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Die Stimme · 1938-02-25 · Heft 737 (25.2.1938) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 737 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Freitag-Ausgabe e i Blatt lat ab 4 Ubr nachmittags den Kolporteuren erhältlich <Dk ‘Stimme JÜDISCHE ZEITUNG mit den vorzüglichen schiff« n „MARCO POIO” „ESPERIA" „GAU LEA" „GERUSALEMME' „PALElTIMA" der Schiffahrt«gesellidieft „ADRIATICA" Zu PURIM und PESSACH *uf Hin- und Rüdfahritarten t0% Gesdlidiaftirciien de* Reisebüro CiTY, Dr. I. H. Körner. I., Kohimaikt 8 PURIM.REISE ab Triest 9. März 1938 PE*SACH*REISE ab Triest 6. April 1938 Auskünfte und Prospekte.- Gsneraiogentur und PassaglerbOroi Wien, I, Kirntnerring 6 - Tel. U 47-5-dO Zweigstelle. Wien, I., Kohlmerkl 1 - Tel. R 98-1-33 Wien. Freitag, ». Febrnar 1938 e U Adar L «»98 IL Jahrgui Das ib, Alfelte Gleichberechtigung verbärgt. Staatsrat Dr. Friedmann beim Bundeskanzler RONALD CÖIAAAN JANE WTATT AP 0 110 . Gleiche* Recht für alle Staatsbürger Die amtliche „Wiener Zeitung“ schreibt in ihrem Leitartikel vom 24. Februar: „Ruhe and Frieden sind der Bürger höchstes Gut Ihr sicherstes Unterpfand sind die Gesetze, Ae das Leben dieses Staates regeln. Schon Iraner war es österreichischer Grundsatz, daß alle Staatsbürger, die sich auch znm Staat offen bekennen, gleichberechtigt sind. Diskriminieren ist nicht; österreichische Art Freiheit»- und Unabhängigkeitsdrang waren immer österreij ebische Eigenart.“ Abschiedsfeier für Sir Arthur Wauchope Jerusalem, 24. Februar. (JTA.) Am 22. Februar fand in Jerusalem eine Abechiedsfeicr für den scheidenden High| Commissioner General Sir Arthur W a u-1 c h o p e statt. Neben den hohen Beamten der Regierung und den führenden Persönlichkeiten der britischen Kolonie hatten sich zur Feier außerordentlich viele arabische Notabein aus allen Teilen des Landes, ebenso zahlreiche Persönlichkeiten aus der Führerschaft des Jischuw, sowie| Vertreter der Wirtschaft eingefunden. | Huberman vollkommen erholt | Am Abend wohnte Sir Arthur Wauchope1 einem Jerusalemer Konzert des jüdischen philharmonischen Orchesters bei. Es erregte große Überraschung und Genugtuung, als der High Commissioner in der Konzertpause in Begleitung des Jerusalemer Gouverneurs Keith-Roacb auf der Estrade erschien und eine improvisierte Ansprache an die Mitglieder des Orchesters und an das Publikum hielt., Das Symphonie-Orchester, sagte Sir Arthuri Wauchope, ist eine der wichtigsten Schöpfungen des Jüdischen Nationalheims Zum Schluß teilte Sir Arthur Wauchope rat, er habe soeben ein Schreiben von Bronislaw Huberman, dem Schöpfer des Orchesters, erhalten, in welchem Huberman mitteilt, er habe sich von dem FIugzeugunfaiL, den er in Holiändfsch- Iodien erlitten hat, vollkommen erholt und werde noch im Herbst dieses Jahres nach Palästina kommen, aß mit dem Orchester zu spielen. Die Orchestcrmitglieder und das Konzertpabiikum bereiteten Sir Arthur Waochop» eine etüraasefce Ovation. Der Präsident der Israelitischen Kultasgemeinde, Staatsrat Dr. Desider F r 1 e dmann, kt letzthin vom Bundeskanzler Dr. Kurt v. Schuschnigg empfangen worden. In der über eine Stunde dauernden Besprechung erklärte der Bundeskanzler, daß seine Regierung unbedingt an der Verfassung vom 1. Mai 1934 festhalte. Die Verfassung gewährleistet wie bekannt die Gleichberechtigung aller Staatsbürger Österreichs sowohl durch eine ausdrückliche Bestimmung, a I* auch durch die Erklärung derMinderheitenschutz -Bestimmungen als integrierenden Teil der österreichischen Verfassung. Die Organisierung der jüdischen lugend Bei der stattgehabten Rücksprache wurde auch die in letzter Zeit umstrittene Frage der Organisierung der österreichischen jüdischen Jugend, die in den letzten Tagen zum Abschluß gekommen ist, berührt Die Verlautbarung, über die getroffene Regelung wird in den nächsten Tagen erfolge«. - - Die ^atnmgen dcs JtdiscbsitJagaÄrt'Vfti&Miiss. » (kicf»sich bringen die Gleich. Berechtigung der jüdischen Jugend und «Je organisatorische Verbindung mit dem Österreichischen Jungvolk zum Ausdruck. Der neue Oberkommissär über seine Aufgaben Qhmffibie 13.-19. MS« 1938 Rotundengsländc bis SO. Min BEDEUTENDE FAHRMtEISfcgMASSirUNOEN M3S-AUSWB» i II. M 4m Vm M.O.-A a„ VH, - B"T»TTSKAKT«N » Brauch« d«a Rtttund *§ lönde« 4 S I SO odor 4i. palmt 4 5 fr- TAGESKARTEN 4 S fr-, mi fetodi* 4«« Rolimd nj«'4n<i«§ « London, 24. Februar. (JTA.) Die aus englischen Staatsmännern und führenden Politikern sieh zusammensetzende Royal Empire Society gab zu Ehren von Sir Harold MacMichaei, bisherigem Gouverneur von Tanganyika, der sich in einer Woche nach Palästina begibt, um dort sein neues Amt als High Commissioner anzutreten, ein Frühstück, dem auch der Kolonienminister William Ormsby-Gore beiwohnte. Bei dieser Gelegenheit sprach Sir Harold- MacMichaei znm ersten Male in der Öffentlichkeit über seine Aufgaben als High Commissioner für Palästina. Minister Ormsby-Gore gab einen Überblick über die Geschichte Palästinas ■on ihren ersten Anfängen an und schloß: Das richtige Bruchband © * Vmä B°nflnDBn-Mmolnffth Die Welt hat England mit der Verantworfcung für die Geschicke Palästinas betraut Englands vornehmste Aufgabe muß es sein, im' Laufe der Zeit — und es mag eine lange Zeit sein — im Heiligen Frieden zwischen Joden, Christen herzustellen. Im Namen der hier Versammelten und in meinem eigenen Namen wünsche ich Sir Harold und seiner Gattin, die eine hohe Vertretung übernommen haben, allen Erfolg, und ich verspreche ihnen die vollste und nicht nachlassende - Unterstützung bei der Durchführung ihrer Aufgaben. Sir Harold MacMichaei ergriff nun das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Ich habe in England nur (jrei Wochen geweilt, aber ich glaube, mehr Ratschläge empfangen zu haben, als die meirtett anderen Menschen in einer so kurzen Ich meine damit nicht die von offiziellen Stellen erhaltenen Instruktionen und Ratschläge; ich meine all die Ratschläge,, die ich von allen erdenklichen Stel-I ien des Erdballs erhalten habe. Ich habe ausführliche pro-arabische, ich habe betont projüdische und ich habe — „sogar“, möchte j ich sagen — betont pro-englische Ansichten; zu hören bekommen. Ich hatte den Vorteil persönlichen Kontaktes mit Persönlichkeiten, die über eine gute Kenntnis Palästinas und | seiner Probleme verfügen, insbesondere mit zwei Mitgliedern der Royal Com- 1 m i s s i o n, und es war für mich von größtem Wert, durch Bie eine Vorstellung von der Große des Problems halten, an das ich jetzt herangehen i, spwic einen Hinweis auf die Faktoren, ■on mir in Rechnung zu ziehen sein! werden. Ich hin mir klar darüber, daß, wenn ich jetzt nach Palästina gehe, ich eher i m Lichte eines Scheinwerfers stehen werde, als in einem Glorienschein. Gerne würde ich auf beides verzichten, aber ich weiß, daß das nicht möglich ist» Ruhe und Ordnung das Wichtigste Ich kann ohne Umschweife sagen, daß das erste und wesentlichste Ding, das dort i wird getan werden müssen, die Wieder-! hersteilung von Gesetz und Ordnung isL Von äußerster Wichtigkeit erscheint es mir ferner, Kontakt mit den Bewohnern des Landes zu gewinnen. Damit meine ich nicht unbedingt und allein jene, die Führer der öffentlichen Meinung sind oder sich so nennen. Ich meine den Durchschnittsbewohner des Landes.! Zumindest kann ich mit Sicherheit sagen, j daß ich mit der aufrichtigen Absicht nach Palästina gehe, um — soweit die mir gegebenen Instruktionen das gestatten —j alles, das in meiner Macht liegt, zu tun, um! diese beiden Ziele zu erreichen und alles,! was richtig ist, in voller Simplizität des Zweckes zu tun. Ich möchte noch sagen, J daß ich voll bereit sein werde, jede V e r- \ antwortung zu übernehmen, deren man mich für geeignet erachtet. Dis Bekenntnis des Kanzlers In einer entscheidenden Stunde hat gestern der Bundeskanzler zu Österreich, zur Welt gesprochen, inmitten einer fast physisch zu verspürenden Spannung, die zur Lösung kommen mußte. Millionen Menschen hörten die Rede, die von allen als eine Antwort auf die Berlinor Rode erwartet worden war. Aber sie war mehr, sie war ein Bekenntnis zu Ehre und Menschlichkeit. Ein Mann von hoher Kultur hat gesprochen und er hat e* mit einer seltenen Beherrschung des Wortes verstanden, seine Hörer zu eich emporzuheben und ihnen einen hoch aufgefaßten Patriotismus einzullößen, dessen Inhalt dieses Land als das Herzstück des Kontinents ist. Das gcltt weit über das hinaus, das sonst als Patriotismus sich gibt und nichts ist als Haß. Man hörte aber auch aus der Rode den festen Entschluß eines selbstsicheren Mannes, die so plötzlich wie aus heiterem Himmel gefallenen Schwierigkeiten zu meistern und in der bis zur Gefährlichkeit gediehenen weltpolitischen Verwirrung festen Kurs zu halten. Das Programm, das er verkündete, ist das des gegebenen Wortes. Der Kanzler will es halten und er wird es halten, wenn das Volk und wenn alle guten Europäer ihm helfen. Die Regierung, sagte er, steht mit allen ihren Mitgliedern unverrückbar auf den» Boden der Verfassung vom 1. Mai 1934. Die Regierung führt, und das bezeichnte er als den Inhalt der Berchtesgadener Formel, einen im vollen Sinn des Wortes unabhängigen Staat, in dem alle gleichberechtigt sind, die am Gedeihen der Gemeinschaft mitarbeiten wollen. Die Regierung nimmt keinerlei Diskriminierung vor. Sie zieht einen scharfen Strich unter da« Gewesene und will von jetzt ab allen die größtmögliche Freiheit gewährleisten, wenn sie die Grundlagen und Grundgesetze des Staates anerkennen. Als solche nannte der Bundeskanzler vor allem die Verfassung, die den Schutz der „fremdvolklichen Minderheiten“ in sich begreift, und die« njeht bloß io Ansehung

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