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Die Stimme · 1938-01-31 · Heft 726 (31.1.1938) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 726 (31.1.1938)
Date
1938-01-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« Z DIE SUMME Nr. 726. — Wien, Montag, den Sl. Jänner 1988. für als Strafe erhalten. Weil er Jade ist, sind ihm die Kunden ausgeblieben; in Erregung und Verzweiflung ist er durch di" Striok”.. gegangen. Der ehrliche und iiRs.u.r.Jige Mann, den der Psychiater al# Fanatiker der Wahrheit schildert, hat da plötzlich das Bild des Führers und Reichskanzlers heil erleuchtet vor sich gesehen .,. „Ihr laßt den Armen schuldig werden!” Lebenschuß hat vier Monate schweren Kerkers 3tid.ikt.iori erhalten. Wer straft aber diejenigen, die diesen Mann, Familienvater und Steuerzahler, in den Ruin gehetzt haben? Wer kümmert sich um die Moral?... Wi? httif.ri uneerp alten and arbeitsunflhiyer B!n4ill am Hpm'iert. Für die blinden MnsHiHtrci, KlavieiECimmer, Kmband Sessel* H**ehte.! sowit Uftrtfenmadiei bitten wir am Arbeit. Hilfsverei der IBische.1 Blinden Wif-n, U.. RsrnbrandtfitraUe 18 ä 47-2-T? P«»!sirftrk*u»R-fcGflta N? A IS3.21S Mitteleuropa« Kreise genug, die das gleiche Verfahren anzuwenden wünschen. Es ist ein grimmiges Spiel der Geschickte, daß gerade Ungarn, trotz seiner neuesten rasseschützlerischen Bestrebungen, sich um «eine Minderheitin Rumänien bekümmern muß. Das jüdische Volk hat den Willen, sich nicht zum stummen Objekt der Willkür herab würdigen zu lassen. Daß wir heute über eine Körperschaft verfügen, die im Namen von sieben Millionen Juden sprechen kann — die Wiener Union hat sich losgesagt und dies wird ihr nie vergessen werden —, ist ein erheblicher Fortschritt.!Der jüdische Weltkongreß ist vom natio- \ nalen Judentum geschaffen worden. Er! setzt die Politik, die mit der Erzielung 1 des Minderheitenschutzes eiageleitet wurde, fort und er ist vor den Völkerbund hjagetreten. Wir können nicht, wie Herr Perlzwei^ hervorgehoben hat, mit; Kanonen reden, mit dem Anschluß an die Achse drohen, aber wir haben das j Recht für uns und es ist erreicht worden, ’ daß Rumänien den Führern der Demokratie Rede und Antwort stehen muß. Das ist ein geringer Fortschritt, aber ein Fortschritt, den das jüdische Volk weiter stützen muß. Grenze sind insgesamt 64 Juden aas Buchara, unter ihnen 8 Frauen und SO Kinder, bei dem Versuch, ohne Visa nach Palästina zu kommen, verhaftet worden. Sie wurden ins Gefängnis gebracht, wo eines der Kinder starb. Palästina-Beratungen in Genf Die Anklage geaen Rumänien Eine Depesche aus Genf, 29. d., meldet: Eden und Delbos hatten heute eine längere Unterredung mit Außenminister Micescu über die jüdischen Minderheiten in Rumänien In Genfer diplomatischen Kreisen wird angenommen, daß die jüdische Frage doch noch während der jetzigen Tagung des Völkerbundrates zur Verhandlung kommen wird. Der Rat des Völkerbundes fühlt eben, daß er auf eine schwere Probe gestellt ist und daß alle Minderheiten Europas auf seine Entschlüsse warten. Die Westmächte, die sich schon wegen der Chinafrage in einer unbehaglichen Situation befinden, versuchten einen diplomatischen Druck auf Rumänien. Wie es scheint, nicht mit Erfolg. Micescu soll bloß zugesagt, haben, daß sieh die Aktion der Regierung lediglich auf die „zu Unrecht eingewanderten Juden“ beschränken werde. Er soll auch akzeptiert haben, daß die Frist für die Vorlegung der Heimatdokumente von drei Wochen auf drei Monate verlängert wird. Jedenfalls haben — und das ist das wichtigste — Eden und Delbos in der bündigsten Form die Einhaltung des Minderheitenvertrages gefordert und es ist auch, wie die erwähnte Depesche besagt, zur Zeit möglich geworden, daß die Haltung Rumäniens zum Gegenstand einer öffentlichen Auseinandersetzung in Genf gemacht wird. Es besteht noch immer Gefahr genug. Die Mächte erwägen die Einsetzung einer fünfgliedrigen Kommission zur Untersuchung der Angelegenheit. Ob diese Kommission sich nach Rumänien selbst begeben und die Zustände an Ort und Stelle beobachten wird, darüber ist nichts bekannt. Wie die Entwicklung in Genf beweist, is es geradezu ein Segen, daß es einen jüdischen Weltkongreß gibt und daß seine Exekutive im Einvernehmen mit den Vertretungen des britischen und amerikanischen Judenheil vergeht. Es ist ein Ereignis von nicht zu unterschätzender Bedeutung, daß das jüdische Volk zur Demonstration seiner Gegenwehr übergegangen ist. Es wird vor aller Welt dargelegt, daß die Juden Rumäniens nicht allein sind, daß alle jüdischen Volksteile das Schicksal eines Volkssplitters als gemeinsame Fache empfinden und darnach handeln Dafür ist zunächst das nutional-etliischo Moment der natürlichen Solidarität maßgebend. Gegen alle Quertreibereien der arischen und assimilatorischen Antisemiten muß gesagt werden, daß wir uns das Recht der werktätiger Sympathie genau so wahren wie die Deutschen oder Polen. Wenn nichts, so belehrt uns der so modern gewordene Berliner Geist über den untrennbaren Zusammenhang des ganzen jüdischen Volkes, und das Beispiel Deutschlands, dem sich kein Völkerbund in den Weg gestellt hat, hat in Rumänien bei den Cu za« und Codreanus als Stimulanz gewirkt, und es gibt in anderen Staaten Warschau, 29. Jänner. (Poln. Tel.-Agc) Wie die Blätter erlahmt, hat rieh die gestrige Unterredung zwischen den Außenministern Beck und Eden unter anderem auch auf das Problem Palästinas erstreckt. Außerdem war diese Frage Gegenstand der Erörterung zwischen den Völkerbund-Delegationen Polens und Großbritanniens. Heute bat Außenrain'ster Beck den Delegierten der zionistischen Exekutive Dr. Gold mann empfangen. ägyptische Politiker an England Kairo, 89. Jänner, fR«mr«r.) 15 Abgeordnete und 8 Senatoren sm allen ägyptischen politischen Parteien haben an den britischer. Botschafter ein Schreiben gerichtet, worin sie erklären, die Politik der britischen Regierung in Palästina gefährde den Bestand und füe Persönlichkeit der Araber. Das Schreiben kritisiert in scharfen Wendungen die außerordentlichen b r i tief h e n Maßnahmen einschließlich der Verhaftungen der Führer. -Schließlich wird der britische Botschafter aufgefordert, an die britische Regierung den Protest weiterzuleiten und Ihr zu empfehlen, ßk möge sofort das Problem, das die Ägypter als eine blutende Wunde im Körper de* Islams betrachten, in freundschaftlicher Weise regeln. Der Fodenkauf In Palästina London, 30. Jänner. (JTa.) Auf einer |m Anglo-Paleetine Club absrehaiteneo Nationalfondakonfeivnz Karte Prof. I. B. Rami er, M'tg’ied der PoEtfccbca Kommwe'an bei ider Zionistischen Exekutive, trotz des ara- | bischen Widerstandes in Palästina und trotz der Droliungen der Terroristen gegen jene Araber, die Boden an Juden zu verkaufen bereit sind, biete sich den Juden heute die Möglichkeit, 130.000 Dunam Boden nm einen verhältnismäßig geringen Preis zu erwerben. Gleichgültig, fü«rte Prof. Namier hinzu, ob es bald zur Schaffung eines jüdischen Staates kommen wird oder nicht, sei das Problem des Bodenkaufs äußerst wichtig. Der Transfer Deutschland-Palästina Wke die Berliner „Germania“ berichtet, hielt sich die Auswanderung der Juden aus Deutschland kn vergangenen J&bre in mäßigen Grenzen. Eine größere Anzahl, die zunächst die Zustände im Ausland prüfte, ist wieder ins Reichsgebiet, zurückgakshrt Die „Haavara“. die Treuhandetelle der wiswariderr-den Juden in Tel-Aviv, die von jüdischen Kreisen geschaffen worden ist, hat soeben ihren Bericht über das Ge- «ibäfu-jahr 193? veröffentlicht. Daraus gebt hervor, daß die Treuhandstel’o ihren Umsatz um 37-2 Prozent, gegenüber 1936 gesteigert hat Sie erzielte einen Bruttoumsatz von 31-8 Milli onen Reichsmark. * Mordeehai Schwan zum Tode verurteilt Jerusalem, 30. Jänner. (JTA.) Da« Kriminalgericht in Haifa hat den jüdischen Polizisten Mordecbai Schwarz, der &ngekiagt war. am 2. Oktober 1987 den auf der Sommerreeidenz des High Commissioner Sir Arthur Waucliope in Athlit auf Wachtposten stehenden arabischen Polizisten Mustapha Henri erschossen zu haben, tin Tode verurteilt. Es wurde ihm das Recht zuerkannt, gegen das Urteil zu berufen. Schwarz ist 24 Jahre alt und stammt aus der Tschechoslowakei Er gehört dem Ha* poel Hamisracbi an. Wieder ein Todesopfer Jerusalem, 80. Jänner. (JTA.) Der eine der beiden sefardischen Juden, die bei dem Bombenüberfall auf ein jüdisches Lastauto in de* Nähe von Giwat Schani auf der Fahrt, von Jaffa, nach Jerusalem lebensgefährlich verletzt, wurden, der 24jährige Nissim D « r •„ n y i, ist im Krankenhaus seiner; Verletzungen erlegen. Er hatte hei dem C’rf-rfah ein Auge verloren. Seine Leiche wurde noch im Laufe der Nacht nach Reehobot überführt, wo die Beisetzung erfolgen wird. Der zweite Verletzte, der 25jährige Mosche Lu ln, ringt mit dem Tode, P> polizeilichen Untersuchungen haben ergeben, daß die Spur der Mörder DuranjLs in da« arabische Dorf Lifta führt, in dessen Nähe der Überfall erfolgt-*. Lifta ist das Hauptquartier der Terroristen, die im Jerusalemer Bezir; ihr Unwesen treiben. Auch die Terrorbande, die in den letzten Tagen wiederholt Anschläge auf jüdische Autobusse verübte, konzentrierte sich dort. Der Ortsvorstoher von Lifta wurde verhaftet und nach Akko gebracht. In Lifta wurde ela Strafpost,e.a von zehn Gafirim eingericutet. Die Jüdischen Autobus* chanSfetsre bewaffnet Jerusalem, 30. Jänner, (JTA./ Die Palästina-Regierung hat beschlossen. 850 neue jüdische Polizisten etaznstellen. An Orten, wo sieb ln den letzten Tagen die Überfälle auf jüdische Autobusse häuften, sind speziell« Wachtposten anfgestellt worden. Die Chauffeure der jüdischen Autobusse sind bewaffnet worden. Tragödie von „Illegalen“ Jerusalem, 30. Jänner. (JTA) An s y r i s c h - p a 1 ä 6 ' ’ Das Präsidium der Wiener Kultusgemeinde In der Setzten Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde, wurde statutenmäßig die Neuwahl der Vizepräsidenten und des Vertreterk oUeginms vorgenommen. Die Mandatsdauer der bisherigen Vizepräsidenten Oberbaurat Ing. Robert Stricker und Dr, Josef T > c b o, sowie des Vertreterkolicgiums. bestehend aus den Kultusräten [>, Ernst Feldsberg, Doktor Isidor K '. a b e r, Geza K 1 i n g e r. Doktor Leopold Plaschkes, Dr. Saul S ok. a i, Max S c h i t f m a n n, Dr. Maximilian Stieglitz und Dr. Leo Landau wurde um ein Jahr verlängert. \U I l xvu der tinensischen Die Spende des Bundeskanzfers Dl „Salzburger Chronik“ berichtet über j eine interessante Epitsodie au« der Rede des Staatssekretärs Zernatto in Salzburg. In seiner großen Rede um Festspielhaus kam, schreibt, das Blatt, Staatssekretär Z e rn a 11 o auch auf das Kapitel „österreichisch« Presse“ zu sprechen, wobei er sich veranlaßt sah, dom „Salzburger Volksblatr1 ein ganz besonder« Privatissimum zu lesen. Der Fall lag kraß genug..._So kt dieser Tage In einem Blatte tendenziös, die Meldung verbreitet worden, der Bundeskanzler hätte den Juden in Wien gteiehssm emo Privatspende von 10.000 Schilling z u g e h e n Hasen. (Zwischen- , rufe: Nennen Sie nur da« Blatt — es ist das 1 „Salzburger Volksblatt“') Als Staatesekre* tär Zernatto auf die Zwischenrufe hin erklärte, ich halte eine solche Entstellung für eine Gemeinheit, lösten diese Worte demonstrativen Beifall aus! Ich habe zwar keinen Paragraphen, fuhr der Redner fort, auf den ich mich stützen kann, alter ich pfeife auf Paragraphen, wenn es sich am Anständigkeit handelt. (Erneuter stürmischer Beifall.) Die Winterhilfeaktion ■:i Österreich, die von allen Bevölkerung»- sebiebten unterstützt wird, wird an oh Wie» i dentm allen Österreichern, die ln Not sind, I sugewendet Und so tat auch ein Tai) Ider Winterhilfespinden den iösterreic bischen Juden, die ja I ihrerseits auch die Aktion unterstützten, zugekommen. Und daraus fabrizierte min das Blatt die bekannte Entstellung. Ich bleibe, schloß der Staatssekretär diese«, leidige Kapitel, bei meinem Ausdruck G em e i n h e i t und gebe diesem Biatt nur den Sprach zu denken: Rüttle nicht den Watschenbaum, eg reift die jFrucht, du merkst es kaum! Da« | Privatissimum für die Taktik des „Saizbur- Iger Volksblattes“ hat an Exaktheit rächte i zu wünschen übrig gelassen und ist von der Bevölkerung Salzburgs wohl verstanden worden.“ Erklärungen Dr» Perlzweigs Für loyale Losung des Minderheitenprob’ems Da-? englische Mitglied der Exekutive! de? Jüdischen Weltkongresses Rev. M. L. i Per! zweig gewährte dein Korresponden- > tön des „Prager Mittag“ eine Unterredung, in weicher er erklärte: „Noch vor meiner Abreise nach Genf tele-: pbonierte mir Stephen Wise aus New York; den Inhalt seiner Unterredung mit; Präsident Roosevelt, der sich scharf gegen den Antisemitismus, iv E ’i ropa aussprach. Auch im Londoner! l’oreign Office habe Ich vor meiner Abreise, vorgesprochen und unsere Stellungnahme in diesem um aufgezwungenen Abwehrkampf j öargelegt. Auch dort fand ich größtes! Interesse. j Die Freiheit ist unteilbar! Wir kämpfte 1 daher nicht allein für die Juden, sondern für alle demokratisch gesinnten Menschen gegen die Totalitfttsansprüche der andern. Aul Einladung von sechs der bekanntesten Lnterhausmitglieder habe ich vor kurzem in London vor einem großen Kreis englischer Parlamentarier einen Vortrag über die Minderheitenfrage in Mittel- und Osteuropa gehalten. Ich erklärte in diesem Vortrag, daß es möglich sei, das Minderheitenproblem in loyaler Weise zu lösen. Die Tschechoslowakei sei das beste Beispiel dafür und wir wünschen, daß dieses Beispia» m allen in Frage kommenden ländern naebgeabmt werde. Pie Tschechoslowakei «ei unser ModelL Wir haben keine Kanonen und können nicht einmal mit einem Abschwenken zur Achse Rom —Berlin drohen, aber wir haben das Recht auf unserer Seite, Leider fallen hierin Genf noch viele andere Punkte ins Gewicht, aber es scheint, daß es wenigstens sofort zur E i n- Setzung eines Untersuchungsausschusses kommen wird. Wir eng lischen Juden — Stephen Wise hat es mir erlaubt, auch im Namen der amerikanischen Juden zu sprechen — werden unsere verfolgten rumänischen Glaubensgenossen nicht im Stich lassen!“ beim Onegg Sebbath det Keren Kajemetfi, Freitag, 4. Februar, 8 Uhr abends, im HOTEL CONTINENTAL. - Karten nur Im Vorverkauf beim K.K.L und bei den K. K. L,'Kommissaren

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