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Die Stimme · 1938-03-02 · Heft 739 (2.3.1938) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 739 (2.3.1938)
Date
1938-03-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ht. 799. — Wien, Mittwoch, den 2. März 1988. Seite 3 Eine christliche StimmeI ,L:lß er entlassen werden mußte. Vieles aus, j diesem Aufsatz ist dann von der antijüdi- ) sehen Propaganda übernommen worden. ■! Fromers weiteres Schicksal war das eines .! deutschen Juden. 1983 mußte er Deutschland i verlassen. Er wandte sich nach Paris, wurde j aber unter dem für die deutschen Flficbt- . i iinge verhängnisvollen Fiandin-Lav&l- Die „Volksstimme von Baselland“ schrieb kürzlich über die zionistische Bewegung unter anderem: „Die bisherige Einwanderung des jüdischen Volkes nach Palästina hat nun doch zur Genüge bewiesen, daß es dieses Volk versteht, neben seinem angeborenen Kaufmannstalent auch das ihm zugewiesene Land zu bebauen. Heute sind 80.000 jüdische Bauern in Palästina tätig njnd bebauen den Boden in einer Art und Weise, die die Achtung und Anerkennung aller übrigen finden muß. Von den zirka 450.000 angesiedelten Juden ist ein großer Teil als Bau- und Industriearbeiter tätig, womit neuerdings erwiesen ist. daß die Jaden auch zu manueller Arbeit taugen. Das jüdische Volk erhält sein Land außerdem nicht geschenkt, sondern ein jeder Quadratmeter Land muß aus dem jüdischen Nationaifonds gekauft werden und wird auch tatsächlich auf diese Weise erworben. Gebe man daher dem jüdischen Volke die Möglichkeit, sein Können in dieser Hinsicht unter Beweis zu stellen. Daß ihnen dieser Beweis gelingen wird, zeigt uns Polen, wo von den 3K Millionen jüdischen Bewohnern ein gewaltiger Teil dem Arbeiterstande angehört. Von dieser großen Zahl sind heute 1K Millionen arbeitslos (inklusive Familienangehörige), die aus der Armenfürsorge leben müssen und dabei nachgewiesenermaßen mit zirka 4 H Schweizerfranken (1 Dollar) per Woche ihr Dasein fristen müssen. Gebe man diesen Kreisen das ihnen gehörende Land in Palästina zurück, und so manche Not kann gelindert werden. Wir als sogenannte Christen, deren oberster Grundsatz doch die christliche Nächstenliebe darstellt, sollten einmal diesen Grundsatz zur Wirklichkeit werden lassen, statt ihn stets nur als „leeres Wort“ zu deklamieren.“ Jakob Frottier gestorben Am 25. Februar ist in Preßburg der jüdische Schriftsteller Dr. Jakob Fromer im 72. Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. Die Nachricht weckt die Erinnerung an eii Mann, der, mit reichem Wissen ausgestat; Gutes hätte wirken können. Er hat es v gezogen, dem Judentum in den Rücken fallen. Er hat 1904 in der Hardenscben „Zukunft“ unter dem Pseudonym Dr. Elias Jakob einen Aufsatz publiziert, der die jüdische Religion sehr scharf kritisierte, ihr den ethischen Wert absprach und in der Aufforderung an die Juden gipfelte, „unterzutanchen“ und den Glauben der Wirtsvölker anzunehmen. Fromer war damals Bibliothekar der Berliner jüdischen Gemeinde. Die Erregung über seinen Aufsatz war so stark, Kurs aus Frankreich auagewiesen. Er nahm Aufenthalt inPaimadiMallorea, mußte aber auch diese Insel verlassen, als sie von den Franco-Leuten und Italienern besetzt wurde, die die deutschen Flüchtlinge verfolgten. So führte er in den Setzten Jahren ein unstetes Leben, das nunmehr ein Ende gefunden hat Die Fata morgana von Madagaskar Die Pariser „L'Illustration“ veröffentlicht einen Artikel des früheren Generalgouverneurs von Madagaskar, Marcel 01 i v i e r, in welchem dieser sich mit der jüngsten polnischen Mission nach der Insel befaßt und erklärt, daß keinerlei Aussichten aul Irgend eine Ansiedlung von Europäern auf der Insel bestehen. Bereits Im Jahre 1926, schreibt Olivier, habe der damalige Botschafter te Paris, Graf C h 1 a p o w s k i, mit ihm über die Möglichkeit der Ansiedlung von Emigranten aus Polen auf Madagaskar gesprochen. Er habe damals dem Botschafter gesagt: Die einzigen europäischen Landwirte, die versucht hatten, sich auf der Insel anzusiedeln, sind durch Krankheiten dezimiert worden. Dasselbe Los erfuhren auch | diejenigen Kolonisten, denen seinerzeit General Gallien! Konzessionen auf der Insel eingeräumt hatte. 1927 habe dann eine japanische Mission die Insel besucht, um die Möglichkeiten einer Ansiedlung von Japanern dort zu studieren. Die Mission sei aber bald zu dem Schluß gekommen, daß eine Kolonisation auf Madagaskar nicht möglich ist. Olivier kommt dann auf die Erklärung des Leiters der polnischen Mission, Major Lepecki , zu sprechen, wonach etwa 30.000 polnische Bauern auf einem 800 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hochplateau angesiedelt werden können. Diese Erklärung sei übertrieben opti- Nächstenllebe verbietet Einwanderung Die polnischen Antisemiten und anscheinend auch eine kleine Gruppe jüdischer Führer, fuhr Olivier fort, haben sich von der „Fata Morgana von Madagaskar“ in die Irre führen lassen. Zwei Juden, Alter und Dyk, gehörten der polnischen Madagaskar- Mission an. Diese beiden haben gesagt, es gebe keine Möglichkeit einer Masseneinwanderung in Madagaskar. Ich stimme dem Olivier schloß: Wenn Polen die Ergebnisse der Lepeeki-Mission in irgend einem positiven Sinne interpretiert, dann sollte die französische Regierung aus reiner Nächstenliebe den Einwanderern aus Polen den Weg nach Madagaskar v e rsperren. Tut die französische Regierung dies nicht,, dann müßte sie zumindest darauf bestehen, daß die Einwanderer gleich ihre Särge mit sich bringen. »Volksruf« Um einem dringenden Bedürfnis entgegenzukommen, erscheint in Wien ein neues Wochenblatt radauantiseniitisehen Inhalts mit dem neudeutsch klingenden Namen „Volksruf“. Die Herausgeber lassen uns wissen, daß sie keinen Rassenhaß kennen, sondern nur „berechtigte N o tw e h r“. Es ist eine unappetitliche Aufgabe, den Inhalt des Blättchens durchzulesen, aber sie ist notwendig, um den Geist und die Art dieses Presseerzeugnisses kennenzulernen. Ein Artikel in der Ausgabe vom 23. Februar heißt: „W i e n, wein e!“ Darin wird mitgeteilt, daß Wien deshalb weint, weil die „Habimah“ nicht nach Wien kommen darf. Bekanntlich spielte zu dieser Zeit die „Har bimah“ bereits acht Tage vor ausverkauften Häusern. Triumphierend, aber etwas überholt, wird von einem werdenden Antisemitismus in Italien erzählt, der damals schon offiziell dementiert war. Mitgeteilt wird auch, daß im Jänner bei dem Creditoren-Verein 70 Insolvenzen ange.meldet wurden, darunter von 52 Juden. Wie ist es also mit dem allumfassenden jüdischen Weltkapital, von dem in einem anderen Artikel erzählt wird, daß es die Aufrüstungen der Welt finanziert Von der Oper erfahren wir, daß dort zahlreiche Tempeleänger- und Sängerinnen (großgeschrieben!) singen, daß Szöke Szakaii den Frosch in „Fledermaus“ gesungen hat, woran die launige Bemerkung geknüpft wird, „daß ein jüdischer Frosch wohl etwas Neues ist“. Vom Theater in der Josefstadt hören wir wortwörtlich: „Es bietet zahlreichen Schauspielern Gelegenheit zu zersetzendem Spott und gelegentlichen Jargonwitzen.“ Auch das Deutsche Volkethoater, bekanntlich „der Schrecken der bodenständigen Wiener“, muß es sich sagen lassen, daß infolge des jüdischen Einflusses, es keine Wiener und keine österreichische Kunst mehr gibt. Der kunstverständige, objektive Autor verbirgt sich hinter dem Pseudonym „Iltis“ In Meyers Lexikon findet sich folgende Beschreibung: Iltis, Stinkmarder, Foetorius, Raubtiergattung, vorn stark verschmälerter Kopf, ist unten Schwarzbraun, oben und an den Seiten dunkel kastanienbraun, hat zwei Drüsen, aus denen er stinkende Flüssigkeit spritzt. Der I. findet sich in Europa und Asien. Er raubt Hühner- und Tauhenstäile aus, seine Raublust und Blutgier kann selbst Kindern gefährlich werden... Der Antisemitenbund und sein Organ kämpft selbstverständlich gegen den Materialismus und wird so lange dem „Volke predigen, daß nur die Rückkehr zum Idealismus der Weltanschauung der Vorfahren uns vor dem Zusammenbruche retten kann...“ Bundeswerbeleiter ist ein Herr Franz P r e i ß, alleinige Anzeigenannahme Anzeigebüro Herr Franz Preiß ...! Sollte der Herr etwa ein Materialist sein? Oder gar ein Geschäftemacher? Als Zentrum des lärmenden Verkaufes wurde die Ecke der Kärntnerstrnße und des Opemrings gewählt und scheinbar auch gebilligt. Wohl mit der Absicht, den Fremden der großen Ringstraßenhoteis die Kehrseite unserer Kultur, auf die wir so stolz sind, vor Augen zu führen. A. M. Die heiligen Stätten in Gefahr! Als Theodor Herzl die Regenten und Machthaber der Erdo für sein Judenstaatsprojekt zu gewinnen strebte, versuchte er vor allem, die Oberhäupter der christlichen Kirchen über das Schicksal der heiligen Stätten des Christentums zu beruhigen. Es schien dies nicht schwer zu sein, ln der ganzen Welt schätzte oder — bekämpfte man (je nach seiner eigenen größeren oder Der Humanitäre Verein der l_ _ Wien ladet hiemit alle »eine Freunde und Gönner zu der am Sametag, den 5. d„ im Pestsäule des Hotel Continental, II., Tabonstraße 4, stattflndenden Akademie mit Tanz höflichst ein. Mitwirkende: Erstklassige Kunstkräfto und Jazzkapelle Elite Kiddies. Enten« 2 Schilling. Beginn 20 Uhr. Das Retnerträgnis fließt wohltätigen Zwecken zu. Die inwendige Macht (Ans einem neuen Legendenkranz.) Von Alfred Werner. Als Jerusalem, der lieblichen Stadt, die Einnahme durch die Feindastruppen bevorstand, schlich sich Rabbi Jochanan ben Sakkai aus dem belagerten Heiligtum durch die eigenen Wachtposten wie durch die römischen Legionen hindurch ins Zelt des Feldherrn und bat Vespasian kniefällig um eine Gnade. Der Römer, von Mitleid für den ehrwürdigen Greis ergriffen, zugleich aber verwundert über die Kühnheit des Juden, der sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, glaubte den Inhalt des Begehrens erraten zu können und sagte gütig: „Du bittest, daß dir dein Haus geschont werde? Die Bitte sei dir gewährt“ — „Ich besitze kein Haus“, erwiderte der Rabbi. — „Hast du etwa Söhne oder Enkel unter meinen Gefangenen?“ — „Ich habe niemanden auf der Welt“, antwortete ben Sakkai leise. — „Dann Kommstdu gar, um deine eigene alte Haut m Sicherheit zu bringen, weil du dich beim Todfeind besser geborgen dünkst als drüben bei den Tollköpfen und Messerhelden in eurer Stadt?“ fragte der Befehlshaber mit leichtem Spott — Der Alte schüttelte das Ha-V „Mein Leben liegt in Gottes Hand. Ab« ehe ich dir meine Bitte vortrage, flehe ich dich an. mir ihre Erfüllung za versprechen. . — „Ein unbilliges Verlangen“, sagte Vespasian, geärgert über die unterwürfig-selbstbewußte Art des vor ihm Knieenden. „Steh auf, alles sei dir gewährt — falls du nicht etwa von mir verlangst, ich solle die Belagerung Jerusalems aufgeben.“ — „Dann mögest du mir erlauben, daß ich mir hier un Lande noch vor dem Fall der Stadt eine Schule für meine Jünger und für solche, die es ™Tden wollen, anfrichte, o Imperator! „Noch vor dem Fall der Stadt... Imperator!“ Mit freudigen Schrecken murmelte der Römer diese Prophezeiungen des Abgesandten eines fremden Gottes vor sich hin, dann faßte der sonst so harte und wortkarge Soldat den Patriarchen bewegt seinen hageren Schultern: „Ist das alles, i Rabbi, was du von mir willst? Verlang doch mehr — ich will dir alles gewähren!“ — „Du hast mir damit alles gewährt!“ sagte der Weißhaarige und -wandte sich zum i Gehen. j Aber kaum hatte er einen Schritt ins; Freie getan, als Vespasian ihn zurückrief. Prüfend schaute er dem Alten in die Augen. „Rabbi, du verbirgst mir etwas Großes. Wenn mich ein Mann von deiner Art in dieser Stunde, die Judäas Untergang bringen kann, um eine solche Geringfügigkeit wie eine Schule bittet, dann muß hinter diesem Wunsche ein Geheimnis verborgen sein, das du mir enthüllen sollst, so wahr euer Gott — ein Gott ist!“ „Du hast mir die Erfüllung meines Wunsches zugesichert, o Herr?“ — „Mein Wort gilt“, sagte der Römer fest „So will ich dir denn einen Traum erzählen“, sprach Rabbi Jochanan ben Sakkai. „Mir träumte jüngst in einer wildverworrenen Fiebernacht, der Ewige, unser Gott, spräche zu mir und prüfte mich: ,Nenn‘ mir die stärkste Macht auf Erden, o mein Sohn!“ Erschrocken rief ich, ohne lang nachzudenken: Ägypten, o mein Gott! Aber ein Wirbel-; wind entführte mich aus meinem Bette an j das Ufer des Nilstroms: Siehst du jene Pyra-; miden dort? Die darunter schlummern, | wähnten, ihr Reich für die Ewigkeit gej sichert zu haben. Und heute? Längst Ist es zerbröckelt, wie der Samum Körnchen fürj Körnchen die Spitzen ihrer Grabstätten ab-j trägt. Aber weißt du auch, mein Sohn, weshalb ihrem Geschlecht die Macht verloren ging? Weil alles außer ihnen lag, was sie sonst verteidigt hätten mit Leib und Seele, daß es ihnen niemals hätte genommen werden können.1 Vielleicht dachtest du an Babylons Erfinderkraft? sagte ich halblaut, mehr zu mir selbst Aber schon stand ich am Ufer des Euphrats und sah, wie Unkraut die vielberühmten Gärten überwucherte, wie die Eidechse nmherkietterte anf den sinnreich erdachten Portalen. Und der Ewige wiederholte seine Worte von der Äußerlichkeit der i Macht, deren Sinn ich noch immer nicht begriff. Ein Gedanke durchzuckte mich: ,Der Kunstverstand der Griechen!“ Aber die Tempel Athens sah ich leer, die Statuen waren geraubt, Gymnasien und Ringhallen verödet .Würdest, du um den Besitz eines Mamorbildes dein Leben himreben?“ ,Mein heiligstes Gut für ein Gebild aus Menschenhand?“ sagte ich verwundert Auch die Griechen mußten dahingehen, weil alles außer ihnen lag, was sie sonst verteidigt hätten mit Leib und Seele, daß es ihnen niemals hätte genommen werden können. Aber noch verstand ich die Worte des Ewigen nicht und glaubte auf der rechten Spur zu sein, als ich ausrief: ,Wer könnte mächtiger sein als Rom, dessen Staatskunst die ganze Erde unterjocht hat?!“ “ „Weshalb zögerst du mit deiner Rede?“ fragte Vespasian heiser. „Fahre fort!“ „Kaum hatte ich dies gesprochen, als ich den Tiber vor mir erblickte, der träge sein Wasser zum Meere führt. Aber war dieser Schutthaufen vor mir das ewige Rom? Waren diese Kriegsleute, angetan mit Bärenfellen und eine seltsame Sprache redend, die stolzen römischen Legionäre, \ Furcht und Bewunderung der Welt? Wo einst die Senatoren würdig-hobeitsvoll über die Geschicke der ganzen Welt berieten, dort schnaubten jetzt junge, fremdländische Eroberer ihre Befehle.“ „Ich will das Ende deines Traumes erfahren!“ stieß der Feldherr hastig hervor. „Der Traum ist zu Ende“, sagt« ben Sakkai. „Denn als ich wieder den mir noch immer unverständlichen Spruch aus dem Munde des Ewigen vernahm, erwachte ich | plötzlich und es schien mir, als hätte mein 1 Lieblingsscbüier diese Worte zu mir gesprochen. Er stand vor mir in der Schönheit seiner Jugend und ich fühlte sein« Hand auf meiner Stirn. .Rabbi“, sprach er, ,<iie Sonne steht hoch am Himmel und wir müssen all das wiederholen und besprechen, was äir am Vortage mit uns durchgenommen habt“ Und während er so sprach, betraten die übrigen Schüler mein Schlafgemach, ihre Augen leuchteten vor heiligem Wissensdurst, ihre jungen Lippen hingen au meinen alten Lippen, als ob niobt draußen vor der Stadfcmauer_ der grimmige Feind stünde, ak ob nicht in den Straßen unseres heiligen Jerusalem Parteienhader, Hunger, Pest täglich neue Opfer forderten. Angesichts dieser herrlichen Jugend, die so fest, an die Gotteslehre glaubt, ging mir der Sinn der Worte des Ewigen auf. Ich erkannte, daß einzig Bestand haben kann, was wir in uns tragen, was mit unserem Sein so innig verbunden ist-, daß wir dafür bis zum letzten Atemzug kämpfen woilen und das wir, durch Zwiegespräch, dem Nächsten und dieser wieder seinem Nächsten und so fort zu übermitteln trachten, a-uf daß cs durch Kind und Kinieskind unsterblich bleibt,. Denn wa.s liegt an Besitz von Mormor, Gold und Edelsteinen? Ihr Eigner geht dafür nicht in den Tod, er schickt seine Sklaven vor — aber was soU ihnen die Verteidigung fremden Eigentums? Wenn aber der Schatz in uns ruht, wenn er also unser selbst geworden wie Herz und Hirn — dann kann es keiner Erdenmacht gelingen, uns zu vernichten. Denn dieser Schatz ist uns zu teuer, als daß wir ihn zu i Boden fallen ließen. Und für den Fall, daß einer plötzlich ans dem Irdischen abherufen würde, bat er uns, daß niemals die ewige Glut erlösche, längst den Woitbewahrer bezeichnet Wir aber nähren diese Glut nicht wie eure Vesta.linnen mit irdischem Stoff — wie leicht könnte da das Feuer erlöschen — wir pflaDzen das Wisse® um den einigeinzdgen Gott in Schülern und Sohülereschülern fort bis in die spätesten Geschlechter.“ Lautlos verließ der Greis den Raum. Vespasian aber, durch die Rede des Juden noch melancholischer geworden, als er es zuvor gewesen, überließ die Weiterführung des Krieges gegen die Juden seinem Sohne Titus; er selbst kehrte nach Rom zurück, wo er alsbald zum Kaiser ausgerafen wurde, aber nach kurzer Zeit starb. Rabbi Jochanan ben Sakkai begründete zu Jawneh seine Schule, bevor noch Judäas Macht vollständig gebrochen war. Und von diesem Lehrhause ging des Wissens Gknz aus, der Rom und alle späteren Mächte überdauern sollte..

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