Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1938-01-12 · Heft 718 (12.1.1938) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 718 (12.1.1938)
Date
1938-01-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054431-3054475--7214-3520395
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Kr 718. — Wien, Mittwoch, den 12. Jänner 1988. I RUNDSCHAU I RUMÄNIEN hält streng an der Verfem «»mg fest, a»ch den Juden gegenüber. Es wild nichts Ungesetzlich» geschehen. Man darf den diesbezüglichen Versicherungen der neuen Herren de« Landes wirklich Glauben schenkt». schon darum, weil sie bereits Beweise geliefert haben, daß,sie die Juden streng verfassungsmäßig auerotten wollen. E« wurden in den letzten zwei Woche® Hunderten und aber Hunderten jüdischer Geschäftsleute Konzessionen entzogen, aber nicht darum, weil sie Juden sind, nein, sie wurden auch nicht kollektiv ihrer Existenz beraubt. Sie wurden einzeln erledigt, weil sie sich gegen die Gesetze vergangen hätten, an deren streng« Beobachtung die Ausübung dter Konzession ge-j banden ist Es. hat sich jemand bei einem jüdischen Schankwirt betrunken, also ist der Wirt nicht verläßlich genug, daß man ihm den Verkauf von Alkohol anvertrauen könne. Oder es haben „staatsgefährliche Zusammenkünfte“ in seinem Lokal stattgefunden. Oder er bat die Konzession durch Bestechung bekommen (die bekanntlich in Rumänien seit jeher der einzige Weg zur Erledigung auch völlig legaler Angelegenheiten war). Oder er hat Montopoiartikel unter oder über dem vorgesohriebenen Preis verkauft. Da kann wirklich niemand etwa« sagen, da wird auch der Minderheitenschutz versagen (wenn er es nicht sowieso immer täte), denn ei ist doch nicht znm Zweck der ungestraften Verübung von Delikten erfunden worden. Auch bei der Revision der Staatsbürgerschaften geschieht nichts, was gesetzwidrig wäre. Hier hat man eine ganz wunderbare Formel gefunden: Es worden überhaupt nur die „erschlichenen“ Staatsbürgerschaften überprüft. Das gewöhnliche Staatsbürgerhim wicht nicht aus zum Verständnis dieser Methode. Wie kann man nurerschliehene Staatsbürgerschaften überprüfen? Wie weiß man, ehe man geprüft hat, weiche Staatsbürgerschaft erschlichen ist, wo doch Sinn der Überprüfung wäre, daß erst, einmal festge* teilt werde, welche echt und welche erschlichen »t? Wag geschehen wird, »t natürlich klar; Überprüfung tat vornherein gleichbedeutend mit Entziehung. Aber das ist absolut gesetzlich. Man kann doch keiner Regierung verbieten, erschlichene Staatsbürgerschaften ak ungültig m «klären. Et wird Sieht Angehörigen einer Minderheit, sondern nur Erschleichern die StaatabUrgunschaft entzogen, das beißt, sie wird nicht einmal entzogen, denn erschlichene« Recht wt nie Recht gewesen ... Es lebe die Verfassung, es lebe das Recht, es lebe das Weltgowissen, e« lebe die gesamte Menschheit mit ihrem bewundernswerten ruhigen Schlaf! JUDEN GEGENÜBER gilt auch die Mathematik nicht, ja auch gewisse jüdische Kreise vergessen, was man schon in der Volksschule gelernt hat, wenn es gilt, sich vor dem Antisemitismus klein zu machen und den Zionismus aüzusebüidigen, daß er ah allem Unglück schuld Shi. So hört man auch aue Wiener AssimtlasteBkreieen den Widerhall einer in Rumänien geführten Diskussion über die angeblichen bösen Folgen der Aufstellung einer eigenen jüdischen List« bei den letzten rumänischen Wahlen. Ja, die bösen Jüdischnatiooalen halten Gnga groß gemacht! Hätte es nämlich kein« jüdische Liste gegeben und hätten all« Juden ihr« Stimme der liberalen Partei gegeben, so hätte diene die Mehrheit, der Parlamentssitze bekommen und es hätte überhaupt keinen Regierungswechsel gegeben. Wir wollen hier nicht über di« politische und moralische Seite der Frage sprechen — so viel darüber zu sagen wäre —, wir wollen nur ganz einfach auf Grund der primitiven Regeln der Mathematik die offenkundige Lüge festnageln. Der liberalen Partei haben 180.000 Stimmen zur Erlangung der 40 Prozent Stimmen gefehlt, die in Rumänien die absolute Mehrheit der Mandate sichern. Die jüdische Partei hat auf ihre Liste 43.000 Stimmen vereinigt Es sage nun einer, wie man fehlend« 180.000 Stimmen mit 48.000 Stimmen »usgleicben soll. Oder, das Exempel in Prozenten aargestellt: Der liberalen Partei haben 4'(ff Prozent zu den 40 Prozent gefehlt die jüdisch« Partei hatte 1-48 Prozent. Wie macht man aus 1-42 Prozent 4 07 Prozent? Wahrhaftig, es ist nicht der eigentliche politische Kampf, der Kampf um die Idee, der einem das Leben schwer macht: daß man »ich beraipschlagen muß, um zu beweisen, daß 8 X 8 ** 4 >*t, das bringt einen manchmal der Verzweiflung nahe und läßt einen oft überlegen, ob da* ganze noch einen Sinn hat EIN ANDERES MATHEMATISCHES PRO¬ BLEM: In Rumänien gibt es ein „Arbeite-, eohuwgesetzdas den Unternehmungen verschreibt, 00 Prozent der Arbeitsplätze Vollbhtt-Rumänen zu geben, was dem Verhältnis innerhalb (ter Bevölkerung entspreche. Nun ] sagen aber die nunäntachen Anthem.ten, das j! Land habe unerträglich viel Juden, nämlich 2 Millionen. Von 16J4 Millionen Einwohnern] 1 wären das fast 13 Prozent Es gibt aber in Rumänien noch 8 Prozent Magyaren, 4 Prozent Deutsche, 8'2 Prozent Ukrainer, 3'2 Prozent Russen, 2 Prozent Bulgaren und fast 1 Prozent Türken, dazu floc-h zusammen fast 2 Prozent verschiedene nationale Splitter, wie Tataren, Serben, Slowaken und Polen. Also wenn es außer Walachen nur di« 13 Prozent Juden gäbe, hätten die Rumänen auch schon keinen Anspruch auf ganze 90 Prozent selbst wenn e’n Numerus ciausu* sich irgendwie rechtfertigen iieße. Tatsächlich gibt es 4 Prozent Juden in Rumänien. Aber die werden, wenn es «ich ume Brot handelt durch X dividiert, und wenn es sich um die Hetze bandelt mit V multipliziert. Die Rumänen machen tatsächlich knapp 70 Prozent der Gesamt!«völkerung aus. Brot wollen sie für 90 Prozent — das heißt, wenn man e« richtig berechnet für mehrere hundert Prozent. Der überwiegende Teil des Vollblut-Rumänen lebt vom Ackerbau, es werden kaum 20 Prozent in den Städten sein, also für die Stellen | ln der öffentlichen Verwaltung, in der Indot stete und hn Bande! in Betracht kommen. Für ’ 20 Prozent 90 Prozent (in 4er Verwaltung gar 1ÖG Prozent) der Arbeitsplätze: das macht auf einen Rumänen 4M Arbeitsplätze. ] MAX BRUCH, der berühmte Komponist wurde am 6. Jänner 1838 in Köln geboren. Zu seinem hundertsten Todestag hat dar Frankfurter Sender eine Feier veranstaltet. Es wurden Werke Bruchs aufgeführt, es wurde sein Wirken in einem Vortrag gewürdigt. Im Musikprogramm fehlte nur eines: Das Kol Nidre, das der Jude Max Bruch in Noten gesetzt hat. Auch im Vortrag war dieses Werk natürlich nicht erwähnt. Wir wissen nicht, ob die Frankfurter Feier der Ignoranz das Leiters der Sendungen dieser Station zuzuschreiben ist oder ob sieb nicht einer (solche Ignoranz wäre denn doch zu toll) einep Schaberaak mit den eigenen Nazi geleistet hat So etwas ist auch schon vorgekommen. Wir möchten gern sowohl auf Ignoranz wie auf Schabernak in solchen Dingen verzichten. Die Nazi-Sender j selten Nazi-Sender sein and uns und junsere Künstler so gründlich boykottieren, wie sie nur können. Nicht einmal ein Lächeln der Schadenfreude kann uns eine derartige Entgleisung, wie sich sie Frankfurt geleistet hat, | entlocken. Jehuda. Krisenbekämpfung In Palästinas Öffentliche Arbeiten ja! - Aber welche? Von Dr. Ing. A. Werber« Hydrotog-Kalfa Fortsetzung-*) Ergebnis können Eia wesentlich and et jedoch die Wasserbauten bringen. In keinem der veröffentlichten Vorschläge finden wir solche Arbeiten auch nur erwähnt. Das ist hier der Ausdruck der allgemeinen Trägheit auf diesem Gebiete, des Mangels an Initiative und des Mangels »n Verständnis für die Initiative anderer, über die Wichtigkeit der Waaserfrage wurde bisher übermäßig viel gesprochen, aber getan wird herzlich wenig. Und das Wenige, das getan wird, ist nicht immer am Platze. Keine Notstandarbeit in der Welt ist durcbgeffihrt worden, ohne daß den Arbeiten der Ent- und Bewässerung von Ländereien. der Gewinnung von Neuland durch Trockenlegungen, durch Kultur der Moore, durch Bachregultenmg, Wildbachverbauung, der Wasserversorgung von Stadt und Land usw. der erste Platz angewiesen worden wäre. Während unsere näheren und «'eiteren Nachbarn in Syrien und Irak fleißig TaJ sperren errichten und weite Kanäle bauen, um ganze Landstriche zu bewässern und so zu gleicher Zeit Arbeitslosigkeit bekämpfen, versunken wir immer mehr in den Sumpf individualistischer Wasserwirtschaft, die nichts anderes ist, als Raubbau am Wasservorrat des Landes. Vor lauter Bäumen sehen wir den W aid nicht, vor lauter Brunnen sehen wir die ungeheuren Wassermengen nicht, die vor unseren Augen in jeder Regensaison vorbeifließen und ansfca' Nutzen erheblichen Schaden verursachen. Kollektive Häuserbauten, das verstehen wir schon, auch Straßenbauten zwischen Siedlungen und Hauptstraße, aber zu gemeinsamen Wasserversorgungsaniagett, wie sie in aller Weit, besonders aber hier im Orient, ttblicb sind, daran wollen wir nicht denken. Au! diesem Gebiete der Waseergewtonung, besser gesagt Wasserverwertung und der Waaserkonservierung, sind zahlreiche öffentliche Arbeiten durchzufflbren, deren Charakter, dem Prinzipe der Schaffung zahlreicher neuer Existenzen vollkommen entspricht Durch jede Bewässerungsanlage werden neue Flächen für neue Menschen und neue Produkte zur Versorgung des Jischuw mit Lebensmitteln geschaffen. Es ist jetzt nicht möglich, unmittelbar an die Realisierung der großen Projekte beranzutreten. Man hat es unterlassen, die wichtigen Vorarbeiten vorzunehmen. Aber man muß dies nachholen, damit wir einen Ausweg finden, wenn die Zeit der größten Not oder des größten Bedarfes kommen wird. Aber schon jetzt können wir eine j Zahl bedeutender Projekte ausführem Wir müssen bestrebt Ferner ist. es möglich, an vielen Wadis in gebirgigen Gegenden, deren Siedlungen ganz ohne oder ohne genügendes und billiges Wasser sind und sich deswegen nicht entwickeln können, zum Beispiel Kfar Hacboresch, Merchadia, Ginegar, Mishmar Haemek, Jokaeam, Ajelet Haschachar. Kfar Gi- 1 e a d i u*w. Sammelreservoire zu errichten. Die Beobachtungen und Messungen in diesem Winter können zu genügenden Aufklärungen führen, die für die definitive Erstellung der Projekte wichtig sind. Nene SiedktngsntSglichkeiten Es bestehe ein »sßerordentlich wichtiges Siedlungsprojekt im Gebiete Artuf und Ramieh, wo t den brachliegt, nur weil man nicht Initiative genug gezeigt hat, selbst nur die Vorstudien für die auf der Hand liegenden Möglichkeit der Errichtung einer großen Talsperre nehmen zu lassen. Ein Projekt, welches Geologen, Meteorologen und Hydrologen als durchführbar bezeichnet wird. Ein großes Stßck jüdischen Besitzes würde dadurch belebt und bevölkert werden, nicht weniger als 20.000 Dunam. Und viele Arbeitshände würden Arbeit und anderen Verdienst haben. Warum sollte man nicht ferner endlich die Kabarra durch ein endgültiges und richtiges Meiiorationsprojekt, welch» dem bisherigen blinden Herumtappen ein Ende bereitet, besiedtangsfähig machen? Wenn dies innerhalb einer bureaukratisehen Administration unmöglich ist, muß bei unserem Landhunger ein Weg gefunden werden, dies anderen zu überantworten, vielleicht der öffentlichen oder, wenn nicht anders, der privaten jüdischen Hand. Nt WilMwchättt des Emek Die dünne Besiedlung des Eme könnte durch eine großzügige Bewässerungsanlage, die auf vernünftigen Grundsätzen beruhen sollte, und eine Ausnutzung des reichsten Waeeerechatzee dm Keren Kajeraetb, der Kurdaniquellcn, durch Mischnng mit Sammelwasser des Wadi Melek, des größten und wasserreichsten Wadis im,Norden, in eine sehr dichte übergeführt werden und den Emek erst so zur Kornkammer des Laad» machen. ' ang damit, kombiniert mit i, kf .... anderen Arbeiten, könnte auch der landwirtschaftliche Gürtel der Haifabay zur Futterproduktion ausgentttzt werden und so eine reiche Vieh Wirtschaft ermöglichen, als Kampfmittel gegen den Viehimport. Ein bedeutender Anfang einer auf eigene Futterproduktion gegründeten Viehwirtschaft. Die Regulierung des N a a m e d wartet schon _ allzu lange aui eine Inangriffnahme, zahl- .... _ _, _ le, das inI reiche Flächen waren dadurch bearbeitungndreijähriger Lethargie schläft, arbeitsreif zu fähig und die Balaria wäre endgültig aus machen. Man soll das Übermaß an Politik, den Randgebieten der Haifabay gebannt das an die Sache geknüpft ist, abstreifen Zahlreiche Wadi# verursachen jährlich und man wird zur praktischen Arbeit gegroße Schäden in den Ebenen und den langen können. Siedlungen, an denen me vorbeifließen. Hier * müßte eine richtige WMhachverbauung i Nr. Der erste Teil dieses Aufsatzes an»ehJen * eiwetzen. Besonders im . .. 7. Jänner 1938. den neuen Siedlungen, die doch geschützt werden müssen. Auch die Vornahme der Terrassierungen zur Erhaltung der Erde und der Bodenfeuchtigkeit ließe sieh in einem großzügigen Programm der Notatandsarbeiten inaugurieren. Forderungen zur Hebung der Fischerei könnten ebenfalls innerhalb eines solchen Programms durch Anlage von Teichen oder Ausnützung der Talsperrenreservoire erfüllt werden. Die sehotterführenden Wadis könnten in einem starken Maße zur Gewinnung des kostbaren Baumaterials, des Schotters und Kies», ausgenützt werden und zahlreichen Menschen neue Ezistenzmöglichkeit bieten. Die Wasserversorgungen vieler Gebirgssiedlungen, aber auch mancher in den Ebenen, könnte durch eine Aktion zur E r r i c h t u n g b i 1liger Zisternen gelöst werden. Entwässerung und Kanalisation Außer diesen rein produktiven und Existenzen sehaffenden und die Landesproduktion vergrößernden (also den Import mindernden) Wasserarbeiten gibt es noch eine Reihe anderer Arbeiten, die ebenfalls im allgemeinen Interesse liegen: die. Ausgestaltung der Entwässerung und die Vornahme der Kanalisation der Haifabay, deren zentrale Wasserversorgung, die Wasserversorgung von Tel-Aviv und Haifa, die Kanselisationsanlagen der drei Städte. Man sieut, wie groß die Liste dieser Arbeiten sind, die in jedem Programm übergangen werden. Es ist ein besonderes Verdienst des wirtsehaftspolitiscben Fachverbandes, daß er diesen Teil der öffentlichen Arbeiten in das Programm aufnehmen ließ, welches er für die Krisenbekämpfung anempfehlen soll. Mit dem Programm der produktiven öffentlichen Arbeiten, wenn man sie so nennen darf, ist eine Reihe von Fragen, die auf dem Gebiete der Produktionsregelung und besonders der Absatzorganisierung liegen, verknüpft, aber diese Fragen, eine Ursache der Krise, die aus Wirtschaftsanarchie entspringt, müssen eben mit vollem Ernst angefaßt werden, damit dem Wirtschaftetet».- Usmus ein Ende bereitet wird. Wenn wir vor Produktionsvergrößerung Angst bekommen, dann können wir gleich unsere Bündel schnüren und aus dem Lande gehen. Die öffentlichen Arbeiten, die auf eine Produktionsvergrößerung gerichtet sind, neben anderen Maßnahmen, weiche dasselbe Ziel verfolgen, und zwar auf die Versorgung der eigenen Bevölkerung in erster Reihe gerichtet sind, um den Kampf gegen den Import an Lebensmitteln und Bedarfsgütern zu führen, sind ln die erste Reih* der Notsundsarbeiten einzureihen. Kombiniert in richtiger Weise mit Straßenbauten und Häuserbauten, können sie einen wahren Segen dem Lande bringen und tatsächlich zur Erhaltung der Wirtschaft dienen. Der Jlsdtuw will und muß sich ausbreiten ln einer vom Keren Hajessod veranstalteten Pressekonferenz sprach gestern Keren-Hajessod-Direktor Kurt Blumenfeld, der Vizepräsident des Zionistischen Aktionskomitees, der sich jetzt im Auftrag der Jewisb Agency in Europa anfhäit- und für kurze Zeit in Wien weilt, über die Situation in Eroz Israel Er betonte, daß der Jischuw nicht im geringsten entmutigt ist, sondern die Lage weit optimistischer beurteilt als die Juden in den anderen Ländern. Br wird nur nervös, erklärte Blumenfeld, wenn er den Widerhall bemerkt, den die Vorgänge ln Palästina, in Europa erwecken. Die Meldungen über Überfälle auf einzelne Personen haben in Europa nämlich den Eindruck hervorgerufen, als ob in F.rez ein Zustand schwerster Unsicherheit herrschte, als ob dort Bürgerkrieg wäre, wie etwa in Spanien. Das sei absolut falsch. Der Verkehr auf den Straßen ist nicht geringer geworden, Im Gegenteil, er Ist sogar gestiegen, und der Sicherheitsdienst der Regierung ist wesentlich besser geworden. Der zionistischen Politik ist es auch gelungen, die legale Bewaffnung einer relativ großen jüdischen Po- Hzeitruppe durchzusetzen. Charakteristisch fiiT die heutige Situation in Palästina sind also nicht die Terrorakte, die zu einer Interessengemeinschaft, zwischen Juden und antijüdisch eingestellten besitzenden Arabern, die mehr unter dem Terror leiden als die Juden, geführt haben, sondern die Tatsache, daß kein einziger jüdischer Siedlungspunkt von den Banden erfolgreich angegriffen wurde und daß in derZeit der Unruhen neunzehn neue Kolonien geschaffen werden konnten. Die Terrorakte Mod also nicht entscheidend ffir Ae Zukunft, sondern die Ausbreitung des jftdsdieg Siedlungswerkes. Die weitere Einwanderung hängt aber davon ab, daß die entsprechenden Mitte) f

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.