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Die Stimme · 1938-01-03 · Heft 714 (3.1.1938) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 714 (3.1.1938)
Date
1938-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Montag - Ausgabe Dieses Blatt ist ab 4 Ute i bei den Kolporteuren erhältlich V. b. b. 1 JÜDISCHE ZEITUNG 1 Nr. 714 fff/fg] Montag, 3. JSnner 1938 X. Sehwat 5998 U. Jattefeang So tiehfiffibiidier Mmderheitsichutz aus Jerusalem, 81. Dezember. (Palcor.) Einer Meldung zufolge haben sich 6000 Assy rer von Irak wegen Assyrer-Verfolgungen In diesem Land nach Syrien begeben. Lansbnry über die Jadeanot in Mittel* and Südosteuropa „New Chronicle“ schreibt, der greise Ar» beiterllibrer George Lansbnry beginne in ganz England eine Friedenskampagne einzuleiten, deren' Zweck es ist, die Leiden der Juden* und* Minderheiten in Ländern wie Polen, Tschechoslowakei und in den südosteuropäischen Ländern zu mildern. Das Schlimme ist, erklärte Lanebury in einem Interview mit einem Mitarbeiter des „News Chronicle“, daß die wirtschaftlich notleidende Bevölkerung von, Mittel- und Südeuropa einen SdndeoboCk sucht, den sie für alles .Böse verantwortlich machen kann.. So lächerlich Wühlarbeit der Feinde des Zionismus: Per Kampf um den Judenstaat NP, CU EM WtUUAM <HWEDEH^no »6«iw®iaiaiw.-i5Sfä3ai Jerusalem, 2. Jänner (Palcor.) Bei einer Versammlung des Nationalen Schekel- Komitees, die in T e 1-A v i v abgehalten wurde, wurden Beschlüsse wegen der Schekel-Kampagne für den nächsten Zionistenkongreß gefaßt. Vertreter aller zionistischen Parteien waren bei der Versammlung anwesend. Ben Gnrion und I. Grünbaum, Mitglieder der Exekutive, führten in ihren Ansprachen aus, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der n ä c h s t e K o n g r e ß Im Jahre 1938 stattfinden würde, bei dem ein entscheidender Beschluß mit Hinsicht auf den geplanten Judenstaat getroffen werden wird. Ben Gurion erklärte, daß man vor der Alternative stünde, entweder einen Judenstaat in einem Teil des Landes oder eine jüdische Minderheit innerhalb eines Araberstaates zu akzeptieren. Es gäbe keine dritte Möglichkeit Wie die Zukunft sich gestalten würde, sei noch ungewiß. Die Feinde des Zionismus, unter denen sich alle Arten von Arabern, feindliche europäische Mächte und antizionistische Engländer befänden, täten ihr Äußerstes, um alle Aussichten für den geplanten Judenstaat zu verrichten. Wir jedoch müssen alles daransetzen, sagte Ben Gurion, um zu einer Entscheidung beim nächsten Kongreß zu gelangen. Wann und wie die Entscheidung der englischen Regierung fallen wird, ist noch ungewiß. Wenn jedoch die Zeit gekommen ist, muß sich der Kongreß sofort versammeln und Millionen Juden müssen beim Kongreß vertreten sein. Dreimal Österreich) Daß heute Europa, daß die ganze Welt vom Lärm schwerer, zum Teil schon blutiger Konflikte erfüllt ist und die politische! Atmosphäre eine bisnun unerhörte Sptinjnung anzeigt, macht es erklärlich, daß ein Buch wie das des österreichischen Bundeskanzlers nicht überall ein ganz starkes Echo weckt. Denn es ist trotz vieler psfflfsönlicber Elemente kein persönliches Buch,, sondern die Darstellung der österreichischen Geschichte seit 1918 und will zeigen, wie * das heutige Österreich geworden ist: eine Erklärung, ein. Rechenschaftsbericht vor! Freund und Feind. Wie notwendig eine solche Darlegung ist, weiß jeder, der ins Ausland kommt oder auch nur die agssläfcijsehen Pressemeldungen verfolgt, Schon die " geringe Größe des Landes und seine Rangstellung in der Weltwirtschaft verursachen «ine mindere Beachtung unseres Staates. ss auch iät: sie fctf dii Jaffen m Cr*(«itfj In Polen leben die JudMS in einer daaernden Furcht vor Pogromen. Ähnlich ist es in anderen Ländern, wo die Juden iür ökonomische Schwierigkeiten verantwortlich gemacht werden, die sie nicht verschuldet haben. Nur indem man diesen Ländern durch finanzielle Hilfe wieder auf die Beine hilft, kann das . Problem der Joden und der anderen Minderheiten zum Teil gelöst und die große Gefahr eines Krieges-abgewendet werden. Die größeren Mächte müssen den in Not geratenen Ländern Europas die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Konstruktive Maßnahmen not* wendig Lansbnry schlägt vor, daß eine Internationale Anleihe flüssig gemacht werden soll, zu der nlcht nur proh jüd3sehe Nationalheim in sperierende Länder wie Großbritannien, die l. . . Vereinigten Staaten und Frankreich, sondern auch Deutschland und Italien das ihre beitragen sollen. In einem Leitartikel bemerkt „News Chrönicle“ zu dem Vorschlag Laneburys: Lansbury. ist von der schrecklichen Not der Juden in den Ländern, die er besuchte, tief beeindruckt worden. In bewegenden Worten fordert er, daß etwas getan werde, damit Ormsby-Gores Kopf wird gefordert die Lago dieser Juden nicht hoffnungslos werden soll. fssfeBstast* «fifer «titö&tbeim? ” juvivtiai! Das Organ der Labour Party „Daily; Herald“ berichtet, daß innerhalb des englischen Kabinetts ein scharfer Meinungskampf hinsichtlich des Planes asr Teilung Palästinas und der Schaffung von selbständigen Juden- und Araberstaaten abgebrochen ist, Sir Samuel H o a r e, Lord Hali fas, Earl of Winter ton und Earl of Zetland sollen auf Premierminister Chamberlain einen Druck nach der Richtung ausüben, daß die Regierung ihre gesamte bisherige Palästinapolitik aufgibt, den Plan der Teilung Palästinas und der Schaffung eines jüdischen und eines arabischen Staates in diesem Lande fallen läßt und das in der Balfour-Deklaration und im Mandat vorge- Weise statuiert, daß die Juden eine dauernde Minderheit in einem allarabischen Staat bleiben. Diese Minister weisen darauf hin, eine Teilung angesichts der arabischen Gegnerschaft unmöglich durchgeführt werden könm Die Geschichte ist befleckt mit Verfolgung«! dieses großen Volkes, das zum Geistesgut der Welt in so hohem Maße beigetragen hat In der letzt«» Zeit sind diese Verfolgungen verschärft worden. Zu de® ökonomischen Motiven der Verfolgung sind grausame Rassentheorie Philanthropische Hilfsmittel, schließt das Blatt, taugen nichts mehr. Was nötig ist, sind konstruktive Maßnahmen znr Wiederbelebung der Wirtschaft derjenigen Länder, in aen Juden Verfolgungen aufgesetzt „Daily Herald“ berichtet ferner, daß die erwähnten vier Minister ihre scharfe Unzufriedenheit mit der Politik des Kolonienministers Ormsby-Gore hinsichtlich Palästinas ausgesprochen haben und den Rücktritt 0 r m s b y-G o r e s, der an dem Teilungsplan festhält, befürworten. Hoare, Halifax, Winterton und Zetland sollen sich auf die Meinung antizionistischer englischer den stützen, welche sie als die führenden englischen Juden bezeichnen. Solche Juden seien mit den Ministern privatim zusammengekommen. „Great Britain and the East“ dagegen e klärt im Leitartikel mit Nachdruck, daß die englische Regierung nach wie vor die Teilung Palästinas für die beste Politik hält. Vor dem Wiederzusamraentritt des Parlaments werde ein offizielle Bekanntmachung erfolgen, ln der der Aufgabeakreis der neu zu entsendenden Palästina-Untersuchungskommission ausdrücklich auf der Basis einer Teilung festgelegt wird. Die Kommission wird sich aus maßgebenden Experten auf den Gebieten der Verteidigung und der Finanzen zusammensetzen, sie wird keineswegs durch die Empfehlungen der Peel- Kommission hinsichtlich der Grenzen des Judenstaates gebunden sein. Englische Regierung weiterhin ffir Teilung Die Möglichkeit einer Verständigung zwischen Juden und Arabern bezeichnet „Great Britain and the East“ als „fernliegend“. Jede Teilungsformel werde außerordentlich schwer zu finden sein. Dennoch die britische Regierung unbeugsam r Teilung entschlossen, da sie sie als im besten Interesse der Araber wie der Juden hält. Sie wird mit dem künftigen arabischen und dem künftigen jüdischen Staat Verträge abschließen. Die Juden wüßten sehr gut, daß, wenn sie nicht einen Weg der Versöhnung mit den arabischen Nachbarstaaten finden, ihre Aussichten düster sind. Sie wollten darum selbst nicht eine Teilung durch Zwang. Das Blatt schließt: „Im Augenblick ist es Hauptsache, die Ordnung wiederherzustellen. Unterdrückung, die manche befürworten, ist nicht Politik, sondern Apoiitik.“ $$tn W*ät ## Hilfsaktionen im Laufe seines Bestandes, die da« Gefühl erwecken könnten, daß Österreich der kranke Mann Mitteleuropas j sei, ohne daß man sich im Ausland der eigenen schweren Schuld bei der Entstehung dieses Staates bewußt sein wollte. Aueh-der intensive Fremdenverkehr und die hoben künstlerischen Leistungen haben kein zureichendes Verständnis für die Eigenart der ö&erreiehischeB Verhältnisse schaffen’ kön- ■ n«to. Eine engstirnige und* verantwortungslose Propaganda abgetaner österreichischer Politiker und Journalisten aus allen Lagern, die ihre Kaltstellung nicht . verwinden * konnten und zum Teil jetzt auch noch nicht können, hat das Ausland die Entwicklung und den Stand der Dinge in Österreich verzerrt sehen lassen. Darum setzt Schuschniggs Buch die richtige Tat zur richtigen Zeit, Ruhig und unpathetisch wird hier gezeigt, aus welchen Voraussetzungen das heutige Österreich, seine Regierungsform und seine außenpolitische Stellungnahme stammt Die illasionsfreic Beurteilung der Notwendigkeit des Zusammenbruchs der alten Monarchie beweist schon von allem Anfang an den Willen des Autors, den Tatsachen mit nüchterner Ehrlichkeit ins Auge zu schauen, wie anderseits die Schilderung der psychologischen Situation der jungen Generation vor und nich dem Weltkrieg die ungewöhnliche Fähigkeit deutlich macht, vom eigenen Erlebnis au3 zur seelischen Gesamtlage einer Zeit vorznstoßen. Diese beiden Qualitäten, Sachlichkeit und Einfllhlungskraft, bereiten : Schuschnigg auf dem schweren Weg, Ge-; schichtschreiber einer Epoche zu sein, die; er aus unmittelbarster Nähe miterlebt hat, ] in der er selbst bald schon bedeutsamer j Mitakteur war, bis er schließlich diese Ge- | schichte entscheidend mitgestaltet hat. Zwei i Beispiele unter vielen: Man vergleich« Schuschniggs Stellungnahme zur Demoikratie und zum Parlamentarismus mit den *) Kurt Schuschnigg, „Dreimal Österreich“, 1 Thomas-Verlag Jakob Hegner in Wien. . .. Sektion und W1ZO Prater, Wien« I»., StuwerslraS« 1, Tel. R 40-1-8« L Sonntag, 9. JKnner 1938, 8 Uhr 30 abends, ln den Stilen des MI itörkaslnos, Wien, 1-, Schwarzenbergpinte 1 Ball mit Mitternachisakademie n ise von S £50 plus 1«% für KKL. in der Sektion. Wien, 1L, Stawerstrafie 1, Telephon R 40-1-86 L, und bei Optiker Karl Seidaer, I., Franz-Josefs-Kal 88, Telephon ü 28-9-66 :i; s mitwirkend: RellyBtoder, Fritz Grünbaum, Karl Farkas, MaxBrod. Igo Guttmann, Jazzkapelle Isy Geiger. Jazzsänger Leo illmar, Gewinner des gold. Bandes der Jazzsänger 1987

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