Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1938-01-21 · Heft 722 (21.1.1938) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 722 (21.1.1938)
Date
1938-01-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3053752-3054431-3054479--7238-3520423
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Sah* 2 Nr. TBS. — Wien, Freitag, gl» Jänner 16BS. CÄFE BUCHSBAUN U. Kieme hunoasse 21 leicptmn A Mi-/S Ewern haben ihre Mädchen ausnahmslos wenigsten* einige Jahre lang aie Hausgehiifinnen arbeiten lassen, teils aus unmittelbaren Erwerhsgri'in io«, teile aber auch, damit sie sich in äen Arbeiten des bürgerlichen Hauehaits eutepre-hend schulen. j ln Jassy mußten auf Weisung des Präi feiten sofort alle christlichen Dienstboten 1 entlassen werden. Nicht weniger als 1400 Mädchen wurden von der Maßnahme getroffen, Sie gingen auf die PräfektuT, da-, mit man ihnen andere Arbeit gebe. Die Präfektur war dazu natürlich außerstande. Sie erklärte den Mädchen, sie sollten vorläufig wieder auf ihre alten Posten gehen. Es wurden aber nur 400 wieder aufgenommen. Die übrigen kehrten zur Präfektur zurück, wo sie den ganzen Tag Ober verblieben. Polizei mußte einschr eiten. Die Überprüfung der Staats» bürgerschaft beginnt am Montag, «cn 17. Jänner. Es herrscht namentlich i t> Beer arabit Di unter den dortigen Juden große. Besorgnis. | da dort die Behörden überhaupt keine ordentlichen Akten über die staatsbürgerlichen Verhältnisse dor Bevölkerung führten, 60 daß man beliebig jedem Juden die Staatebürgerrechte entziehen kann. ist bereits im Gauge. Hier wird folgendermaßen vorgegangen: E> werden die Personalakten bei der Kammer vorgenommen,' und wenn sich nur de: geringste Formfeh! e r zeigt, wird dem Betreffenden sofort die Mitgliedschaft e_n tzogen. Solche Formfehler sind zun» spie!: Ungenaue Schreibung dm Namens ortet Ja* Fehlet1 einer ausdrücklichen Bemerkung, daß der Advokat bei seinem Aufnahmegesnoh den Trauschein seiner Eltern beigelegt hat. So wird die große Mehrzahl dir jüdischen Advt. traten die Existenz verlieren, , Wiener Bürgermeister Lueg zussammeubracm.fi, 1889 schrieb Caza seine erst« Kampfschrift ..gegen die, falschen Humanitätsideale und den Liberalismus“, die die Ausbreitung des Judentums förderten. — ,1 nw-r ( -prar »st damit beendet» Minister Cu za erhebt die Hand zum deutschen Gruß, der nun auch der Gruß des erwachenden rumänischen Volkes geworden ist, und sagt uns run Abschied: ,Grüßen Sie das neue Deutsch!;’iüii‘ nOstjüdlsebe Zeitnag“ einge* stellt Czernowitz, 2! Jänner. Wie erinnerlich, hat. G oga der jüdischen Reichspartei zugesagt, daß jüdische Zeitungen von Verboten nicht getroffen werden soffen. Entg sei Zusage hat die „0 s t jti d i sehe Zeiten g‘‘ seit dem Amtsantritt der neuen Regierung nicht mehr erscheinen dürfen. Die Petitioneil an den Völkerbund Genf, 21. Jänner. Außer dem Jüdischen Weltkongreß und dem Außenausschuß der britischen Gemeinden hat auch die Pariser Alliance Israelit*/ Universelle dem Völkerbund eine Petition hinsichtlich des Schutzes I der Juden in Rumänien überreicht. Es steht! noch nicht fest, ob diese Petitionen auf der ' bevorstehenden Tagung des Völkerbundrates offiziell zur Erörterung kommen werden; eine endgültige Entscheidung hierüber würde von einer Dreierkommisst on, der zunächst die Petitionen übermittelt werden würden, getroffen werden. Bessarabische Joden wollen nach Abessinien? Bukarest, 20. Jänner. (JTA-) Die Bukarest«? Zeitung „Capital*“ meldet, daß 000 jüdische Familien in Bessarabien sich an das Italienische Konsulat in Gaiatz mit der Bitte gewandt haben, ihnen die Ein- | reiee in Abessinien zu gestatten. Ähnliche Ansuchen haben Juden in anderen Landes teilen Rumäniens au andere italienische Konsulate gestellt Zahlreiche dieser Juden sind Ärzte, Ingenieure, Anwälte usw. Die italienischen Konsulate haben diese Ansuchen nach Rom weitergeleitet Aus C h o t i n wird berichtet daß drei dortig», jüdische Rechteanwälte aus dem Anwal tsregisier gestrichen worden sind, ohne daß ihre Verhältnisse geprüft worden seien. Dieser Fall beweist wieder, daß manche Provinzbehörden ihre Maßnahmen treffen. ohne Weisung seitens der Vorgesetzten Behörden abzuwarten. Restaurant Rillet fc altrenommierte Küche w Reichhaltige Menüs von S 1*90 auf w. ll.,Hammerpuigstail<?a55e3 snäthst Saiztobrfldta) Unserem bewährten Freunde und hervorragenden Mitstreiter Qg, Isak Herxberg anläßlich seines 50, Geburtstages gratulieren herzlich Oie Zlos. Bezlrksecktlon Leopotdatadt and Club „Erez Israel“ Der Handel in Rumänien stockt Über die Wirkung der Maßnahmen der Regierung Goga schreibt der Bukarester Berichterstatter der „Lidovd Novmy"; Die Panik der ersten Tage hat zwar nachgelassen, aber der Handel stockt, da die Kaufleute nicht wagen, ihre Lager aufzufüllen und die Banken die Gewährung von Krediten eingestellt haben. Die beruhigenden Kundgebungen der Regierung helfen nicht viel, solange der Demagogie und der Rechts Unsicherheit keine Grenzen gesetzt werden. Zehntausend® Familien sind schon durch angebliche „Regierungsverordnungen“, von denen die Regierung nichts weiß, Ins Unglück gestürzt worden. „Wir werfen sie hinaus!“ Die „Berliner Bftrsenteitung“ veröffentlicht ein Interview ihres Bukarester Berichterstatters mit Cu za. Der Journalist fragte den Minister u. a.: „Wie wollen Sie, Herr Minister, und die Regierung, die Judenfrage praktisch lösen?“ - „Unser Pro- .. er, Wort gekennzeichnet. und dieses Wort lautet: ausseh e i d c n. Wir wollen die Juden aus Rumänien entfernen und unser Volk von ihnen befreien. Ein Beispiel: Wir haben dieser Tage tat Arbeitsministerium 200 jüdische Beamte vorgefunden. Wir werfen sie hinaus!" Abschließend erzählt Minister Cuza, _ wie es in d-m Interview heißt, noch von seinem bewesrteu Leben im Dienste des Antisemitismus, "der ihn übrigens frühzeitig mit dem J. Segal-Rosenbach rrrr:“™ Mittwoch, des 26. Jänner 1938, halb 9 Uhr abends, I« Großen Sud de* K. J.“, I., Frasz-Joeefe-Kal 3 P r <; g r a m m; Die neuesten palästinensischen Lieder und Borras, u. a. Lieder des Tei-Aviver Raten». Besonders interessante jemenitische Volkslieder. Hebräische und jiddische Kunstlieder, u. a. eigene Kompositionen. Populäre ostjüdiache Volkslieder, u. a. ein Zyklus: .Die jüdischen Feiertage im Volkslieds“ Mitwirkend: Prof. Josef Zlmbter Am Klavier: Ul! Siegler Karten bei der Jüdischen Kzdtursteiie, ]., Franz-Josete-Kaä 3 Die braunen Welt Verschwörer Ziele i vollkommenes Einverständnis bedie deutschen militär und Ziviibehörde« *-02 zusammen in dem Propaganda-Feldzug der Asien und Afrika wie ein Netz überzieht- Bereite im Jahre 1985 wurde diese Kampagne vom deutschen Propagan damit» ieterium zusammen mit dem Auswärtigen Amt und dem deutschen Kriegsministerhnh in Angriff genommen. Nach dem Volksentscheid an der Saar wurde io» Propagandaminieterium eine SpeeiaJabteilung ins Leben gerufen, deren Leitung ein Dr. Riidige übernahm. Dieser bildete seinen Stab au* 1 Or jnng. deutschen Universitäten studiert, hatten uaa sich ein paar Monate i n England mit der englischen Sprache vertraut, machen mußten. Im April 1935 wurden bereite 50 deutsche Agenten nach Afrika und dam nahen Osten geschickt. Das Auswärtige Amt wurde gebeten, diesen Vertrauensleuten alle mögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen. Die enge Zusammenarbeit zwischen der _ deutschen Propaganda und dem diplomatischen und Koasuiardienst gebt aus folgendem Brief des Propagandaministeriums deutlich hervor: Berlin W, 10. Mai 1935. An das Reiabeministeruim für Auswärtige Angelegenheiten, Berlin W, Wilhelmstraße. Wir danken dem Herrn Rembsmiuister für die gütige Hilfe, die er uns hinsichtlich der Kolohiai-Propaganda geleistet hat und sind uns bewußt, daß über die dadurch verfolgten Die Richlinden des Herrn iteichsmiwsters I für Propaganda sind dem Vertreter des Auswärtigen Amtes bei der Zusammenkunft — 8. Mai 1935 bekaantgegeben worden und bat seine vollkommene Billigung ausge drückt Unsere Agenten haben Inetruk tionen und Aastrage betreffend ihre Auf :. gaben erhalten und wir haben unsere Kon- ’* sul&rvertreter in Haifa, Jaffa, Algier, Agadir und Rahn informiert, Desgleichen haben wir unsere Vertrauensleute und einflußreiche Eingeborene informiert Wir sind gleichfalls absolut der Ansicht,' daß Erfolge 'nur durch intensivste Bearbeitung der Eingeborenen erreicht, worden können. Unser« Vertreter sind angewiesen, monatliche Berichte einzuschicken Wir werden den» Herrn Reicbsminister jedesmal Kopien dieser Berichte zugehen lassen.“ Hetzarbeit In Palästina Gegen Ende des Jahres 1935 trafen drei Gruppen deutscher Propagandisten in Haifa, Jerusalem und Jaffa ein, deren jede sich aus sechs Personen zusammensetete. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die antijüdische Propaganda auf eine p a n islamitische Basis zurückzu führen und Unzufriedenheit mit der britischen Herrschaft zu, erregen. Eine ähnliche Propaganda-Aktion wurde von Spanisch-MaTokko aue gegen die französische Herrschaft' »n dem mohammedanischen Gebieten geführt. »Auch nach Indien (mit Aktionszentren in Kalkutta und Bombay) und von Johannesburg aus über ganz Sttdaf r! ka dehnte sieb die Aktivität der deutschen Propaganda aus. sters von Jerusalem Dr. Daniel Auster. Sobald er nach Hause kommt, bezieht ein Polizist vor seiner Wohnung Posten, ha Bause selbst aher ist Polizei bei Tag und bei Nacht anwesend. Dr. Auster gebt seit zwei Monaten nicht mehr zu Fuß aus, sondern fährt mit einem von der Polizei eskortierten Auto, Darüber beschwerte sich Dr. Auster wiederholt bei den britischen Behörden, aber Regierung und Polizei wiesen sein Ersuchen, ihn frei herumgehen zu lassen, entschieden ab. Auch im Rathaus wird Dr. Auster ängstlich bewacht, und es dauert längere Zeit ehe man bei ihm vorgelassen wird. Die Türen des Empfangszimmers stehen stets offen und vor jeder Tür sieht man Polizisten in Uniform und in Zivil. In Jerusalem werden natürlich auch jüdische Hilfspolizisten verwendet Einer von ihnen, der 24jährige J emenit« Sani Lewy wurde, als er im Sanhedria-Viertel Dienst machte, erschossen. Ein anderer Hilfspolizist wurde leicht verwundet. Erdbeeren tm Winter Im Versuchsgarten der Kooperative in Nahariah gelang e». eine neue Erdbeerensorte zu züchten. Die Früchte zeichnen sich durch besondere Größe und Schmackhaftigkeit aus. Durch spezielle Anbaumethoden kennen diese Erdbeeren b ereiis im Dezember und Jänner geerntet werden, das bedeutet, daß diese Obstsorte schon im Winter auf den Markt gelaugt, während die eigentliche Erdbeerernte bisher immer Aprii-Mai war. Die neue Erdbeere ist f ü r d e n E x p o r t außerordentlich geeignet» Dia ersten Kxportversuebe sind in diesen Tagen mit guten Resultaten durchgeführt worden. Auch auf dem hiesiger: Markt hat die neue „Nahari&h-Erd-!r beere bei guten Preisen starken Absatz *' gefunden. Dieser Versuch, eine Frttliernte U j für den Export zu erziel.--n, dürfte auch mit ' anderen Fruchtarten möglich sein und bedeutet für Nahariah einen weiteren Aufschwung. Wir bitten für unsere alten and arbeitsunfähigen Blinden am Spenden. Für die blinden Mneikiehrer, Klavierstimmer, Korb- und Beeeelfleebter sowie Bürstenmacher bitten wir nm Arbeit Hlffsverein Her indischen Bünden Wien, U . Rembrandteiaraße 18 Allerlei aus Erez Israel Uraufführung ln den Jüdischen Kiinstler- Bpielen. Donnerstag, den 27. d, tindet die Erstaufführung von „Isruiikl den» Stoterf, de« bekannten Autors Markus Witt in state, Jerusalem, im Jänner. Die Altstadt Jerusalem ist durch nen Prachtbau bereichert worden, der lebt weniger als zwei Millionen Dollar gekostet hat. Das RockeleUer-Muscum In dar Jerusalemer Altstadt Es ist ctas soeben der Öffentlichkeit übergebene Rockefeller-Museum gegenüber der Nord westmauer, da« zahlreiche Sammlungen -ms allen Perioden des prähistorischen und historischen Palästina enthält» Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden mit Bucksicht auf die Ermordung des [britischen Archäologen Btar- | k e y, der auf der Fahrt zur Eröffnung des i Museums in der Nähe von Hebron von ara- , bischen Banditen getötet worden war, ab- I gesagt Die Suche nach den Mördern Star-] jkeys führte in ein arabisches Hane bei Hs»] bron. in dem man den Koffer and die elektrische Lampe St&rkeys fand. Jüdisches Viertel ohne Juden In der Jerusalemer Altstadt ist aber auch bemerkenswert, daß das dortige jüdische Viertel von den meisten jüdischen Einwohnern verlassen worden ist» Bezeichnend ist, daß an, der Klagemauer, zu der jetzt ein neuer breiter Weg größtenteils über jüdisches Gebiet führt, außer britischen Polizisten fast fsr keine Juden zu sehen sind. Wenn ein uropäer sich in die Altstadt wagt und zur Klagemauer vordringt, so schließt sich ihm sofort eine Polizeipatrouille an, um ihn gegen etwaige arabische Überfälle Strenge Bewachung Dr. Auster* Streng bewacht wird auch da* Haas des .. — jüdhehea Bürgemeä- Philby schlägt Abkommen Weizmann-lbö Saud vor der englische Berater Ihn Sauds, sagte i einem Gespräch mit Journalisten, die beste Lösung des Palästinaprobiems wäre die, daß Ihn Saud Dr. Weizmana und andere zionistische Führer nach Jedda ein!ade «ad mit ihnen ein Abkommen treffe, das England zur Genehmigung vorgelegt werden würde. Juden in Palästina hingerichtet? Der Prager „Telegraf« vom 19. d. meldet aus Jerusalem, daß dort zwei Juden wegen Waffenbesitzes vom Militärgericht zum Tode verurteilt worden sind, und daß das Urteil auch vollstreckt wurde, Sollte eich diese Nachricht bestätigen, so kann es sich wohl nur um die zwei kurdischen Juden Abraham Aziz Jacob und Ehjahu Prunn handein, die, wie mitgeteiii, sich an» 18. Jänner wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Militärgericht m Jerusalem hätten verantworten sollen. BLAU - WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adler*- berg, Trafik- und Haushalt*rtikel, Wien, VII., Zollergasee 5, Tel. B 33-402. Eine Marke, die infolge ihrer hervorragenden Eigenschaften schon im Frieden zu einem Begriff geworden ist: D i» n a - Franzbranntwein. Ein unentbehrliches, weii wunderbares Mittel zur Körperpflege alter Art Wer ihn einmal erpiobt, bleibt dauernd ein guter und zufriedener Freund. Gleichviel, ob man ihn zur Mund- und Zahnpflege gebraucht oder als Zuaata zum Wasch- und Badewasser, oh er zu Massagen rEinrete nagen) verwendet wird, immer leistet « die besten Dienste. Oben!! «thftltUeb,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.