieben Lichte daran, sieben und sieben Zuflußröhrchen zu den Lichtere, die oben darauf waren. Und zwei ölbäume an ihm, einer rechts von der Schale und einer zn ihrer Linken.“ Und ich hob an und sprach zu dem Boten, der mit mir redete, nnd sprach: (Was sind diese, mein Herr?1 Da hob der Bote, der mit mir redete, an und sprach, zu mir. ,Weißt du denn nicht, was diese sind?' Und ich sprach: ,Nein, mein Herr!' Da hob er an und sprach zu mir (hier! staben im Text die von mär ausgeschalteten Verso: ,Diese sieben stad die Augen des Ewigen, die auf der ganzen Erde umherechweifen.1 Da hob Ich an und sprach zu ihm: ,Was stad diese zwei öibäume, rechts vom Leuchter und links von ihm?1 Und ich ob zum zweiten Mal an und sprach zu ihm: (Wae sind diese zwei Öibaumsehößlinge — zur Seite der zwei von ihnen herabfließenden Röhren — aus Gold?' Da sprach er zu mir: ,Weißt du denn nicht, was diese sind?* Da sagte er: (Das sind die beiden Söhne ha-Jizhars, die vor dem Herrscher der ganzen Erde stehn.111 Was der Prophet in Symbolen schaut, Ist Gottes königliche Hofhaltung. Gott selbst wird durch die Lampe versinnbildlicht. Die sieben Lichte sind die sieben „Augen“ Gottes, die auf der ganzen Erde umhersch weifen. Das sind nicht körperliche Augen, sondern, wie auch schon vermutet worden ist, die geheimen Räte des Königs, die das Land durchstreifen, um dem König über die Haltung der Bevölkerung Bericht zu erstatten, und die nach Herodot speziell im Penserreich „Augen des Königs“ hießen. Darum auch im hebräischen Text meschotetim (benuneohweifen) in männlicher Form. Dasselbe ist offenbar aber auch I, Chronik XVI, 9, gemeint: „Denn die Augen Gottes schweifen durch das ganze Laad.“ Gegenüber diesen umherschweifenden Boten, die vor Gott erscheinen, um ihren Bericht zu erstatten, stehen „die beiden Söhne ha-Jizhars“, die „vor dem Herrn der ganzen Erde stehen“. Auch in „Söhne ha-Jizhare“ birgt »ich ein uns vorläufig unbekannter Beamtentitel, vielleicht für die Leibwächter, die dem König zur Seite aufwarten. Mit dieser Darstellung kn Buch Sacbarja hat die Szene im Hiob auffallende Ähnlich-

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