Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 732 (14.2.1938)
- Date
- 1938-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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feit« z Di« STIMM! Kr. m - Wien, Montag, 14. Februar 1938. 0 r m » b y 0 c r«: Die meteten der beschlagnahmten Waffen stammen aus Syrien; zum Teil jedoch aus Palästina selbst. ln Erwiderung auf eine Anfrage von M a Dona I.! sagte Ortnsby-Gore, die britische Hundfunkgesellschaft habe erst vor fiiai Wochen bnronue®, in arabischer Sprache tu «enden. Man könne daher noch nicht afcechätaen, wie die Sendungen in Palästina gewirkt haben. Oie Anleihe iflr Tel-Avlv Abg. William# {ragte den Kolonien minister., was unternommien worden sei, uns die Anleihe und den Kanalisauonßplan der Staitverwaltnr^r von Tel-Aviv endgültig tu genehm gern Orauby-Qore: loh bedauere, nicht in der Lage tu sein meiner seiner««tigea Antwort etwa#. hin* urifügen. Aul die Frage des Abg. Wul;a.m«, was die Ursache de» Hinausschiebung sei, erwiderte Onneby-Gore: Ich glaube, m ist dies die Sch Widrigkeit, angeel cb i» d Dt gegenw ä r t i g c n Situation in Palästina eine Anleihe tu beschaff.«:. Stetos von 20.900 „Illegalen“ In Palästina gefährdet Jerusalem, 13. Februar. (JTA.) Durch dae Urteil des AeskengeTiehtee ist der rechtliche Statue von etwa 20.000 „illegal“ in Palästina Eingowamierten u n « i c b e r geworden. Dae Gericht hat nämlich onwohioden. daß illegale Einwanderer, wann i nt m e t wie entdeckt werden, deportiert werden können. B-bher galt ee ate Rege!, daß ein „illegaler"’ Einwanderer, wenn er eich bereit« zwei Jahre nnnnlerbrocheo im I/an de aufhiaH, nicht, ausgewlefwn, sondern automatisch legalisiert wurde. Scheich Mohammed el Hns* sein zum Tode verurteilt Jerusalem, 13. Februar. (JTA ) Scheich Ha) Mohammed el Hussein ist vom Militärgericht zum Tod« durch der Strang verurteilt worden. Er war Mittwoch auf dem Marktplätze von Haifa mit dem Revolver ln der Hand unter dramatischen Umständen varhaltet worden. Ein „0 be rbe f eb 1 s h abet“ d er arabisch e n Terrorbanden hat eine „Proklamation“ an die arabischen Hilfspolizisten und regulären arabteeben Polizisten erlasse®. Sn der sie aufgefordert werden, sich den Banden anwiechließen. De« Hilfspolizisten worden an Stelle der 3 Pfund Besoldung, die sie monatlich von der Rogiern ns erhalten, SH Pfund, den recmlärer, Poll zw ton, die „nur 6 Pfund monatlich erhalten“. 7 Pfund versprochen. Ferner worden ihnen komplette Ausrüstung und moderne Waffen zugesagt Denjenigen, die «ich weigern, diese* Angebot btonwi 14 Tagen anzunehmen wird mit Ermordung ~ droht. Die Regierung hat den Zeitungen verboten, diese „Proklamation“ zu veröffentlichen. Wahlen In die Jüdische Gemeinde Jerusalem An den am P d. stattgefundenen W a hlen in den P.at der jüdischen Gemeinde Jerusalem nahmen 29 Prozent der Wahlberechtigten teil. Von den zu vergebenden 31 Sitzen erhielten die Arbeiterpartei 7, die Revisionisten 4, die Poale Misr&ohi 8. der Block deute er-er Juden 3, die Sephardim 8, der Mteraehi 2. die Allgemeinen Zionisten Gruppe A 2 Mandate. Füllfederlabrik von Österreichern In Palästina gegründet Eine der jüngster. Industrien Palästinas ist die Füllftvlerfabrlk „K ata b“, die von den zwei österreichischen Einwanderern Erich und Walter Kornfeld in Ramatb-Gan gegründet wurde. Vor kurzem fand auf Einladung des Leitern der In justrieabteiiumr der Jewish Agency, T i s c h b y, ein Presse-vnpfang statt, dem auch einige Herren der Hitaehduth Taaeiah und der Oleh Aust-ria beiwohnte®. Tisohby führte aus, datt di<- Erzeugnisse de« neuen Unternehmen« «teil mit den beeten Erzeugnissen aller Weltteile messen können. Er konnte auch berichten, daS die bisher jährlich vom Lanke ausgegebenen etwa 10.000 Pfund für den FUUfederimport rmmaehr t> e n können und daß bereits fast alle notwendigen Materialien ata» den importierten Rohstoffen im Lande reibet bearbeitet werden. Das Palästina'Unterhaus-Komitee Forderung nach Klarheit und Eindeutigkeit London. 18. Februar. (JTA.) Unter dmi Vorsitz von Colonel Joaiab Wedgwood fand im Gebäude de» englischen Parlament»! eine Sitzung dr*s parlamentarischen Paiä-j stina-Komitees statt, der mehr ak; 80 Abgeordnete beiwohnten. Der Vorsitzende! der Jewkh Agency In Jerusalem, David) Ben Gurion, referierte über da« Palästinai Problem. j Nach Bern Gurion «praahe® Herbert; Sidebotham über „Britische imper.ale; lntereeeen in Palästina“ und Captairs Victor C anlf l, der gerade von einem Besuch in Palästina zurtiekgekrhr. war. ieder beaisterpräfflie®, die fordern soll: 1. Möglichst baldige Ansetzung einer Partumentadebette. 2. Beendigung der Un «tschloesenheit in der Politik, wie sie in der Depesche des Rolonieomiulsters Ormehy-Gor« an den Higb Commissioner vom 23. Dezember zum Ausdruck kommt, und Abgabe einer eindeutigen Erklär u n g Ober die Absichten der Regierung. 3. Strengere Maßnahmen zur Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung in Palästina. 4. Nach dem 31. März 1938 soll die Höhe der Einwanderung in Palästina wieder gemäß der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes, und nicht gemäß dem „politischen Maximum“ festgesetzt werden» Der Prozeß gegen Norm asrnx Die Septemberpogrome in Bieiitz ln Pol zeß gegen i f 8 c b - Tßechen wurde der Ihre e b t.. K a i ■idii Die Parvenüs Budapest, 12. Februar. (JTA.) In der zionistischen Zeitschrift „Zside Saemie“ hatte der bekannte Publizist Desider Kor ein im Zusammenhang damit, daß dae Pferd des Garnaganten Alexander Rubin den Königspreis des Jockeyvereine gewönne® hatte, was der Anlaß zu höhnischen Artikeln in rech tsextremeo Blättern war, eine satirische Glosse geschrieben. Röteln protestierte dagegen, daß „jüdische Parvouüe siet ubetau vordrängen und durch ihre Taktlosigkeit dem Anthemitkmua nur neue Nahrung geben. Dieea unverantwortlichen Elemente verbreiten den Glauben, daß es de» ungarischen Jude® bereite so gut geht, daß nichts andere« mehr zu ihrem Glücke fehle, als daß das Pferd “ines Juden den Königsprete gewinne“. We~ g-n diese« Artikels strengte Rubin gegen „ZtIdo Szornle“ den Verleumungsproi ke «us Bieiitz durchgeführt, der angekiag! jri , . war, f..m 17 September v. 1 den polnischenI a” „'r habe M A rbeiter;,-M5 V saoi nit*lejgaseto**e« zu I n « y.i a » .1 v e r I « i haben. j ,jie von einem Messen •« Dieser Vorfall bildete den Ausgangsallein das Messer, das punkt zu de® antisemitischen E x- [ der Haad hielt, konnte z essen in der Doppelstadt Bieiitz-Ivefun ieo weiden. B i» 1 a (Bieiitz liegt auf schlesischem, Biala auf westgaliäscbesn Boden), die mehrere Tage dauerten, riesige Ausmaße annahmen und in deren Verlauf zahlreiche jüdlsceh Geschäfte in den Zentren der beiden Schwester stiidte demoliert, In viele» hunderten jüdischer Wohnungen die heu stersebeiben eiges* Uluger? zahlreiche; Juden verletzt und ein Schaden Vor dem Stmfbezirkageriebt veranbwortete «i'-h Korein damit, daß er seit 48 Jahren diejenigen geißle, die auf dae F?uer de« Anfetaemitiemu» öl gießen. Er habe auoh scnoc früher eolohe Juden anyppraiigert, die ein Schaufenster- Eii! Beweisstück verschwunden L e b e n führen. V erteidiger Dr. Leopold . i'szrem oetonte, daß der Angeklagte den Diese Aussage Normanne konnte v0Gj '\rükol im Interesse de« Judentums geweraen. j schrieben habe. Die Leiter der JudonseJiaft gon gab als }jätten 8n die Juden die Aufforderunrr er- «'tirniCRD tatsäohiicli nag feetgeetell n herrühr«i kennt . ha dr ■ad. fühlt-. t a m e « Lebe» zu {"ihre®. Das Gericht verurteilt« Korein waren Prr-ßverieumdung zu 200 Peogö Geldstrafe und zur Entrichtung eines tnoralitchcn Sc-haienereatecs in Höhe von einem l Peiigö Da« Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zloty angerichtet wurde. Ober hundert jttdfeohe Familien batten Bieiitz, tas Zentrum der Exzceee. verlaaMm.' Da« Signa! zu den Exzeesen wurde von Agita"' oren anläßlich des Begräbnieees Vanots atmgegeben, mehr als J 0.000 Menseben, meist ans der Umgetnmg von LheJitz- Biata, nahmen an den Ausschreitungen teil. Die Behörden, d»e anfangs, der al’:-r<v mrint* S-.inimutig Rechnung tragen-:!, mehr «ebne!! genug eingriffen. stände u f p äter den E r e i g n i« « e n machtio« gegenüber. Bis heute weiß man noch nicht, ob irgendwelche der Hauptschuldigen gefaßt, wurde®. Es wurde wohl eine Reihe Personen verhaftet, und dann freigelaaaen, Ober den Verlauf des Verfahrens gegen die Schuldigen ist ab«T bisbeT nicht« bokaunt geworden. J>er Angeklagte Karl Normana verantwortet gleit wie folgt: Am 17. September sei der Arbeiter I^o Vanot Sn die von ihm, Normann, gerechtete Restauration Landau geikominen, habe sich VCuust. und Bier geben lassen, dabei mehrere Anstände erheben, schließlich das Gereichte verzehrt, sich aber zu zahlen geweigert» Norman» schickte um einen Wachmann, der Vanot zur Begleichung der Zeche auffordort*. Vanot weigerte sich weiterhin und rief Norman- ~ i I/e.bea einer. Schuß h ab viel Normann überhaupt nicht beschimpft* ihn Auci: auf den: erklärte, Vanot bis dahin gekannt zu haben. Panfhi Vanot uoftemals uiJlätig. KommisMnaweigerte sich Vanot, zu *a-hb'n Et wurde gezwungen, 85 Groschen für die Zeobe zu hinterlegen. Normann verließ darauf da« Kommissariat. In Notwehr Für da«, was sich kurz «darauf abepielte, fehlen Augenzeugen, es Legt nur die Aussage Normanne vor. Normann erzählt, daß Vanot Ihn In der Dunkelheit auf dem Platze vor seinem Restaurant mit einem gezückten Messer überfiel Er wurde an der Hand verletzt, fühlte »ich am Leben bedroht, zog hlitzschneil eine Pistole und schoß Vanot nieder. Im Hinblick auf Vanots frühere drohende Haltung habe er auf dem Po- UzeikoiffirJseariat die Bitte ausgesprockett, Vanot eine kurze Zeit festzuhalten, b« er, Normann, in seine Restauration zurüekgekehrt «ei® würde. Seinem Ersuchen wurde nidht stattgegeben. ersf.-o Male abgegeben. Der Jude zn sechs Jahren Kerker verurteilt Obwohl Normann? Bvliauptung-, daß er ln Notwehr gebandelt hat. durch Indizien gef.ilui war und dureb nicht« widerlegt werden konnte, bejahten die Ga schwöre nee dennoch die Hauntschul ifrage auf Toteciblag mit zehn gegen zwei Stimme® und verneinten die Zwaüfrage. ob Ncrmann in Notwehr gehandelt bat, mit acht gegen vier Stimmen. Das Gericht verurteilte daraufhin Normann wegen Verbrechens des Totschlags k e r s und zum I ragen der Gerl-chtskoaten. Lebenslängliches Gefängnis für Wolf Szczerbowski Warschau, iS. Febraar. (JTA.) Vor dem AppeUatioüftgoricbi in Wilna fand zum vierten Male der Prozeß gegen de® jetzt 17jähns;«?ü Fleisch haueresohr« Wolf S i c, z u r b o w g. k i etait, der am 18. Mai 1937 in Bre»t-L:towf>k den Po!ircisergeaaten Kendziora enstoctien hatte, -v.vder Auen angepnnk? zu dem Pogrom in Bres t -1.-' to wsk gewesen war. Da« Eroisgeriebt in Brest-Litowsk hatte Stczerbow»Li In orator Inetanr zvm Tode verurteilt, da? Appellatk n-isrericht in Warschau hingegen hob das Urteil auf und wies den Prozeß i u r t> eu o? lieb en Verbandl'Mig an da« W'iinaer Appellatsonegerioht, da« nuii f-zezerborrgki zu lebenslang- Ijchem i efängnia verurteilt hat. Der Verteidiger, Advokat Cermoho-w, bat Ka.-*atton8gerieht Rokure angem-el-det.. Folnisdier Ministerpräsident schützt Boykott In der Budgetkommissioi) des poiniec-hen Senat« erklärte der Min»terprä«ki«ent Siawoj-Sktadkoweki zu einer Rode des jüdischer. Senator« Trocken he tue, der «Ich gegen dm Boykott wendete: „Wae Senator Trockennam« kritische Bemerkungen betrifft, so erkläre ich, daß ich keine Ahnung habe ob der Boykott jüdisonw Oeechäftp gesetzlich ist oder nicht Wäre «r nng«et*Ucb. so müßten die Behörden in jedem kleinen Städtchen 200 junge Leute m- Gedi.ntmw setzen.“ Boyk ott «ei also keine neue Erschesnung In Polen und bar, wenn ee zu einer Störung der öffentiiebeo Ruhe und Ordnung' führt. Wir b’tien für nneerc ali«a oad arbaitennihigra Blinden am Spenden. Für die blinden Icsikletirer, Klavieratimmer, Korband Sesselechter so vie Bargtenmaetier bitten wir rnn Arbeit Ailfsvereln Her lüüiscben Wien!!, Rembrandtstr-sll» 18 Die Gleichberechtigung In Litauen Kowno, 13. Fobntar. tJTA.j Der Verfa»- eungsauapcmiß des litautache® Parlament« hat ei» von jüdischer Seite emgesbraehtes Memorandum, in welch«» die Forderung nach Aufnahme einer Klausel betreffend Garantie der Rechte der Minderheiten in die neue litauische Verf&sstrng erhoben wird, abgelehnt. Dagegen wird ta Aueschuß boschloscen, ln die Verfassung einen Ergänz» ngsparagraphen aufzt:nehmen, der besagt, daß die Religion «und die Nationalität litauischer Bürger k e icen Grund für eine Aueuahmebehandiung dansteilt Paal ClaudeL’ Die Pflicht der Katholiken Dani-s - R o p s HeS vor kurzem in der von ihm herausgegebenen Sammluog ..Gegenwmafrageu“ einen Band „Die Jaden“ erscheinen, zu dem namhafte katholische und jüdische Autoren Beiträge gel-'efert haben. Daraus zitiert die Monatsschrift „Jüd!sehe Revue“ einen Brief de* französischen Dichters und Diplomaten Paul Claudel an deii Orjranisator des Jüdischen Weltkongresse», datiert Chateau de Br&ngues, Mai 1936, in weichem es heißt: „Zu viel haben die K a t b o 1 i k e n bei uns in Frankreich unter der Verfolgung und dem unvernünftigen Haß einer unwissenden Menge zu leiden gehabt, zu viel haben eie noch in Mexiko und Spanien Güter Minder und ungerechter Gewalt m leiden, als daß sie nicht mehr denn je die Sache der religiösen Freiheitverteidigen müßten. Die abscheuliche und sttunpisüutige e Bil'kagsktlonsr und W1ZO Lsoooldatadt, SchOrtoi grigtttsnau und Zwlsohsnbrtlokon, TaborstraB« 4, Hotei Oontlnant«! Oonnersta , 17. Februar v.ttlbr abds. Süatsrat Dr. Desider frisdntna, Präsident der Kultusgemeinde, Dr. Oskar QrBnbwa, Präsident des Zionistisch«! f | ‘ Landesverbandes für Österreich, Dr. I. Klabar« ““ Die ^M9eLogeiferiDilen“ die sich in Deutschland gegen Ihre Glaubensgenossen richtet, erfüllt mich mit Ente rüetung und F.ntsetzeu. Ich persönlich hatte stete Juden unter meinem besten Freunde® und habe von ihrer Seite immer nur Entgegenkommen erfahren. Anderseits hat tu;oh auch das ständige Stu-.iiiun der Bibel von der überragenden Bedeutung Israels in bezug auf Gott und die Menschheit überzeugt. Israel hat mit einem heldenhaften Mut und einer geistigen Kühnheit. die ohne Berufung von oben nnerk’iärlicb wäre, gegen alle Verführungen Griechenlands den Glauben an den «neu, persönlichen und Iranszeder ton Gott feste gehalten, der allem heidnischen Aberglauben v”*’* überlegen kt Eben diese« Heltu m, das heute eine Wiedergeburt in seiner niedersten und häßlichsten Gestalt erlebt, stößt sich wieder einmal an dieeeat tmensefattttedieben Feken,“ A2B