Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 715 (5.1.1938)
- Date
- 1938-01-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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jfe Tt& — Wien, Mittwoch, B. Jänner 19S8. Seil« 3 Lola Pluznik Wolf Pluznik Wien Züridi Verlobte Das gewandelte Gesicht der deutschen Jndenheit Eine Reihe deutschjüdischer Persönlichkeiten, unter ihnen Rabbiner Dr. Altmann, Benno Cohn, Conrad Kaiser, Lola Hahn- Warburg, Dr. Michael Trattb, Siegin und Wassermann und die Rabbiner Dr. Maybaum, Dr. Warschauer und Dr. Wiener» veröffentlicht einen Aufruf anläßlich der 25jährigen Rabbinertätigkeit Dr. Leo B a e c k s in Berlin, in welchem es u. a. heißt: ,,... In diesen 25 Jahren hat sich das Gesicht der Judenheit Deutschlands gewandelt Sie ist in eine -von Tragik erfüllte Epoche ihres Daseins getreten. Alte Werte sind zerbrochen, auf der Suche nach neuem Halt sind die Juden Deutschlands bemüht, sich an neuen Werten zu orientieren. Inmitten dieser Entwicklung ist Leo Baeck zu einem der Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft unserer Zeit geworden... Seine Freunde und alle, die ihm durch ihre Arbeit verbunden sind, wollen gemeinsam mit den jüdischen Organisationen und Institutionen einen Leo-Baeck-Hain in Ere Israel Weitere Entrechtung jüdi' scher Ärzte in Deutschland Die reichsdeutschen Zeitungen brachten am Dienstag, 3. Jänner, die amtliche Mitteilung, wonach mit dem genannten Tage eine neue Verfügung in Kraft tritt, der gemäß jüdische Ärzte nicht mehr berechtigt sind, Kranke, die bei den privaten Krankenkassen, den sogenannten Ersatzkassen, eingeschrieben sind, zu behandeln. Von dieser Maßnahme werden auch jene jüdischen Ärzte betroffen, die während des Krieges in der Armee gedient haben. Die sogenannten T-Schilder, die neben den Ärzteschildern angebracht «arha, -vs äk botxsStaäts /SÄfss.Vn Ärzte, die am Kriege teilgenommen haben, als Tarif-Ärzte zu kennzeichnen, sind abzullefern. Jüdischen Ärzten ist ferner verboten, an Institutionen für staatliche und kommunale Wohlfahrt tätig zu sein. Diese Maßnahme hat angesichts des großen Umfanges der Sozialversicherung in Deutschland einschneidende Bedeutung. Es bleiben den jüdischen Ärzten nur noch die Allgemeinen Ortskrankenkassen. Die Ersatzkassen umfassen einen großen Teil der, imgestellten, sowie Arbeiter in Werk-1 meisterstellung u. ä. Man kann rechnen, daß j ein Viertel bis ein Drittel der Durchschnittspraxis auf diese Kassen entfällt. Die in Deutschland gebliebenen jüdischen Ärzte können mit wenigen Ausnahmen von der Privatpraxis nicht existiereu. Sie beschränkt sich im wesentlichen auf jüdische Patienten. Den Hauptanteil stellen die allgemeinen Ortskrankenkassen. Nach allen Erfahrungen ist anzunehmen, daß die Entziehung der Praxis für Ersatzkassen und Wohlfahrt nur das Vorspiel zu der Entziehung auch der Ortskrankenkassen ist. Schon jetzt wird vom Personal der Kassen ein starker Druck auf die Versicherten ausgeübt, jüdische Ärzte nicht aufzusuehen. Nur Pflichten und keine Rechte für Juden | minister tritt in einem Erlaß an die Reicbs- | Wirtschaftekammer der Auffassung entgegen, daß jüdische Unternehmungen gegenüber deutschen dadurch bessergestellt seien, daß sie der Organisation der gewerblichen Wirtschaft nicht anzugehören brauchten. Der geltende Rechtezustand, führt der Erlaß aus, sei vielmehr deT, daß alle ge-j werblichen Unternehmungen dieser Organi-! sation angehören müßten; es wäre auch j nicht einzusehen, daß die jüdischen Unternehmer durch die Ersparung von Mitglieds-; beiträgen wettbewerbsmäßig bessergestellt werden. Ämter und Stellen können die Juden in der Organisation nicht bekleiden. Um Unzuträglichkeiten zu vermeiden, weist der j Minister darauf hin, daß sich jüdische Unterj nehmer in den Mitgliederversammlungen der Organisation durch nichtjüdisohe Bevollmächtigte vertreten lassen sollen. Augarten-Kino biingl: „DER PURIMSPIEIER" Amerikas Protest gegen die „Ghettobänke“ New York, 4. Jänner. (JTA.) Die Protestbewegung der amerikanischen öffentlichen Meinung gegen die Einführung von „G_h ettobänken“ an den polnischen Universitäten tritt immer lebhafter und umfangreicher in Erscheinung. Dem so großen Widerhall findenden Protest der 994 Professoren und 110 amerikanischen Universitäten, von Gelehrten und Nobelpreisträgern, Mitgliedern der Amerikanischen Sektion der Liga für akademische Freiheit und dem nicht weniger eindrucksvollen Protest des Amerikanischen Jugendkongresses, der drei Millionen Mitglieder in den Vereinigten Staaten zählt — beide Proteste wurden direkt an den polnischen Unterrichteminister Swientoslawski gerichtet —, ist eine Reihe anderer Protestkundgebungen aus den Kreisen der hervorragendsten Intellektuellen gefolgt. Besondere Beachtung verdient die Kundgebung des Institute of International Education, die von 179 nichtjüdischen Gelehrten unterzeichnet wurde. In dieser Kundgebung heißt es u. a.: „Die Ghettobänke kennzeichnen den Beginn einer militärischen Organisierung des polnischen akademischen Lebens. Diese Organisierung kann mit der Unterdrückung von jüdischen Studenten beginnen, aber sicher wird das Ende das sein, daß die Freiheit des Studieren« aus Polen schwinden wir»), wie die Lehrfreiheit (n allen totalitären Staaten bereits geschwunden ist.“ Das Institute of International Education betont in einer begleitenden Erklärung, daß keiner von den Unterzeichnern des Protestes Jude ist, im Gegenteil, der Protest ist als eine Ehrenbezeugung für die jüdischen Gelehrten gedacht Ein anderer Protest ist vom Amerikanischen Komitee für religiöse und Minder-' heitenrechte erhoben worden. In ihm wird an die Geistlichen Polens appelliert. Zu erwähnen sind ferner der Protest der Amerij kanischen Studentenunion, der 80.000 Stu-' deuten von 300 Hochschulen angehören, der Protest der Amerikanischen Lehrer-Födera- , tion, die 25.000 Personen umfaßt, der Proj test des Christlichen (intercollegial) National- | rates, in dem Zehntausende Studenten der christlichen Bewegung zusammengeschlossen sind, und schließlich der Protest der 79 Mitglieder der Konferenz der Philosophen und Wissenschaftler, das „Gehirn des Landes“, j von dem die Entwicklung der Philosophie, ' Natur- und Sozialwis Seilschaft ausgeht. Rückgang des jüdischen Hochschulstudiums in Polen Warschau, 4. Jänner. (JTA.) Das „Institut zur Erforschung der Rechte der Nationalitäten“ in Warschau hat eine statistische Schrift von Samuel Chmielewskil unter dem Titel „Der Stand des Schulwesens der Juden in Polen“ herausgegeben, der zu entnehmen ist, daß die Zahl der jüdischen Studierenden in Polen ständig abnimmt. Im Jahre 1924 betrug die Zahl der jüdischen Studenten im Verhältnis zu den nichtjfldischen in ganz Polen 21.5%. Zehn Jahre später, 1934/35, war diese Zahl au! 14% zurückgegangen. An der Handelswissenschaf C.chen Fakultät macht dieser Rückgang 50% aus. In Wilna studierten 23% der jüdischen »Studenten, es folgten Warschau mit 21.1%, Lemberg mit 20%, Krakau mit 16% in Posen 1.7%. Am Polytechnikum in Lemberg studierten 11.9%, an jenem in Warschau ebenso 11.9% Juden. Welches Studium bevorzugt der jüdische Student?; Den größten Prozentsatz Juden weist das I z9i tu ngswissenschaf 11 iche und journalistische Fach auf. In den zahnärztlichen und philosophischen Fächern beträgt der jüdische Anteil 20%. Höher als 15% ist der Anteil der Juden im juristi- Ihotana tirodaky | sehen und nationalökonomisehen Fach und in den medizinischen, pharmazeutischen und chemischen Fächern. Es folgen die Architekten mit einem jüdischen Anteil von 14.8%. Den kleinsten Anteil stellen die Juden an den Fakultäten für Leibesübungen und für Berg- und Hüttenbau. Doch ist in diesen Fächern der Anteil der Juden an der Erringung der Diplome bemerkenswert; 1934/35 konnten 14% der jüdischen Anwärter mit Diplomen bedacht werden, während von den nichtjüdischen Studenten dieser Fächer nur 12% diplomiert werden konnten. Für die Jahre 1936 und 1937 liegen noch keine amtlichen Erhebungen vor, der Rückgang in diesen Jahren ist groß. Ungarischer Episkopat gegen Rassen* und Blutanbetung Budapest, 4. Jänner. (JTA.) Der u n g &■ rische Episkopat veröffentlichte anläßlich des Beginnes des Jahres 1938, des St-Stephans-Jahres, einen Hirtenbrief, in welchem es u. a. heißt, die heutige Generation müsse sich die uralten Vermächtnisse sozialer Gesetzgebung und Toleranz vor Augen halten; diese sollen als Schild gegen Heidentum, gegen Rassen- und Blutanbetung dienen. Tod Henri Bodenhelmers Im Alter von 72 Jahren starb in Paris der bekannte Bankier Henri Bodenh e i m e r, Ritter der Ehrenlegion. Bodenheimer wurde in Frankfurt a. M. geboren; vor 45 Jahren übersiedelte er nach Paris, er als Bankier und Großindustrieller bedeutende Rolle spielte. Auf dem Gebiete der jüdischen Sozialfürsorge war er hervorragend tätig. So war er Mitglied des Konsistoriums, des Verbandes ORT, der ÜSE-Geeellschaft, des Hilfskomitee« für Deutschland-Flüchtlinge und anderer großer jüdischer HiHs- und Kulturinstitutionen in Frankreich. Bodenheimer war Mitbegründer der französischen Sektion des Keren Hajeesod und zionistisch-politisch im „Misraebi“ tätig, Höhenklima-Spezialist Prof. Adolf Loewy gestorben In Davos ist Professor Adolf Loewy knapp nach Erreichung des 75. Lebensjahres gestorben. Die Schweizer Wissenschaft trauert um einen ihrer besonders geschätzten Mitarbeiter, der im Laufe von 15 Jahren aktiven Anteil daran hatte, daß lie von dem Verstorbenen mitgegründete .Schweizerische Forschungsstelie für Hocbgebirgskiima und Tuberkulose“ zu bedeutsamem Weltruf kam. Der Forscher entstammt einer bekannten jüdischen Gelehrtenfamilie Berlins, in der großes Wiesen Imber und sein Lied*) Von Lotto Levensohn Die „Hatikwah“ wird im Jahre 1938 sechzig Jähe alt. Genau wie Petach Tikwa, die würdige „Mutter“ der jüdischen Dörfer in Palästina. Das Zusammentreffen dieser Daten ist kein Zufall. Das Lied schlug jenen Akkord der Hoffnung an, dem Millionen jüdischer Herzen entgegenzitterten; das erste jüdische Dorf in Erez Israel war die einleitende Tat der Rückkehr nach Zion, Die Geschichte der „Hatikwah“ ist in wenigen Worten erzählt. Naphtali Hera Imber, ein junger galizischer Dichter, echrieb sie im Jahre 1878, als er im Hause des Baron Mosche Waldberg in Jassy in Rumänien lebte. Das Gedicht wurde einige Jahre Ster in Palästina vertont, als Imber selbst t lebte. Samuel Cohen, einer der ersten Pioniere von Rischon Lezion, komponierte die Melodie. Bald wurde die „Hatikwah“ eifrig in allen Dörfern und Städten Palästinas gesungen. Ein heimkehrender Tourist machte es zu einer Sensation, als er es in Odessa, dem damaligen Zentrum der Palästina-Kolonisations-Bewegung, sang. Von Odessa maehte die „Hatikwah“ so schnell ihren Weg, daß man ihn nicht einmal genau verfolgen kann. In ganz Rußland wurde sie freudig auf genommen, ebenso in Polen, Galizien, Rumänien. Von Osteuropa verbreitete sie eich bis zu den fernsten westlichen Grenzen. In England und Amerika wurde sie fast ebenso rasch bekannt wie in Rußland. Den jüdischen Massen ging Imbens Lied so zu Herzen, als hätten sie nur darauf gewar- ' *) Für die Daten, auf die sieh dieser Artikel stützt, ist die Verfasserin Herrn Scbmarja.hu Imber in Jerusalem, dem jüngsten Binder von Naphtali Beiz Imber, verpflichtet, tet. Mit allgemeiner Zustimmung, ohne daß auch nur ein Wort darüber verloren worden wäre, wurde die „Hatikwah“ zur jüdischen Nationalhymne. Niemals während dieser sechzig Jahre ist die herrschende Stellung der „Hatikwah“, je angezweifelt worden. Es ist unwahrscheinlich, daß dies je geschehen wird. Dennoch ist die „Hatikwah“, nach anerkannten Maßstäben gemessen, kein großes Dichtwerk. Auch war Imber nicht einer jener großen Leuchten der hebräischen Renaissance. Warum also ist die „Hatikwah“ allen anderen Liedern über Zion, selbst denen der Meister der modernen hebräischen Dichtkunst, vorgezogen worden? Weil Imber, so scheint mir, dem instinktiven jüdischen Glauben an die Rückkehr nach Zion in einfachen, starken und ehrlichen Worten, die den jüdischen Massen leicht verständlich sind, Ausdruck verliehen hat. DeT Refrain seines Liedes „Noch ist unsere Hoffnung nicht verloren“ hätte einer anonym entstandenen Volksballade entstammen können, die von einfachen Männern und Frauen von Generation zu Generation liebevoll aufbewahrt wurde. In ihrer musikalischen Vertonung hat die „Hatikwah“ ebenso viel Glück gehabt wie in ihrem Text. Die Melodie tat intim, einfach, zuversichtlich, leicht im Ohor zu singen; sie ist gerade am aufrüttelndsten, wenn von großen Massen gesungen. Die „Hatikwah“ besteht arm nenn Versen und einem Chorrefrain, und jeder Vers findet seine Begründung kn Kehrreim. Weil sieb jüdische Herzen immer nach Zion wenden, weil Tausende von Juden die Gräber der Vorfahr«! besuchen kommen und jüdische Augen um das zerstörte Heiligtum weinen, weil die Wasser dee Jordan unaufhörlich in , den Kinereth-See fließen, „darum“ „ist unsere Hoffnung nicht verloren, unsere alte Hoffnung — in das Land unserer Väter zurflekzukehren, in die Stadt, in welcher David wohnte!“ Diese Hoffnung war die Feuerfackel, die Imber durch all seine ruhelosen, irrenden, wandernden Jahre führte. Er war überall und nirgends zu Hause, obwohl er Freunde und Bewunderer fand, wo immer er hinging. Seine frommen, hart arbeitenden Eltern müssen sich oft gewundert haben, wie dieser dichterische Sturmvogel seinen Weg in ihr ruhiges Heim in der Stadt Zloczow in Galizien gefunden habe. Im Alter von 18 Jahren verließ er seine Geburtestadt. Das große Ereignis seiner Jugend war ein zufälliges Zusammentreffen mit Sir Laurenoe und Lady Olipbant in Konstantinopel im Jahre 1882, als sie auf dem Wege nach Palästina waren. Sir Laurences angestrengte Bemühungen, vom türkischen Sultan eine Konzession über sechs Millionen Dunam für jüdische Ansiedlung in Gilead zu erhalten, hatten überhaupt keinen Erfolg gehabt. Nun wollte er nach Palästina fahren, um die schon auf dem Lande dort lebenden und kämpfenden jüdischen Pioniere zu ermutigen. Sir Laurence und seine Frau standen stark unter dem Eindruck, den der galizische junge Jude auf sie gemacht hatte, und luden ihn ein, sie als ihr „Sekretär für jüdische Angelegenheiten“ nach Palästina zu begleiten. Es war Imkers unglückliches Los, eich selbst und die, welche er liebte, zu verletzen. Während der sechs Jahre in Palästina überwarf er sich dreimal mit den kinderlosen, liebevollen Oliphants, die die Absicht gehabt hatten, ihn zu ihrem Erben zu machen und am Ende ganz mit ihm brachen. Gleich darauf hören wir, wie er einen englischen Professor nach Ägypten begleitet, wie er seinen Spott über einen Missionar in Bombay ansschüttet. Im Laufe der Zeit fand er seinen Weg nach London, wo er mit den Oliphants wieder zusammentraf; aber die alten Bande wurden nie wieder angeknüpft. In London lernte er Zangwill kennen. Die beiden Dichter waren sogleich für einander eingenommen. Zangwill lehrte Imber Englisch: Imber unterrichtete Zangwill fan Hebräischen. Einige Monate spät« übersetzte Zangwill Imbens „Hatikwah“ und „Wacht am Jordan“, und Imber schrieb englische Artikel für englisch-jüdische Zeitschriften. Von England zog Imber nach Amerika, wo er die letzten siebzehn Jahre seines Lebens verbrachte. Er ging auf seinen Wanderungen selten dieselben Wege. Nie bat er seine Geburtsstadt wieder besucht, obwohl er oft an seine Mutter schrieb, die er anbetete. (Mit seinem früh verstorbenen Vater waren seine Beziehungen weniger innig. Der Vater konnte seine merkwürdige, widerspenstige Art so wenig vertragen, daß er die Talente, die Naphtali Herz schon als Kind offenbarte, übersah.) Eines Tage«, hoffte Imber, würde er Zion auferbant sehen, wie pt seine Ruinen gesehen hatte. Aber es war ihm nicht besehieden. Es können keine finanziellen Gründe gewesen sein, da nichts Imber je verhindert hat, zu gehen, wohin er wollte. Seine Mutter schrieb von Zioczow nach London und drängte ihren ältesten Sohn, «ich fest niederzulassen. Er antwortete ihr kurz, indem er seine ganze persönliche Philosophie zusammenfaßte. „Du willst“, schrieb er, „ich soll eine Frau nehmen und Kinder zeugen wie andere Leute. Aber Du mußt wissen, daß ich schon mit der hebräischen Muse verheiratet bin, und daß ich keinen Grund habe, mich der Kinder meines Geistes zu schämen. Was Kind« ans Fleisch und Blut betrifft, so wünsche ich mir keine Möchtest Du. ich soll Reichtümer anhäufen? Aber wer weiß besser als Du, liebste Mutter,