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Die Stimme · 1937-11-19 · Heft 696 (19.11.1937) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
11 (1937-1938)
Issue
Heft 696 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 886. — Wien, Freitag, 16. November 1937. Seit« 5 Mozarts jüdischer Librettist*) Am 2Ö. August Ueß sieh der JtMäMhe i ein seltsamer Hinweis: „Was Da Ponte an- Gerber Geretma Coneghano m der Kamgeht - wissen Sie, dal diese Nancy eine m zugleich -englische Jüdin ist, welche er in Triest nur ungeheuren Verwunderung eines gewissen Savardello, eines meiner Bekannten, heiratete, der nichts begreifen konnte, da er sie von einem Geistlichen verheiratet sah, der in der Synagoge die drale zu Ceneda taufen. Mit ihm zugleich wurden seine Söhne Emanuele, Baruoh und Ananis getauft. Emanuele bekam in der Taufe den Vornamen Lorenzo und den Familiennamen Da Ponte. Er wurde Geistlicher und Dichter, floh vor der Inquisition aus Venedig und schrieb in Wien Opemtexte für Mozart. Lang schon bevor die Inquisitoren das Urteil sprachen, war Lorenzo d a P o n t e über die Grenze ine österreichische geflüchtet. Er war nun dreißig, just so alt wie Casanova, da er den Bleidächern entkam. Mit diesem Tag verließ er alles, was ihn an seine theologische Vergangenheit band und wurde ein Dichter. Einer von den vielen gewandten, gefälligen preziöaen Poeten, die für den Tag, für ein Fest, für die Bühne Verse schmiedeten. Er kam über Görz und Dresden nach Wien. Kaiser Josef war soeben dabei, den Wienern eine italienische Oper zu schenken. Da Ponte stellt sich vor, bat um den Posten des Theaterdichters und erhielt ihn, obgleich er noch nie einen dramatischen Text verfaßt hatte. Sieben Jahre lang, bis zum Tod des Kaisers hielt er sich in diesem Amt, und es ist, sieht man die Unzahl der Schriften, Pamphlete, Spottschriften gegen ihn, liest man in seinen Erinnerungen von den tausend Intrigen, Kabalen, Eifersüchteleien, kaum vorstellbar, wie ihm das gelang. Er schlug sich mit Konkurrenten, mit Komponisten, mit den Primadonnen und den hohen Beamten herum, er war ein Triumphator, wenn sein letztes Stück Erfolg hatte, und ein gemiedener Lump nach jedem Durchfall. Die Frauen haben das Leben dieses ewig Verliebten nicht einfacher gestaltet. Mozart Aber seinen Textdichter Da Ponte Der junge Mozart schrieb im 7. Ms 1783: „Wir haben hier einen gewissen Abbate Da, Ponte als Poeten; dieser hat nunmehr mit der Correctur im Theater rasend zu thun, muss per Obligo ein ganz neues Büchel für den Salieri machen; das wird vor zweu Monaten nicht fertig werden; dann hat er mir ein neues zu machen versprochen. Wer weise nun, ob er dann auch sein Wort halten kann — oder will! Sie wissen wohl, die Herren Italiener sind ins Gesicht sehr artig! Genug, wir kennen eie. Ist er mit Salieri verstanden, so bekomme ich mein Lebtag keines.“ Es dauerte in der Tat einige Zeit, bis Da Ponte einen Text für Mozart schrieb. Doch ihr erstes gemeinsames Werk „Die Hochzeit des Figaro“, das im 1, Mai 1786 «eine Uraufführung fand, erwies sich sofort als großer Erfolg. Sie hatten einander, wie Da Ponte erzählt, im Hause eines unlängst getauften Juden, des Freiherrn Raimund Wetzlar von Planckenstern, kennengelemt. Mozart wohnte bei ihm, den er seinen „gütigen Mäzen und rechtschaffenen Freund“ nennt. Der „Don Juan“, das nächste Werk Mozarts und Da Pontes, wurde bei der Erstaufführung in Prag lebhaft gefeiert, setzte sieh aber in Wien nur langsam durch. Von den fünfzehn Opern, die Da Ponte in Wien verfaßte, hat Mozart noch eine dritte, „Cosi fan tuttl“ in Musik gesetzt. Nach Kaiser Josefs Tod in Ungnade Kaiser Josefs Tod bedeutete den Sieg der Gegner über Da Ponte. Er verlor sein Amt. Fast zwei Jahre lang bestürmte er den Nachfolger mit Eingaben, Bittschriften, Beschwerden, er antichambrierte, setzte seine Gönner in Bewegung, ohne mehr zu erreichen, als einen gnädigen Abschied und ein Viatikum. Nun wollte er Dichter an den Höfen von St. Petersburg und Paris werden. Ja, er wandte sich durch Memmo, Zaguri, Lippomano und etliche Sängerinnen an den Senat von Venedig, daß er das Urteil aufhebe und ihm die Rückkehr^ gestatte. Alles blieb vergebens. Er hatte just noch fünf Silberstücke in der Tasche, als er im August 1792 zu Triest Nancy Grahl, die Tochter eines englischen Kaufmannes, heiratete. . , „Nach allen üblichen bürgerlichen und kirchlichen Sitten und Formen“ sei das geschehen, stellt Da Ponte in seinen Erinnerungen ausdrücklich fest. Undenkbar aber, daß die Kirche ein Ehebündnis des ge weihten Priesters gesegnet ha-ben sollte Auch die protestantischen und die Kon sulatsmatrikel enthalten keinen Vermerk Doch wer hat die zwei zueammengegeben Hochzeit nach Jtidlichem Rltu« Da findet sich in einem Brief des Pietro Zaguri an C&Ä&ÜOV& vom 18, Oktober 1793 *) Mit "freundlicher Genehmigung des Querldo-Verlage (Amsterdam), ans dem Buche von Fritz Heymann „Der Chevalier von Geldern . las.“ ch hebräis Rit Und in einem anderen Schreiben ans demselben Jahr fragt Zaguri: „Wie zum Teufel konnte sich der Abbate Da Ponte in Triest, wo er seit längerer Zeit lebt, für einen Juden halten lassen?“ Da einwandfrei festeteht, daß Nanoy Grahl Protestantin war — was auch Casanova bald darauf erfuhr —* ist Lorenzo da Ponte offenbar im gleiohen Alter, da selu Vater um einer Frau willen Christ wurde, wieder Jude geworden, um in rechtmäßiger Ehe leben zu dürfen. Es scheint weiter, daß er in den folgenden vierzig Jahren auch Jude geblieben ist, denn der Bischof der Gemeinde, in der er starb, hat von der Konversion und aufrichtigen Reue Lorenzoe in seinen letzten Tagen berichtet. Das war wohl nach Nancys Tod, der 1832 erfolgte. Die Ehe, die also eine jüdische Ehe war, ist jedenfalls glücklich gewesen. I’oslifHtli» BMlrttsMhflos HQBoIctatad?, Pra sniri»« 13 Im Heime unserer Sektion, II., PrateritraBe 13, findet Samstag, SO. November 19*7, '/>? Uhr, ein £+_■■_■- — - — ■_statt, zu der alle Mitglieder und Gönner vjesenscnartsaoena ««3«^ - Programm: Otto Presser, Lustige Plauderei Anschließend Tanz Nachdruck verboten! Bei den des Hüte Von M. Y. Ben-gavrifil (Jerusalem) Wir ritten von Rosch PihaJh durch den Morgen auf die Sümpfe zu. Linker Hand bleibt Ajeleth hasehatar, die Hindin der Morgenröte, reiten durch das von Zeit, Entwicklung und anscheinend auch von der Hoffnung vergessene JessOd hama’aLah und kommen schließlich nach Et tlftl, einer Austeilung marokkanischer Fellachen. Die schwarzen, reihenweise zwischen den weißen Steinen eingefügten Baaaitq Hadern gehen im Verein mit der würfelförmig, typisch arabischen Bauweise den Häusern einen burgartigen Charakter, der sich in diese Landschaft übergangslas einfiigt. Wir tranken beim Muchtar des Ortes Kaffee unid bewunderten, was ihm augenscheinlich großes Vergnügen bereitete, die sonderbaren, aus Lehm a.ufgeführten, wie Mumtenhüllen aussehenden Getreidespeicher, die, an den Wänden ancroaudcrgereiht, das einzige Meublement des mit Schilfmatten ausgelegten Zimmers bildeten. Der Kampf gegen die Malaria Hierauf begannen wir mit unserer Arbeit, die darin bestand, jedem Kind des Ortes einen Tropfen Blut aus dem Finger zu nehmen, um den Hämoglobingetalt des Blutes und dann durch Abtasten der Milz die Größe derselben zu bestimmen, um auf diese Weiße den Umfang der in dem Hule-Gebiet endemischen Malaria festzustellen. Überraschenderweise wurde diesen Untersuchungen nicht nur kein Widerstand entgegengesetzt, sondern es wurden sogar mit gewisser Bereitwilligkeit die Kinder herbeigebracht. Nur bei den Erwachsenen ergaben sich mitunter gewisse Schwierigkeiten, da es ja selbst dem Hekim, dem Arzt, verboten ist. den Leib einer Frau zu berühren oder sie nach ihrem Alter z« fragen. Bei den Kindern war diese Frage überflüssig, weil zumeist weder sie noch ähre Eltern eine Ahnung davon haben. Nach vielen Saläms wandten wir uns dem der Nähe lagernden Stamm ’Arab b’tlöl, die den Hassaniy ebeduLn en zugehören, zu. Es äst einer der ärmsten Klans dieser in den Hufe-Sümpfen lebenden Ghawarine (Bewohner dos Gh&r), deren Nahrung beinahe nur aus Duntabrot und dem Wasser, daß die Milch ihrer schwarzen Büffelkühe absondert, besteht. (Die Miloh selbst verkaufen sie.) Auch Wer ging die Untersuchung klaglos vonstattan, wie überhaupt der verständige Arzt, der die Sitten und die Vorurteile und die Ansichten, besonders das überaus empfindliche Schamgefühl der Beduinen kennt, das sich sogar auf die Säuglinge erstredet, wozu noch die Furcht vor dem „Bösen Blick“ kommt, obwohl die Kinder durch Warne Glasperlen dagegen gefeit sind wie Überhaupt der verständige Arzt, sagte 1, es nicht allzu schwer tat, das Vertrauen dieser Primitiven zu erringen. Dar düstere Hule-See Wir ritten dann ein Stückchen den See entlang. So lieblich das Meer von Tabariye — der Ttberias-See — ist, einen so drückenden Eindruck macht diese" Wasserfläche und ihre Umgebung. Irgendwie unfroh, als würde man die Dunste oh waden der Krankheit fühlen, die über dem Wasser schweben, rieht diese Landschaft aus, trotz der satten Farben ihrer Vegetation — Binsen, Papyrußsta/uden, großblumige Disteln, Schilfrohr, ein paar fette Kakteen, und draußen tausende und abertausende Seerosen — und trotz des Gezwitscher® unzähliger Vögel, allen voran die zierliche Haubenlerche. Gltt- Müde traben die Pferde über den muslimischen Friedhof von Jes&od tamma’alah. Einen Augenblick halten wir vor dem Grab eines Beduinen®chechs an: ein Steinhaufen, über dem an zwei Pflöcken ein Pferdabalfter gespannt ist, von dem die Stimlocken des Toten herabhängen. Leichter WTind spielt mit dem Kopftuch des Schochs, das am Kopfende des Grabes angebracht fet, und mit den Locken des Kriegers. Im jüdischen Dort Im jüdischen Dorf untersuchen wir — im steten Kampf mit den Fliegen — gleichfalls die Kinder. Hier ist der Malariaprozcutsatz weit niedriger, aber immerhin erschreckend genug. Etwa 30 Prozent. Der Kampf muß au&gefoahten werden. Entweder es siegt der See und das Dorf muß weichen und das Feld den schwarzen Büffeln und ihren Herren, den Ghawarine, räumen, oder derJäee wird besiegt und eine neue Fruchtkammer der Welt tut sich auf — wenn die Spekulation nicht zuvorkommt! — Dann aber sdnd die Tage der Sumpfbeduioen gezählt; sie werden sich dem unerbittlich grausamen Rationalismus planmäßiger Bo ’ Wirtschaft der kein Gefühl für Roma hat, unterwerfen müssen, und Fellaohon, nicht nur äußerlich, sondern auch seelisch Fellachen werden müssen. Am nächsten Morgen ritten wir nach einem erfrischenden Ritt in M’lachah, ainem der rößtan Beduinenlager im Hule-Kreis, ein. itwa hundert Mattenhütten im weiten Kreis am Ufer des Sees, um ein kleines, von wer weiß wem hingeetelltes Haus aufgerichtet, das dem Sehe® de« Stammes quasi als Amtslokal dient, bildet (Reees Lager der Chataybebed ninen (vom Stamm der Zuböd) eine Art Hof, in dessen Mitte schwarze Büffel sich herumtredben und Rohmaterial für Zeltebau und Mattonweberei, lange, gleichmäßig geschnittene Schilfrohre, ttbermannshooh, aufgestapelt ist. Wieder Kaffeetrinken und Untersuchen der Kinder. Das Ergebnis äst das gleiche. Durchschnittlich nur fünfzig Prozent Hämogloblngetalt des Blutes und Milz vergr ö ßerungen bis zur zehnfachen Größe des normalen Organs. Etwa zwanzig Männer saßen um uns, manche von ihnen ausgesprochen negroide Typen, die höchst interessiert jede unserer Bewegung« beobachteten und wie Kinder über jedt Versehen lachten. Frauen waren selbstverständlich nicht anwesend, da die«, in Rat der Männer, als anstößig gelten würde, doch hatte ich Gelegenheit, Sie bei ihrer Hauptarbeit, dem Mattenflechten, zu beobachten. Ich sah hier Frauen von hinreißender Schönheit, die durch die Tätowierung des Kinn® durchaus nicht entstellt waren, ja, man kann sogar sagen, daß diese blaue Zeichnung ihre Schönheit noch raffiniert unterstreicht — vorausgesetzt, daß sie unter fünfundzwanzig Jahren sind. Langwallende Kleider dunkelblauer Farbe und ein turbanartig um die Stirn gebundenes schwarzes Tuch bilden die einfache Kleidung dieser Frauen, die außer der Tätowierung und dem Färben der Fingernägel mit Hennah, kein Schönheitsmittel künstlicher Art kennen. (Ausgenommen natürlich der in ganz Arabien verbreitete schwarze KoMeetrich unter den Augen.) Matten für alles Es kt ein einfacher, primitiver Weberahm®, an dem säe, durch ein Strohdach __ vor der Steine geschützt, die Matten ln elnheod ist däe Duf, das Wasser in unseren | facher, aber ansprechender Manier erzeugen, Flaschen ßdtoöcfet «cM und mderlioh, die ihnen Hatis^bÄ'miija/fcerteil, Söhlafetä-tte, Tüchtige Bürokraft mit Praxis, Steno, Masrfiintdireiben, englische Korrespondenz, Buchhaltung, sucht Posten bei bescheid. Ansprüchen. Unter -Vielseitig« an die Adm. d. Bl. Tisch, Stuhl und Emballage ihres kargen Hausrats bei ihren — übrigens selten® — Zügen sind. Was nicht dem eigenen Bedarf dient, wird verkauft.. Da eine Arbeiterin zwei Matten im Tag erzeugen kann, wird man einseh®, daß eine Beduinenfamilfe des Hule, selbst wenn der Mann mehrere Frauen besitzt, kein allzu üppiges Leben führen kann. Wenn diesen Ghawarine aber auch anderseits die Natur altes bietet, was sie zu ihrem einfachen Lebern benötigen — Wasser, Schilf, Seevögcl. ein wenig Getreide (übrigens sollen eie aus den, weite Strecken des Sees bedeckenden Seerosen eine Art Mehl hereteilen, was ich aber nicht beobachten konnte) — darf ihr Leben dennoch nicht mit den Maßen jüchtbedumischer Menschen gemessen werden, denn Mer stad die Voraussetzungen durchaus andere, wie ihre Sehnsüchte und Forderungen an da« Leben andere sind und einen durchaus anderen Lebensstil bedingen. Es ist zu fragen, ob eins planmäßige Fellaehisierung dieser, wie überhaupt aller Beduinen, einen Prozeß der Verrigeunerung wird verhüten können ... Eröffnung der Chajes-Ausstellimg Die Chajee-Gedenka 11 «Stellung wird Sonntag, den 21. d„ 11 Uhr vormittags, im Festeaal des Zionistischen Landesverbandes eröffnet. Zur Ausstellung gelangen Bilder und noch nicht veröffentlichte Dokumente, unter anderem der Briefwechsel des Verewigten mit berühmten Zeitgenossen. Die Ausstellung wird bis einschließlich Sonntag, den 5. Dezember, geöffnet sein, und zwar an den Sonntagen von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 3 Uhr nachmittags biß 9 Uhr abends, Freitag und Samstag bleibt die Ausstellung geschlossen. Wegen Führungen wolle man das Einvernehmen mit dem Büro des Zionistischen Landesverbandes (U 22-2-11) hersteilen. Die innerpoUtische Entwicklung in Rumänien Bukarest, 18. November. (JTA.) In den jüdischen Kreisen wird die neueste Entwicklung der Innerpolitischen Lage in Rumänien mit tiefer Sorge betrachtet. Die Regierungskrise ist durch die Bildung eines Koalitionskabinetts aus der Liberalen Partei einerseits und der von V a i d a V o 9 v o d geführten Rumänischen Front, sowie der von Professor J o r g a repräsentierten Nationaldemokratischen Partei anderseits gelöst worden. Hatte schon das bisherige liberale Kabinett unter dem Druck der Kräfte von rechts nationalistischen Tendenzen gehuldigt, die unter anderem in dem Dekret des Haadelsministers Valer Pop betreffend Romanisierung der Wirtechaftsbetriebc durch möglichste Ausschaltung der Angehörigen der nationalen Minderheiten, insbesondere der Juden, ihren Ausdruck fanden, so wird von einer Verbindung der Liberalen mit dem Urheber der Idee des Numerus Valac-hicus Vaida Voevod und mit Professor Jorga, der sich zu einem Freund des radikal-antisemitischen Apostels C u z a entwickelt hat. eine weitere Verschärfung der Lage der Minderheiten, ganz besondere aber der Juden, befürchtet. Da es in Rumänien zur Tradition geworden ist, daß die neugebildete Regierung, die die Parlamentewahlen durchführt, sich dabei die große Mehrheit der Parlamentssitze sichert, ist zu erwarten, daß das Wahlkartell Tatarescu-Vaida Voevod- Jorga zum Resultat haben wird, daß nicht allein die Liberalen, sondern auch die Rumänische Front und die uationalliberale Partei ihre Sitze im Parlament in einer Weise vermehren werden, die weit über ihre effektive Stärke innerhalb der rumänischen Wählerschaft hinausgehen wird. Diese Gruppen, die selbst antisemitisch eingestellt sind, werden am wenigsten dazu geeignet sein, den wilden Exzessen Cuzae und seiner Anhänger im Parlament irgend einen Widerstand entgegenzuaetzen. Aurel-Straße 5. Tel: U 22-3-91. Redaktionsschlnß Montag und Mittwoch vormittags. Postscheck Konto: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.190, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879.

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