Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 714 (3.1.1938)
- Date
- 1938-01-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Wien, Montag, 8. Jänner I38R ~ Sr. m Erklärung« der Rechts Politiker anderer j Staaten au diesem Thema, Keine Spur von) höhnischer und schadenfroher Verwertung! otef einseitiger demagogischer Entstellung. Die Krle» der Demokratie in Österreich wird ganz objektiv Mit den besonder« politisch« Bedingung« zu erkliren ver-j sucht, so daß »ich daraus die Überwindung des Parlamentarismus als eine zwangsläufige Folge ai ergeh« scheint Oder die Wlederfabe der Debatten des NationalratM über le Vilksrbundanlelhe im Jahre lOSt, wobei M letzten Ende* um die Frage ging, ob österreioh I#b«*fähig sei oder ob die Anleihe dp Weg *usb Anschluß an Deutschland «dgülilg verlege, Schuschnigg führt ln diesem Znanmmmbaag zur Illustration der gehäesig« Stimmung der Opposition nicht nur die Angriffe Otto Bauer* gegen Seipel an, sondern es werden mit eieichom Gewicht Renner und Seite aus den stenographischen Protokollen des Nationftlrates zitiöH. Man halte dem beschränkten Parteiwahn von gestern und dem Gefasel von der tausendjährigen Herrsobaft da» Nätionsl- »ozialisimw Schuschnigg* Urteil über den Generationswechsel entgegen: „1846 stie? die Jugend auf die Barrikaden, um für di«! Voiksrecbte, den Königgg&daak« der) Demokratie, und für da« Parlament zu kämpfen. 1880 war sie ebenso bereit, diese Ideale von gestern in Grund und Boden su verdammen. Überwindung der parlamentarischen Demokratie war die populäre Tages loeuag geworden. Auf welcher Seite über wird die nächste Generation tu finden j sein?... Ich glaube nicht daran, daß jemals da« politische Entwicklung und ue-| mttngeö, wie etwa der Antisemitismus, lein Werk; sie verleugnen die Humanität, derec Wiederkunft und Wiedergeburt der Leiter der Österreichischen Kuiturpropaganda, Haas von Hammeretcln, in seiner jüngsten Schrift 60 sehnsüchtig erwartet. Und doch darf dem Buche Aebuechaigg* das Kämpferische nicht fehlen, denn noch ist die Befriedigung nach den beiden feindlichen Fronten hin, nach rechts und nach Unke, nicht weit genug gediehen. Noch nimmt vor allem die Ausland den außenpolitischen Erfolg, die Behauptung Österreichs inmitten der schwersten Gefahren, ohne Dank einfach als Tatsache hin- Man macht sich kein« Gedanken über die beschränkten Mittel, die dies« für fast alle unerwarteten Erfolg ermöglicht haben; man versteht noch nicht, daß dir Heroismus Mime Dollfuß und eines Schuschnigg niemsla an» swativ«, zerstörerisch« Absichten stamm« kann, sondern letzt« End« aus dem positiven Willen kommt, für Europa« für die mißhandelten ideale dir Humanität elnzu*tehen. w. st- Hawlagah und Selbstschutz Von C. Z. Kloeiael Es ist mit Recht darauf Ungewiss« worden, um wieviel besser m hnisiehtlieh der Sicherheit bei der landwirtschaftlich« Jüdischen Bevölkerung in unseren Siedlungen steht, als bei der jüdischen Bevölkerung in den Städten. Die lind* Hohen Siedlungen haben ein vollkommen legale«, aber von ihnen eelbstgesehaffettes und betätigtes Wach- und Schutzaystem ausgeha-it. sie sind moralisch und physisch in der Lage, sich gegen jeden Angriff au wehren. Nun ist die charakteristische Tatsache zu verzeichnen, daß der arabische Terrorismus fast ausschließlich auf die Städte und auf die Straßen beschränkt ist und sich einzelne Opfer sucht. Ein direkter Angriff auf eine Siedlung lat bisher nie erfolgt; die bluflgen Bes schleßungen erfolgen meistens Bus reepektgenwart steht, aber das ist dcab nur die eine Hälfte. Die andere Hälfte ist unser „normales Dasein“, daa draußen nicht sehr bekannt ist, das aber, wie einmal rur Beruhigung allzu Ängstlicher gesagt sein soll, immer noch vier Fünftel unsere* Löbens susfüllt — barnch haeoheml De Valeras Interesse für den Zionismus London, 2. Jänner. (JTA.) Der Leiter des Politischen Departements der Jewish Agency in London, Prof. Selig B t o d e isky. ist anläßlich seines jüngsten Aufenthaltes in Dublin, vom Ministerpräsidenten de Vaiers in längerer Audienz empfangen worden, ln deren Verlauf er mit Wir bitten für «W Ä6 ****** fUllgon Blinden om Spenden» Wr die blinde® Sto, KUvierstimm«, forb-«d Sewei- Äwhter sowie Barstenmach« bitten Wir tua Arbeit Bllfsvereln in jlisdea “ Wie«, II., Bembrsndtatrefl« Iß reteeMf a«M-ne"*w*'“”*^*“‘**'< von Sfclrtok, Smilanfty, Tolkowskv und Horte geführt ward«. Herin, der di« Keratt. Hajessod-Siediungen vertrat, dräBgte d*rauf, die Regierung soUl 4m Maas?« M* stand leist« und auch giwtoii täte* »* form« ansführe». SmßaASfc? «cfthig vor, di# Regierung solle den Pflanz*« »In* fr öS er e Anleihe gewähren, die aut en Erträgen der Export*»«« xurückgeza’ft werden »olle. Sie Arthur versprach, die V orschläge tu prüf«. Holländischer Zionlstenverband gegen PalästJua-Tellimg Amsterdam, 8». Dezember. (JTA.) Die in Amsterdam abgehaltene 88. Johreskonfs- .. renz des holländischen Zionisfenverbandee hat eich mit überwiegender Mehrheit gegen den Plan einer Teilung Palästinas ausgeeprochen. Der Vorsitzende der Histadruth, Josef Sprfnzak, der der Konferenz als Delegierter der Zionistischen Exekutive beiwohnte, verteidigte di« Haltung der Exekutive in der Teilungsfrage, der MÖrachl-Fübrer Rabbi Wolf Gold griff die Politik der Exekutive an. per große nddisdte Rim „Der Purimspleler,# kommt!; taltuag eins» wirklichen und dauernden Abschluß bedeuten kann, loh halte et auch nicht für richtig, ein Syst«, heiße es wie immer, als schlechterdings zeit- und fehlerlos zu betrachten. Wir Politiker sollten et Vielmehr mit dem bekannten Uaneliok halten, der meint, „er habe nicht die Anmaßung. unfehlbar, aber den Mut, aufrichtig; za sein!“ Aber alle Einsicht in die Wandelbarkeit »iund die Relativität politische? Ideologien wird überwölbt von dem durch nicht* ta erschütternden, weil ans der religiösen Sphäre stammenden Glauben «* de» Sinn * des österreichischen Schicksals. Dem österreichj daa 1918 ausammenbrach, und dem , zweit« Österreich, da« unmittelbar nach dieser Katastrophe nicht zur Formung kommen konnte, folgte mm für absehbare Zeit, dßtterad das dritte Österreich, dessen Wegbereiter Seipel war und das von Dollfuß und Sohuschnigc: verwirklicht wird. Bete Sinn und »ein Werden iet bedingt durch innerpolitische Kämpfe und außenpolitische Schwierigkeiten, wie eie wohl kaum eia anderer europäischer Staat zu bestehen batte. Die jrrundstflrzande Wandlung, die das Stastadenken in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat, steht, wie wir heute bebreite erkeunen, mit dem geistigen Strukturwandel Europas in innigstem Zusammen-; hang. Die Wiedergeburt des Metaphysischen und di« Betonung des irrationalen haben in Europa Staatsformen und politische Bewegungen geschaffen, die nicht nur dem österreioMschen Wesen, sondern auch der außenpolitischen Situation nicht entsprechen. Es mußte Mae Staatsform entstehen, die ebensosehr aus wohlverstandenem politischen Mares»« heran», wie auch kn Bewußtsein der österreichischen Sonderart den Totelitltsansprueh des Politisch« in den nichtpolitischen Bereich« ablehnt Die Staatsfom, die Dollfuß und Schuschnigg gewählt haben, anerkennt die Autonomie des Kultnrellen, Religiösen und Wirtschaftlichen, tedem ihnen das Recht einer eigenen Zielsetzung zugeetanden wird. Der totale Staat aber, der die Macht als Mittel de* Staates mit der Macht als Zweck des Staat« verwechselt (Dobretsbergcr), legt durch die Gleichschaltung seine Hand auf alle Bezirke menschlich« Leben» und Schaffen*. Der mfreiigime Staatsmann Schuschnigg, dessen tauige Vertrautheit mit Goethe Immer wieder deutlich wird, kann nicht im Politisch« und im Machtstreben das letzte Ziel »eine* Wirk«# sehen. Er findet die Rechtfertigung Min« Handeln» und die "Sinngebung «eines Kampfes in der Idee der Kultur, die für Ihn mit reiner MensehHchkeit gleichbedeutend ist und dio ihm in der leaderfora des österreiebertums geprägt erscheint. Darum kompromittieren kulturfeindliche und m«sehliehkeltsfremde Stilvoller Entfernung, da man weiß, daß das j ihm die Lag» in Palästina und die damit Feuer sofort «widert wird. * tnsammenhärgf nd« politi.'chen Probleme Denn niemals ist der Begriff der ..Baw- . , . ,, , , lagab“ dahte verstand«! worden, daß manLPloffo;<füy erklärte -fei Jrd«chen sich uicht gegen einen aktuellen Angriff mit 1 M^aphen-Ägentur gegenüber, Mmisterallea Mittete zu Wehr setzen dürfe? Umgo-'P^*«1*0.1 d - Vzleta habe teefe» Verkehrt ist es bezeichn«d, daß, jständi» für ias jüdische Pro- ,,;blem m allgemeinen und für die zio- .VergeltungnoaßnaltraeB“ vooi»r.ii>chen Aspirationen in Palftm besonderen gezeigt. WO bisher -»cqgci mngimwBuarmien ' Jüdischer Seite an wahrscheinlich schuldigen verübt worden stad, heute noch das G*-j Der arabische Terror .. ...._ ciatt\ ’er' j Jerusalem, 81. Dezember. Tslcor.) Ab- «lWi 0-*~WUitei‘ dWpUniert«tdunM A»bah, ein arsbtecher Banden- S^te geg« den Terrorismus au be-;f atlr4r Ndrdstt> dw ktoUch |d« Gefecht« mit britisr.h« Truppen Und darum wird, falls m d« Militärj schwer verwundet und von sein« KamersgeriohteU nicht gesagt, den stadtischcu, den nach Syrien geschafft wurde, ist seinen Terrorismus bald zum Schweigen zu brin-(Verletzungen erlegen, gen, die Frage ein« legalen Selbst-* Der arabische Knabe, der beä dem schütze« der städtischen jüdi-1 Angriff auf einen arabisch« Omnibus am sehen Bevölkerung, der von d« Dezember verwundet wurde, starb an zionistischen Instanz« seit langem mit: «einen Verietznngsö. Nachdruck gefordert wtad, bald wieder zu | Ein arabischer Chauffeur und zwei den dringendst« Problem« des Juchuws ■ Passagier wurd« durch Söbüsss verwutsnd der zionistisch« öff«tiiohkeit gehören, det. die auf eis arabisches Taxi abge-;feuert wurden. Ferner wurde eine Poli- 01« w!m> PHuftel normales ll«aal»‘*eiP‘tr0Bil1* a.«» dem Hinterhalt be- | schossen. Beide Vorfälle spielt« sich in der Im übrig« ist unser Leb« in Eres Israel■ Nähe von Jen’n ab, immer noch „normal“ und besteht nicht nur j Donnerstag nachmittags wurde ein j ü d 5- »u« JtMord und Totschlag*'. Die Gesell-1 s e h e r Autobus auf der Straße Telschaft „Sebulon“ zum Beispiel, die die See-1Aviv—Jerasa'.em von Terroristen mannsschule in TM-Avlv unterhält, hat | überfallen. Ein jüdischer Passagier wurde einen sehr eleganten Ball gegeben und die ’ verletzt. Eine jüdische Delegation sprach „Vereinigung ehemaliger Offiziere“ in Haifa beim Distriktskommissär vor. Sie erklärte, hat das gleiche getan. In Jerusalem beginnt der Wahlkampf für den Waad hakehiUah mit einer Leidenschaft, die dem zum Kongreß nichts nachgibt. Erregte Diskussionen finden überall darüber statt, daß die Regierung zwangsweise höhere Tarife für Autobusse und Kleinautos festgesetzt hat — und vir rutschen doch so gerne mal von Jerusalem nach TeJ-Aviv oder umgekehrt Der imigjährige Todestag Beo-Jehuda* ist im daß die Feuerüberfäüe dadurch erleichtert wurden, daß die jüdischen Autobusse grün, die arabischen rot-weiß «gestrichen seien» und verlangte, daß eia einheitlicher Anstrich durchg jführt werde. Neues Tcdeinrtdl Jerusalem, 31. Dezember. (JTA.) MilifcflrßtfHc.bt in N n % a * e t h venart&Üte v «51 *,*.*' jetfuifctj AVUtiTLZlfi JJUU*omJUU«« FBI» UU ~A . « I .7 . gaazen Lande mit Vorträgen über diesen f™?® Araber wegen unbefugt« Waffen- Pionier de» Hebräisch« würdig gefeiert worden. An den Anschlagsäul« Tel-Avivs war« neulich die Bestimmungen über die neue Hundesteuer zu lesen; et ging daraus hervor, daß man eigentlich überhaupt kein« Hund halten kann. Auch diskutier« wir viel darüber, ob cs ratsam fest, die Luftpost zu benützen; in der letzten Zeit sind so viele „Air-Jtaers“ ins Wasser gefall« und die Briefe sind naß «gekommen, als ob es keine Lederbeutei gäbe! Und wir geh« hl den „Mattathe“ und lachen uns erst gesund und dm« wiedet krank über die Witze, die dort über dl« „Tenu»«"“ gemacht ward«. Kurz: e« ist zwar fast alle* wahr was draußen ia d« Zeitungen von d« „Miesigk#iteaH des Leb«* im Ere* Israel der Ge» icsitees tum Tode. Der Oberstkommaridler«de der britisch« Truppen in Palättiiut, Generalmajor W a v e J i. hat da« vor einem Monat über einen Araber wegen Waffenbesitzes bängte Todesurteil bestätigt. Die Behörden haben beschlossen, Haftdauer von einer Anzahl A raucl, deren Entlassung aus Akko In Kürze fällte wäre, vorläufig zu verlängern. BUfe für die Zltruspflanzer Zum Präsidenten des holländischen Zionistenverband«. wurde Dr. Abel Herzberg wiedcrgewählt. Dergleichen ward« die anderen Mitglieder der Exekutive wiedergcw&hlt. Zionlstisebir PaurtelrÄt In Pale« gegen «Üe Neiosager Warschau, 29, Dezember, (JTA.) Auf der io Wapsehäu , afteehaitettea... Parieirates der 2;oals tischen Organisation in Polen, die unter anderem der Frage des Zusammenschlüsse* der zionistischen Partei« gewidmet war, wurde nach Anhörung einai Referates von Dr. M. K1 e i n b a u m eine Resolution jefaßt. in der es unter anderem heißt: Der Partöirat drückt der Zionistieeh« Etekutive eete vollste® Vertrau« au* und versichert sie d« Mithilfe bei der Reel Meran# der poiitieeh« Reeoiution des XX Sfr* nistenkougreese*. Der innere Kampf, der von den Neinsagern geführt wird, itt angeelcht« der politischen Lege im Zloniemae nur dazu angetan, die Bew^ung zu sch wichen. Die Koalition der ziontetiec! Parteien soll auf di« ganze Wogung auegedehnt werden. LinkC'Poalö'Zlöa ttt 4i? Zionistischen Organisatiott Jemsaiem, 31. Dezember, (Paleer.) Dfe Weltkonferenz der Links-Poale ZifrU, die in Tel-Aviv unter Auseehluß d*f öff«tiichkelt ststtfaad, faßte den Besebluß, der Zionistischen Orgsnleatioa bei zu treten. Ein solcher Beschluß war bereits von der paiästineasisehea Abteilung der Links-Poale-Zlon oagenoamen worden. Schriftsteller Sabattno töpez — 7* Jahre ... 8. Jänner. (JTA.) Der bekannta jüdisch-italienische Dramaturg und Uteroiurkr.tiker ßabatino Lopez bat anläßlich Seines 70. Geburtetages von den hervorragendsten Vertretern der italienisch« Literatur- und Kunstwelt Begrüßung»«**^' ben erhalten. Lopez (Pseudonym: Tartaffli*), der lange Jahre Professor für ItalWisrb sa der/oeademsa di Brera war, vei n*ren Romane; «ine Stäriie , auf dem Gebiete dar Komödie, geh* kann testen Stücke sind; „Dl notte* 5fr, . ä 'biete hervorragend t*%. f ff ft KM f Etnret das Andenken Eures Lehrers und EUhrers Prof, zp rK^Vr1 U JUDeIII Gold-Buda-Spendeis fUr den KEHEN-IUJeT t