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Die Stimme · 1937-12-03 · Heft 702 (3.12.1937) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 702 (3.12.1937)
Date
1937-12-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile - OIE STIMME Nr. 702. — Wien, Freitag, 3. Dezember 1987* aBBaaaaaaaaaBaaassaBas Makkabäerfeier, 4. Dezember, präzise abends Großer Konzerthaussaal Violin virtuosin Liselotte Markus Am Flügel: Robert Walter Spitz 1. Ernst Blodi: Beal-Schcm Suite I. Zerknirschung (Viditl) II. Improvisation (Niaun) III. Jubel (Slmdies Toreh) S, Achron-Auer: Hebräisches Wiegenlied 3. Max Bruch: Kol Nidrc Wo viele Millionen Araber Platz hätten Jerusalem, 2. Dezember. (Palcar.) In der letzten Nummer der angesehenen ökonomischen Monatsschrift „Paleetine and Middle East“, die in Tel-Aviv erscheint, veröffentlichte Dr. A. Bonn e, der Leiter des „Wirtschaftsarchivs für den Nahen Osten“, einen interessanten Aufsatz über die Aufnahmefähigkeit der Länder des Nahen Ostens. Dies zeigt, daß wenn Syrien und Irak nur die leeren Strecken ihrer bebaubaren Flächen im gleichen Maße besiedeln würden, wie es Im Libanon und in Ägypten der Fall ist, in Syrien noch Platz für sechs Millionen Menschen und im Irak noch für über zehn Millionen wäre. Diese beiden Länder leiden sehr stark Bedenklicher aber war das Verhalten dos jüdischen Volkes. Im Weltkrieg erkannte e nicht die noch nie dageweeene Chance, die in der Balfour-Deklaration lag. Als der Mandatevertrag kam und Weizmann da jüdische Volk aufzurütteln versuchte, war das Echo schwach. Herzl hatte es nicht vermocht, das jüdische Volk aus den Fängen der Assimilation zu reißen und Weizmani gelang es leider nur in einem geringen Maße, die Juden zu veranlassen, in der Scheinblüte der Inflation einen nennen« werten Teil ihrer Einkünfte dem Aufbau Palästinas zuzuwenden, und so zerflossen ungezählte Millionen — ein geringer Teil von ihnen hätte uns Palästina links und wahrscheinlich rechts vom Jordan hundertprozentig gesichert- — in nichts. Aber trotz alledem sind wir weit davon entfernt, unser Spiel verloren zu haben. Im Gegenteil. Der Opfermut unserer Chaluzim und die Sparkreuzer des kleinen jüdischen Mannes — die „reichen“ Juden waren kaum jo bei uns und wenn ja, dann nur auf kurze Gastrollen — haben einen Jtechuw von 450.000 Juden geschaffen, den neuen Typus des jüdischen Bauern und wunderbare Ansätze einer neuen hebräischen Kultur. Die Männer und Frauen, die — buchstäblich - in einer Hand die Kelle, in der anderen das Schwert, das Land aufbauen und Tag für Tag durch ihren Heldenmut die Zeit der Makkabäer vor uns wieder erstehen lassen, haben uns im Lande unserer Väter fest ver- CAFE BUCHSBAUM II, Kleine Pfarrgasse 21 Telephon A 43-5-19 Bürgerliches Familiencafö — Inu. ao8lSndi»che Zeitungen — Separ. Raum {. geschlossene Gesellschaften — Herabgesetzte Preise — AnPraerfeeame Bedienung ankert. Niemand kann uns ins Meer werfen. Der Jischuw lebt- und wird leben und. größer werden. Aber noch mehr. In dieser Zeit, da alles wankt, hat England uns -den Judenstaat versprochen; einen lächerlich kleinen Staat zwar, den wir nicht, akzeptieren können aber doch den Judenstaat, und der Völkerbund hat im Prinzip dieser Staatsgründung zugestimmt. Nun ist es nicht das erstemal, daß das jüdische Volk von den Mächten dieser Welt den Befehl erhält: Das darfst du und jenes nicht. Man hat uns doch so oftkujoniert, gefoltert, vertrieben und verbrannt und sonst alles getan, um uns das Leben unmöglich zu machen. Aber so oft wir vor dem Nichte oder vor einer eisernen Wand standen, hatsich der in einem unvorstellbaren zweitaueendjährigen Martyrium gestählte jüdische Lebenswille immer wieder durchgenetzt. Immer aber hat. es auch sehr ehrenwerte und sehr kluge Juden gegeben, die uns mit dem Rechenstift in der Hand nachgewiesen haben, daß wir nachgeben oder gar zum Kreuz kriechen müssen und sie haben'über die Zeloten, die Fanatiker, die ..Mystiker“ gespottet. Merkwürdig nur, daß zu guter Letzt die „Mystiker“ recht und die „Logiker“ unrecht behielten. So wollen auch wir gerne Ironie, Satire und Spott ertragen. Wir wollen uns nicht den unbesiegbaren Optimismus rauben lassen, der in unserer Geschichte tausendfach seine Rechtfertigung findet. Weit davon entfernt, uns himmelblauen Illusionen hinzugeben, schätzen wir trotz Krise und Wirte sohaftsnot die moralischen Kräfte des jüdischen Volkes höher ein als die klugen Rechner. Wir sehen uns nicht veranlaßt, die Flagge zu streichen. In dieser bunt bewegten Welt ergeben sich stündlich nen-e Konstellationen, Niemand kann sagen, daß sie nicht Chancen für uns bringen können. Wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen, lehnen es aber ab. uns von vornherein fastr zulegen. Das ist in den Augen unserer „Logiker“ nicht klug. Wir hören es von ihnen täglich. Poiitik aber ist selten die Logik von heute, sondern in der Regel die von morgen. Wir halten es da mit Theodor Herzl. Dr. Bonne weist auf Grund von gründlichen unter ihrer dünnen Bevölkerung. Besonders Untersuchungen darauf hin, daß diese Länj leidet hierunter Irak. Der frühere irakische der noch Millionen neuer Bewohner aufnehmen können. Die Bevölkerungsdichte in den Ländern des Nahen Osten beträgt, wenn man nur die kultivierbare Fläche berücksichtigt, in Irak kaum 36 Seelen pro Quadratkilometer, in Syrien 41 Seelen. Demgegenüber beträgt die Bevölkerungsdichte im Kleinen Libanon-Gebite 153 Seelen Quadratkilometer und in Ägypten Seelen. Ministerpräsident Scfcafr El-Askari sagte vor einiger Zeit in einem Referate, das er in der Londoner „Königlichen Asiatischen Gesellschaft“ hielt, daß Irak vor allem eine dichte Bevölkerung brauche. Irak, das dreimal so groß sei wie England, habe eine Bevölkerung von kaum drei Millionen Seelen. Dabei sei der Umfang der bebaupro I baren Fläche nicht geringer als in Ägypten, 458; das eine Bevölkerung von 13 Millionen I Seelen trägt. gm am ■ MONTAGE-REPARATUREN SKI« AUSRÜSTUNG, BEKLEIDUNG, SCHUHE, KANTENMONTAGE DICK IV.. Wiedner HauptstrsB» 8, Tal.: A10-0-38; IX., UdcbtznsialnstraS« 27, Tal.: A16-5-85 ■ ■ «I 11 Allerlei aus Eres Chanukkah ln Tel-Aviv Tausende von Schulkindern wanderten zu Chanukkab-Beginn in Tel-Aviv mit Kerzen durch die Straßen, wodurch die Stadt wie in ein Lichtermeer getaucht erschien. Eine riesige Menschenmenge bewegte sich in den Straßen. Auch dieses Jahr wurde wieder von den Revisionisten der Versuch gemacht, die Fahne der Histadruth-Schule herunterzuholen, was zu einem Handgemenge führte. Schließlich wurden die Revisionisten von der Menge vertrieben. Schulmangel in Jerusalem In seiner zu Beginn des neuen Schuljahres gehaltenen Rektoratsrede verwies Professor I>r. Hugo Bergmann auf den Mangel an jüdischen Schulen in Jerusalem. An dem Orte der hebräischen Universität stieg, so schreibt eine Sachverständige, sagte er, die Zahl der Bewohner in den letzten fünf Jahren von 50.000 auf 75.000, aber keine jüdische Schule ist in dieser Zeit hinzugekommen. , Es gibt in der Stadt große Vierteft-wro kinderreiche Familien der orientalischen Juden wohnen, und sie haben keine Schule, ihre Bewohner haben keine Hoffnung, ihre Kinder einzuschuien. Der Orden, der seit vielen Jahren gegen die Erziehung in den Missionsschulen gekämpft hat, war gezwungen, seine Tätigkeit einzustellen, weil die aus Missionsschulen hera-usgenommenen Kinder in den jüdischen Schulen nicht aufgenommen werden können. Das jüdische Volk macht in Liköre Sdtapira nach Benediktiner Art. Maraschinodi Zara, Sliwowitz 1 Liter ß 4.—. Weinbrand 1 Liter S 4.40. XVI., Koppstraße 34, VI., Mariahüferstraße 147, III., Haidingergasse 27 allen Ländern der Diaspora riesenhafte Anstrengungen, um seinen Kindern das hebräischen Alphabeth beizubringen, und hier im Lande, wo das Kind ohne besondere Anstrengungen Hebräisch spricht, lassen wir es ohne das Alphabet, verschließen ihm unsere geistigen Schätze und geben es als Mensch, als Bürger und als Juden preis. Eines der uns teuersten WTerke während der letzten Jahre war die Organisierung der Einwanderung von Kindern aus der Diaspora nach Palästina. Aber wenn wir das Armenquartier in Jerusalem ganz nahe bei Rehavia besuchen oder die entsprechenden Viertel in den anderen Städten, dann fragen wir uns: warum organisieren wir nicht eine Jugendalijah aus diesen Vierteln? Die Alijah aus anderen Ländern bedarf Einreisezertifikate und bereitet uns all die Sorgen, die mit solchen verbunden sind. Hier bedarf es dieser Sorge nicht, und doch haben wir nicht ften Weg gefunden, diese Kinder zu retten und wer weiß, wieviele menschliche und jüdische Kräfte uns auf diese Weise verloren gehen. Das einzige hydrologische Laboratorium im Nahen Osten Auf einer Pressekonferenz des Haifaer Technikums wurde vom Rektor des Technikums, Kaplansky, eine Reihe interessanter Ziffern und Angaben über die Entwicklung de« Hebräischen Technikums mitgeteilt. Gegenwärtig studieren 450 Studenten am Technikum. In diesem Jahre kamen 160 neue Studenten aus dem Auslände, größtenteils aus Polen, hinzu. Im ersten Kursus studieren heute 180 Studenten, darunter insgesamt 150 aus dem Auslande. Diese Ziffern umfassen nicht diejenigen Studenten, die in den Werkstätten und Fachklassen des Technikums studieren. In diesem Jahre wird die erste Gruppe von Studenten die technologische Fakultät des Technikums beenden, und diese Studenten werden den Titel „Ingenieur- Technolog“ erhalten. Gleichzeitig mitder Entwicklung des Technikums wurden auch die Laboratorien erweitert und viele neue wissenschaftliche Instrumente und Einrichtungen erworben. Jetzt werden die Vorbereitungen zur Eröffnung eines hydrologischen Laboratoriums beendet. Zu diesem Zwecke wurde ein besonderes Gebäude errichtet, das 3000 Pfund kostete. Dieses ..Institut wird das einzige hydrologische Laboratorium im Nahen Osten sein. Die finanzielle Situation des Technikums hat Sich ln den letzten drei Jahren verbessert, ist jedoch immer noch weit davon entfernt, zufriedenstellend zu sein. Das Defizit betrug in den letzten beiden Jahren 3000 Pfund. Das diesjährige Budget des Technikums (zusammen mit der Fachschule und den Werkstätten) beträgt 17.000 Pfund. Was in Palästina verraucht wird Im Monat August haben die palästinensischen Zigarettenfabriken 57.000 Kilo Tabak verarbeitet; in den ersten acht Monaten 1937 wurden insgesamt 523.234 Kilo, gegen 529.683 Kilo im gleichen Zeitraum des Vorjahres. verarbeitet. Eingeführt wurden 52.883 Kilo Tabak. Von Jänner bis August 1937 wurden 600 Millionen Zigaretten, das heißt durchschnittlich 2H Millionen täglich, konsumiert. Der arabische Terror Auf der Straße zwischen A k k o und Safed ist ein jüdischer Autobus von einer Araberbande aus dem Hinterhalt beschossen worden. Der 15jährige Sohn des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Safed, Ascher Poghorzer, wurde schwer verletzt; der jüdische Hilfspolizist Arieh Tschesler erlitt Verletzungen an beiden Beinen, der jüdische Chauffeur Simon Bolkenhol wurde leicht verletzt. Polizeihunde, die auf die Spur der Angreifer des gestern nach Safed fahrenden Omnibusses gehetzt -wurden, spürten heute zwei Häuser in dem Dorf Farradiya auf, in denen der Mukhtar sowie ein anderer Araber verhaftet wurden. Die Häuser werden wahrscheinlich von der Polizei zerstört. In der Nacht wurden auf das Wohnhaus von Abdul Rahman Elhaj Ibrahim, dem Bürgermeister von Tulkarm, durchs Fenster zwei Schüsse abgefeuert, die einen Gast des Bürgermeisters wiiuiiiiwiiMiniiiiiiiiiminiuiiimiiimiiiuiHimiiiiiiifflmiiimmiiimimmmiimiiniiniiiiiimmm BLAU - WEISS - Zünder (Keren-Kajemeth- Zünder) erhältlich bei: Viktor Adlersberg, Trafik- und Haushaltartikel, Wien, VH., Zollergaeee 5, Tel. B 33-402. Häusenrerwaltungen mit Au&fallgat anllts übernimmt, Realitäten- und Hypothekengesdiäjte führt kulantest durch Norbert Weichselbaum behördl. konz. Büro, 1., Lugeck 7, R 23-0-23 (leicht verwundeten. Eine Polizeipatrouille feuerte auf den fliehenden Angreifer, ohne ihn jedoch zu treffen. Vier weitere, anscheinend im Hinterhalt liegende Personen, ergriffen die Flucht und wurden von der Polizei ergebnislos beschossen. Am Montag, 29. November, verschwanden auf geheimnisvolle Weise ein britischer P o li z e i s e r g e an t und zwei Polizisten. Einer kehrte am Mittwoch zurück und berichtete, daß die Patrouille bei Nazareth von Terroristen überfallen wurde, welche seine beiden Kameraden getötet haben. Der Name des britischen Polizisten, der beim Transport des von Arabern verwundeten jüdischen Arbeiters Herman Hafbel aus Kfar Hachoresch nach Afuleh von einer Araberbande aus dem Hinterhalt erschossen wurde, ist T. T. Piere e. Polizeihunde verfolgten die - Spuren der Mörder von Pierce bis in ein arabisches Haus in Nazareth, wo die Polizei zahlreiche Waffen und größere Mengen Munition beschlagnahmte. Das Militärgericht in Jerusalem hat den am 23. November in Jaffa verhafteten Araber Mohamed Ali wegen unbefugten Waffentragens zu fünf Jahren Kerker verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Attentat arabischer Terroristen auf das Haus eines arabischen Notabein im Dorfe Anebta sandten die Dorfbewohner an den High Commissioner ein Telegramm, in welchem sie ihn baten, den Terrorakten ein Ende zu machen. Militärpatrouillen, die zur Rekognoszierung in eine Reihe arabischer Dörfer entsandt wurden, berichten, daß sie fast in keinem porfe männliche arabische Jugend angetroffen haben. Es heißt, daß der größte Teil derselben sich Terrorbanden angeschlossen habe, die von den" Beigen aus einen Guerilla-Krieg gegen Militär und Polizei führen. Restaurant Billet mp: Bestrenommierte Küche vj Reichhaltige Menüs ä S 1*90 u.5‘60 ll.,Hammerpurgstallgasse3 (nächst SalztorbrOcke) Die Kandidaten der rumänischen jüdischen Reichspartei Bukarest, 2. Dezember. (JTA.) Die Kandidatenliste der Jüdischen Reichspartei für die bevorstehenden Wahlen in das rumänische Parlament weist an der Spitze die Namen des Präsidenten der Partei und früheren Abgeordneten Dr. Theodor Fischer, der früheren Abgeordneten Adv. Dr. Mischu W e i ß m a n und Dr. M. Singer, des Advokaten Benvenisti und des früheren SenatOT Dr. Mayer Ebner auf. In Ohieinau und in Tighina (Bassarabieö) ist der Listenführer Oberrabbiner Z i r e 1s o h n. Dr. Mayer Ebner ist Listenfahrer auch in den Wahlbezirken Balti und Orhei. In Maramureech (Transsylvanien) sind die Spitzenkandidaten- Dr. Theodor Fischer und Dr. Josef Fischer. Adv. Karl Steinberg und Adv. B. S. Dubinski, zwei hervorragende Mitglieder der liberalen Partei, sind aus dieser Partei ausgetreten. Es verlautet, daß auch eine Anzahl weiterer hervorragender jüdischer Persönlichkeiten die Liberale Partei verlassen wird. Es steht bereits fest, daß weder die Liberale noch die Nationalzaranistische Partei — von den übrigen durchwegs rechtsstehenden Parteien schon zu schweigen — jüdische Kandidaten aufstellen werden. Lediglich auf der Liste der Sozialdemokraten figurieren einige jüdische Namen an wenig aussichtsreicher Stelle. Goldene Hochzeit. Herr Isak und Frau Fanny Körner, geb. Kleger, H., Herminengasee 8, begehen am 5. Dezember das Fest der Goldenen Hochzeit. Sonntag, den 5. Dezember 1937, um 9 Uhr abends, wird die Chajes-Gedenkausstellung Nützen Sie diesen Tag ausl lv Marc-Aurel-Straße 5, geschlossen. Besuchszeit von 10 bis 1 Uhr vormittags und von S bis 9 Uhr abends

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