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Die Stimme · 1938-02-25 · Heft 737 (25.2.1938) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 737 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mt« 2 Wie®, Freitag, 25. Fehruar 1988. — Nr. 737. CAFE BUCHSBAUM 11- Kinne, Wuituaast II leiephnn A *3 S-JW des Friodensvertrages, sondern kraft natürlichen Rechtes. Diese Versicherung1 deckt sich mit den ErklÄrmgen, die der Bundeskanzler in einer langer» Aussprache dem Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde gemacht hat. Die Regierung wird keinerlei Rechtaangleichung an die Gesetzgebung des Dritten Reiche* vornehmen und sie wird auch nicht des Forderungen des üppig gewordenen Hasses nach Revision der Staatsbürgerschaft nachgeben. Österreich ist ein Rechtsstaat und der Kanzler will ein Mann des Rechte« bleiben. Und vielleicht das Scheuste, was er in dieser Auffassung sagte, lautet; ,,Österreich muß Österreich bleiben!“, da« Land, das auch wir lieben, seiner schönen und noblen Kultur willen, seiner wirklichen natumahen Demokratie wegen, die ist, auch wenn sie nicht im Gesetze steht. Der Bundeskanzler hat zur Welt gesprochen. Er hat ihr die Sorgen dieses nach dem Krieg so schlecht behandelten Landes ans Herz gelegt. Er hat, daran gemahnt, daß dieses Österreich eine abendländische Aufgabe zu erfüllen hat. tmd so wie er für das Innere Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz verkündet, so fordert er die Unterstützung des Auslandes, sicher, daß er überall Verständnis für die Situation und die Notlage findet. Aber es lat feetzuhalten, daß der Kanzler in einem außerordentlich festen und bestimmten Ton immer wieder die Souveränität des österreichischen Landes proklamierte. Er bat durch diese Erklärungen viel an Ungewißheit und Sorge gebannt und er wird hoffentlich auch die Hilfe der Mächte finden, die die Souveränität Österreichs garantiert haben, und die heute schon erkennen, welche Folgen ein Vorstoß gegen diese Drehscheibe Europas haben müßte. Das Judentum der ganzen Welt hat die Worte de» Rangiere mltangehört und hat das ' Vertrauen, »»daß Recht Recht bleibt. Wir wissen*, gleich es Recht heißt gleiche Pflicht und wir halten um daran. BLAU - WEISS - Zünder {Keren Kalemeth- ZUnder) erhältlich bei: Viktor Adler« b e rg, Trafik- und Hmndialtartikel, Wien, VU., Zollergaeee 5, Tel. B SS-4»ß. Unsere Massenversammlungen Am 15. d. M. fand ta renovierten Hehn der zionistischen Bezirkssektion Währing eine von der Sektion gemeinsam mit der WftO XVIII veranstaltete Massenversammlung statt. Der Andrang der Juden de« Bezirkes war derart groß, daß oleht »Me Einlaß finden konnten. Die Versammlung wurde von Br. Eduard PachtmäJwi als Obmann der Sektion eröffnet, der der Hoffnung Ausdruck verlieb, daß das Heim nunmehr »utn Mittelpunkt des *ionktiBohen Lebens See Bezirkes werden wird. Nachdem der Führer der Jugendgrtippe Britb-Zion für den 1$. Bezirk, Herr Fischer, dis anwesenden Eltern unter Hinweis auf das Jugendgesetz aufgefoudert hatte, ihre Kinder kn Interesse einer entsprechenden jüdischen und vaterländischen Erziehung der Jugend in den Brith-Zion zu schicken, sprach unter lebhaftem Interesse Dr. Alfred L 5 v y anläßlich des 100. Geburtstage« Josef Poppor-Lyokeue* Uber die Persönlichkeit und die Werke di««« großen Mann« und Juden. Nach ihm sprach, von der Versammlung stürmisch begrüßt, der Rat der Stadt Wien, Herr Dr. Jakob Ehrlich. Er gab einen gesobi'Hli ' -.n Überblick über die Lage '.'er Juden Europas in den früheren Jahren« sprach dann über die Situation der Juden in Rußland, Polen, Deutschland, Rumänien, und kam schließlich auf die Verhältnisse der Juden in Österreich zu sprechen. Unter starkem und einmütigem Beifall der Teilnehmer schloß Dr. Ehrlich «ein« Ansprache mit dom Appell an alle, die es mit dem Judentum ehrlich meinen, alle jüdischen Kräfte »isajnrarjiruf aasen und zu vereinig TO. Am 14. d. M. fand eine Massenversammlung für die Bezirke Wieden und Margar o * «a statt, bei welcher Staatsrat |)r, Kriedmann über die Lage der Juden und die Angelegenheit des Jungvolks referierte. Die AusführunOTn dos Redners wurden auch von den anwesenden UnionUten lebhaft akkiamiffl-t. B» Aufforderung de» Redner» _ Me UnionWten, den inneren Kampf nicht standen, daß der Redner in alten seinen draußen, sondern in ruhiger und sachlicher Ausführungen vollauf liecht hatte. Die lie- Forrn ln der Knlto.-eOube auszutragen, fand sonanz, die die Rede gefunden hat, läßt begeisterten Applaus, eine® großen Zuwachs von Mitgliedern er- Noeh lange nach Schluß der Versammlung warten, blieben Unionisten im Saale und unter- Es wr ein Tag, auf den die Zionisten der hielten steh mit Zionisten über die vom Bezirke Wteden-Margareten stelz sein Redner aufgeworfenen Fragen; manche gekönnen. 1 „Symbolische Landung" in Tel-Aviv Tel-Aviv, 33. Februar. (JTA.) Der Beginn, der Ausbootung von Passagier«® im Hafen! von Tel-Aviv wurde gemäß einer Verfügung des Eiawanderunfsdeparts» ments der Regierung bl* zur Durchführung aller technischen Maßnahmen, die! noch einige Wochen datum wird,! verschoben. Dennoch fand beute die ge- J plante Feier der Eröffnung de« Baien« statt i Aaf spezielle« Ersuchen hat der High Com-' miesioner gestattet, daß der Dampfer „Har; Zion“ 12 jüdische Passagiere ausbootet Die Übrigen Passagiere des Dampfer» mußten nach Haifa weiterfahren, wo sie landen werden. Die „symbolische“ Ausbootung der 12 Einwanderer ging im Rahmen einer großen Feier vor sich. Sir Arthur Weuch o p e, der Bürgermeister von Tel-Aviv, Israel R o k ach, Mitglieder des Tel- Aviver Stadt rate* und mehrere Führer de« Jiaehuw begrüßten die Einwanderer. Die Stadt Tel-Aviv biete» ein festliebes Bild. Geschäfte and Schalen sind geschlossen, die Häuser sind beflaggt ebenso alte Im Hafen liegenden Schiffe. ■ Der Dampfer „Har Zion“, der dem Palej stina Maritime Lloyd gehört, verkehrt zwlj «eben dem rumänischen Hafen Konstanten j und dau palästinensischen Häfen vierzehn-j tägig. Sir John Haslam fordert Erfüllung der Balfour-Erkidruns London, 24. Februar. (JTA.) Da« kon- »e r v a t i v e UnteriuMismitgiiwi Sir John Haslam forderte in einer in der Bolton Conservaüve Association gehaltenen Ansprache die volle Erfüllung des mit, der Balfour-l>eklaratioD den Juden seitens Englands gegebenen Versprechens betreffend Aufbau des jüdischen Nationalhelms in Palästina Den Juden in der Welt, fügte Sir John Haslam hinzu, wird keine faire Behandlung zuteil, mindestens England sollte der Welt zeigen, daß ein auch einem Schwachen gegebenes Versprechen erfüllt wird. Der Bericht der Pocl-Kommission ist nicht weitgehend genug. Er, Sir John, hoffe, daß das Ergebnis der Untersuchungen der neuen Palästina-Kommission gerechter für die Juden ausfalten wird. Verstärkte Aktion der Terrorbanden Jerusalem, 23. Februar. (JTA.) Di« Terrortätigkeit arabischer Banden bat in den Setzten Tagen wieder einen Aufschwung genommen, doch ist es zu schwerem Blutvergießen nicht, gekommen. In der Nacht zum 22. d. drang eine etwa £00köpflge bewaffnete Bande in J e n i n ein, beschoß da« Amtegebäude und die Polizeistatdön und versuchte, in dieselben einzudringen. Auch mehrere Privathäuser wurden zum Teii stark beschädigt Die Polizei- und Militärwachen setzten zum Gegenangriff mit M»schlnwg«wehrfttt»r ein und verjagten die Angreifer, die ln die umliegenden Berge flüchteten. Ob die Angreifer Verwundete mit sich nahmen, konnte nicht fostgesteüt werden. Auch in der Nähe von 8 a f e d kam es zu einem scharfen Kugeiweehsel zwischen Patrouillen von Polizei und Militär einerseits und einer bewaffneten arabischen Bande andererseits; man glaubt, daß die Bande Verluste erlitten hat In da« arabische Dort Kunemir bei Beisan drang vor Tagesanbruch überraschend eine bewaffnete Bande ein, besetzte die Polizei- Station, entwaffnet* die arabischen Polizisten und nahm ihnen fünf Gewehre und Munition weg. Die Kolonisten der benachbarten -1 e n jüdischen Kolonie Tiratw i alarmierten durch Raketensigual die Polizei der Umgebung. Bei deren Eintreffen floh die Bande. e Polizei verhaftet« in Jerusalem wegen verbotener politischer Tätigkeit zwei fttb-, rende Araber, nämlich den naturalisierten | amerikanischen Bürger Abdul Bamidi Shuman, der der größte Aktionär der Arabischen Bank ist, und den Großkauf-, mann Ataliah Predj.! Die Polizei in Jerusalem entdeckte einen großen Vorrat Materialien zur Herstellung von Munition, darunter 6000 englische und deutsche Pafcronpoechachtein und 5000 Züudbfiehsen. Das Material war Ixt einer Höhle aalte de« Jsfls-Tor unweit dom neuen jüdischen Handelszentrum verborgen und mit Spinn web bedeckt. Die Polizei glaubt daß es schon vor einem Jahr zur Vorbereitung der arabischen Revolte hier verborgen wurde. Es wurden jedoch in der gleichen Höhle auch sechs neue arabische Bomben gefunden. Ein Mitglied der ttansjordanischen Grenzwache wurde in dem Gebiet nördficlt dies Hole-Sees, Laut, einer von der Jewish Agency durchgeführten Zählung gab es im Jahre 1938 in Palästina 8967 jüdische agri-; kulturelle Wirtschaften, davonj 11598'gemischte Wirtschaften, ’4ß?4 Psdessini, 185 Wein- und Mandelgärten, und, 500 andere Wirtschaften, hauptsächlich Manna-Kulturen. Bei einem Drittel aller Wirtschaften umfaßt die Bodenfläche 10 bis 20 Dunam, und zwar sind die» 1485 gemischte Wirtschaften und 1277 Pardessim. Mit einer Bodenfläche von je 5 bis 9 Dunam gab es 1043 Wirtsch-aften, davon 575 Pwdessim und 326 gemischte Wirtschaften- 884 Wirtschaften waren 1 bis 4 Dunam groß. Die Zahl der Großwirtschaften Ist ansehnlich: 578 Wirtschaften umfaßten je 100 bis 150, 171 Wirtschaften je 151 bis 200 Dunam. Die kleineren Wirtschaften konzentrieren sich vorwiegend rund um Städte. Die größeren Wirtschaften teilen Rieh geographisch wie folgt auf: Judäa 166, im Westen des E m e k J e z r e e 1 ia der Sc haron-Ebene 113. Galiläa 192. Revisionisten and Jadenstaatspartei Die Prager revisionistische „Medina Iwrit“ schreibt: „Wir erhalten aus privater Quelle Information über eine Besprechung, die am 18. Februar in Paris stattfand, an der Jabotinsky, Dr. Klinger und Ing. J a e o b i, seitens der Judenstaatspartei Meir Grossmann, Dr. J. M a c h o w e r und Oberbaurat St r i e k e r teilnahmen. Bei dieser Beratung kam es, wie dieselbe frivate Quelle mitteilt, insofern zu einem Inverst&adnis, als in London eine Kontakt-Kommission geschaffen wird, deren Aufgabe es sein soll, auf außenpolitischem Gebiet gemeinsame Sehritte im Sinne des Staats- * ionismu» vor* u nehmen. Alle in diesem Zusammenhang stehenden Aktionen soll so von der Londoner Kontaktkommission beraten und ausgearbeitet, vor der Durchführung jedoch den Instanzen beider Organisationen zur endgültigen Bestätigung vorgelegt werden. Alle anderen Schritte und Aktionen werden nach wie vor von den beiden Organisationen selbständig vorgenommen. Dieselbe Quelle teilt mit, daß die Kontakikommission voraussichtlich ans den Hsrreu Jacob! und Klinger für die Neu-Z. O. und den Herren Grossmann und Machower für die Judenstaatspartei bestehen wird. Der Rmn dieser vom Wiener Organ der Judenstaatszionisten bestätigten Meldung ist nicht klar- Begrüßenswert wäre die Kontakt-Kommission nur dann, wenn sie zu einem Wiedereintritt der Revisionisten in die Zionistische Weltorganisation und damit zur Wiederherstellung einer einheitlichen Organisation beitragon würde. Eine Verbreiterung der Spaltung jedoch müßte als neue Schwächung der zionistischen Front bedauert werden. Im übrigen besteht in weiten revisionistischen Kreisen das Bedürfnis, ln die „alte“ Organisation surückzukehren. Hierüber haben in Polen zwischen dem revisionistischen Führer Schechtmann und Dr. Kienmann Verhandlungen &ta «gefunden. Der Abschluß eine« Paktes wurde aber Wii bitten iüi unsere alten and arbeitsam flhitren Blinde« »m Spenden. Fflr die blinden Mnsiklnhrat, Klavierstimmer, Korband Besse: Rechter sowie Bürstenmacher bitten wir am Arbeit. Hierein Her indischen Biinüta Wien. il.. H*mlnndirtraße 18 Restaurant Bidet *y: Bestienommierte Kttche Reichhaltige Menüs von S 1*90 aufw. ii-Hammenjurgstafqe-ie 3 (nMist Salxtorbrödie Liederabend Hilda DnÜtskaja. Die WIZO- Neubao veranrta’tet Samstag, den 86. d,, 8 Uhr abend«, I., Bobottenring 26 (WIZO-Zentrale), «inan Liederabend Eiida Dulitxkajs. Mit wirkend: Balalaika-Orchester und Martin Müller vom Jüdischen Kultur theoter. Jüdische Kultursteile, I., Franz-Josefs-Kal a. R 28-246. Montag, Sa d„ 20 Uhr, im Großen SsaJ des J. K. J.: RezitationeabeiKi Jehuda Ebrenkrsaz: „Ostjüdtsche Dichtung.“ Jüdische Volkshochschule, L. Franz -Joeefs- Kai 3. Beginn des Sommereemeeters: Montag. 28, d., 19 Uhr. Auskünfte und Prospekte ganztägig im Sekretariat, „KLUB ZtOtnsTIICW* WUMIW« IW WteN Samstag, 2«. Februar IMS, in sSsitllebes Festsäle» dss „Hotel Metropcls“, I., Horrinpü 4 Ball mit Akademie JezzKepeltei ISY OIMJE». JazzsSagotT' BRUNO ROLAND, sowie eratki. KssotkriUte Karten I Die Arbeit des Keren Kajeissetli Wichtige Feststellung! Unsere jugendlichen' Mitarbeiter (bei Leerung«! u«w.) sind freiwillige, ehrenamtliche Mitarbeiter! C h a e s - A k t i o n: Zum Abschluß der Chajes-Aktion erscheint eine Sonderst h r i f t des KKL mit einer Chajes-Rede- Angeschlossen wird ein Verzeichnis aller Gruppen, die eine komplette Chajes-Eintragung zustande gebracht haben. Alle Gruppen sowie die 8e!bs*kontingentr ler werden dringendst ersucht, ihre Chajes- Sammelbögen mit dein KKL. zu verrechnensitz Donnerstag, den 3. März, H7 Uhr abends. Monatsschrift „Palästina* (Herausgeber Adolf Böhm, Wien). — Nr. 2 enthält eine Reihe vcy besonders interessanten Beiträgen. Dr. E. Bromberger schreibt über „Die Trieb kräfte der jüdischen Wirtschaft“ und wägt die äußeren und inneren Faktoren ah. die auf die Wirtschaft in Palästina einwirken. Dr. Erwin Wittkowski schreibt über die „Zionistische Industriepolitik“. Er untersucht di« Lage der jüdischen Industrie und ihre aktuellen Bedürfnisse. Ing. Markus Reiner stellt an Rand einer Spezialkarte Betrachtungen darüber an, wie „Die Hauptstadt für den Judenstaat“ gelegen sein müsse, um den administratives, strategischen und Ökonomischen Bedürfnissen zu genügen. A. b. bespricht ,J)ie Frage der Unabhängigkeit Syriens“ finit Karte) und zeigt, welche schweren inneren Probleme dieser neue Staat zu iösen hätte. L. m. r. sehreibt über „Politische Literatur“, Dr. Alfred M (o h a e 1! s steuert wie allmonatlioh einen sachkundigen Be Hobt über den Stand der Wirtschaft bei, der diesmal besonders detaijiiert und mH reiche« Zahlenmaterial Ulu- «trtert, tot Nachrichten und Daten sowie büoherbesprechuageu schließen das Heft. — Administration! Josei Hajeks Nachflg. Friedrich Holzer & Co . Wien, XVIL, Kalviuieabergpum 82. Tel A SM08. iyrt, Bezlrkseektion VHLIX fHürlgsese Nr. 2). Dtensteg. den L März, HS Uhr abends: Schiomt* Auerbach: „Modsrae hebräische Diebtot#“. K9 IStr-, Prof. Ktstehaum: „Eeynjaakow Cagad*)“,

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