Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 709 (22.12.1937)
- Date
- 1937-12-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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ÜTr. 709. — Wien, Mittwoch, 22, Dezember 1937. Seit« 9 Die Prager „Jüd sehe Post" Im ..Prager Taghlatt“ berichtet BL M. Mauthner über „Verschwundene Prager Postämter“ und schreibt: „Wohl die merkwürdigste postalische Einrichtung, die das historische Prag besaß, war die sogenannte ,Jttdis ch e Post1, die in der langst verschwundenen Rothegasse des Prager Ghettos, in dem Eause des Nathan von Königsberg etabliert war und als jüdische Privatpost im 18. Jahrhundert über glänzende Auslandeverbindungen verfügt haben soll. Ihre Geschichte liegt noch ganz im Dunkeln, aber nach einer brieflichen Mitteilung an den Verfasser dieser Zeilen soll Ludwig Kalmus in Wien kürzlich auf wertvolles Aktenmaterial gestoßen sein, das die mysteriöse Einrichtung der Prager ,Jüdischen Post‘ aufzuhellen verspricht.“ * Der erste jüdische Schauspieler Prags Richard Rosenheim erinnert in seiner soeben erschienenen „Geschichte der deutschen Bühnen in Prag“ daran, daß Santo- Lapis, der Direktor des Städtischen Kotzen-Theaters, 1788 an das Gubernium mit der Bitte herantreten mußte, „ihm aus seiner Geldklemme zu helfen, indem man den Juden den Besuch des Theaters gestatte“. Gegen Ende desselben Jahrhunderts gab es ein theatralisches Ereignis: Die „Prager Neue Zeitung“ vom 11. November 1795 teilte ihren Lesern folgendes mit: „Am 10. v. M. ward hier das bekannte Stück „Me Zauberflöte“ gegeben. Ich eilte ins Theater und — wie erstaunte ich nicht — als ich in der Person des Soroastr einen wohlgestalteten jungen Mann mit einer einnehmenden Stimme erblickte, von dem man mir sagte, daß er ein Israelit — ja ein Israelit sev. Er erschrak anfänglich, als er auf der Bühne erschien, ein Beweis, daß er ein Mensch sey, den die Natur, um ihre Rechte zu beweisen, an seine Schwäche erinnerte. Das Publikum, so dies merkte, klatschte, um ihm Muth eänzuflössen, Beifall zu und erreichte seinen Zweck; denn er sang und sprach nachher wiederholt mit mehrer Anmuth und Würde. Ich lauerte auf das Ende; und man rief und klatschte ihn mit Beifall heraus. Kurz, ich fand das hiesige Publ&sis.,-.ander?, als man es-uns schilderte, fand, dass es selbst an Israeliten Anlagen und Verdienste zu schätzen und zu befördern weiss, und nur vielleicht gegen jene anders gesinnt ist, wider welche es vielleicht gerechte Klagen führt. Hartung, so ist der Name dieses Israeliten, wird nächstens in anderen Rollen auftreten und den erhaltenen Beifall noch mehr zu rechtfertigen suchen.“ Hinrichtung eines Jüdischen SowJetSunkfionärs Moskau, 21. Dezember. (JTA.) Unter den acht hohen Sowjetfunktionären, die „wegen terroristischer Tätigkeit und Spionage zugunsten eines ausländischen Staates“ (Trotzkismus) zum Tode verurteilt uni e rs c b oei>en wurden, befindet sich das frühere Haupt der „Jewsekzija“ (Jüdische Sektion der Kommunistischen Partei) L a r i n. Er war emer der Fropagatoren der jüdischen Sowjetrepublik Biro-Bidsehan und schrieb ein Buch über die Judenfrage. Auch der mithingerichtete Zuckermann war Jude. Physiologe Taubenhaus gestorben New York, 21. Dezember. (JTA.) In New York verstarb der bekannte Physiologe und Pflanzenpathologe Jacob J. Taubenhaus, der aus Safed (Palästina) stammte. Er war Leiter der Abteilung für Pflanzenpathologie an der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in T e x a s. Chajes-Aktion Bisherige %areingänge rund S 9500.—. Außerdem sind eine ganze Reihe von Beträgen verschiedener Gruppen angekündigt. Die Sammlung selbst wird bis zur Erreichung des Zieles: Eintragung des Oberrabbiners Chajes in das Goldene Buch des Keren Kajemeth durch die Gruppen fortgesetzt. ununiHmiioii.ojiKiiimmiiinliHMiBHMintBamBUmBtmKiiiii'itMiHiMmJftwiwuHt'iMH!«»!»' Todesfall. Dienstag, den 21. d., verschied hier unser Gg. Naftati Meier Racker. Die Beendigung findet Donnerstag, den 23. d., 12 Uhr, am Zentralfriedhof, TV. Tor, statt. „Das geliebte Land“, dieses jüngste, soeben im Verlag R. Löwit erschienene Werk Chaim Blochs, gibt zum erstenmal eine Auswahl des gesamten palästinensischen Sagengutes. t „Das geliebte Land“ wird das Geschenkbuch für! jeden guten Juden bleiben. MISnMMI Roman und Wirklldikell Von Dr. T. Nussenblatt Antwort an Msgr. Schelcher Im Juni 1900 wurde nämlich HerzI auf ein Sehe-ieher stellte er sein Friedenswerk entgegen. dessen Grundmotiv Liebe und wahre Versöhnung ist. Herzl entwarf ein Bild der Veränderung der Welt, die sich in den zwanzig Jahren vollzogen habe, und die durch die segensreiche Tätigkeit des Zionismus verursacht wurde. Am 10, August 1900 — also einige Wochen nach dem Erscheinen des Romans Sch ei eher* veröffentlichte Herzl in der „Welt“ einen Abschnitt «eines zionistischen Zukunftsromans „Altneuland“, worin er seinen Helden — Friedrich Löwenberg — im Jahre 1920. also gleichfalls nach zwanzig Jahreu. in Haifa landen und das neue glückliche Palästina erleben läßt. Den Titel de« Romans ,.Altneuland“ schuf ( Leiben den Boden des neuen jüdischen Ge- Herzl in Anlehnung an den Namen der Pra-; meinwesens in Neu-Zion betreten. Im Buch ger Altneuschul. „Das wird ein berühmtes' salbst wird jedoch diese Frist auf zwanzig Wort werden“, meinte Herzl. Und „Altneu- Jahre gekürzt. Die Änderung der Zeitspanne land“. das zu den meist übersetzten Büchern ist besonders bemerkenswert, denn sie beder Weltliteratur zählt — es liegt in hebräzeugt, wie Herzl die Zeitereignisse lebhaft teoher, jiddischer, französischer, englischer, nach allen Richtungen verfolgte, italienischer, polnischer, spanischer, ungarischer, rumänischer, bulgarischer, russischer Sprache vor — wurde weltberühmt. Der Titel | der hebräischen Übersetzung, den Nabum <jes antisemitischen Abgeordneten Soheicher den Haß herrschen läßt, zwanzig bokolow dem Werke mit Zustimmung iterzts yjODlfjgnore j>. jog<*f Scheic.her (Wien) „Aus Jahre gegenüberstellt, in denen Liebe waltet gab, lautet: Tel-Amv. Diesen dem Jahre 1920“ aufmerksam. In diesem und die Juden ihr Land aufbauen Sokoiow da Tel“ Rume und „Aviv ■ Früh- Bu(.he entrollt scheicher seinem Freunde, hng bedeutet, also eine Verbmdung^von s zwanzjg Jahre auf dem Nordpol in Abgeschiedenheit verbrachte, ein Bild des inzwischen gründlich veränderten Vaterlandes. Aus Österreich wurden die „Vereinigten Oststaaten“, in denen der nationale Frieden blühte, weil... nun eben, weil es gelungen ist, die Juden zur Auswanderung zu bewegen. Nach Herrn Seheicher kam nämlich alles Unheil in Österreich von den Juden ... („Welt“, 22. Juni 1900.) So durchzieht das; ganze Buch Scheichen? der Haß des Ver- I faa«ers gegen die Juden. hiezu der Anlaß. Der Tod. des Freundes: Herzl entschloß sic-b, wohl auch nicht zudruck dieser Skizze in der „Welt.“ erschien wühlte Herzl auf und raubte ihm die Sicherj jetzt mit Rücksicht auf den Umstand, daß ] „Altneuland“ in Buchform. Das Buch wid- Altem und Neuem daretelle. Dieser Titel, der später der ersten jüdischen Stadt den Namen verlieh, hat auch den Vorzug, daß er in der Bibel vorkommt. Altneulani also und nicht Frühlingshügel muß die Rückübersetzung von Tel-Aviv lauten. Schon einige Jahre vor der Niederschrift des Judenstaatee trug sich Herzl mit dem Gedanken, einen jüdischen Roman zu schreiben. Der tragische Tod seine« Jugendfreunde« Heinrich Kana im Jahre 1891 war Liebe gegen Haß E« ist also kein Zweifel, da« Herzl den zwanzig Jahren, in denen Monsignore „niemandem zum Trotz, allen Juten zur Ehre“. — Al« Herz* im Jahre 1903 in Kairo mit Malcolm Macllwraite, dem juristischen Berater und faktischen Justizminkter de« Khedive, wegen der Pelusium-Konzession verhandelte, führte er an, daß die Konzession hinfällig werden solle, falte die Zionisten nicht innerhalb zwanzig Jahren zwei Millionen Pfund an produktiven Investierungen vornehmen werden. Diese Zeitspanne betrachtete also Herzl tatsächlich für genügend, den Zionismus zu realisieren. Im Jahre 1902, zwei Jahre nach dem Abheit. Er ging auf Reisen, die ihn bis nach Spanien führten. Unterwegs begann er Verhandlungen mit den Eigentümern der „Neuen Freien Presse“ -zu führen und übernahm die Korrespondentenstelle in Paris. Nach schweren und erschütternden Erlebnissen in Parte schrieb Herzl den „Judenstaat“ und begann auch in dieser Stadt seine Tagebücher zu führen. Die Entstehungsgeschichte des zionistischen Romans Zu Beginn der Niederschrift der Tagebücher tauchte die Erinnerung an den einstigen Plan auf, einen Roman zu schreiben. Iu diesem Sinne nannte Herzl die Tagebücher „den Roman seines Lebens“. Sie ßind aber in Wirklichkeit bei aller Subjektivität, die ein derartiges Werk auszeiehnen muß, eine wichtige und verläßliche Geschichteqüelle. Den richtigen Roman schenkte uns Herzl mit seinem „Altneuland“, an dem er Mitte des Jahres 1899 zu arbeiten begann. Noch vor der Niederschrift von „Altneuland“ wollte Herzl im Jahre 1899 einen jüdischen Roman aus der Zeitungswelt schreiben. Unter dem 17. März 1898 notiert Herzl in den Tagebüchern den Aufbau eines Romans in drei Bänden, von dem er in den letzten Wochen träumte. In diesem Romane entdeckt der Held, der anfangs die „verrückte Rotte von Neuhebräern“ Smolenski, Bierer und die „wahnsinnigen Kadimahner“ verlachte, zum Sobluß — Zion. In „Altneuland“ verlieh der Dichter den Gestalten des Romans die Züge seiner Eltern, seiner Schwester, Jugendfreunde, Mitarbeiter und der Widersacher. Dieses Werk, das auch die „eingeschlafene Diskussion und die Bewegung wachrufen sollte“, hatte den Zweck, in besondere tragischem Ausmaß erfüllt. Achad-Haam setzte sich, heftig mit diesem Werk auseinander. Mit ätzender und verletzender Schärfe griff er über das Werk hinaus den Autor und «eine Idee an. David Frischmann konnte, losgelöst von subjektiven Momenten der Verärgerung, „Altneuland“ richtig beurteiteilen. Er sah, was Herzl mit dem Werke bezweckte: eines der vielen zionistischen Memoranden, die er der Öffentlichkeit übergab. Die Polemik zwischen Nordau und Achad- Haam, in die auch Markus Ehrenpreis, Buber und andere eingriffen, löste schwerwiegende Gegensätze ans. Die erst» kleine Skizze zu diesem Roman verfaßte Herzl im Juli 1899. Kurz darauf, am 16. August 1899 — am zweiten Tage des dritten Kongresses — teilte Herzl zum erstenmal öffentlich mit, daß er einen zionistischen Roman zu schreiben beabsichtige. In einer Ansprache beim Empfang zu Ehren der Journalisten erzählte Herzl hierüber ausführlich. Den hierüber bereits für die „Welt“ gesetzten Bericht, den ich als Korrekturbogen im Nachlasse eines Mitarbeiters Herzls fand — hat Herzl später selbst entfernen lassen. Vielleicht wollte Herzl den Roman in aller Ruhe ausreifen lassen. Doch die Mitteilung, die er im Kreise der Journalisten machte, verbreitete sich bald in der gesamten zionistischen Welt. In einer Briefkastennotiz in der „Welt“ vom 20. Oktober 1899 heißt es auf die Anfragen an die Redaktion: Der zionistische Zukunftsroman, an dem Herzl arbeitet, führt den Titel: ,,Altneuland“, In dem interessanten, für die „Weit“ gesetzten Bericht läßt Herzl den Helden 8eines ROmans nach drei Ws vier Dezennien au« einem weltabgeschiedenen Robinson' auch er den Helden «eines Romans als Heim kehrer darstellte, sogleich öffentlich mit einem Kapitel seines Romans hervorzutreten. Dem gehässigen Werk des Monsignore benen Vater. Herzls Bescheidenheit mete HorzI dom Andenken seiner verstorbenen Schwester Pauline und seinem im Jahre des Erscheinens des Buche« veretor- In „Altneuland“ verlieh Herzl — nach seinen eigenen Worten — den Freunden und Mitarbeitern jene Ehrenstellen, die er in Wirklichkeit nicht geben konnte. Er ehrte hiemit die Mitarbeiter an der großen Sache des Judentums und setzte ihrem Verdienste ein literarisches Denkmal. Doch bleibt es bezeichnend für die vornehme Bescheidenheit Herzls, daß er sich selbst im Roman nicht porträtiert hat, sondern bloß bestimmte autobiographische Einzelheiten Wiederaufleben ließ. Er selbst tritt, wie er stets in der Wirklichkeit zu tun bestrebt war, ganz hinter dem Werke zurück. „Denn die Bewegung muß ins Unpersönliche gehoben werden“ — soweit es seine Person anbetrifft. Doch die Opfer der anderen sollten belohnt werden! Im ersten Teil de« Romane« begegnen wir den beiden Jugendfreunden Heinrich Kana und Oswald Boxer mit ihren richtigen Vornamen als Heinrich und Oswald. Die beiden toten Weggenossen — der erste starb durch Freitod 1891 in Berlin, der andere im Dienste der jüdischen Kolonisation in Sao Paolo im Jahre 1892 — halten die trostlose Stimmung aus der Zeit de« aufstrebenden Antisemitismus fest. Llttwak — Wolffsohn und Hopkins — Hechler In dichterischer Verklärung ersteht vor uns Heinrich Kana in der Gestalt Löwenberge, der nach zwanzig Jahren heimkebrt. In der einfachen und treuherzigen Gestalt David Litt-waks erkennen wir Herzls geliebten Freund David Wolffsohn, seinen „lieben Daade“. Wolffsohn war litauischer Abstam mung,. Herzl und Wolffsohn sprachen einander mit du an. Wolffsohn wünschte sich in seinem Testamente (siehe Herzl-Jahrbuch, Seite 303), daß sein Grabstein neben Namen, Geburts- und Sterbedatum auch den Namen Littwak tragen möge. Den verdienstvollen anglikanischen Reverend Hechler, der Herzl und dem Zionismus tatkräftig zur Seite stand, verewigte Herzl in „Altneuland“ als englischen Prediger Hopkins. Hechler nahm auch später diesen Namen an. Er nannte sich nach dem Erscheinen von „Altneuland“ Hechler-Hopkins. So tief empfanden die Freunde die Auszeichnung, die ihnen _der Dichter erwiesen hatte, daß sie sich dieser Idealnamen bedienten. Im Maler Isaak erkennen wir den berühmten jüdisch-holländischen Maler Josef Israels, den Herzl einmal auf der Durchreise in seinem Atelier besuchte. Israels bekundete warme Sympathie für den Zionismus, tUD'SCHER KAIENDEP 24. bis 30. Dez. 1937. *0. Ws 2«. Tewetft 5698 Frsftsj (J4.12<bbufhe«ims *22 Uhr, Smstii (tl.) kbbstfwUsjsas Ubr, WedieMtadwItt: Sctl’mofh für dessen Zwecke er im Jahre 1901 demonstrativ eine Spende von 500 Gulden erlegte. („Welt“, 11. Oktober 1901.) Alex Earmorek, den treuen Freund und berühmten Bakteriologen am Pasteur-Institut in Paris, und dessen temperamentvollen Bruder, den Architekten Oskar Marmorek, zeichnete Herzl in den Gestalten des Bakteriologen Professor Steineck und dos Baumeisters Steineck. Beiden sind in „Neu- Zion“ wichtige und verantwortungsvolle Stellen zugedacht, die sie zum Segen der Allgemeinheit ausfüllen. Oie übrigen Mitstreiter Herzls In der Gestalt des tüchtigen Generaldirektors des Industrieamtes Joseph Levy — genannt Joe — erkennen wir Joseph (’-owen, Herzte „Camorad of wonderland“. Die Ghefe der Zentralkanzlei in London sind: Warszawski — Johann Kremenezky für Masehinenkauf, der Botaniker Harburger — Otto Warburg (ein gebürtiger Hamburger) für Samen und Baumpflaazen, Leonkin — S. D. Lewontin für das Rechnungsdepartement, Wellner — Kellner leitet das Generalsekretariat. In Alladino, dem verläßlichen und klugen Mann spanisch-jüdischer Abstammung, zeichnete Herzl die Gestalt Dr. David Alkalays au« Belgrad. Die vornehme Amerikanerin, Frau Gottland, kt niemand anderer als Mrs. Emma Gottheil, die Gattin des Professor« Richard Gottheil, die Begründerin der ersten zionistischen Frauenorganteation in den Vereinigten Staaten. Der erste Präsident von Neu-Zion ist Professor Eichenstamm — Mandelstamm. Im Roman wie im Leben ein berühmter Augenarzt. Mit ihm tritt im Roman eine seiner Töchter mit ihrem richtigen Vornamen Sascha auf. Der Sekretär des Präsidenten der „Neuen Gesellschaft“ ist Dr. Werkln, identisch mit dem Arzt und Dichter Doktor Siegmund Werner, dem Freund und Mitarbeiter Herzte, dem langjährigen Redakteur der „Welt“. Dankbar gedenkt Herzl in ..Altneuland“ des Großherzogs Friedrich I. von Baden, des verdimistvoilpn Förderer« des Zionismus. „Einige segensreiche Einrichtungen“, heißt es wörtlich in „Alfneuland“, „die sich im Laude Baden unter der Regierung de* guten weisen Großherzogs Friedrich bewährten, wurden hier eingeführt.“ Zu Ehren des Großberzogs wird auch eine Siedlung Friedrichsruh genannt, In der Gestalt der zarten Mirjam zeichnet Herzl seine frübverstorbene Schwester Pauline und in der wunderbaren Gestalt der Mutter David Littwaks ist die Verkörperung seiner eigenen Mutter zu erkennen. Nach Adolf Stand soll in Dr. Geyer — Güdemann, ln Mendel — Usstecbkin und in Dr. Markus, dem Präsident« der jüdischen Akademie, Ehrenpreis zu erkennen sein. In der gütigen und leuchtend« Gestalt Rabbi Samuels kt Samuel Mohilewer porträtiert. Ihn läßt Herzl in seinem Werke das letzte Wort sprechen. Auf die Frage, wer in „Neu-Zion“ die glückliche Form des Zusammenlebens geschaffen habe — antwortet Rabbi Samuel: „Gott“.