Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 718 (12.1.1938)
- Date
- 1938-01-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 718. — Wien, Mittwoch, den IS. Jänner 1938. Seit« 3 zur Verfügung stehen, dran in erster Linie kommen Leute fürs Lud in Betracht und die Seßhaftmachung außerhalb der Stadt Die wteteohafUlöhen Sohwiertgitelteä de« Augenblicks kennten leicht überwinden wiraen, wenn öffentliche Mittel kn au*- reichenden Mäße Vorhänden wären. Sine MMeeneinwanderung ohne Plan der Elnglie* dentng in die junge kolonial Wirtschaft des Lande* ist unmöglich, aber «ine planmäßig geleitete großiügige Einwanderung würde, wsaa das Geld da wäre, bei der engliechen Regierung gewiß auf keine Schwierigkeiten Stoßen. Bas beweut die Gesehichte des Bafsas v 6 a fei Aviv. Als die englische Regierung sah, daß die Juden das notige Geld aufztibrtngen gewillt seien, bewilligte sie das Hfcfenp'roickt, das viele für vollkommen aaSsichtsios gehalten hätten. Die Unruhen und die schlechte Örangensäisöa des Vorjahrs haben zweifellos einen Rückschlag auf wirtschaftlichem Gebiet in Bre* Israel bewirkt. Blumenfeld ist jedoch übertrugt., daß die dadurch bedingte Zurückhaltung der Judenheit gegenüber Palästina in der nächsten Zukunft einen Umschwung zugunsten von Erez Pkt* machen wird. Die wirtschaftliche Situation wird sich entscheidend bessern, wenn es gelingt, bezüglich der Orangenernte, die dieses Jahr günstige Ergebnisse bringen wird, mit England ein Veftf&gsvefhältnis zu erreichen, das der Vorzugsbehandlung der Produkte des Empire entspricht. Im übrigen ist das Vertrauen zu den auf palästinensischen Investitionen basierenden Werten unvermindert erhalten geblieben, was durchaus gerechtfertigt ist, da diese Wertpapiere weit geringere Schwankungen aufweisen als jene irgend eines anderen Landes. Tel-Aviver Börse olute Spekulation Das besondere Merkmal der Börse in T e 1 - A V i v, die in der Anglo-Palestine Banfe täglich die Kurse der wichtigsten Wertpapiere notiert, kt, so lesen wii ' 1 Züricher „Israelitischen Wochenblatt“, Fehlen jeder Spekulation. Basken im Atmlände wiesen dies und haben das palästinensische Geschäft ln ihren Geeehäftskreis einbezögen. Bekannt Ist, daß die Obligationen der PalCstiüe POtäsh Oder det RuthenbOrg-ElektrizitÄtswerfees sich in def Hauptsache in nichtjüdischen englischen Besitz befinden. Eine ganze Anzahl Börsen haben die Werte Palästinas offiziell kotiert. In England, Frankreich, den Vereinigten Staaten Nordamerikas, Südafrika, Belgien, Holland Usw., wo Banken bestehen, die hi Palästina Filialen haben, spielt der Verkehr mit Palästina eine größe Rolle. In der Schwei* hat die ihrem Aktienkapital und Umsatz nach *u den Großbanken zählende Allgemeine fileässische Bankgesellsohaft Sin Parädeplat* in Zürich da» Paiflstmageeehäft in größerem Umfange aufgenommen, Die Papiere Palästinas haben durch die Unruhen in keiner Weise gelitten. Anfangs Klaubte man, eine Liquidation werde Schwierigkeiten bieten, aber die Erfahrungen haben gezeigt, daß Realisierungen immer glatt voreiehgehen. Einen sehr güten Karg haben die Obligationen, die nach der Staatsgründung einen offiziellen Charakter erhalten Werden. Die General Moftgägö Bank (Hypothekenbank) ln Tel-AViv und die Palatino Land Development. Oie. sind TocMerunternehfflüngen der offizieli-zioui- ■tIschen Ahglo-Palcstlne Bank und ihre Debefttures erhalten damit Bihe Art Mühlelsicherheit. Die Verzinsung beträgt im Jurchscbnitt etwa 8 Prozents so stehen die > Prozent DebenturOs der Mortaage Banfe tuf 98 und 99, die ÖÄigen aüf 100 und 101, li© P. L. D, C. auf »0 tthd 91, die BizUr Jrniteä auf 98 und 09, Die für europäische mfl amerikanisehe Begriffe hohe und ■ichere Verzinsung gibt vielen, nicht, nur iidisChen Äapitalfeten den Anreiz, ihr Kar tital in den genannten und anderen Werten Palästinas anzulegen. Die Börsen jedenfalls Vehra auf die Präge über die Zukunft Palästinas ein« günstige und optimistische Antwort. Aktion „Rettet die Jugend“ Herr Dr, Hermann LOW antwortet auf Anforderung de« Herrn Hermann Glück mit; 16,— uw ladt *u ÄfMwöra »int jmt cheia, BOrthoM Klein, Dr. Fritz SchhAbel, 'ozent Dt, Paul Blatts, Dr. David QfäMpecht, Hriktot Ern« Kleimffiann, KmntoefzWrtrt Frit* ■pittee. Herr AsMMent Dr, MaaiallHaQ Mtbefmann ntwortet auf AuSör&enrB# des Berra Doktor Frey uö4 lädt m ßpend^B eioj H iSr. Se«^«4 4nivi*Öoi#ii J>r*’ ftiöhm inger, Dr. Äsitrioh Stern, Dr. 8. Käufer, Bedy a*r, Chetaftt Dr. RerWf rad Sr, Jaff» ritermayez. Ovaetti Die Türkei Von Joseph Schur (Tel-Aviv) Die Türkei war durch Jahrhundert# deri eben von Auatoilen von dem ganzen großen SfthrOckca der Christenheit. Zweimai stieß türkischen Reich übrig und dies entsprach ei« bis zu den Toren Wie» vör und Wurdet auch ungefähr den Tatsachen: Könstaneret nach und nach vom österreiohtechen, tinopel war von der Entente besetzt, ebenso später auch vom russischen Hehr »US die Meerengen. Englische Offiziere befanden Europa verdrängt. Das ganze 19. Jahr- »ieh überall in der Türkei verteilt, um die hundert hindurch war dann die Türkei der Waffen in Empfang zu nehmen, welche die „kranke Mann“ Europas. AUS seinem Gebiet Türkei abzuführenhatte. Die Entente truonen entstanden neue Staaten (Griechenland, Rustanden in Cilicien, am Kaukasus. 20.000 mäüieh, Serbien, Bulgarien, Albanien). Die Griechen ln Smyrna. Das türkische Kabinett endgültige Auflösung «fehlen bavomtstehet), ‘ in Kohstantinopel war schwach und ein willal« «Ine Gruppe gebildeter Patrioten, die fährlges Werkzeug in den Bänden der Jungtürken, eich zusamusefität, den Absölu- Siegerstaaten. tiM&ttt de« Kalifen beeilten und ihre Ratgeber-ins Miniiterium entsandte, Vorerst reagierten die europäischen Mächte feindlich auf diesen Versuch und Italien annektierte 1911/12 die türkischen Mustapha Kemals Aufstieg Doch da stand Mnstapbä Kemal, irgendein Militärkommandant in Anatolien, auf und verkündete am 9, Juni 1910, drei Wochen 8«*iH»t»«ltti#n L«dpolditadt Club frtz llratl. , ll„ Pnter»tra8e Nr. 13 Chamischa-Assar-Feler Wie auch Vorführung des neuesteh PalSitinafilms höflichst e RUeHhatUfM Programm. Anschließend tanz. Provinzen Tripolis und Cyrenaika. Aber die Gegenwehr der Türken unter Enver Pascha war tapfer. Die Italiener erlitten schwere Verluste und konnten kaum ins Innere des Landes Vordringen, Ihr Versuch, die Dardanellen zu forcieren, mißlang kläglich und nur dank ihrer Überlegenheit zur Bee konnten sie noch einige Inseln besetzen, und zwar den Dodekanes mit Rhodos, die heute durch ihre Flughäfen und U-Boothester die ärgste Bedrohung für England im Östlichen Mittelmeer sind. Kurze Zeit später, im Herbst 1912, fiel der Sälkanbund über die Türkei her, eroberte ganz Mazedonien mit Adriauopel und machte erst Vor Kojwtantinopel an der Tschataidfichalittie halt. Aber schon kn Sommer 1913 eroberte die Türkei Adrianöpel Wieder Mtrüek und hält Cs seitbeirifeet’fi» Besitz. m* „kranke Mantt“ lm Bor Weltkrieg fand die Türkei auf ieüdö Österreich« Und Deutschland«, da die Jtingtürken. die größtenteils in Deutaöhland Ihre Lehrjahre verbrächt hatten, fest an Deutschland und seinen Sifeg glaubten, Die Forcierung der pärdaneileö, welche die Engländer damals versucht hätten (damals tat auch das Zion. Mule Corps, die Keimzelle der jüdischen Legion, auf englisch©^- Seite mit), wurde abgewehrfe wobei steh der damalige Rorpsfeoinmandairt, Mustapbä Ketnäl Päfefenä besonders hervortat, fir leitete umsichtig die Kämpfe, obwohl er au« deft bedrohten Köhetahtinopel so gut wie gar keine Unter» Stützung erhielt,, im Gegenteil gegen die Schwierigkeiten, die' ihin von dort aus gemacht' wurden, aiikämpfen mußte,' Nicht so .pt stand es gati den ander« Fronten. Obgleich eioh die Türken tapfer schlugen, mußten sie doch der feindlichen Übermacht weichen, die der türkischen Artoee an Zahl und Ausrüstung vielfach, überlegen war. Durch Mesopotamien kam allmählich die englische Armee heranmftMohiert, die sieh immer weiter flußaufwärts verarbeitete. In Arabien befaßte sich Lawrcfiee damit, die Medinabahn, die einzige Verbindungslinie der Türken, so gründlich zu zetetöreh, daß eie heute, 20 Jahr© nach diesem Zeitpunkt, hoch nicht wieder in Betrieb genommen Werden konnte. (Lawrence bezeichnete diese Aktionen (iftrhals als den „arabischen Aufstand“ und die Nachfahren ufid Helden jener Epoche sind heute erstaunt, wettn man ihnen diese nützliche Tätigkeit, die Sie jetzt iti Erez Israel durchführen wollen, nicht auch Wieder tait Gold böMhlt.) Last not leäst, kam AlleOby Mit seiner Armee herangebraust, die die türkischen Truppen vernichtete, Palästina und Syrien besetzte und bis iiäöh Cilielett Und Attätölien vördrang, Ate am 80. Oktober 1918 der W affen«tUlstend von Mudres den türkischen Krieg beendete, 1hg die Türkei am Böden Und der Tod des „krauten Mannes“ sohlen unmittelbar bevorzustehen. Hatten doch dl» Mächte da« Keil de» türkischen Bären folgender- Mäßen ahfgeteilt: Konstantinopel und Armenien a» Rhßläfid, CUlcien und Sytiefi an Frankreich, Meeopotamlen an England, Palästina an die Jüdin unter englteOhrfranzöfitethlr Bef@monie! Ale® o. Hotna. Daawki« und di« sstiioh und südöstlich gelegenen Gebiete äti 4te Afab»» Thfäfien mit Adriahopet, SmythÄ dmd die Inseln an Griefeheniand’, Südfcnatöltea an Italien. t Ei Meß idra nur noch ktü kleine# Stüoknaeh der griechischen Landung, öffentlich seine Pläne zur Rettung der Türkei. Alle türkischen Patrioten — und zu ihrer Ehre sei ee gesagt: es war das gesamte türkische Vo]k — scharten sich um ihn, um den Führer, der zum Kampf, zum Widerstand, aufrtef. Die englischen Offiziere wurden verjagt oder gefangen und die ungeheuren Kriegsvorräte, die angesammelt worden waten, Um die Türkei zu entwaffnen, waren nun da® Arsenal, aus dem Kemal seine Armee äUsfüsteti konnte. Nach drei Monaten veröffentlichte ein von Kemal einberufener, großer Kongreß den „Nationaipakt“, ein Manifest über die türkischen Beeilte, den auch die türkische Nationalversammlung akzeptierte, die im April 1920 nach Angora, dem Sitz Kemal«, übersiedflt war. Im August 1920 wurde tVvpii .dfi.r.,türkischen Scliättetitegiiruiig pnfitantmppej. der Frieden von Sevreß unterzeichnet, das Land war aber fakttech im Besitze Kemals, der auch oben mit den Franzosen, mit denen es in Oilieien Kämpfe gegeben hatte, einen neuen Waffenstillstand absöhloß. ■Nun hatte Kemal freie Häiide gegen die ■.Griechen, die er in mehreren Sehlächten vernichtend besiegte und buchstäblich Ins Meer warf. Smyrna wurde von ihm besetzt. Der Umschwung war huf für die englisch« Staatsmänner überraschend gekommen, die die türkische Erneuerung nicht beobachtet Und nicht, verfolgt, hatten. Der Friede von Läueahne 1923 bedeutete einen völligen Umschwung und gab den Türken nicht nur Smyrna und die Inseln, Armenien, die Meer- ■engen und Thrakien, sondern auch Cilicien wieder, Der Friede brachte auch den griechisch - türkischen BPVölkefUngeaustauseh. det «ehr zum Schaden Griechenland« ausflel. Verwestlichung der Türkei Ketiial Atatürk, diesen Titel hatte er beigelegt, gestaltet# aber auch im Innern die Türacei völlig um: vor allem wurden die Türkin zur Haupt- und Staatenation gemacht. Das gesunde, kräftige Baoerttvolk in den Bergen Anatoliens wurde die Quelle, aus der Kemal echbpfte. Ganz logisch blieb mm «ein Regierungssitz in Ankara, während Konstantinopel, diese internationale Stadt, ihrer -Macht als Haupt- und Residenzstadt entklei-, det wurde. Früher schon war der Sultan- Kalif davongejagt, worden, jetzt, wurden Staat und Kirche getrennt und der Einfluß det Geistlichkeit eingeschränkt. Die Türken Wurden mit Gewalt verwestlicht, das Fez abgeeohafft, die arabische Schrift durch da« lateinische Alphabet ersetzt, da« Schweizerwehe bürgerliche Gesetzbuch eingeführt und noch unzählige andere Reformen durobgeführt, in kurzer Zeit und mit rücksichtsloser Energie. Diese Reformen sind ziemlich identisch mit deffi jungtürkischen Parteiprogramm und Würden damals in den Vorkriegstagen vom „Komitee für Einheit, und Fortschritt“, wie es sich bezeichnete, beschlossen. E§ ist aber Kemals Verdienst, daß er diese« Programm fücksiehteloe dureMUhrte, jeden Widerstand brach und die Tttrkli auch in Friedens* zeit« lielbeWußt und gut führt. Er Mt der einzige dir jetzigen Diktatoren, der «ich auf deffi Schlachtfeld «ein Sllpter geholt hat, der einzige, der nifeht nur gegefi schwächliche Oppositionelle, sondern auch gegen die größten Weltmächte gestritten bet und! Sieger blieb. Seine Erfolge blieben auch nicht aus: Die Türkei darf die entmilitarisierten Meerengen wieder befestigen. Dal wurde ihr bei einer Konferenz der Großmächte ausdrücklich bewilligt. In der Sandschak-Alexandrctte-Frage blieb die Türkei Siegerin und die Wiederbeeetzung derselben ist, «ieher. Auch Aleppo und da« Dje.sireh wird «ich die Türkei von Syrien Uber kurz oder lang wieder zurückholen. Die Türkei ist ein Mitglied der Balkan- Entente undate solche« dem französtechruwisohen Staatenbuad angeacbloeeen. Gleichzeitig ist. es mit Iran (Persien), Afghanistan und Irak verbündet, und Mit England befreundet, Die Beziehungen zu Italien etad allerdings nicht 41® besten, da man in Ankara die italienische Hegemonie hü Mittelmeer zu sehr fürchtet. Im Falle einer cngitech-itaiienischen Verwicklung wird von englischer Seife mit Sicherheit auf türkische Hufe gerechnet.. . Die Stellung nt den Juden Auch wir Juden! die in der Türkei ateta gastliche Aufnahme fanden, sollen bestrebt sein, mit diesem mächtigen, aufstrebenden Staat im besten Einvernehmen zu leben und uns um seine Freundschaft, bewerben. Es ist eine Kurzsichtigkeit der Europäer, die Vielheit der hier im politischen Spiel beteiligten Völker zu übersehen. Wir sind hier keinesfalls ein schwaches, allein dastehendes, hilflose« Völkchen, dem eine riesige Übermacht von geeinfgteh, 'gleichorientierten und interessierten arabischen Völkern gegenilbensteht, sondern wir' können’ bei einer richtigen Außenpolitik mit Freunden innerhalb ühd außerhalb der arabischen Staaten rechnen. Einer der maßgebondeten »t sicher diö Türkei, die tateä'chlieh einig und starte und im Kriege erprobt den vielen zersplitterten stets unverläßlichen neuen arabischen Staaten, die auf dem alten türkiseben Boden gegründet worden sind, gegeftübersteht. Kein Auienthaltsverbot für Juden in der Türkei Ankara, 11. Jänner. Die parlamentarischen Kommissionen haben zwei Anträge abgeiehnt, von deöeh der eine darauf abzielte, ausländischen Juden die Einrelw Und den Aufenthalt in der Türkei zu verbieten, während der andere alle türkischen Staatsbürger verpflichten sollte, die türkische Sprache in der Öffentlichkeit tfl gebrauchen. Wir bitten flg . unsere alte» und afbeitsanfähigen lilnden um Spenden. Für die blinden Musiklehrer, tÜftvierstimmer, Korb- B0d Seeseiflechtet sowie Büretemnecher bitten wir um Arbeit Hilfsverein der jüdischen Blinden Wien, 1!., Rembrandtstraße 18 Talepbon A 47-2-77 - fttttgirMMM-ZUte «r. A 1MJ18 Die Pfellkreuzler Auf dem Schwabenberg bM Budapest überfielen am 9. Jänner etwa 80 Leute unter BchMähmfen auf die Juden J Ü d k »che Sportler mit Gummiknüppeln ufid mißhandelten eie. Es kam zu einer Schlägerei, in deren Verlauf etwa 50 Personen verletzt wurden, unter ihnen vier «o schwer, daß «ie in« Krankenhaus gebracht werden mußten. 13 Personen wurden verhaftet. Es handelt «ich größtenteils um jüngere Leute, die bereits mehrtnali wegen ähnlicher Vorfälle vorbestraft Und AnhllL ger der Pfe11kreuz1er-P ar t© 1 sind. Ein Boykott-Vemlobnli Die antlsemitixche Organisation „Nationale Front“ hat, ein Verzeichn^ der u u g egehörenden Geschäfte herauegegeben. Da« Titelblatt zeigt die Karikatur eines Juden, der in der einen Hand einer Frau ein paar Strümpfe entgegen« ree-kt, während er die .andere, stark vergrößert« Hand zum Empfang der Oeldmünze entgegersMlt. Über der Abbildung steht die Aufschrift: „Du bist ein Vater lande verrät er. wenn du dein Geld zum Feinde trägst!“ Die Liste enthält, Übrigens eine Reihe von Kaufleuten, die ohne ihre Zustimmung in das Verzeichn!« aufgenötfimen wurden und nun deswegen gegen die „Nationale Front" Klage erhoben haben. Für alle Fälle wäre «« gut., dieses Verzeichnis auch im Ausland, insbeeöhdere in Wien kennensulernen, damit die jüdische Geschäftswelt «ich darnach richte. Keine neuen iüdlschen Konfektionshäuser Da« Reichs Wirtschaft* Ministerium gab soeben einen Erlaß heraus, demzufolge ln Berlin, welches bisher der Haupteitz der dmit»eben KöfifektiOMbraMh* gewesen ist, neue KonfektionshftusOr nur mit besonderer Bewilligung de« RMohewirteehaftsmlnteteriunn* errichtet werden können. Juden werden von der BlwÜllgung zur Eröffnung neuer KonfektSöhshätttlr ln Berlin grundsätzlich ausgeschlossen.