Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1938-02-04 · Heft 728 (4.2.1938) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 728 (4.2.1938)
Date
1938-02-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3053752-3054431-3054485--7278-3520469
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Vt. m — w«, Freitag, den 4. Februar 1938, fooren, hat in Bukarest oder in Klansentmig j gedient, wurde in Jas*y eingebürgert und lebt jetet ü. Predeal, geheiratet hat er womöglich m einem fünften Ort, Wie soll der aus allen diesen Städten in elf Tagen «eine Dokumente besorg«®? 400.000 Akten aalten In elf Tagen erledigt werden! Aber auch den Juden, bei denen die Dinge einfacher liegen, wird es nur in Atssa&hmefälien gelingen, wieder Staatsbürger tu werden. Die Behörden werden einfach nicht, imstande sein, in «0 kurzer Zeit die Masse von Akten über die Einreichung der Dokumente anzuiegen. Die 758.000 rumänischen Jude® bedeuten etwa 400.000 erwachsene Personen, es müssen also 400.000 Akten angelegt werden, die sich auf 2 bis 3 Millionen Dokumente stützen. Wie «ollen die Verwaltungsbehörden diese Dokumente registrieren können? Schon die bloße Ausfertigung von Bestätigungen über den Empfang einer solchen Masse von Dokumenten würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, als für die ganze Prozedur zur Verfügung steht» Es ist «atttrüob für die letzten Tage der Für da« führend«, streng orthodoxe -Ws Restaurant« (HBteM’tsila#) hi Bad dlelchanbarg. Stak Pächter gesucht! ZusohrtfUo unter „Mur Sarin*“ u> dl* Adm. d. Bl Frist ein besonderer Andrang zu erwarten, wer also nicht sofort mit seinen Dokumenten zw Behörde laufen kann, ist auf alle Fälle erledigt. Daß es sich nach den Absichten der Regierung tatsächlich um eine Maseenausbärgeruag und nicht um eine Revision handelt, zeigte übrigens die ln den letzten Tagen getroffenen Maßnahmen. Der Suspendierung der Advokaten bis zur Erledigung der Revision folgten ähnliche Dinge in anderen Berufsgruppen: Die Organisation der Buchhalter bat jüdischen Buchhaltera verboten, bis zur „Klärung“ ihrer etaatsbürgerlichen Verhältnisse Bilanzen aufaueteilen und zu unterfertigen, während das Arbeitsmmtoterinm ein generelle« Verbot der Beschäftigung von Kellnern „nicht-umäniseher“ Staatsbürgerschaft erlassen hat. Als „Nichtrtunäne“ gilt jeder, dessen Staatsbärgerjjajnere Sicht vollgültig sind, also jeder Was nun die „Ms zur Erledigung der Revision“ verhängte Suspendierung der Juden verschiedener Berufe von der Aue- Übung ihrer Tätigkeit praktisch bedeutet, ZtoBlstiscfieBMitaftiMuri«IM Bfürtttam Repräsentativer Geseflschaftsabend tomtag, ». Fsbruar HM, HB Uhr »fcsnds Mit AKADKMI1 UNB TANZ fort« 4 B rta fcWwatea, XX-, Jtfntnt* «0 and «n imt Ab*pät*»»* wMltUch kaa» man aus der Tatsache entoehmen, daß' den Gerichten, die die Revision durchzuführen haben, für die Erledigung der Revision keine Frist gesetzt ist. In einem Kommentar zum Revisionsgesetz hat der Jaetkminkter mitgeteilt, daß von den im Jahre 1928 nachträglich angemeldeten 52.000 Gesuchen von Joden um Anerkennung ihrer rumänischen Staatsbürgerschaften noch 20.000 unerledigt sind. Selbst wenn es also den 400.000 großjährigen rumänischen Juden gelänge, ihre Dokumente beizu bringen, würden einige Mteschenalter vergeben, ehe sie wieder Staatsbürger geworden stad. Märchenerzähler Micescu Da« Tschechoslowakische Preßbureau teilt mit: Minister des Äußeren Micescu, der soeben aus Genf zurückgekehrt ist, erklärt Journalisten gegenüber u. Das Problem der jüdischen Minderheit in Rumänien ist keine außenpolitische Angelegenheit, sondern eine Angelegenheit der inneren Politik. Die Neuwahlen werden zweifellos die Stellung der Regierung stärken, so daß die Angelegenheit, der jüdischen Minderheit definitiv vom Programm des Völkerbünde« genommen werden wird. Zu dem Vertreter des Rumänischen Pressebureaus erklärte Mioesou, daß die Nachrichten nicht richtig sind, wonach der Vertreter Neuseel and« ein gemäßigtes Vorgehen gegenüber den Juden in Rumänien verlangt hätte. Ein solches Verlangen wäre gegenstandslos, da Rumänien gerecht vergeht. Bei den Gesprächen mit den Vertretern England, Frankreiche und der Vereinigten Staaten in Genf trabe der Minister die Überzeugung gewonnen, daß diese Staaten dem gerechten Vorgehen Rumäniens in seiner inneren Politik zustimmen. Diese Äußerungen Miceseus stehen im schärfsten Gegensatz zu den Mitteilungen des Völkerbundsekretariats und der amtlichen Schweizer Depeschenagentur. Das klarste Dementi liegt in der Einsetzung des Dreierausschusses. Micescu wird lernen, daß auch seine Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wir bitten fflr unsere alten and arbeitsunfähigen Bllndon am Spenden. Für die blinden Mnsfklehrer, Klavierstimmer, Korband Sesselflechter sowie Bfimenmacber bitten wir um Aroeit. HlifsvereiD der IDdiscbeo Blinden Wien. II., Bembrandtstraße 18 tam« a a-t-n - Mswtam-iiMi *r * iwti Auch die „C.-V.-Zeim«g“ verboten Reicuekommisft&r Hans Hinkel hat, wie aus Berlin gemeldet wird, das Erscheinen der V.-Zeitung“, Organ des Centralvereins der Juden in Deutschland, bis zur» 24. Februar <L J. verboten. Bekanntlich hat Hinkel erst vor wenigen Tagen das Erscheinen der „Jüdischen Rundschau“ bk zum 27. Februar verboten, ln beiden Fällen wurde eine Begründung nicht gegeben. In manchen jüdischen Kreisen gibt mau sich der Besorgnis hin, daß das Verbot dieser beiden führenden jüdischen Zeitungen in Deutschland ein Vorspiel sei für weitere einschneidende Maßnahmen. Man erinnert sich, daß diese beiden Zeitungen und auch andere jüdische Publikationsorgane in Deutschland unmittelbar vor der Verkündung der Nürnberger Gesetze im Jahre 1935 verboten worden waren. FILME Flinte ohne Arier-Paragraph Das Sklavenschiff. — Der Pfarrer von Klrehfeld. — Angel. — Der große Gambini. - Die Lady und der Gangster. — Flammende Nächte. — Der Franenmörder. — Gangster sehen dich an. — La grande Illusion. — Feuer über Irland. — Das Monde Gespenst — Das Mädel ans Paris. — Ein Star ist geboren. — Romeo — privat — Olympiade der Unterwelt — Hafen- Spelunke. — König wider Willen — Die gezeichnete Frau. — Wee willle winkle. — Unter vier Auren. - Ritter ohne Furcht und Tadet — AH Baba gebt in die Stadt - Mr. Moto, der Schatten von Schanghai — HelCne Wülfür. — Banditen von Kaln-Tu-Kei. — Silly Mickey- Symphonie 1938. — Ein König ond ein Girl — Tarantella. — Dunja. — DeslrA - Das kleine Malheur. — Der Purimspieler. — In gefährlicher Mission. — Der Llebesreporter. — Lloyds of London (Das Herz der Welt). — Mr. Dodd saniert — Dead End. — Die entführte Braut — Der gelbe Herrscher. — Küsse am Broadway. — Ebb-Tide — Un Carnet de Bat — Da* unbekannte Mädchen. — Die große Stadt — Wir landen am Nordpol. — Der dritte Grad. — Gräfin Walewska. — Der Gefangene von Zenda. — Stage Door (Rivalinnen). — Towarisch. — Lögen ein Vergnügen. — Nichts ist Ihnen heilig. Chug Ivri, Bezirkssektiop 8—9 (Hörigasse 2), Dienstag, 8 d.. %8 Uhr abends, Sohlomoh Auerbach: Moderne hebräische Dichtung; M9 Uhr, Prof. Kestenbaum: Tnach. Franziska Gaal-Premiere demnächst. Der mit großem Aufwand von Cedi B. de Mille gedrehte Film der Paramount „Bneaaeer“ erscheint nächste Woche in Wien. Die amerikanischen Kritiker bezeichnen Franziska Gaal als di« beste Schauspielerin, die in den letzten Jahren aus Europa nach Amerika kam. „Rainbow on the River“, Mitte Februar erscheint in Wien ein neuer RKO-Radio-Fiim mit dem englischen Titel „Rainbow on the River“. Die Sensation ist diesmal Bohhv Breen, der „kleine Caruso“, wie ihn Amerikas größte Gesangspädagogen nennen. Bobby Breen wurde mit sechs Jahren von dem bekannten amerikanischen Produzenten Sol Leeser entdeckt, deT bereits drei Filme mit ihm gedreht hat „Rainbow on the River“ ist der erste Bobby-Breen-Film, der in Wien zu sehen sein wird. KOCHIN FÜR ALLES (klnderfreundlch) gegen gute Bezahlung und gute Behandlung zu Rechtsanwalt gesucht I Dr. Wenkart, IX. Ferstelg. 8 / A 23-8-38 „Hurrikan“ —- Produktion: Sam Goldwyn. Sam Goidwyn, der letzte unabhängige amerikanische Produzent, ist ein Pionier des Film«. In seinen Studios entstanden Filme wie „Wir Drei“, „Sam Dodsworth“, „Dead End“ und zuletzt „Hurrikan“, Werke von eminenter künstlerischer und kultureller Bedeutung. Auch i „Hurrikan“ ist ein solches Werk. I Sektion*« und VIZO XII, XIU, Breitende, XIV und XV, 14h Rsindorfgasse 3, Krasntekg-Marien- »äla, Mittwoch, *. Februar, HP Vhr abends: Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Präsident der Kattasgemein:», Rai atr Stadt Vien Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes: »Die allgemeine und politische Lage der Juden« 1 kam es Md zur Veröffentlichung Deines Werke«: „Goluth“. Darf ich Dir meine Besprechung, die seinerzeit, in der „Neuen Nationalzeitung“ zu Jasen war, wieder auftieeben? Oder soll ich nur «»deuten, daß ich trotz meiner Bewunderung bemüht war, gerecht zu urteilen? Im übrigen nehme ich an, daß Dein Buch; vielen Lesern der „Stimme“ bekannt ist und spare mit Worten hierüber. Kennen eie es aber nicht, so mögen sie ob in den Buchhandlungen stieben »der von Dir verlangen, «daß Du ee ne« aufiegen lassest. Dein Werk verdient es. Zwar ist es eine unte-rgebende Welt, die Du darin schilderst, doch spinnen sich daraus so viel« goldene Fäden zu unserem Leben herüber, daß wir, in Wehmut und liebe zurückblickend, umso treuer, trostreicher und aufrechter die altneuen Aufgaben, die schweren Sorgen auf unsre Schultern nehmen könnt®. Der Zusammenhang mitder Vergangenheit ist hergestellt, Wertvolles ist erhalten und gerettet. Und es hat mehr ak literarischen Wert. Auerbach, Kompert, Franzos, Kulka haben das Ghetto mehr von außen gesehen und versucht, es idealisier!, den Fremden vorzuführen. Du kanntest es von innen nnd stelltest es vor Deine Brüder und Schwestern hin, wie es wirklich war. Man sah vor sich die Hoje-he Ga® in Krakau mit ihren lebenden Gestalte«. Man hörte den Tonfall ihrer Stimmen, den Nigen in ihren wunderlichen Zwiesprachen. Man hörte den Jörgen naive Fragen stellen und den Raw weise Antworten erteilen. Da gab es sogar Haarspaltereien und Verstiegenheiten, aber alles durch die Poesie des Verständnisses, durch die Innigkeit des Humors gemildert uni vermenschlicht. Bilder tauchten vor uns auf. wie sie Krestin und Wachtel malten. Wir sahen junge, grübelnde Juden an der Natur vorflbergehen und ihre Schönheiten heimlich bewundern. Wir nahmen Anteil an ihren inneren Kämpfen mit den strensen religiösen Verboten. Wir lauschten nicht nur dem kiekenden Ruf der Vögel iir> Frühiing, sondern auch dem bestrickenden Gesang des Ohasens Awrumele in den ersten Festtagen de* Herbstes. Diese längere Erzählung, „Awrumele Cbamm Glückt tmd Ende“, Mt« sch entstehe» sehen. Entrinnst Da Dich, wie Du mir den j Klostemeuburger Gärten beitrugen, nahmen Einfall, die Idee vortrugst und wie im Rewir beide meinen Konflikt nicht mehr wichden das Ganze sich gestaltete? lob spornte tig. Wir schlenderten durch Gänge und Dich an, (Me Novelle anfzuschreiben und zu Hänge und besprachen lieber neu« literavollenden. Dagegen redetest Du mir manchrische Pläne oder zionistische Fragen. Als mal zu, ein größeres Prosawerk zü schaffen, ich später meine« Konzipienteaooeten tn Zum Dichten brauchte man mich nicht zu einer Wiener Kanzlei aufgeben konnte, um verhalten. Einmal wolltest auch Du in gein die Hypothekenbank einzutreten. empfahl bundener Sprache etwas hervorbringen. Du ich Dich dam Rechtsanwalt, der Dich gerne wähltest Dir die strenge Terzinonform. aufnahm. Kein Wunder, daß Du mir nach langer Mllhe Naob einiger tratest Du in die nur ein Bruchstück vorlegtest, über das Du Kanzlei de6 bekannten zionistischen Red- Dich mit Unrecht selbst lustig machtest nere Dr Leopold KohB Und a]s Du Ja damals hatten wir noch schweren Jahren selbst- Anwalt warst, ludest Berufssorgen. Dem« Essay» freilich waren |Dn mich mane.;-1<m Abend in Deine gemiifbesser... liehe Wohnung ein, um mich zur Advokaten- Unser inniges, wann auch leider zeitweilig prüfiuia. vorzuberehen, zu prüfen und zu erunterbroebenes Zusammenarbeiten war auf ■ mutige«. Auch dafür bin ich Dir dankbar, die Herausgabe der Jtigendzoiteohnft; fflr alie stiimtam die Deine Schriften „Unsere Hoffnung* zurückzu führen: Du, verschönten. Und als icn bei einer Fest- Artur Freud und ich waren die Redak-i Versammlung Deine Rode in hebräischer teure, Josef Haas _ war der Administrator, gpraobe hörte, bewunderte ich Dich im Stillen. Von Deiner ziomsttechön Arbeit für Ich war leider verhindert mit Euch bei Herzl vorzueprechea und ihn um das Geleitwort zw bitten, das er Euch ak Reises egen mitgab. War es nicht sein letzter zionistischer Artikel? Schwer trüge« wir beide an der Trauer um Herzt. „Unsere Hoffnung“ erschien mit Trauerrand und war Berels Gedenken gewidmet Dankbar denke ich an einen Tag im Frühling zurück, wo ich zu Dir nach Klosterneuburg hinausfuhr, um Dich in einem Konflikt mit einem Mitarbeiter „Unserer Hoffnung“ zn Rate zu zieh«. Ich hielt Dich nämlich für klug, überlegen und diplomatisch. Obwohl ee ein Sams tag nachmittag war, hattest Du in der Kanzlei, wo Du ak Konzipient angeetellt warnt, noch etwas zu erledigen, Du ließest mich daher in Deinem Wohnraum eine halbe Stunde warten. Auf Deinem Tisch lagen alte gedruckte Aufrufe zu einer jüdischen Gründung. Ich begann darauf zu sobreiben. Es waren Judenlieder, „In der Fremde“, die Dir dann gefielen, daß Du mir auftrugst, sie ~ die hebräische Sprache und für Palästina mögen Berufenere als ich berichten. In Deiner Gesellschaft lernte ich Deinen Freund Bialik kennen, der Dich »ehr schätzte. Ich war stolz auf Dich, meinen Jugendfreund. Und der bin auch ich Dir geblieben Dein Marek Scheriag. Rothfalum begann schon ak junger Mensch mit den ersten literarischen Versuche«. Seit 1892 erschienen in den Spalten des ..Maggid“ „Hazofch“, „Hazfirah“, „Haeschkol“ usw. seine Erzählungen, Feuüietons und Artikel. Seine größeren Erzählungen, wie „Rache und Sühne“, „Untergang meines Volkes“, die in zahlreichen Fortsetzungen im „Bamagid“ veröffentlicht wurden, sowie andere kleinere Erzählung«® und Skizzen wie „Stürme“, „Nach 200 Jahren“, „In nächtlichen Stunden“, „Aus „„ _ ____ .„ Finsternis zum licht“, „Et und sein veröffentlichen. Die illustrierte Zeitschrift' Freund“ asw., die abwechselnd in „Hama- „Ost und West“ in Berlin nahm sie an,' gid“, „Sifrej“, „Schüraschnriim“ und in j worüber Du Dich so freutest, als wären es „Haeschkol“ abgedrnckt wurden, können Deine eigenen Gedichte gewesen. In jener noch heute, nach SO bk 40 Jahren, mit .poetischen Frühlingsstimmung, zu der vor,Interesse und großem Vergnügen gelegen USm » BKUee stebettke Blase des wssdeu, m wirkungsvoll ät ihre anotige, spezifisch jüdische Atmosphäre, so reich und vielfarbig itare Auednicksfomen. Die äußere Form all ein schon verrät die küwtlerkcht Hand, die große Begabung des Verfassers, der Inhalt beweiet Kenntnis und tiefes Verständnis in der Auswahl des Stoffes, In seinen zahlreichen Feuilletons („Aus dem Buche des Lebens“, „Zerbrochene Harfen“, „Scharfsinn“, „Geheimnisse aus dem Oho ler“, „Tikkun, Seele-nläutenmg“) macht, sich oft eine stille, herzergreifende Trauer bemerkbar« manchmal spürt man einen feinen Humor aufbiitzen, wie eine gelungene Mischung von Wienerischen und Pariser Feuilletons, die gleichzeitig durchdrungen ist von der Schwere jüdischer Trauer und der Würze jüdischen Spottes. Der Student Rothblum kam nach Wien zur Zeit, als Herzl in der jüdischen Gasse erschien, und es ist klar, daß er sich Herzl sofort anechioß, gemeinsam mit Dr. Ehrenpreis, Dr. Michael Berkowitz und mit allen seinen eisten Helfern, die damals die hebra'sche Kultur und Literatur repräsentierten. Ais Herzl rm Jahre 1898 zu Ehren Dr. Max Nordaus einen Studerten-Kommp» veranstaltete, wurde Dr, Rothblum die Ehre zuteil, eine hebräische Rede zu halten, die den Ehrengast, Dr. Nordau nnd alle Anwesenden mit Bewunderung und Begeisterung erfüllte. Rothblum kt ein Redner von Gottes Gnaden (in deutscher nnd hebräischer Sprache). Seine Vorträge werden massenhaft besucht; besonders hervorragend sind seine hebräischen Reden, nicht nur wegen der vollendeten sprachlichen Form, sondern auch wegen seines Talentes, jedes Wort, jede Wendung in dieser Sprache in meisterhafter Art zum Ausdrucke zu bringen. Er vereinigt die Kunst des Rhetorikers und des Linguisten in einer Person. Ein eigenes Kapital ist die kulturelle Tätigkeit Rothblums. Rothblum bat jederzeit, regen Anteil an der kulturellen, hebräischen Erziehungsarbeit genommen und leitet seit längerer Zeit die hebräische Bewegung. Rothblum ist Ehrenpräsident dar „Histadrutb Ivrith“, Präsident des Kuratoriums des hebräfcchen T

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.