Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 11 (1937-1938)
- Issue
- Heft 707 (17.12.1937)
- Date
- 1937-12-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seit* 2 Ml STH4MI Nr. 707. — Wien, Freitag, 17. Dezember 1931. Cafe Prinx Eugen I, OP ERN RING 11 Täglich Abendkonzert / Normale Tagespreise / Angenehmer Aufenthalt, Treffpunkt der besten Gesellschaft / Sämtliche in- und ausländische Zeitungen liegen auf MONTAGE-REPARATUREN - \llla AUSRÜSTUNG, BEKLEIDUNG, SCHUHE, KANTENMONTAGE Dir IK HP mm■ IVH Wisdiw HauptstraB« 8, Tal.: A«M1-3S; UL, UadrtaastalnstfaBa 27, Talj A 1>-Mi P PI Dr. Ellas Auerbach berichtet: Der Jischuw Ist arbeitsfreudig Der Araber-Terror Jerusalem, 16. Dezember. Der 35jährige Eliahu Giladi. einer der Gründer der Ramat-Kac-hel-Siedlung, wurde auf dem Wege nach Hause in der Nähe von Talp i o t h aus dem Hinterhalt Überfällen. Durch vier Revolverschüsse wurde er schwer verwundet. Sein Zustand wird als sehr ernst bezeichnet. Die Verletzungen der Passagiere des jüdischen Autobusses, der auf der Fahrt von Haifa in den Emek zwischen Nazareth und N a h a I a 1 von arabischen Terroristen schwer beschossen und mit Bomben beworfen wurde, sind gefährlicher, als man im ersten Augenblick angenommen hat. Der Zustand von drei Verletzten, dem 15jährigen Gerschon Landshut, dem 16jährigen Arieh Beer aus Nahalal und von Aaron Globersohn aus Beth Shearim, 29 Jahre alt, ist gefährlich. Man nimmt an, daß bei dem überfall, der ungefähr 20 Kilometer von Haifa entfernt stattfand, auch eine Bombe geworfen wurde. Die Gesamtzahl der Verwundeten beträgt nach dem Polizeibericht dreizehn, einschließlich eines unbewaffneten arabischen Polizisten, der sich unter den Passagieren befand und schwere Verletzungen erlitt Häuserverwaltungen mit Auafailgai anlle übernimmt, Realitäten~ und Hypothekengeschäfte tütul kulantest durch Norbert Weichselbaum behördl kam. ßüii), L, Lügeck 7, K 23-0-23 Hebräische Presse fordert bewaffnete Jüdische Straßenpatrouillen Tel-Aviv, 16. Dezember. (JTA.) Die gesamte hebräische Presse befaßt sich eingehend mit den jüngsten Terrorakten im Lande. Die Blätter weisen auf den Umstand hin, daß die Überfälle vorwiegend auf Straßen und Wegen erfolgen, während Überfälle auf Kolonien seltener sind. Im Hinblick auf die Unsicherheit auf den Landstraßen wird verlangt, daß die Regierung bewaffnete jüdische Straßenpatrou'iien einsetze, die bei der Bekämpfung der Terrorbanden mitheiten sollen. BLAU - WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adlersberg, Trafik- und Hanshaltartikel, Wien, VII., Zoliergaeee 5, Tel. B 33-402. Histadruth anerkennt Irgun Jerusalem, 16. Dezember. (Palcor.) Die Histadruth Owdlm hat auch mit Agudath-Israel-Arbeitern ein Abkommen getroffen, wonach letztere dm» gemeinsamen Arbeltsvermittlungsämtem beitreten, durch welche die Angehörigen anderer Parteien im Jischuw Arbeitsstälen erhalten. Der Abschluß dieses Abkommens erfolgte immittelbar auf die Unterzeichnung des gleichlautenden Vertrages mit der Gruppe B. * Es wären heftige innerzionistische Kämpfe erspart geblieben, hätte sich die Histadruth nicht so hartnäckig gegen die Anerkennung der Organisation der Allgemein-zionistischen Arbeiter (Irgun) gewehrt. Durch das gemeldete Übereinkommen wird der Irgun endlich als allgemein-zionistische Arbedtergewerkschaft respektiert. * High Commissioner besucht Jüdische Kolonien Jerusalem, 16. Dezember. (JTA.) Im Zuge einer Inspektionsreise durch Palästina zum Zwecke des Studiums der Sicherheitslage im Lande besuchte High Commissioner Sir Arthur Wauchope die. Kolonie Beth Josef und eine Reihe kleinerer jüdischer Siedlungen im Beisan-Gebiet, ln einer vom Präsidium dee österreichischen Keren Hajessod veranstalteten Zusammenkunft der Keren-Hajessod-Zahler, die Donnerstag abends im Offenbach-8aal stattfand, sprach der bekannte Arzt und Geschichteforscher Dr. Elias Auerbach aus Haifa über das Thema „Okzident — Alfc- | neuland — Orient“. Der Vortragende sehilj derte die Wechselwirkung zwischen den ] Juden in der Diaspora und dran Jischuw i und die Beziehungen des Jischuws zu dem ihm umgebenen Orient und kam dabei j natürlich auch auf die gegenwärtig unruhi- ‘ gen Verhältnisse in Palästina zu sprechen. yffwisit nmi FtUacbra Zum besseren Verständnis der Vorgänge, die sich jetzt in Erez Israel abspielen, muß man, führte Dr. Auerbach aus, wissen, daß zwei Drittel der arabischen Bevölkerung Ihilästinas Fellachen und bloß ein Drittel Städter sind, daß also die Araber eine überwiegend landwirtschaftlich tätige Bevölkerung darstellen. Aber wie elend lebt diese Mehrheit! Ein Viertel der gesamten bebaubaren Fläche des Landes ist im Besitz von etwa zweihundertfünfzig arabischen Familien. Diese Familien, die durchschnittlich 16.000 Dunam (1600 Hektar) ihr eigen nennen, wohnen in den Städten als Hausbesitzer, Kaufleute nud Geldwucherer und saugen die Fellachen aus, die auf ihrem Grund als Pächter sitzen, oder verwandeln die nicht allzu zahlreichen freien Bauern durch rücksichtslose Eintreibung der zu 30- bis 70%iger Verzinsung gewährten Darlehen zu Pächtern, die ihnen erst recht zinsen müssen. Diese Großgrundbesitzer, die Effendis, sind es, die die antijüdische Stimmung in die arabischen Massen hineinzutragen versuchen, denn der Fellache, der die besseren Arbeitsmethoden und die höheren Erträge der jüdischen Kolonisten sieht und auch merkt, daß der jüdische Landarbeiter besser bezahlt wird, beginnt sich gegen die Effendi auf-' zulehnen. Um ihn zu beschwichtigen, versuchen die Effendis, ihm nach altbewährten Muster einzureden, daß seine wirtschaftliche Not von den Juden herrühre, die beider gemeinsamer Feind seien. Dazu tritt in der letzten Zeit freilich auch eine scharfe nationale Bewegung, die namentlich die Jugend gewinnt und sie radikalisiert; diese Bewegung ist aber zum Teil auch gegen die Effendis gerichtet. Das Vorgehen gegen das jüdische Aufbauwerk bat aber den Arabern in Palästina nur Nachteile gebracht Der sechs Monate währende Streik des vorigen Jahres hat sie wirtschaftlich geschwächt, und der Terror hat bisher mehr arabische Opfer gefordert als jüdische. Außenpolitisch aber haben die Araber auch nichts profitiert An Geldunterstützungen haben säe so gut wie nichts aus dem Ausland erhalten, und die panarabische Idee, von der in der arabischen Presse so viel die Rede ist, hat keinen realen Hintergrund. Vor« und Nachteil* für die jüdische Wirtschaft Auch die jüdische Wirtschaft hat unter Streik und Terror gelitten, aber weit weniger als die arabische. Es ist bezeichnend, daß es 1937 nicht mehr jüdische Arbeitslose gegeben hat wie zur Zeit der Depression in den Jahren 1926 bis 1929, nämlich 7000, obwohl nun die Zahl der jüdischen Arbeiter in Erez Israel viermal so groß ist, und daß seit dem Beginn der Orangensakon die Arbeitslosenzifler auf 3000 gesunken ist 1936/37 sind noch immer 50.000 Einwanderer ins Land gekommen, und von einer nennenswerten Rückwanderung, wie von Feinden des jüdischen Aufbauwerkes jetzt häufig behauptet wird, ist keine Rede. Es sind ja auch von den Juden neunzehn neue Siedlungspunkte angelegt worden, m denen sieh die Chaluziin in Scharen drängen. Aber noch mehr: Die arabische Gegnerschaft hat sogar Früchte für die Juden getragen — die Juden haben den arabischen Streik benützt, tun den jüdischen Lebensmittelmarkt zu «oberti, indem sie sich in stärkerem Maße auf die Nahrangsmitteiproduktion verlegten, und die Juden haben den Hafen von Tel-Aviv geschaffen, der jenen von Jaffa bereits überflügelt bat, wo viele tausende Araber durch den Streik arbeitslos geworden und geblieben sind, und sich jetzt nicht schwer für die Terrorbanden anwerben lassen, für die Baaditentätigkeit, die ein förmlicher Beruf geworden ist. Die nationalen Fonds müssen gestärkt werden Es »oll selbstverständlich nicht geleugnet werden, daß im Jischuw eine gewisse Nervosität herrscht, aber nicht so sehr wegen der Unruhen, als viel mehr wegen der ungewissen Situation. Aber der Mehrzahl der Araber, man kann ruhig behaupten, 90% von ihnen, erscheint die Lage weit ungemütlicher. Sie wollen vom Terror nichts wissen und sehnen sich nach Frieden. So ist die Hoffnung berechtigt, daß die Beruhigung in Erez nicht mehr allzu lange auf sich wird warten lassen. Für diesen Augenblick müssen die nationalen Fonds gerüstet sein. Der Jischuw ist keinesfalls so deprimiert, wie die Juden außerhalb Palästinas annehmen, er wird, sobald es die Verhältnisse es nur einigermaßen erlauben, wieder mit voller Kraft an den weiteren Aushau der jüdischen Positionen schreiten, eine Arbeit, die er trotz deT Unruhe beharrlich, wenn auch in kleinerem Maße, fortsetzt, und deshalb ist es Pflicht aller am Aufbau von Erez Israel Interessierten, i nzwischen die nationalen Fonds zu stärken. die Süßwaseer-Fiecherei in den Flüssen und Seen Palästinas wieder auf die alte Hirne m bringen. König Salomos Halen Der Archäologe an der Hebräischen Universität, Dr. S u k e n i k, hat bei seinen letzten Ausgrabungen nördlich von Tel-Aviv einen langen, steinernen Kai und verschiedene Hafengebäude anfgefunden, deren Alter aut 3000 Jahre geschätzt wird. Man nimmt an, daß die Gebäude ein Teil des Hafens sind, über den zur Zeit König Salomos die Libanon-Zedern zum Bau des Tempels eingeführt wurden. Nach EL Chrom, Kam 2, 15, sollen die Zedern über Joppa (Jaffa) verschifft worden sein; da aber Jaffa eine felsige Küste hat, hält man es für wahrscheinlich, daß die Hölzer nach der Mündung des Jarkonflusses gebracht und von dort nach Jerusalem geschafft wurden. Der jetzt entdeckte Hafen befindet sich sehr nahe dem neuen Tel-Aviver Hafen.' Restaurant Billet ‘vs Beit renommierte Küche -v: Reichhaltige Menüs ä S 1*90 u. 2*60 ll„ Hammerpurgstallgasse 3 (nidtst Satztorbrücke Die FSsdierelSnduitrie Palästinas f)er F&chkoneum in Palästina ist sehr gering im Vergleiche zu anderen Ländern, die eine lange Meeresküste haben. Während in Palästina im Jahre 1936 auf den Kopf der Bevölkerung ein Fischkonsum von 55 kg entfiel, betragen die korrespondierenden Ziffern für England 20 kg, für Holland und Norwegen 35 bis 40 kg und für Japan sogar 50 kg. Dabei essen die Juden bekanntlich gerne Fische. Immerhin steigt aber der Fischkonsum auch in Palästina, wo die Juden und auch die Regierung der Fischereiindustrie ein steigendes Augenmerk zuwenden. Derzeit deckt der Fischfang in Palästina ungefähr die Hälfte des Konsums, der Rest wird importiert. Der Wert der im frischen, gefrorenen und konservierten Zustande importierten Fische beträgt ungefähr 180.000 Pfund jährlich. Aber es ist sicher, daß es möglich wäre, die heimische Produktion zu steigern, denn alljährlich erscheinen vor der Küste Palästinas italienische und griechische CAFE BUCHSBAUM ll., Eieine Pfatrgasseil Telephon A 43-5-19 B&rsertiefeM F«n>ill«nc*W — lau, anaMndiaehe Zeitungen — Sepir. Raum f. geechlosaene Gesellschaften — Herabgeeetzte Praia* — Aufmerksame Bedienung Fischer und machen gute Beute. Von 1931 bis 1935 weist der Fischfang Palästinas eine Zunahme von 80 Prozent auf. Im Jahre 1986 fanden beim Fischfang 1200 Mann Beschäftigung. In Verwendung standen 6 Motorboote und 460 Segelboote. Es gibt zahlreiche Austernbänke, die noch nicht ausgebeutet wurden und verschiedene Arten von Schalentieren, die eine große, für den Export arbeitende Konserven Industrie ermöglichen. Die Regierung hat auf Grund von Untersuchungen ein eigenes Fiechereiamt in Haifa errichtet, dem auch eine Bücherei und ein kleines Laboratorium angegliedert emd. In Tel-Aviv tot eine Gruppe von Wissenschaftlern eine biologischeVereuehsStation gegründet, die eäeh mit dem Studium der Fischereimethoden beschäftigt. Auch das Marine-Departement der Jewiah Agency und die Histadruth fördern das Ffechereiweeen und es gibt schon zwei Hochsee-Fischerboote mit jüdischer Bemannung. Die Entwicklung der Fischerei in Palästina erfordert die Anwendung wissenschaftlicher Methoden, die Verhütung von Raubfisoberei und die Vorsorge für einen aufnahmefähigen Markt. Kühlanlagen müssen errichtet und Kühlwaggon« gebaut werden, hi wenigen Jahren muß es auch gelingen, Unseren herzlichsten Kindern Marianne und Manuel Urner TEL-AVIV, zur 10. Wiederkehr ihres Hochzeitstages die innigsten Wünsche fü ferneres W »hiergehen von ihren Eltern und Gesctuuisiem Jüdische Journalisten auf Ghettobänlien Bukarest, 16. Dezember. (JTA.) Der Sprecher der rumänischen Deputiertenkammer N. N. Saveanu teilte den Parlamentsberichterstattern mit, daß beim Zusammentritt des neugewählten rumänischen Parlaments im Februar die jüdischen Berichterstatter in einer besonders für sie bestimmten Loge werden Platz nehmen müssen. Ferner wird ihnen das Betreten der Wandelgänge verboten sein. Diese Maßnahme sei getroffen worden, um Zusammenstöße zu vermeiden, die durch antisemitische Abgeordnete, deren es im kommenden Parlament voraussichtlich eine beträchtliceh Zahl geben werde, hervorgerufen werden können. * Metropolit von Bessarabien ln der Bukarester Synagoge Bukarest, 16. Dezember, (JTA.), Das Haupt der griechisch-orthodoxen Kirche in Bessarabien, Metropolit G u r i e, stattete der großen Synagoge in Bukarest während des Freitagabend-Gottesdienstes einen Besuch ab. Oberrabbiner Dr. I. N i e m i r o w e r begrüßte den Gast und wies ihm einen Ehrenplatz an. In einer kurzen Ansprache dankte der Metropolit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der religiöse Glaube die Menschen einander näherbringen werde. Lichtes, reines, ruhiges KABINETT neues Haus, mit reichlicher, schmeck» harter Kost S ES« - sofort zu vermieten. Wien, II., Schiffamlsgeese 17, Tür 6. Ein Jade Rektor der Amsterdamer Universität Amsterdam, 16. Dezember. (JTA.) Nach dem plötzlichen Ableben de« Rektors der Amsterdamer Universität hat der akademische Senat zu dessen Nachfolger den bekannten jüdischen Volks Wirtschaftler Prof. Dr. Hermann F r y d a gewählt Prof. Fryda ist Präsident des beratenden Wirtschaftsausschusses für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. Er war drei Jahre hindurch Mitglied des Rates der asehkenaeischen jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Gennets Heimkehr nach New York New York, 16. Dezember. (JTA.) Dem Mitglied der American Legion, Isidor Gennet der anläßlich eines Besuches in Berlin an dem dortigen Grabmal des Unbekannten Soldaten (Reiehsehrenmal) im Namen der jüdischen Mitglieder der Legion einen Kranz niedergelegt batte, ist nach seiner Rückkehr ans Europa in New York von den jüdischen Kriegsteilnehmern ein herzlicher Empfang bereitet worden. Gennet wurde mit einer Medaille ausgezeichnet. « Oer amerikanische Zionisten' führe* Schulmann gestorben New York, 16. Dezember. (JTA.) In Chikago verstarb im Alter von 52 Jahren der bekannte amerikanische Zionistenführer Max Schulmann. Er war Präsident der Zionistischen Organisation in Chikago, Vorsitzender des Hebrew Theological College und einer der Gründer des Hebräischen Institute in (Mkagö