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Die Stimme · 1938-02-25 · Heft 737 (25.2.1938) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 737 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Vt. 787. Wien, Freitag, 25. Februar 1938. $•!«• 3 In keinem Hause sollen zu den PeSSäcH-Fciertagen iQB33EDB| ■EEEEEnal fehlen, denn sie sind an Qualität und Kasdiruth unübertroffen I Verlangen Sie in Ihrem eigenen Interesse BHCE1DE3HB MszzOth'GrieS nur in plombierten Sädcen Garantiert frische Erzeugnisse der heurigen Saison Bestellungen: Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasce 43 Telephon« A 40*0-90, A 60 2-63, 141*0-58, A 48-4*48 und la allen besseren eimhLglgen üeshaltei Türkei wünscht | jüdische Einwanderung Istanbul, 83. Februar. (JTA.) Der Abgeordnete des türkischen Parlaments, A tabinen, der erste Wirtschaftsberater des Staatschefs Keniat Atatürk, erklärte Vertretern der ansländischen Presse: Die Türkei begrüßt jede jüdische Einwanderung, auch wenn sie in geschlossenen Massen erfolgt Die Türkei kann durch die Einwanderung von Juden nur gewinnen. Im Anschluß an diese Erklärung sprach sich A tabinen voll Lobes über die jüdische Bevölkerung der Türkei aus. Die Auflösung der Szalasi-Partei Wie aus Budapest vom 83. d. amtlich mitgeteilt wird, hat die Polizei im Auftrag des Innenministers die Büros der von dem Major S z a I a s i geleiteten „Partei des Nationalen Willens“ schließen lassen und 72 führende Parteimitglieder zur Polizeidirektion gebracht; sie wurden unter Polizeiaufsicht gestellt. Unter diesen befinden sich 18 vorbestrafte Personen und meh-1 TARZANS RACHE mit denn Morris — Eleanor Holm AB HEUTE KREUZ-KINO I. rere, die kommunistische Delikte begangen haben. Die Polizei wird weitere energische Maßnahmen zur Eint&nhaltung der Bewegung ergreifen. Privat wird noch hiezu gemeldet: . Unter Polizeiaufsicht wurde auch der 30jährige Graf Ludwig Szechenyi und Herausgeber des rechtsextremen Blattes „Zusammenhalten“ gestellt. Wie erinnerlich, hatte die Szalasi-Partei anläßlich des Versuchs ihres ersten Staatsstreichs im vergangenen Jahre ein „Staatsprogramm“ proklamiert, welches die Ausmerzung der Juden vorsah. Einstimmig angenommen! Das Budget der Kultusgemefnde Der Kultusvorstand hat ln seiner Plenarsitzung am Mittwoch, den 23. d. das Budget der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde für das Verwaltungsjahr 1938 einstimmig angenommen. Auf der EInnahmenseite ist ein Betrag von 6,335.360 Schilling, auf der A u s g a b e n s e 11 e ein solcher von 6,687.810 Schilling präliminiert, so daß sich ein Fehlbetrag von 352.250 Schilling ergibt In der außerordentlichen Gebarung sind an Einnahmen 382.000 Schilling, an Ausgaben 428.000 Schilling vorgesehen, somit ist hier ein Zuschuß aus dem Kapitel der außerordentlichen Gebarung in der Höhe von 46.000 Schilling notwendig. Der errechnete Gesamtab* gang beträgt daher 398.250 Schilling. Expose des Präsidenten Dr. Friedmann Präsident Staatsrat Dr. Friedmaos, der ein ausführliches Finanzexposö erstattete, bemerkte zu diesen Ziffern folgendes: Die Höhe des Abganges erklärt sich einfach daraus, daß die Aufgaben, welche die Kultusgemeinde in dieser Zeit zu bewältigen hat von Tag zu Tag wachsen, daß neue _ ,, Ausgaben, die vielfach nicht vorhergesellen | Einnahmen 965.200 werden konnten, hinzukommen und daß auf 1,009.700 Schilling, der anderen Seite die Einnahmen, auch wachsen, nicht im selben Tempo wie die Ausgaben, deren Notwendigkeit von der Finanzkommission als auch vom Vertreterkollegium als unabweislich erklärt wurden, sich erhöhen. Wir haben im Vorjahr ein Budget vorgelegt, das einen Abgang von ELITE ' OPERNKINO*- ungefähr 300.000 Schilling aufwies. Der Rechnungsabschluß wird nach den Bestimmungen des Statuts innerhalb der ersten vier Monate dem Kultusvorstand vorgelegt werden. Ich kann aber jetzt schon sagen, daß es nns gelungen ist, durch eine außerordentlich ökonomische Gebarung den Abgang aut einen viel bescheideneren Betrag herabzusetzen. Ich glaube, daß die Fortsetzung der Finanzoolitik in der Kultusgemeinde dazu führen wird, daß ich übers Jahr in der Lage sein werde, Ihnen mitznteilen, daß der Abgang nicht tatsächlich 398.250 Schilling, sondern weniger beträgt Ich hoffe, daß nicht außerordentlicheUmstände unser Budget, das wir sorgfält% ausgearbeitet haben, in seinen Grundfesten erschüttern werden, daß wir in der Kultusgemeinde als autonome Körperschaft autonom in der Verwaltung und autonom in der Finanzgebarung, zu, dem Resuttat kommen werden, das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schaffen uni die Stabilität unserer finanziellen Gebarung zu erbalten. Die einzelnen Budgetkapitel Präsident Dr. Friedmann wandte sieb hierauf der Besprechung der ein« Budgetkapitel zu. Die Einnahmen in der Kultusgruppe betragen 442.600 Schilling, denen Ausgaben von 1,031.800 Schilling gegenüberstehen. Die Ziffern -in dar Schulgruppe lauten: Einnahmen 70.370 Schilling, Ausgaben 655.570 Schilling, in der Fürsorge (ohne Spital und Altersheim) Einnahmen 553.000 Schilling, Ausgaben 1,811.100 Schilling, fürs Spitai Schilling, Ausgaben Alt Einnahmen 285.900 Schilling. Ausgaben 506.800 Schilling, fürs M a t r i k e 1 w e s e n Einnahmen 25.100 Schilling, Ausgaben 67.400 Schilling, in der Gemeindeverwaltung Einnahmen 94.000 Schilling, Ausgaben 472.400 Schilling, im Steuer- Einnnhmen 21.800 Schilling, Ausgaben 296.200 Schilling, für Gebäude- ' ’u n g und Gebäudeverwal- Einnahmen 284.140 Schilling, Ausgaben 278.440 Schilling. Der Eingang an Kultussteueri für das Jahr 1938 mit 2,460.000 Schilling präliminiert, der Eingang aus dem Fried- ' o f s w e s e n mit 1,445.450 Schilling. Aus dieser Darstellung, bemerkte Präsident Dr. Friedmann, kann man entnehmen, daß mit Ausnahme der Kapitel Friedhof, Gebäudeerhaltung und Gebäudeverwaltung sowie selbstverständlich Knltussteuer, sämtliche Gruppen unseres Budgets Zuschüsse erfordern. Dazu kommt das Kapitel der außerordentlichen Reserve im Betrag 95.000 Schilling. Die Einnahmen und gaben der außerordentlichen Gebarung beziehen sich auf Aktionen für Deutschland- und Flüchtlingshilfe, für die Aktion „Kinder aufs Laad“, zum Teil für die Berufsumschichtung. Es werden selbstverständlich von der Kultusgemeinde alle Anstrengungen gemacht werden, um die Aktivseite dieses Kapitels zu erhöhen, eine Einnahmssteigerung herbeizuführen und das Defizit von 46.000 Schilling verschwinden zu lassen. Es wird selbstverständlich auch notwendig sein, auch hier wie auf dem Gebiet der gesamten Gemeindeverwaltung Ersparungen zu erzielen. Die Zahl der Mlnfmlm Zum Kapitel Kultus- und rituelle Angelegenheiten führte der Präsident aas, es handle sich um Einkünfte und Ansgaben für die Erhaltung der seobs Gimeindetempei, für temporäre Betveranstaltungen, für das Rabbinat, für das Koscherfieischwesen und für die Mfkwah. Mit Rücksicht auf die Ergebnisse des Jahres 1937 sind an Einnahmen für Betsitze geringere Beträge präliminiert Es wird vielleicht doch möglich sein, die Betsitzeianahmen gegeaüber i dem Vorjahr zu erhöhen. Ea wird aber auch notwendig sein, die Zahl der Minjanim auf das wirklich notwendige Maß einzuschränken (Rufe: „Sehr richtig!“) und einer Hypertrophie von Betversammlungen vorzubeugen. Wir nehmen selbstverständlich Rücksicht auf das religiöse Bedürfnis, aber dort, wo unter dem Vorwand des religiösen Bedürfnisses sich ein Unternehmertum etabliert, haben wir keinerlei Anlaß, Hilfe zu leisten. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, daß die Zahl der im Jahre 1937 vollzogenen 980 Trauungen im Verhältnis zw jüdischen Bevölkerung von ungefähr 170.000 Seelen sehr niedrig ist. Von den Trauungen fanden im Seitenstettentempel 451, im Leopold Städter Tempel 114 statt Die Einnahmen im Koseherfleischwesen betragen 205.600 Schilling, die Ausgaben 243.800 Schilling. Das Defizit auf diesem Kapitel resultiert aus dem Rückgang des Fleischkonsums des jüdischen Publikums und aus der Erhaltung eines außerentlich k ob t s pi el i g e n A ppas derAufsicht in vielen Fleischbänken, die sich speziell in der letzten Zeit nicht als lebensfähig erwiesen haben. Passiv Nicht nur Jeden Samstag und Sonntag sondern auch laden Mittwoch findet da» Unterhaltung.-Konzert MAX GEIGER im CaM• Restaurant FITZER Matt Besucherkarte audi Mittwoch nur 15 droschen ist aut* der Betrieb der Mikwah, und z mit etwa 23.000 Schilling. Die Subventionen an Tempel« ■ bilden nicht nur im Kultuavorstand, sondern auch außerhalb desselben Gegenstand vielfacher Diskussionen. Ich möchte hier, sagte der Präsident das Thema einer Eingemeindung der Vereinstempel beute nicht anschneiden, weil wir alle wissen, daß die finanziellen Mittel der Kuitusgemeinde hiefür nicht zu reichen und daß wir alle Sorge haben werden, den Zustand aufrecht zu erhalten, der heute besteht und historisch überkommen ist Aber es kt Interessant, die Steigerung FÜR WEEKEND UND REISEN DIE BESTEN WQRSTE ü. KONSERVEN VON EISEN der Subventionen an die Tempelvereine in verzeichnen. 1931 machten sie 156.450 Schilling aus, 1935 waren sie auf 174.960 Schilling, 1936 auf 187.131 Schilling, 1937 auf 205.000 Schilling angestiegen. Die Subventionen im Rahmen der Kultus-, Schul- und Fürsorgeangelegenheiten haben die enorme Höhe von 407.723 Schilling erreicht. Dazu kommen noch weitere Beträge aus Sammlungen, Separatfonds und Spenden von etwa 50.000 Schilling. Ohne konkrete Anträge zu stellen, glaube ich, darauf hinweisen zu müssen, daß es Pflicht des Kultuo* Vorstandes sein wird, dem Kapital der Sub- Dort wo lebensfähige Institutionen bestehen, müssen wir unterstützen, dort wo lebensunfähige zu verzeichnen sind, abbauen, dort wo Vereinigungen möglich sind, sie durchführen. Wir haben derartige Vorsätze in vergangenen Jahren vielfach geäußert und es ist auch in diesem Jahr in der Finajizkommiesion und im Vertreterkollegium ein diesbezüglicher Wunsch ausgesprochen worden. Wir haben die Ziffern des Jahres 1937 betbehaltcn, aber das bedeutet wie bei allen anderen Ziffern, daß wir hn Laufe dieses Budgetjahres uns jede einzelne Post genau ansehen und auf ihre Richtigkeit prüfen werden. Ich mache hier keinen Unterschied zwischen den Subventionen in den einzelnen Kapiteln und zwischen den Ausgaben der Kultusgemeinde überhaupt, denn ohne angespannte Ökonomie, ohne ein bestimmtes System, das wir in die Dinge bringen, erschweren wir die Führung des Gemeindehaushaltes. Es muß der Grundsatz gelten, daß wir durch unsere Finanzpolitik das jüdische Leben in Wien nach keiner Richtung bla verkümmern lassen (Bravorufe), Im Gegenteil, wir wünschen rin lebendiges Juttatum in Wien, wir wünschen, allen Institutionen zu helfen, die berechtigten Anspruch darauf haben und wir wünschen allen jenen Männern und Frauen beizustebeo, die eine charitative und nützliche Tätigkeit entfalten, eine Tätigkeit, die, wenn sie sie nicht leisten würden, auf ans zurückfiele. Ich glaube, daß dies rin Grundsatz ist, zu dem Ke sich alle ohne Unterschied der Richtung bekennen können. Intensivierung des religiösen Lebens Zum Kapitel Kultus möchte ich, fuhr der Präsident fort, noch einige Ziffern anführen, die dafür sprechen, daß das religiöse Leben in Wien in den letzten Jahren eine starke Intensivierung erfahren hat. Wir verzeichnen den Bestand von 6 Gemeindetempeln, von 18 Vereinsternprin, von 70 Vereinsbethäusem und 54 temporäre Betveranstaltungen. Wir glauben, daß auf diesem Gebiet schon eine gewisse Hypertrophie zu verzeichnen ist, abgesehen von allen amteten Gründen, mit Rücksicht darauf, daß die Zahl der jüdischen Seelen in Wien durch den natürlichen Abgang jährlich um mehr als 2000 verringert wird. Nicht sehr erfreulich ist auch die Statistik über die M i k w a h. Im Jahre 1937 sind Badekarten verkauft worden: I. Klasse 852 H. Klasse 858, HI Klasse 1797. Dagegen hat die Kuitusgemeinde, um diese Institution, von deren Bedeutung für das Familienleben ich hier nicht sprechen muß zu fördem, Radekarten zu ermäßigten Preisen an 4686 Frauen ausgegeben. 1026 Bäder waien vollkommen unentgeltlich. An Männer wurden 16.596 Gratis-

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