Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 734 (18.2.1938)
- Date
- 1938-02-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Salle 2 Nr. 784. — Wien, Freitag, 16. Februar»®. CAFE BUCHSBAUM ii., Kieme P/ur tyasse 21 Ictepium A 43 ä-l'J Kreisen Roms vermutet man daher, daß die Regierern.' voraussichtlich einen Kommissär mit der Leitung der Geschäfte des Varbsndws betrauen wird. Im luftleeren Raum Am Anfang der modernen ziontatiseheu j Bewegung «und ein Buch, Theodor Herzta ^Judensiaat“ Es wäre politische Literatur geblieben, hätte Herzte machtvolle Persönlichkeit nicht durch die Gründung der Zionistischen Weltorganisation ein taugliche* Instrument zur Durchsetzung de* zionistischen Willens geschaffen. Ohne die Zionistische Weltorganisation hätte es keine Baifour-Deklaration und keinen Jisclmw in Palästina gegeben. Wäre es sogar gelungen, ohne eine mrilasaende Organisation eine größere Siedlung in Palästina zu gründen, so wäre sie «jeher in den Stürmen <m Weltkrieg» oder ln der Zeit der Unruhen des Jahre« 1930, die ein Produkt der Aufhetzung der Araber vou außen her sind, untergagangen. So aber kann sich der Jischuw nicht zuletzt dadurch behaupten, daß er «ich auf ein, wenn auch schwach», aber international gewährleistetee Vertrageinstniment stützen kann, den Mandat«vertrag, der die Je.vteb Agency als die legale jüdische Vertretung normiert. Wer also in Palästina nicht auf Sand bauen will, muß seine Arbeit mit, der Arbeit der Jewish Agency koordinieren, außer er ist in der Lage, Kriog zu führen und Palästina zu erobern. Niemand auf jüdischer Seite kann an eineu Krieg denken, um Palästina in unseren Besitz zu bringen. Wer also den jüdischen Staat will, ln einem geteilten oiler ungeteilte« Palästina, muß daher seinen Platz in der Jewieh Agency suchen. Niemandem Hst es verwehrt, sich einzugliedern. Wer aber draußen bleibt, spricht in den Wind oder vermehrt nur die Berge politischer Literatur über die Palästiriafrage. Dabei spielt es keine Rolle, o>b der Wille, von draußen her den Gang der Ereignisse zu beeinflussen, ein durchaus' ehrlicher kt Wet draußen eteht, arbeitet nuztloa und stiftet, atich wenn er da« gar nicht will, nur Schaden. In letzter Zeit scheint es nun, daß sich diese Erkenntnis auch in den revisionistischen Reihen immer mehr Bahn bricht, und es kt durchaus nicht abwegig, von der Hoffnung zu sprechen, daß unter den Delegierten des nächsten Kongress» wieder Revisionisten sitzen werden. Diese Revisionisten werden die Möglichkeit haben, ata gleichberechtigte, aber auch gleich verpflichtete Delegierte ihre Meinung zu äußern und dafür zu kämpfen. Man muß wünschen und hoffen, daß dieser Kampf eich im Bewußteein de« Ernstes der Lage im Geiste der Versöhnlichkeit und in urbanen Formen abspielen wird. Dieser Kampf wird seinen praktischen Wert haben. Von der revisionistischen Literatur kann das nicht immer behauptet worden. Kürzlich sind in Wien im Vorlag Doktor Heinrich Glanz zwei revisionistische Bücher erschienen. „Kampf um Zion, die Freiheitsbewegung der Völker“ beißt da« Buch von Dr. Erlmund Schächter. Der Autor versucht an Hand der Geschichte der Freiheitsbewegungen der Iren, Italiener. Polen u»w., den Nachweis zu führen, daß m eben ohne „Gewalt“ nicht geht und daß auch die | Juden eben „Gewalt“ anwenden müssen, um Palästina zu beiden Seiten des Jordan zu erringen. Die Wiedergabe der Geschichte dt« Freiheitskampfes anderer Völker tat gerade in der jetzigen jüdischen und »Umtauschen Situation ein dankenswertes Beginne». Schächter begeht, aber den grundlegenden Fehler, daß er nicht eteht, daß Vergleiche zwischen dem jüdischen Volk und anderen Völkern hinken müssen. Analogieechlüaso müssen schon deswegen vertagen, weil kein andere? Volk den Geschieh tsatolanf, die soziale und geistige Struktur mit dem jüdischen Volk gemein hat Und vor allem: Alle anderen Völker saßen in geschlossenen Massen auf dem Boden ihrer Väter, als eie der: Kampf um die nationale Freiheit aufnah men. Wir aber sind erst eine Minorität im Lande — nicht ohne unsere eigene Schuld übrigens —, und kämpfen unter anderen Bedingungen, als die vielen kleinen Völker in den Jahren 1914 bi« 1918. Schächter mag einigermaßen recht, haben, wenn er die ..Chimären und Illusionen von Gewaltlosigkeit und falscher Ethik“ afeiehnt. Wir meinen nur, weil wir an die Menschheit glauben, daß die prophetischen Visionen vom Völkerfrierten nur jetzt ata Chimären und Illusionen erscheinen, weil unsere Zeit, noch nicht reif für die prophetischen Ideale tat. Das zweite revisionistische Buch, das hier kurz besprochen werden soll, tat von Jafcotineky urii heißt „Der Judenetaat“. Ee enthält, abgesehen von der Wiedergabe der Aussage Jabotinskys vor der Königlichen Ronuntatiion 'die bekannten Thesen des Autors, die auch aus seinem letzten Wiener Vortrag bekamt sind. Wir haben unserem ablehnenden Standpunkt, nicht« hinzuzufügen, uni dort, wo « «ich um richtige Ideen handelt, muß gesagt werden: Außerhalb der Jewieh Agency können diwe Ideen nicht realisiert werden, zum Beispiel der Zehnjahr^lan. Niemand kann auch annehmen. daß 52 Nationen in Genf Zusammenkommen werden, um ein neues Statut, der Jewieh Agency nach den Wünschen Jahotinakys zu verfasse«. Will Jabotinsky «eine Ideen ks die Tat umsetaen, dann muß er zum Kongreß kommen. Außerhalb d» Zionistischen Kongrceees, mag dieser noch «o viele Mängel haben und noch so viele Fehler machen, kämpfen die Revisionisten im luftleeren Raum. Für Kampf tat ein# nutzlose Vergeudung von Kräften, die wir uns nicht erlauben können. Wir dürfen nicht die Hoffnung rufgeben, daß ct Männer im revisionistischen Lager gibt, die aus dem luftleeren Raum uni aus der politischen Literatur heraus wollen und als disziplinierte Mitglieder der „alten“ Organisation, die Theodor Herz! gegründet, hat, am richtigen Platz den Sieg erfechten: wollen, der unser aller Sehnsucht ist. WPTIKER RUDOLF MAAS 1 COMP. WIEN« II.. PRATERSTR. 32 SPEZIALIST FOR BRILLENOPTIK Das Minderheltenreclst Erklärung Edens über Rumänien ig könne über die Ansichten der briti- Regierung in diesem Frage nicht mehr im Unklare Jüdische Zeitungen in Czer* aowih wieder erlaubt Czeroowitz, 17. Februar. (JTA.) Da« von der Regierung Goga-Cuza bald nach ihrem Machtantritt über 14 jüdische Zeitungen und Zeitschriften in Czernowitz verhängte Verbot tat von der neuen Regierung wieder aufgehoben London, 17. Februar. (JTA.) Im englischen Unterhaus fragte Atog- R hysv i es den Außenminister, ob er eine Erklärung über die Vorstellung abgeben könne, die der englische Gesandte in B ukarest hinsichtlich der Behandlung der jüdischem Minderheit bei der rumänischen Iterierung kürzlich erhoben hat: ferner, ob der Gesandte 'Weisungen habe, zu beobachten, wie die «eiten« der rumänischen Regierung abgegebenen Versicherungen Ungehalten werden; schließlich, ob der Gesandt« irgend einen weiteren Bericht über die Angelegenheit erstattet habe. | Außenminister Anthony Eden erwiderte:! Ich stehe mit der rum.'.machen Regierung! Die nationalsozialistische ' heichtlick der die Minderheiten in Rumä-! „CLraowiteer Morgenpost“, die in den letzen betreffende« Angelegenheiten in Ver-| ten Wochen de« Regime« Goga-Cuza eine r.ibing. Der Abgeordnete hat ohne Zweifel. offene Pogromhetze gegen die Juden geführt cantiue davon, daß die Regierung, ku; hatte, tat von dem neuen Präfekten von ren Spitze Horr Goga stand, kürzlich! Czernowitz, Oberst Theodor«cu, verzurückgotreten ist Unter diesen Umständen! boten worden. ich nicht m der Lage, im Angen-1 vor dem Militärgericht werden £ eine ausführlichere Erklärung abzn-j j,)„,r x;;q c u?. i« t e n zu verantworten geben. *! i-abei.’ die vor eirigen Tagen In Czernowitz Ahg. Da vi es fragte don Außenminister | vei haftet worden sind. Sie werden bewelter, ob er eine Erklärung über die Ent-, ^huldigt, unter dem Regime de« Präfekten Scheidungen abgeben könne, die aer V «1-{ Mikifor Robu Ausschreitungen gegen die teerbundrat hmeichtlicL des Statu« :lsr j Juden und Plünderungen jttdtachea Eigen Minderheiten in Rumänien getroffen hat, unuj tums organisiert zu haben, im besonderem, welche Aktion als Antwort! Jüdische Kolonisation im Libanon Beirut, 17. Februar (JTA.) Die Libanooregterung »teilte jetzt erstmalig Privatleuten die Genehmigung zum Verkauf von Ländereien an eine zionistische Kolonisationsgesell. Schaft. Die Genehmigung bezieht sich auf Ländereien in der Nähe mehrerer sBdlibaneaischer Dörfer an der Grenze von Libanon und Palästina. Vor dem Amtsantritt MacMichaels Jerusalem, 17. Februar, (JTA.) Nach einer Meldung der Kairoer Zeitung „Al Mizri“ aus London habe der neue High-Commissioner für Palästina,' Sir Harold Mao Michael, erklärt, alle Meldungen über seine angeblichen Pläne betreffend die weitere Politik in Palästina und eventuelle Änderungen in der Verwaltung das Lande« «eien verfrüht Die neue Politik der Palästina-Administration werde er «rot nach seiner Ankunft im Lande bekanntgeben. Bekanntlich trifft Sir Haroid in den ersten Tagen de« März in Palästina ein. Laut Meldung desselben Blattes wird High Commtaeioner Sir Harold MaoMIchael vor «einer Abreise nach Palästina in London eine Reihe Beratungen mit, den Mitgliedern der neuen englischen Palästina-Untersuohungakommission abh&iten. Restaurant Rillet nr: iestrenommierte Küche t: Reichhaltige Menüs von S V90 aufw. ).. Hammerourgstatlgasse 3 I nächst Salztorbrück« BLAU - WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhält lieh bei: Viktor Adlers* bergt Trafik- und HaushaUartike!, Wien, V1L, Zollergas«« 5, Tel. B 33-402. Minister Eden verwies den Abgeordneten auf die Antwort, die er am 7. Februar auf eine ähnliche Frage ertei't hatte, und fügte hinzu: Die Prozedur, die ich bei jener Gelegenheit Schilder W e 1 f k o i Jüdische nge wi ndet Die Petition des Jüdischen Weltkongresses Am 7. Februar hatte Eden im Unterhaus erklärt, es lägen beim Völkerbund zahlreiche Petitionen von jüdischen Organisationen die gemäß denn üblichen Verfahren n Dreierkomitee geprüft werden. da« eich au« dem Präsidenten das Völkerbund» te« und je einem französischen und britischen Delegierten zusammen? etzt. Dieser Ausschuß werde «eine Antwort bekanntgeben. Die wäge mittlerweile, d die Aktie gegenwärtigen \ erhältmssec wirksam sein könnte. Der britische Gesandte in Bukarest habe im Aufträge des Londoner Außenseite« den rumänischen Außenminister daran erinnert, daß die britische Regierung großes Interesse an den Minder* beitenv ertragen, deren Signatar Me ist, und an den Mmderbeitenrecbten im allge- Die Revision der Staatsbürgerrechte Bukarest, 17. Februar. (Tel.-Comp.) Staatsminister V a j d a - W o i w o d hat dem ’ Präsidenten der jüdischen Partei Dr. Theo-: dor Fischer, der gestern in einer Audienz j bei ihm erschienen war, mitgeteilt, daß er: die Verordnung über die Revision den Staatebürgerrecnte im Geiste des Gesetze« durchführen werde. Die Revision! bezwecke, diejenigen Elemente festzustellen' und auszuweisen, die nach dom Jahre 1919, nach Rumänien eingewandert sind und: deren Anwesenheit in Rumänien die Lage! der bodenständigen Juden erschwere. { Eine Abordnung der jüdischen Rechtsanwälte sprach bei dem provisorisch mit der Leitung de« Justizministeriums betrauten Finanzmmtater Canclcov vor und ersuchte ihn, die Angelegenheit des während de« Regime« Goga-Cuza erfolgten A u s- «ehiufise« von jüdischen Rechtsanwälten aus den Rechtsanwaltekammern einer Revision zu unterziehen. Der Minister hat, wie verlautet, die Prüfung dieser Angelegenheit versprochen. Doboszynski verurteilt Warschau, 17. Februar. (JTA.) Das Schwurgericht in Lemberg hat den Vorsitzenden de« Kretavorstandes der Nationaldemokratischen Partei in Ostgalizien, Ing. Adam Doboszynski. wegen der Vorteil MvUeaiee im Juni 1936 -: 'ii t. Doboszynski hatte an der Spitze von 47 Mann in M y «1 e n i c e eine Demonetration gegen „die Not, und die Ausbeutung der Bauern“ veranstaltet. wobei jüdische Geschäfte geplündert wurden. Nach Zusammenstößen mit der Polizei «treckten die Demonstranten die Waffen. Die Teilnehmer ax> den Ausschreitungen waren bereit« im Sommer 1937 zu Gefängnisstrafen bi« zu 20 Monaten verurteilt, Doboszyneki jedoch und am aen .umaerne.itenreonten im :uqpzu luonazen verurteilt, meinen bekundet hat. Die rumänische Regie-1 freigeep-roefaen worden. „Km» zfOHivrocwMi KMin.iuw» w wir n Samstag. S«. Februar 1t38, la atatlioliM Festsälen des „Motel MetropoL“, l„ »orziapl. 4 Ball mit Akademie 11 i'Pif rnu Jaiffoapelle: ISY OElüfR. JaszsüRger: BRUNO ROLAND, sowie erstkl. HeBstkrlfte Nur! Pasclia war bei Ormsby-Gore London, 17. Februar. (JTA.) Im englischen Unterhaus fragte Abg. Creec-h- Joncs den Kolunienmintater. welcher Art die Darstellungen gewesen seien, di« General Muri Pascha (der frühere irakische Außenminister, d. Red.) in Angologonheit der Beziehungen von Juden und Arabern in Palästina ihm gegeben hat, und wen General Nuri Pascha zu repräsentieren behauptete. Koionienminiäter Ormeby-Gore erwiderte, er habe General Nnri Pascha während dessen jüngst, erfolgten Besuchs in London als alten Bekannten empfangen; ihre Unterhaltung habe keinerlei formellen Charakter getragen. Nuri Paecha habe sich auch nicht als Repräsentant irgendwelcher Steilen ausgegeben; die Frage eine* l nterbreitunz formeller Darstellungen ixieT Vorschläge durch ihn ne- «tehe daher nicht Anleihe für Tel*Aviv nicht bewilligt Tel-Aviv, 17. Februar. (JTA.) Wie der Bürgermeister vou Tel-Aviv, Israel R ok a c h, im Stadtrat mitteilte, hat da« Kolonial amt die von der Stadtverwaltung: lang erhoffte Anleihe in Höhe von 175.000 Pfund für Tel-Aviv nicht bewilligt, obwohl Sir Artbui Wauchopesich für Bewillidie Anleihe zu gewähren. Bekanntlich war galant, Gelder der Anleihe für eine Reibe öffentlicher Arbeiten, wie-, Bau von Chausseen, städtischen Gebäuden, Gärten new. zu verwenden, Bürgermeister Rokaoh teilte ferner mit, daß die Stadtverwaltung jetzt die Aufnahme einer inneren Anleihe in der Stadt selbst prüfe. Eint Reih'-- Banken in Tel-Aviv sei bereit, zwecks Beschaffung einer Anleihe Obligationen auszugebeis. Die Stadtverwaltung werde alle* unternehmen, um die geplanten öffentlichen Arbeiten d"rehzuführen und die Arbeitslosigkeit in der Stadt zu lindern. Versammlung der jüdischen Jugend Wiens. Anläßlich des Wiener Aufenthalts von Jacques J e f r o y k i n (Paris), Generalsekretär der Jugendabteiluag de» Jüdischen Weltkongresses, findet am Dienstag, den SS. d. um 80 Uhr tm J.-K.-J.-Beim, L, Kai 3, eine Versammlung der jüdischen Jugend Wien« statt Jacques JefroyIrin wird über „Der Weg einer jüdischen Politik“ und Dr. Rudolf Blenenfeld über „Jüdische Jugend und Weltkongreß“ sprechen. Bei Aer am Samstag, den 19. 4, 17 Uhr, im gleichen Lokal tagenden Konferenz aller jüdischen Jugendorganisationen Wiens wird Jacques Jefroykia gleichfalls dM Rabatt